Boston Consulting Group

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The Boston Consulting Group

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Rechtsform Partnership
Gründung 1963
Sitz Boston, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Richard Lesser (President & CEO)
Mitarbeiterzahl 16.000 (2017, Jahresdurchschnitt)[1]
Umsatz 6,3 Mrd. US-$ (2017)[2]
Branche Unternehmensberatung
Website www.bcg.com

Die Boston Consulting Group (BCG) ist eine der weltweit größten Unternehmensberatungen und wurde im Jahr 1963 gegründet.

Firmenprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BCG erzielte 2017 mit rund 16.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 6,3 Mrd. USD[3], in Deutschland einen Umsatz von geschätzt rund 830 Mio. EUR. Dabei entfielen ca. 10 % des Deutschland-Umsatzes auf Tochtergesellschaften wie den Startup-Ableger Digital Ventures.[4]

Die BCG befindet sich heute vollständig im Eigentum der Partner und Senior Partner, die somit alle Anteile der Gesellschaft halten. Neue Partner werden von der Landesgesellschaft vorgeschlagen und von der weltweiten Partnergruppe gewählt. Die Rechtsform der amerikanischen Muttergesellschaft ist „Corporation/Inc.“ (siehe auch Gesellschaftsrecht der Vereinigten Staaten), die deutsche Tochtergesellschaft ist als GmbH organisiert.

BCG selbst versteht sich als die führende Strategieberatung und gliedert sich in mehrere Kompetenzfelder. Diese umfassen die Bereiche Konsumgüter, Energie, Gesundheitswesen, Financial Institutions, Industrial Goods, Versicherung, Öffentlicher Sektor, Technologie, Media & Telekommunikation. Daneben existieren die funktionalen Kompetenzbereiche Corporate Development, Private Equity, Global Advantage, Technology Advantage, Marketing & Sales, Operations, People & Organization, Strategie und Transformation.

Im September 2009 sorgte BCG für Schlagzeilen, als es im Rahmen der globalen Partnerwahl zu kontroversen Auseinandersetzungen und einem Bruch mit der traditionellen Unternehmenskultur kam. Auch Mitarbeiter-Mitbestimmung und das Entlohnungssystem standen dabei im Fokus der Diskussionen.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Boston Consulting Group wurde 1963 von Bruce D. Henderson in Boston gegründet. Er baute, von der Unternehmensberatung Arthur D. Little kommend, zunächst eine Beratungsabteilung der Boston Safe Deposit and Trust Company auf. Zwischen 1975 und 1979 kaufte sich das zukünftige Management durch ein Mitarbeiter-Aktienoptionsprogramm von „Boston Safe Deposit and Trust“ los, es wurde „Strategie“ als Beratungsfokus definiert und die Boston Consulting Group gegründet.[6]

1973 verließen Bill Bain und andere Mitarbeiter BCG und gründeten die Unternehmensberatung Bain & Company.

1998 gründete BCG das „Strategy Institute“. Das Ziel ist die Weiterentwicklung des strategischen Firmen-Wissens.

2000 gründet BCG die 100%ige Tochtergesellschaft Platinion GmbH mit Sitz an den Standorten Köln, München, Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main, New York und Mailand. Ihr Kerngeschäft ist die IT-Beratung.[7][8]

2014 gründete BCG die Tochterfirma BCG Digital Ventures mit Sitz in Manhattan Beach, Berlin, London und Sydney. BCGDV entwickelt und vermarktet neue digitale Produkte und Plattformen mit dem Ziel, die Transformation in Großkonzernen zu beschleunigen.

Heute ist die Boston Consulting Group mit über 90 Büros in 50 Ländern vertreten. Das erste deutsche Büro wurde 1975 in München eröffnet. In Deutschland hat Boston Consulting Büros in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover Köln, München und Stuttgart. Seit Januar 2013 ist Carsten Kratz Chef von BCG Deutschland und folgte seinerzeit auf Christian Veith, der von 2006 bis 2012 die Geschäfte von BCG Deutschland leitete. Christian Veith steht jetzt der Region Zentral- und Osteuropa, Naher Osten und Afrika (CEMA) vor. Im Dezember 2018 wurde bekannt gegeben, dass Matthias Tauber im Frühjahr 2019 Carsten Kratz ablöst, der seinen Posten turnusgemäß nach sechs Jahren abgeben muss.[9]

BCG-Konzepte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor allem zwei BCG-Konzepte haben Eingang in die betriebswirtschaftliche Standardliteratur gefunden:

Weitere von BCG begründete Konzepte sind Zeit als Wettbewerbsfaktor (englisch „Time-Based-Competition“ oder „Zeitwettbewerb“), „Total Shareholder Value“, „Segment-of-One-Marketing“, „Dekonstruktion“ und die „Cash-Curve“ im Bereich des Innovationsmanagements. Jedes Jahr werden Industrieanalysen, Studien und eine Vielzahl von Artikeln in Fachzeitschriften von BCG-Beratern publiziert. Viele Partner haben Bücher über ein Themenspektrum, das von Geschäftsstrategie und Reorganisation bis zu Innovationsmanagement reicht, veröffentlicht.

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

business@school ist eine Initiative der Boston Consulting Group zur Förderung des wirtschaftlichen Verständnisses an deutschen Gymnasien. Daneben ist BCG für das World Food Program, Save the Children und eine Vielzahl anderer gemeinnütziger Projekte auf Pro-Bono-Basis tätig. Im Jahr 2008 gründete die Boston Consulting Group gemeinsam mit der Eberhard von Kuenheim Stiftung JOBLINGE, eine Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit. Mit Standorten in Deggendorf, München, Leipzig, Köln, Frankfurt, Essen, Hamburg und Berlin ist JOBLINGE mittlerweile eine bundesweite Initiative.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie im Rahmen der Luxemburg-Leaks Affäre bekannt wurde, hat die Boston Consulting Group durch rechtlich verbindliche Absprachen (Advance Tax Rulings) mit Luxemburger Behörden Steuervermeidung betrieben.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Boston Consulting Group stellt 500 neue Mitarbeiter ein. FAZ. 2018. Abgerufen am 8. März 2018.
  2. Boston Consulting Group stellt 500 neue Mitarbeiter ein. FAZ. 2017. Abgerufen am 8. März 2018.
  3. FAZ.net: Boston Consulting Group stellt 500 neue Mitarbeiter ein. Abgerufen am 8. März 2018.
  4. Tillmann Neuscheler: Boston Consulting Group hat erstmals mehr als 1000 Partner. 9. März 2017, abgerufen am 15. Juni 2017.
  5. Die Qual der Wahl. Manager Magazin Online, abgerufen im 29. September 2009.
  6. Dietmar Fink, Bianca Knoblach: Die großen Management Consultants: Ihre Geschichte, ihre Konzepte, ihre Strategien. Verlag Vahlen, München 2003, ISBN 978-3-8006-2881-0 (Vgl. Seite 93 ff.; Relevanter Abschnitt auch unter http://www.beck-shop.de/downloads/leseprobe_fink_management_consultants_3800628813.pdf).
  7. BCG History: 2000, abgerufen am 26. Mai 2015
  8. BCG/Platinion Struktur, abgerufen am 26. Mai 2015
  9. Tauber wird neuer BCG-Deutschland-ChefFAZ vom 10. Dezember 2018, abgerufen am 10. Dezember 2018
  10. http://www.valuewalk.com/2014/11/luxemburg-taxes