Brave (Browser)

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Brave

Brave icon app.png
Brave 1.5.115 screenshot macOS.png
Brave 1.5.115 unter macOS
Basisdaten

Entwickler Brave Software Inc., San Francisco, USA
Erscheinungsjahr 2016
Aktuelle Version Desktop Release Channel v1.11.97[1]
(15. Juli 2020)
Betriebssystem GNU/Linux, Windows, macOS, Android, iOS
Programmiersprache C, JavaScript, C++
Kategorie Webbrowser
Lizenz Mehrfachlizenzierung: MPL/LGPLv2.1
deutschsprachig ja
www.brave.com/de/

Brave ist ein quelloffener Webbrowser für die Betriebssysteme Windows, macOS und Linux[2] sowie für Android[3] und für Apple iOS.[4] Initiator und Projektleiter ist Brendan Eich.[5][6]

Konzeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Browser auf Chromium-Basis blockiert mit einem Werbeblocker Werbung und Tracker.[7] Er bietet eine Option, um bestimmte Anzeigen des eigenen Werbedienstes 'Brave Rewards' einzublenden, die das Nutzungsverhalten nicht verfolgen, um somit die Privatsphäre des Nutzers zu schützen. Für die Einblendung erhalten dann Browsernutzer und Browser-Anbieter jeweils 15 %, die Webseitenbetreiber bis zu 70 % der Einnahmen. Die Vergütung erfolgt mittels Basic Attention Token.[8] Der Nutzer soll über das Anzeigen von Werbung entscheiden können.[6][9]

Mit Brave Payments wird mittels des Basic Attention Token (BAT, ein ERC20-Token auf Basis der Ethereum-Blockchain) monatlich ein festgelegtes Budget an Seitenbetreiber und, seit November 2017,[10] Youtube-Kanäle auf Basis der Aufrufdauer ausgezahlt.

Datenschutz und Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da viele Website-Betreiber ihre Plattformen mit JavaScript-Code überfrachten, kritisiert Eich das Versäumnis, Werbeinhalte und zum Betrieb der Webseiten notwendige Inhalte zu trennen.[9] Ziel des Browsers sei es, alles im Web zu blockieren, was die Privatsphäre der Nutzer gefährden könne. Deswegen sollen gefährdende, schädliche Werbung sowie Zählpixel und HTTP-Cookies blockiert werden. HTTPS Everywhere sei integriert.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertreter der Zeitungen The New York Times, Washington Post und Wall Street Journal sowie weitere Mitglieder der Newspaper Association of America bezeichneten dies in einem Brief[11] als illegal; die Konzeption des Browsers sei nicht zu unterscheiden von einem Diebstahl der Inhalte der Zeitungen, um sie auf der Webseite der Brave Software Inc. zu publizieren. CEO Brendan Eich erklärte dagegen, der Browser sei nicht das Problem, sondern die Lösung.[12] Der Browser nutze die Inhalte der Webseiten nicht für eine unautorisierte Wiederveröffentlichung, sondern setze als Werkzeug die Seiten nur zusammen. Die weitere Kritik, dass die Erträge aus der Browserwerbung nicht die Kosten aus der Akquisition eigener Werbung ausgleiche, sei ebenfalls unzutreffend.[8]

Anfang Juni 2020 wurde bekannt, dass Brave ohne Einwilligung der Nutzer bei bestimmten Seiteneingaben (vor allem bei Börsen für Kryptowährungen)[13] diese automatisch mit einem Referenz-Link erweitert, um dadurch über Affiliate-Partner Einnahmen zu erzielen.[14] Mittlerweile ist die Funktion standardmäßig deaktiviert.[15]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Browser wurde zum ersten Mal am 20. Januar 2016 veröffentlicht.[16] Die weitere Entwicklung wird in einer Zeitleiste dokumentiert.[17]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Brave – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. github.com.
  2. GitHub – brave/browser-laptop: Brave browser for Desktop and Laptop computers running Windows, OSX, and Linux. Website github.com. Abgerufen am 10. April 2016.
  3. GitHub – brave/browser-android-tabs: Brave Android Browser. Website github.com. Abgerufen am 21. November 2017.
  4. GitHub – brave/browser-ios: Brave iOS Browser. Website github.com. Abgerufen am 10. April 2016.
  5. Brave Software | About. Website brave.com. Abgerufen am 21. November 2017 (englisch).
  6. a b Adblocking-Browser „Brave“ von Ex-Mozilla-Chef vorgestellt | heise online.. Website heise.de. Abgerufen am 10. April 2016.
  7. Marvin Strathmann: Brave: Ein Browser fordert die Netzwirtschaft heraus. In: Die Zeit. 21. Januar 2016, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 6. Oktober 2017]).
  8. a b Hersteller des Werbeblock-Browsers Brave kontert Anschuldigungen von Zeitungsverlagen | heise online. Website heise.de. Abgerufen am 10. April 2016.
  9. a b Geschäftsmodell Adblocker Brave: Wenn der Browser das Werbegeld einsammelt c’t 19/2018, am 31. August 2018
  10. Brave expands Basic Attention Token platform to YouTube Website basicattentiontoken.org. Abgerufen am 21. November 2017 (engl.).
  11. Brief der NAA an Brave Software INC.. Website newsmediaalliance.org. Abgerufen am 21. November 2017(englisch, .PDF-Datei).
  12. Newspapers to Brave browser: Don't mess with our ads -- or else – CNET. Website cnet.com. Abgerufen am 21. November 2017 (englisch).
  13. Brave verdient heimlich an seinen Nutzern - Auswirkungen auf den BAT Kurs? 9. Juni 2020, abgerufen am 23. August 2020.
  14. Affiliate-Partner: Browser Brave sendet bei bestimmten Seiten ID mit heise online. Abgerufen am 8. Juni 2020.
  15. Benedikt Bucher: Skandal um beliebten Privatsphäre-Browser: Jetzt rudern die Entwickler zurück. In: Chip.de. Abgerufen am 23. August 2020.
  16. Mozilla cofounder Brendan Eich’s startup, Brave, launches browser for Mac, Windows, iOS, Android | VentureBeat | Dev | by Jordan Novet. Website venturebeat.com. Abgerufen am 21. November 2017 (englisch).
  17. Brave Release Channel Dates · brave/brave-browser Wiki · GitHub. Website github.com. Abgerufen am 28. Juni 2019.