Brave (Browser)

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Brave

Brave icon app.png
Brave 1.5.115 screenshot macOS.png
Brave 1.5.115 unter macOS
Basisdaten

Entwickler Brave Software Inc., San Francisco, USA
Erscheinungsjahr 2016
Aktuelle Version 1.22.71[1]
(1. April 2021)
Betriebssystem GNU/Linux, Windows, macOS, Android, iOS
Programmiersprache C, JavaScript, C++
Kategorie Webbrowser
Lizenz Mehrfachlizenzierung: MPL/LGPLv2.1
deutschsprachig ja
www.brave.com

Brave ist ein quelloffener Webbrowser für die Betriebssysteme Windows, macOS und Linux[2] sowie für Android[3] und für Apple iOS.[4] Initiator und Projektleiter ist Brendan Eich.[5][6]

Konzeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Browser auf Chromium-Basis blockiert mit einem Werbeblocker Werbung und Tracker.[7] Er bietet eine Option, um bestimmte Anzeigen des eigenen Werbedienstes 'Brave Rewards' einzublenden, die das Nutzungsverhalten nicht verfolgen, um somit die Privatsphäre des Nutzers zu schützen. Für die Einblendung erhalten dann Browsernutzer und Browser-Anbieter jeweils 15 %, die Webseitenbetreiber bis zu 70 % der Einnahmen. Die Vergütung erfolgt mittels Basic Attention Token.[8] Der Nutzer soll über das Anzeigen von Werbung entscheiden können.[6][9]

Mit Brave Payments wird mittels des Basic Attention Token (BAT, ein ERC20-Token auf Basis der Ethereum-Blockchain) monatlich ein festgelegtes Budget an Seitenbetreiber und, seit November 2017,[10] Youtube-Kanäle auf Basis der Aufrufdauer ausgezahlt.

Datenschutz und Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da viele Website-Betreiber ihre Plattformen mit JavaScript-Code überfrachten, kritisiert Eich das Versäumnis, Werbeinhalte und zum Betrieb der Webseiten notwendige Inhalte zu trennen.[9] Ziel des Browsers sei es, alles im Web zu blockieren, was die Privatsphäre gefährde. Gefährdende, schädliche Werbung sowie Zählpixel und HTTP-Cookies werden blockiert. HTTPS Everywhere sei integriert. Die Zeitschrift c't prüfte im Juni 2021 den Schutz der Privatsphäre in mehreren Browsern. Dabei schnitt Brave mit Abstand am besten ab.[11]

Kritik und Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertreter der Zeitungen The New York Times, Washington Post und Wall Street Journal sowie weitere Mitglieder der Newspaper Association of America beklagten das Browserkonzept in einem Brief[12] als illegal; das Konzept sei nicht zu unterscheiden von einem Diebstahl der Inhalte der Zeitungen, um sie auf der Webseite der Brave Software Inc. zu publizieren. CEO Brendan Eich widersprach, der Browser sei nicht das Problem, sondern die Lösung.[13] Der Browser nutze die Inhalte der Webseiten nicht für eine unautorisierte Wiederveröffentlichung, sondern setze als Werkzeug die Seiten nur zusammen. Die weitere Kritik, dass Erträge aus der Browserwerbung nicht die Kosten aus der Akquisition eigener Werbung ausgleiche, sei ebenfalls unzutreffend.[8]

Anfang Juni 2020 wurde bekannt, dass Brave ohne Nutzer-Erlaubnis bei Seiteneingaben für Kryptowährungsbörsen[14] automatisch einen Referenz-Link anfügte, um über Affiliate-Partner Einnahmen zu erzielen.[15] Dies ist inzwischen standardmäßig inaktiv.[16]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Browser wurde am 20. Januar 2016 veröffentlicht.[17] Die weitere Entwicklung wird in einer Zeitleiste dokumentiert.[18]

Bis August 2016 erhielt das Unternehmen Investitionen von mindestens 7 Millionen Dollar von Risikokapitalunternehmen wie Peter Thiels Founders Fund, Propel Venture Partners, Pantera Capital, Foundation Capital und die Digital Currency Group.[19]

Im November 2019 startete Brave das Werbenetzwerk Brave Ads, das Nutzern einen Umsatzanteil von 70 % zurückgibt. Zu den Anzeigenkunden gehörten die Partner des Unternehmens wie Vice, Home Chef, ConsenSys, eToro und andere.[20]

Im November 2020 gab Brave an, 20 Millionen monatliche Benutzer zu haben[21][22] und im Februar 2021 die Marke von 25 Millionen monatlichen aktiven Benutzern überschritten zu haben.[23]

Im Januar 2021 integrierte Brave Ecosia als eine seiner Suchmaschinenoptionen.[24]

Am 3. März 2021 gab Brave bekannt, die Suchmaschinentechnologie des ehemaligen Browserherstellers Cliqz für die eigene Suchmaschine Brave Search erworben zu haben. Der ehemalige Inhaber, das deutsche Verlagshaus Hubert Burda Media, besitzt seitdem Anteile an Brave.[25]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Brave – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Release v1.22.71. (abgerufen am 2. April 2021).
  2. GitHub – brave/browser-laptop: Brave browser for Desktop and Laptop computers running Windows, OSX, and Linux. Website github.com. Abgerufen am 10. April 2016.
  3. GitHub – brave/browser-android-tabs: Brave Android Browser. Website github.com. Abgerufen am 21. November 2017.
  4. GitHub – brave/browser-ios: Brave iOS Browser. Website github.com. Abgerufen am 10. April 2016.
  5. Brave Software | About. Website brave.com. Abgerufen am 21. November 2017 (englisch).
  6. a b Adblocking-Browser „Brave“ von Ex-Mozilla-Chef vorgestellt | heise online.. Website heise.de. Abgerufen am 10. April 2016.
  7. Marvin Strathmann: Brave: Ein Browser fordert die Netzwirtschaft heraus. In: Die Zeit. 21. Januar 2016, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 6. Oktober 2017]).
  8. a b Hersteller des Werbeblock-Browsers Brave kontert Anschuldigungen von Zeitungsverlagen | heise online. Website heise.de. Abgerufen am 10. April 2016.
  9. a b Geschäftsmodell Adblocker Brave: Wenn der Browser das Werbegeld einsammelt c’t 19/2018, am 31. August 2018
  10. Brave expands Basic Attention Token platform to YouTube Website basicattentiontoken.org. Abgerufen am 21. November 2017 (engl.).
  11. heise online: Browser im Privacy-Check: Vorbild Brave, Mogelpackung Edge. Abgerufen am 18. Juni 2021.
  12. Brief der NAA an Brave Software INC.. Website newsmediaalliance.org. Abgerufen am 21. November 2017(englisch, .PDF-Datei).
  13. Newspapers to Brave browser: Don't mess with our ads -- or else – CNET. Website cnet.com. Abgerufen am 21. November 2017 (englisch).
  14. Brave verdient heimlich an seinen Nutzern - Auswirkungen auf den BAT Kurs? 9. Juni 2020, abgerufen am 23. August 2020.
  15. Affiliate-Partner: Browser Brave sendet bei bestimmten Seiten ID mit heise online. Abgerufen am 8. Juni 2020.
  16. Benedikt Bucher: Skandal um beliebten Privatsphäre-Browser: Jetzt rudern die Entwickler zurück. In: Chip.de. Abgerufen am 23. August 2020.
  17. Mozilla cofounder Brendan Eich’s startup, Brave, launches browser for Mac, Windows, iOS, Android | VentureBeat | Dev | by Jordan Novet. Website venturebeat.com. Abgerufen am 21. November 2017 (englisch).
  18. Brave Release Channel Dates · brave/brave-browser Wiki · GitHub. Website github.com. Abgerufen am 28. Juni 2019.
  19. Brave, the ad-blocking browser from former Mozilla CEO, grabs $4.5 million. In: TechCrunch. Abgerufen am 2. April 2021 (amerikanisches Englisch).
  20. Blockchain browser Brave makes push to reward content makers and YouTubers. In: TechCrunch. Abgerufen am 6. April 2021 (amerikanisches Englisch).
  21. Catalin Cimpanu: Brave becomes first browser to add native support for the IPFS protocol. Abgerufen am 6. April 2021 (englisch).
  22. Billy Bambrough: Millions Of Google Chrome Users Are Suddenly Making A Surprising Switch Because Of One Critical Feature. Abgerufen am 6. April 2021 (englisch).
  23. Brave: Brave Passes 25M MAUs and 8M DAUs. 2. Februar 2021, abgerufen am 6. April 2021 (amerikanisches Englisch).
  24. Brave: Ecosia is now an Official Search Engine Option on Brave. 28. Januar 2021, abgerufen am 2. April 2021 (amerikanisches Englisch).
  25. Stephen Shankland: Brave takes on Google with privacy-focused search engine. In: CNET. Microsoft, 3. März 2021, abgerufen am 5. März 2021.