Cliqz

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Cliqz
Cliqz-Browser Startseite.png
Startseite des Cliqz-Browsers
Basisdaten
Entwickler Cliqz GmbH
Erscheinungsjahr 2015
Aktuelle Version 1.12.0
(21. März 2017)
Betriebssystem Android
iOS
macOS
Windows
Programmiersprache C, C++, JavaScript, XML User Interface Language, XML Binding Language, Rust[1]
Kategorie Webbrowser
Lizenz Mehrfachlizenzierung: MPL/GPL/LGPL
deutschsprachig ja
www.cliqz.com

Cliqz (eigene Schreibweise: CLIQZ) ist ein Webbrowser mit integrierter Suchmaschine. Anbieter ist die deutsche Cliqz GmbH, eine Mehrheitsbeteiligung von Hubert Burda Media mit strategischer Minderheitsbeteiligung von Mozilla. Cliqz wird im Zusammenhang mit dem Leistungsschutzrecht für Presseverleger gesehen und ist Presseberichten zufolge gegen Google gerichtet.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cliqz wurde zunächst als Schnellsuch-Erweiterung für den Browser Firefox entwickelt, die im Juni 2014 veröffentlicht wurde. Als eigenständiger Browser ist Cliqz seit Ende 2015 verfügbar.

Neben der Desktop-Version sind auch entsprechende Apps für die mobilen Betriebssysteme Android und iOS erhältlich.

Die Version 1.0 von Cliqz für Microsoft Windows und Mac wurde am 8. März 2016 veröffentlicht.[3] Am 9. Juni 2016 ging der Browser Open Source.

Im Februar 2017 wurde bekannt, dass die Marke und die Technik von Ghostery teilweise von Cliqz aufgekauft worden ist, um zukünftig in die Anti-Tracking-Funktion des gleichnamigen Webbrowsers integriert zu werden. Die von Ghostery gesammelten Daten sollen mit denjenigen zusammengeführt werden, die der Webbrowser über die Trackingdienste im Internet aggregiert.[2]

Im März 2017 gab Avira die Veröffentlichung des auf Sicherheit und Privatsphäre fokussierten Browsers Scout bekannt. Die Schnellsuchfunktion von Cliqz ist darin integriert und steht deutschsprachigen Scout-Benutzern zur Verfügung.[4]

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Desktop-Versionen des Browsers unterstützen Windows ab Windows 7 bzw. macOS 10.9 und höher.[5] Die Mobile Apps unterstützen Android und iOS. Inoffiziell werden auch noch Windows XP/Vista und Linux unterstützt. Die Linux-Version erschien im Juli 2016 erstmals offiziell als 64-Bit-Variante für Debian, danach wurde der offizielle Support eingestellt. Die Version kann jedoch noch als selbstentwickelter Build oder einen internen Build verwendet werden.[6]

Cliqz vereint Suchmaschine und Browser. Es wird eine Schnellsuche direkt im Browser durchgeführt, ohne auf eine andere Suchmaschinenseite gehen zu müssen.[7] Suchbegriffe oder Namensbestandteile einer Webseite werden direkt in die Browserzeile eingegeben. Nutzer sehen unmittelbar Websitevorschläge in einem Browsermenü (Drop Down). Der Klick auf einen der Vorschläge führt direkt zur entsprechenden Website.

Gegenüberstellung von Screenshots der Schnellsuchfunktion von Cliqz (oben) mit der Suche mithilfe der Omnibar von Chrome (unten) am Beispiel der Eingabe "Hotel Mallorca". Cliqz zeigt Websitevorschläge in einem Browsermenü (Drop Down). Der Klick auf einen der Vorschläge führt direkt zur entsprechenden Website.Chrome zeigt in seinem Browsermenü Vorschläge zur Verfeinerung der Suche. Ein Klick auf einen Suchvorschlag führt zur Suchmaschinenergebisseite.

Der Anbieter gibt an, dass anders als bei herkömmlichen Browsern und Suchmaschinen, Cliqz keine Daten über die Nutzer sammelt.[8] Auf den Servern des Anbieters werden nach eigenen Angaben keinerlei Daten gespeichert, die Rückschlüsse auf Personen und ihr Verhalten im Netz zuließen. Darüber hinaus schützt die Anti-Tracking-Funktion[9] vor der Übertragung potenziell personenidentifizierbarer Daten an Tracker.

Screenshot der Anti-Tracking-Funktion im Cliqz Browser (Mac) am Beispiel der Website economist.com

Die Suchmaschine arbeitet mit einem eigenständigen Web-Index, der unabhängig von herkömmlichen Suchmaschinen operiert. Durch die Kombination der Ergebnisse der Suchmaschine mit Browser-Daten wie Chronik und Lesezeichen werden individuelle Webseiten-Vorschläge angezeigt. Die Verarbeitung der Browser-Daten erfolgt lokal, das heißt, sie bleiben auf dem Gerät, im Besitz und unter der Kontrolle der Nutzer.

Das heißt jedoch nicht, dass statistische Daten nicht erhoben und auf Servern zwischengespeichert werden. Das Human Web ist eine von Cliqz entwickelte Technologie, die statistische Daten zur Bewertung der Relevanz und Sicherheit von Webseiten sammelt. Die Daten werden verschlüsselt und über einen Proxy übertragen.[10] Sämtliche nutzer- oder personenidentifizierbaren Daten (wie zum Beispiel IP-Adressen) werden aus den Datensätzen gelöscht. Damit trägt die Gemeinschaft der Nutzer mit jedem Webseiten-Besuch anonym zum Aufbau von Web-Statistiken bei. Diese bilden die Grundlage für den Web-Index der Suchmaschine. Nachprüfbar ist das durch das integrierte Transparenz-Cockpit in welchem die Nutzer sehen, welche Daten den Browser verlassen und was mit ihnen geschieht.

Wird ein neuer Tab im Browser geöffnet, werden häufig besuchte Webseiten angezeigt. Es lassen sich Schnellzugriffsmöglichkeiten entfernen oder manuell hinzufügen. Die Seite beinhaltet auch Schlagzeilen wichtiger Nachrichten-Webseiten und Verweise auf die entsprechenden Artikel.

Versionsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Version Veröffentlichung Bemerkungen und wichtige Änderungen[11]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.81 2. November 2015 Erster inoffizieller Beta Release; diverse Features und Änderungen inkl. der neuen Cliqz-Startseite.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.82 23. November 2015 Enthält Goodies wie automatische AdBlock Plus Deaktivierung für Seiten, die es erfordern, um ihre Inhalte zu sehen (wie z. B. BILD.de).
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.9 19. Januar 2016
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.91 3. Februar 2016
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 1.0 7. März 2016 Erster offizieller Release
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 1.6.1 23. August 2016 Diese Version aktualisiert CLIQZ mit den Verbesserungen des außerplanmäßigen Firefox-Updates 48.0.1. Enthalten sind zahlreiche Korrekturen, die auch für CLIQZ mehr Stabilität bringen.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 1.7.0 20. September 2016 Neues Control Center für Privatsphäre-, Sicherheits- und Such-Funktionen; frisches Browser-Design mit neuen Logos; aktuelle Eilmeldungen; bessere lokale Suchergebnisse und mehr.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 1.8.0 28. Oktober 2016 Diverse Verbesserungen und Korrekturen; Sicherheits-Updates.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 1.9.0 5. Dezember 2016 Diese Version aktualisiert CLIQZ mit den Verbesserungen von Firefox 50.0.2, inklusive aller Sicherheitsupdates. HTTPS Everywhere und LastPass wurden ebenfalls aktualisiert. Hinzu kommen kleinere Verbesserungen bei Werbeblocker, Suche und Oberfläche sowie diverse Fehlerkorrekturen.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 1.9.1 19. Dezember 2016 Firefox Update auf 50.1.0. Mit der Veröffentlichung dieser Version werden zahlreiche, teilweise kritische Sicherheitslücken gestopft.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 1.10.0 23. Januar 2017 Umstieg auf die Multiprozessarchitektur Electrolysis, was Stabilität und Leistung verbessert; E-Mail-Benachrichtigungen auf CLIQZ Tab; vereinfachte Installation unter Windows. Kleinere Verbesserungen bei Werbeblocker, Anti-Tracking, Adressleiste, Vergessen Modus und Datenimport sowie diverse Fehlerkorrekturen.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 1.11.0 13. Februar 2017 YouTube-Videos auf den Computer herunterladen, um sie offline anzusehen; mit der Ghostery-Erweiterung Tracker kontrollieren; Suchergebnisse aus Chronik, Lesezeichen und offenen Tabs; internationale Suchergebnisse für Frankreich und die USA; Websites melden; Transparenz-Monitor nun auch auf Englisch; Update auf Firefox 51; Verbesserungen bei Anti-Tracking, Werbeblocker, Suchergebnissen, Neuer Tab, Control Center und LastPass-Einbindung sowie diverse Fehlerkorrekturen.
Aktuelle Version: 1.12.0 21. März 2017 Diese Version aktualisiert CLIQZ mit den Verbesserungen von Firefox 52.0.2, inklusive aller Sicherheitsupdates. LastPass wurde ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht. Hinzu kommen kleinere Verbesserungen bei Vergessenmodus, Suche und Oberfläche sowie diverse Fehlerkorrekturen.
Legende:
Alte Version
Ältere Version; noch unterstützt
Aktuelle Version
Aktuelle Vorabversion
Zukünftige Version

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung Warentest übte nach einem Schnelltest im April 2016 Kritik. So sei der versprochene Phishing-Schutz nicht effektiv. Cilqz erklärte dies damit, dass das Human Web erst noch die Nutzerfahrung einbeziehen müsse. Weiterhin fand die Stiftung Warentest den Schutz vor Malware ähnlich ungenügend wie bei anderen Browsern. Vor dem digitalen Fingerabdruck könne auch Cliqz nicht schützen, befand die Stiftung.[12] In einer Rezension des PC Magazins wurde bemängelt, dass der Desktop-Browser keine Browserweiterungen (Add-Ons) unterstützt.[13] Der Hersteller begründet dies mit den Datenschutzrisiken, die mit manchen Add-Ons einhergehen.[14]

Anbieter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anbieter des Browsers ist die deutsche Cliqz GmbH mit Sitz in München. Das Unternehmen wurde im April 2008 als 10betterpages GmbH von Jean-Paul Schmetz gegründet und beschäftigt mit Stand August 2016 circa 100 Mitarbeiter. Seit 2013 war die Cliqz GmbH eine Mehrheitsbeteiligung (Kapitalbeteiligung) von Hubert Burda Media. Im August 2016 erwarb Mozilla eine strategische Minderheitsbeteiligung an Cliqz.[15]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steve Klabnik: Is it true that Mozilla wants to rewrite Firefox in Rust language for security reasons?. In: Quora., abgerufen am 13. Juni 2016
  2. a b Patrick Beuth: Cliqz kauft Ghostery: Ein neues Paket, um Google auszuweichen. In: Die Zeit. 15. Februar 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 15. Februar 2017]).
  3. Pressemitteilung der Cliqz GmbH zur Markteinführung des Cliqz Browsers. 8. März 2016, abgerufen am 17. Oktober 2016 (deutsch).
  4. Avira: Pressemitteilung: Avira Scout Browser: Der neue Browser für mehr Sicherheit und Privatsphäre im Netz. 7. März 2017, abgerufen am 14. März 2017 (deutsch).
  5. Support für die Desktop-Version auf der Website des Herstellers
  6. Cliqz for Linux auf der Website des Herstellers
  7. Jörg Schieb: Cliqz: Ein Browser, mal ganz anders gedacht, WDR vom 11. März 2016, abgerufen am 18. Oktober
  8. Datenschutzerklärung für Cliqz for Windows. Cliqz, abgerufen am 18. Oktober 2016.
  9. Constanze Kurz: Studie und Interview: Tracking und Anti-Tracking mit Cliqz. In: netzpolitik.org. Abgerufen am 18. Oktober 2016.
  10. Datenschutzerklärung für Cliqz Human Web. Abgerufen am 17. Oktober 2016.
  11. Releases Notes Archives – CLIQZ
  12. Cliqz: Ein Browser für den Datenschutz. test.de, Stiftung Warentest, 6. April 2016, abgerufen am 18. Oktober 2016.
  13. Sven Hähle: Cliqz im Test: Der bessere Firefox? In: PC Magazin. 6. April 2016, abgerufen am 18. Oktober 2016.
  14. Marc Al-Hames: Warum unterstützt Cliqz keine Add-Ons? Cliqz, abgerufen am 18. Oktober 2016.
  15. Mozilla beteiligt sich an Burdas Browser Cliqz – Friedhelm Greis auf Golem, am 23. August 2016 (abgerufen am 17. Oktober 2016)