Brelingen

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Koordinaten: 52° 33′ 13″ N, 9° 41′ 7″ O

Brelingen
Gemeinde Wedemark
Wappen von Brelingen
Höhe: 57 m
Fläche: 19,22 km²
Einwohner: 2132 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 30900
Vorwahl: 05130
Brelingen von Süden gesehen, dahinter die Brelinger Berge

Brelingen ist ein Ortsteil der Gemeinde Wedemark in Niedersachsen in der Region Hannover.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch seine zentrale Lage ist Brelingen ein Verbindungspunkt zwischen den Orten Mellendorf, Bissendorf, Elze, Bennemühlen, Ibsingen und Negenborn. Der Brelinger Berg ist ein beliebtes Wander- und Naherholungsgebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 990 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Um 1200 wurde die erste Kirche erbaut und der Besitz des Ortes wechselte vom Hochstift Hildesheim zu Minden. 1483 wurde die Kirche abgerissen und neu errichtet. Ein dritter Abriss und Kirchenneubau erfolgte 1849. Die Einweihung einer neuen Schule mit zwei Klassen und Lehrerwohnung erfolgt 1916. Diese wurde 1962 durch einen Erweiterungsbau vergrößert.

Brelingen ist ein altes Bauerndorf. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts gab es 21 Höfe mit Meierstatus, die durch Teilungen aus den früheren (sieben) Vollhöfen entstanden waren, sowie 23 Kötner- und Brinksitzerstellen. Einnahmequellen der Einwohner waren Ackerbau, Viehzucht und Handwerk.

1972 erfolgte die Zusammenlegung von Brelingen, Hellendorf und Gailhof zur Samtgemeinde Mellendorf. Am 1. März 1974 wurde Brelingen in die neue Gemeinde Wedemark eingegliedert.[1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die seit dem 16. Jahrhundert bestehende Evangelisch-lutherische St.-Martini-Kirchengemeinde wurde zum 1. Januar 2011 mit der St.-Georgs-Kirchengemeinde Mellendorf in Wedemark pfarramtlich verbunden und hat seitdem eine der drei Pfarrerstellen des gemeinschaftlichen Pfarramts.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister seit Ende 2016 ist Patrick Cordes (WählerGemeinschaft Wedemark WGW).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Brelingen stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon das Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften[3] entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde durch den Regierungspräsidenten in Lüneburg am 26. Juni 1959 erteilt.

Brelingen Wappenbeschreibung Wappenbegründung
Ortswappen In Grün oben eine liegende, silberne Wolfsangel, überdeckt von einem goldenen Bronzeschwert, das am Knauf an silberner Schnur mit einer goldenen Waage behängt ist. Die Waage soll die Erinnerung daran festhalten, dass in Brelingen bis 1858 die Amtswaage der vormaligen Amtsvogtei Bissendorf aufgestellt war. Ein gut erhaltener Bronzedolch mit hölzerner Scheide ist vor Jahren in der Gemarkung am Brelinger Berg gefunden worden. Die Wolfsangel symbolisiert die Zugehörigkeit zum ehemaligen Landkreis Burgdorf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.Martini-Kirche
  • Im Zentrum des Dorfes steht die evangelische Kirche St. Martini, die auch das höchste Gebäude darstellt. Es handelt sich um eine 1849 erbaute Hallenkirche, die vom Konsistorialbaumeister Hellner aus Hannover entworfen wurde.
  • Nahe der Kirche befindet sich die Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges.
  • Unweit davon liegt ein Findling, der dem Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges dient.
  • Auf dem Kirchengelände findet sich das historische Pfarrbackhaus.
  • Der unter Denkmalschutz stehende Alte Friedhof in Brelingen wurde 1846 angelegt. Der Abriss seiner Kapelle, die am heutigen Eingang stand, erfolgte 1964. In dieser Zeit fanden auch die letzten Bestattungen statt.
  • Der Skulpturenweg Bewegte Steine ist ein 5,5 km langer Rundweg auf der Ostseite der Brelinger Berge. Der Weg ist gleichzeitig ein geologischer Erlebnispfad und die elf Skulpturen geben Auskunft über die Eiszeit und mit ihr verbundenen Phänomene.
  • Um die Entstehung der Brelinger Berge rankt sich folgende Legende: Vor langer Zeit hätten dort zwei Riesen miteinander gekämpft. Sie bewarfen sich mit Felsen bis einer von ihnen zu Fall kam und unter diesen Steinen beerdigt wurde. Aus diesem Hügelgrab entstanden die Brelinger Berge. Es wird sich auch erzählt, dass zwei Riesen sich besuchen wollten. Der eine machte sich auf den Weg zum Deister und als er durch die sandige Wedemark schlenderte, war sein Stiefel bald voller Sand. Er machte Halt, um seinen Stiefel zu leeren. Und als er den Sand aus seinem Stiefel kippte, da blieb im Brelinger Wald ein Hügel zurück, der Brelinger Berg.
  • Motorsport: In den 1980er Jahren fanden Motorrad-Grasbahnrennen auf dem Wedemark-Ring in Brelingen statt.
  • Lokale Spezialitäten sind das beliebte Lokalgetränk „Brelinger Löschwasser“, der „Brelinger Korn“ und die Brelinger Bratwurst.

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Brelingen gibt es eine Grundschule und einen Kindergarten, Hort und Kinderkrippe. Es gibt einen Supermarkt, einen Getränkemarkt, einen Klavierladen und ein Restaurant. Seit 2004 betreibt das Dorf in Eigenverwaltung das Dorfgemeinschaftshaus „Brelinger Mitte“[4]. In dem ehemaligen Gasthof finden jährlich zahlreiche Veranstaltungen statt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kulturgeschichtliche Arbeitsgemeinschaft Brelingen/Oegenbostel: Bredanlagu, Aingaburstalde: 1000 Jahre Geschichte der Dörfer Brelingen und Oegenbostel, 1990

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brelingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 221.
  2. Kirchliches Amtsblatt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers 1/2011, S. 65
  3. Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985
  4. Brelinger Mitte | Brelinger Mitte. Abgerufen am 26. Januar 2017 (deutsch).