Brungershausen

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Brungershausen
Gemeinde Lahntal
Koordinaten: 50° 52′ 2″ N, 8° 38′ 1″ O
Höhe: 234 (233–245) m ü. NHN
Fläche: 2,65 km²[1]
Einwohner: 87 (30. Jun. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35094
Vorwahl: 06420

Brungershausen ist der kleinste Ortsteil von Lahntal, einer Gemeinde im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wichtelhäuser

Der Ort liegt im westlichen Gemeindeteil am Fuße des 314 m hohen „Großen Heimbergkopfes“. Südlich des Dorfes führen die Bundesstraße 62 und die Landesstraße 3092 vorbei. In Ortsnähe verläuft der Lahntal-Radweg. Am Ortsrand ist eine Felsgruppe zu sehen, die Wichtelhäuser genannt wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem 8. Jahrhundert datieren die Überreste des Burgstalls Brungershausen. Der spätere Oberbefehlshaber der Rheinarmee, Nikolaus von Luckner, befehligte im Siebenjährigen Krieg von der Luckner-Schanze bei Brungershausen aus eine wesentliche Schlacht. Am 1. Juli 1974 wurde der Ort im Rahmen der Gebietsreform in Hessen in die Gemeinde Lahntal eingegliedert.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Brungershausen unterstand im Überblick:[4][5]

Gerichte seit 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Nun waren Justizämter für die erstinstanzliche Rechtsprechung zuständig, die Verwaltung wurde von Landkreisen übernommen. Der Kreis Marburg war für die Verwaltung und das Justizamt Wetter war als Gericht in erster Instanz für Brungershausen zuständig. Das Oberste Gericht war das Oberappellationsgericht in Kassel. Untergeordnet war das Obergericht Marburg für die Provinz Oberhessen. Es war die zweite Instanz für die Justizämter.[9]

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen wurde das Justizamt Wetter 1867 zum königlich Preußischen Amtsgericht Wetter. Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung in den zum vormaligen Kurfürstentum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.[10] Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Wetter. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Marburg und das Appellationsgericht Kassel.[11]

Auch mit dem In-Kraft-Treten des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) 1877 blieb das Amtsgericht bestehen. 1943 wurde dass Amtsgericht Zweigstelle des Amtsgerichts Marburg und 1946 wurde auch die Zweigstelle geschlossen. Der Bezirk des Amtsgerichts Wetter ging im Bezirk des Amtsgerichts Marburg auf.

In der Bundesrepublik Deutschland sind die Übergeordneten Instanzen das Landgericht Marburg, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1967 sind:[5]

1577: 2 Hausgesesse
1680: 2 Hausgesesse
1767: 6 Haushalte mit 49 Einwohnern.
1838: 60 Einwohner (4 nutzungsberechtigte, 3 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 3 Beisassen). Familien: 5 Ackerbau, 2 Gewerbe.
1861: alle Einwohner evangelisch -lutherisch.
1961: 62 evangelische, 6 römisch-katholische Einwohner. Erwerbspersonen: 31 Land- und Forstwirtschaft, 3 Produzierendes Gewerbe, 3 Dienstleistungen und Sonstiges.
Brungershausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr  Einwohner
1834
  
59
1840
  
66
1846
  
67
1852
  
73
1858
  
62
1864
  
70
1871
  
73
1875
  
79
1885
  
83
1895
  
71
1905
  
70
1910
  
66
1925
  
71
1939
  
73
1946
  
114
1950
  
110
1956
  
94
1961
  
68
1967
  
77
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationen zum Ort im Internetauftritt der Gemeinde Lahntal. Archiviert vom Original am 16. Januar 2016; abgerufen am 15. Januar 2016.
  2. Lahntal in Zahlen im Internetauftritt der Gemeinde Lahntal. Archiviert vom Original am 27. Januar 2016; abgerufen am 15. Januar 2016.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 404.
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. a b Brungershausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 10. Februar 2017)
  6. Georg Landau: Beschreibung des Kurfürstenthums Hessen. T. Fischer, Kassel 1842, S. 370 (online bei HathiTrust’s digital library).
  7. Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 107 (online bei Google Books).
  8. Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August., (kurhessGS 1821) S. 223–224.
  9. Neueste Kunde von Meklenburg/ Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library).
  10. Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)
  11. Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]