Brusendorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Brusendorf
Koordinaten: 52° 18′ 32″ N, 13° 30′ 44″ O
Höhe: 42 m
Einwohner: 394 (31. Dez. 2014)
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15749
Vorwahl: 033764
Brusendorf, Blick über einen der beiden Dorfteiche

Brusendorf, ein märkisches Dorf, ist ein Ortsteil der Stadt Mittenwalde im Landkreis Dahme-Spreewald im Bundesland Brandenburg der Bundesrepublik Deutschland. Zu Brusendorf gehört der Gemeindeteil Boddinsfelde.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brusendorf liegt vor der südöstlichen Stadtgrenze von Berlin und ist von dort über die Bundesautobahnen 113 und 13 zu erreichen, die erste Abfahrt (Ragow) nach dem Autobahnkreuz Schönefeld sowie über die 10 (Abfahrt Rangsdorf). Nördlich des Ortes liegt Schönefeld, westlich grenzt es an Rangsdorf und östlich liegt Königs Wusterhausen. Direkt nordöstlich vom Dorf befindet sich das Autobahnkreuz Schönefeld.

Geschichte und Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

14. Jahrhundert bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brusendorf wurde erstmals im Jahr 1375[1] im Landbuch Karls IV. erwähnt. Der Name wird vom slawischen Personennamen Brus abgeleitet, d. h. das „Dorf des Brus“[2]. Es war zu dieser Zeit 50 Hufe groß, wobei dem Pfarrer drei Freihufe und dem Schultheiß vier Freihufen zustanden. Als Eigentümer ist ein Peter Rode überliefert. Die Bewohner betrieben seit jeher vorzugsweise Landwirtschaft. So entstanden mehrere große Bauernhöfe sowie ein Rittergut Badewitz. Die zinspflichtigen Hufen mussten neun Scheffel Roggen und Hafer, zwei Scheffel Gerste, ein Viertel Erbsen an Pacht abgeben. Im Ort lebten weiterhin acht Kötter, die jeweils einen Schilling an die Bauern bezahlen mussten. Es bestand weiterhin ein Krugrecht sowie eine Mühle, die einen Wispel Roggen an das Benediktinerinnenkloster Spandau entrichten mussten. Die Einwohner errichteten Anfand es 14. Jahrhunderts aus Feldsteinen die Dorfkirche. Nach dem Tod Rodes fiel der Ort wieder in den Besitz der Mark Brandenburg. Dort blieb es jedoch nicht lange, sondern wurde bereits 1417 als Pfand für 180 Schock an Günter Barut und seine Frau verpfändet. Von dort gelangte es über den Markgrafen Johann für 350 Schock an Friedrich Wilmersdorf und Hans von Otterstedt, dessen Familie den Ort ab 1480 vollständig besaß. Die Einkünfte dürften jedoch nicht sehr hoch gewesen sein, denn zu dieser Zeit waren über 30 Hufe wüst. Außerdem wechselte der Ort in den darauffolgenden Jahrzehnten erneut die Besitzer. 1785 musste der letzte derer von Otterstedt, Joachim Ernst, den Ort an den Landrat Alexander Gustav von der Liepe aus finanziellen Gründen verkaufen. Wenige Jahre später ging er 1798 an Bogislaw von Preuß über, der den Ort wiederum um 1800 an Nikolaus von Pesters veräußerte.

19. bis 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1871 ließ die Kirchengemeinde den Sakralbau restaurieren, vergrößerte dabei unter anderem die Fenster und ließ den Kirchturm abreißen. 1900 eröffnete ein Bahnhof, der an die Strecke der Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn angebunden war. 1908 entstand mit Boddinsfelde eine zunächst eigenständige Gemeinde. In der Zeit des Nationalsozialismus in den Jahren 1934 und 1935 wurde das Rittergut zu Gunsten 16 einzelner Höfe aufgelöst. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges montierten Arbeiter einen Teil der Bahnstrecke als Reparation zunächst wieder ab. Nach der Teilung Berlins erhielt sie als Umfahrung West-Berlins jedoch wieder eine höhere Bedeutung und wurde 1950 wieder in Betrieb genommen. Dennoch wurde der Personenverkehr in Brusendorf ein Jahr später eingestellt. Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Boddinsfelde eingegliedert. Nach der Wende entstanden im Ort einige kleinere und mittelständische Unternehmen. Brusendorf wurde am 26. Oktober 2003 nach Mittenwalde eingemeindet.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche Brusendorf

Kultur und Vereinswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Osterfeuer und Hoffest im Gutshof
  • Im Ort ist eine Freiwillige Feuerwehr aktiv.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brusendorf, Webseite der Stadt Mittenwalde, abgerufen am 20. Juni 2017.
  2. Dorfkirche Brusendorf, Webseite Mittelalterliche Dorfkirchen im Teltow (Brandenburg) von Theo Engeser und Konstanze Stehr, abgerufen am 20. Juni 2017.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brusendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien