Kiekebusch (Schönefeld)

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Kiekebusch
Gemeinde Schönefeld
Wappen von Kiekebusch
Koordinaten: 52° 20′ 43″ N, 13° 33′ 0″ O
Höhe: 39 m
Fläche: 10,86 km²
Einwohner: 208 (2015)
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner/km²
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 12529
Vorwahl: 030

Kiekebusch ist ein Ortsteil der Gemeinde Schönefeld in Brandenburg. Der Ort liegt südöstlich von Berlin im Landkreis Dahme-Spreewald. Kiekebusch liegt direkt an der A 113, nördlich vom Autobahnkreuz Schönefeld. Westlich von Kiekebusch liegt Selchow, nördlich liegt Waltersdorf, südlich liegt Mittenwalde und östlich liegen Schulzendorf und Zeuthen.

Die ehemalige Gemeinde und heutige Gemarkung schließt den bewohnten Gemeindeteil Karlshof ein.

Geschichte und Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

14. bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche

Über die genaue Entstehung des Ortsnamens liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Gemeinde gibt an, dass die Bezeichnung von der Lage des Busches herzuleiten sei. Sie führt dies unter anderem darauf zurück, dass eine Niederung am Flutgraben diese Bezeichnung trägt.

Zur Siedlungsgeschichte liegen bislang ebenfalls keine detaillierten Untersuchungen vor. 1373 besaß Richard von Dame den Ort, der ihn an Henning von Reichenbach veräußerte. Eine erste urkundliche Erwähnung findet sich daher wie in vielen vergleichbaren Fällen erst im Landbuch Karls IV. im Jahr 1375. Es war zu dieser Zeit 42 Hufe groß, von denen fünf dem Schultheiß und drei dem Pfarrer zustanden. Wie viele Bauern die Gemarkung bewirtschafteten, ist nicht bekannt. Ihnen arbeiteten sieben Kötter zu. Das Kirchenpatronat lag zu dieser Zeit bei deren von Reichenbach. Auf deren Initiative hin entstand im 14. Jahrhundert die Feldsteinkirche. 1493 belehnte Friedrich III. die Gebrüder Otto und Heinrich von Hacke mit dem Ort. Ausweislich eines Schlosskatasters, einem Steuer- und Abgabenregister, teilten sie sich den Ort mit einem Herrn Mußlow, der in Glienicke ansässig war. Dieser Zustand änderte sich erst im 16. Jahrhundert, als die von Hacke die alleinige Herrschaft über den Ort und ein mittlerweile errichtetes Vorwerk besaßen. Zum Ende des 16. Jahrhunderts kamen zwei Bauerngüter hinzu, aus denen zu einem späteren Zeitpunkt ein Rittergut wurde. In einem Schlosskataster aus dem Jahr 1624 wurden 11 Hufner genannt, die Pacht und Zins zahlen mussten. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort schwer verwüstet; 1651 lebten lediglich noch drei Bauern im Ort. Der Wiederaufbau muss jedoch zügig vorangegangen sein, denn bereits 1671 waren neun Hüfner und fünf Kötter ansässig. In den Jahren 1693 und 1694 vergrößerten Handwerker die Kirche, die 1718 um einen Kirchturm erweitert wurde. 1683 eröffnete die erste Schule im Ort. Die Familie von Hacke verkaufte das Rittergut um 1650 an Hans Christoph von Beeren, dessen Nachkommen es bis 1727 besaßen. In diesem Jahr kaufte es Friedrich Wilhelm I. und ließ es vom Amt Rotzis in die Herrschaft Königs Wusterhausen eingliedern.

19. bis 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. August 1842 brannten das Rittergut sowie ein Teil des Ortes ab. Während die Häuser wiederaufgebaut wurden, verfiel das Gutshaus. 1860 kam der Ort unter die Verwaltung der Domäne Karlshof.[1] Der Ort wird im 21. Jahrhundert nach wie vor von der Landwirtschaft geprägt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat und Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kiekebusch gibt es einen Ortsbeirat bestehend aus fünf Personen. Der Ortsvorsteher ist Robert Rust.[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein rot-bordiertes silbernes Stützbogenhochkreuz, belegt mit einem roten Fadenkreuz, der untere Längsbalken überdeckt von einem grünen Busch.“

Während das Kreuz die Lage der Ortschaft am Schönefelder Kreuz versinnbildlichen soll, das eine der wichtigsten Autobahnverbindungen im Südosten Berlins darstellt, verweist der grüne Busch als redendes Element auf den Ortsnamen.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfkirche Kiekebusch entstand vermutlich im 14. Jahrhundert und wurde in den Jahren 1693 und 1694 nach Süden hin durch den Anbau einer Patronatsloge erweitert. Im Kircheninneren steht unter anderem ein Altar aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.[3]

Eine weitere Besonderheit von Kiekebusch ist sein Tierfriedhof.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Grund der Lage zum Flughafen Schönefeld sowie der Bundesautobahn 113 eröffnete die Gemeinde Anfang der 2010er Jahre den Gewerbepark Schönefelder Kreuz. Dort sind mehrere Unternehmen und Gewerbetreibende ansässig.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chronik des Ortsteils Kiekebusch, Webseite der Gemeinde Schönefeld, abgerufen am 27. Juni 2017.
  2. Ortsbeirat Schönefeld, Bürgerinformationssystem Schönefeld, abgerufen am 27. Juni 2017.
  3. Georg Dehio (Bearb. Gerhard Vinken u. a.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Brandenburg. Deutscher Kunstverlag, München/ Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4.