Bundesplatz (Berlin)

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Bundesplatz
Coat of arms of Berlin.svg
Platz in Berlin
Bundesplatz
Bundesplatz in Höhe Wexstraße
(Blickrichtung nach Nordosten)
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Wilmersdorf
Angelegt 1875
Einmündende Straßen
Bundesallee,
Wexstraße,
Detmolder Straße,
Mainzer Straße,
Tübinger Straße
Nutzung
Nutzergruppen Fußgänger, Radfahrer, Straßenverkehr, ÖPNV

Der Bundesplatz ist ein Verkehrsknotenpunkt im Süden des Berliner Ortsteils Wilmersdorf (Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf) und Mittelpunkt des Kiezes an der Grenze zum Ortsteil Friedenau (Bezirk Tempelhof-Schöneberg).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Platz wurde 1875 als Straßburger Platz angelegt. Auf ihm kreuzte die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Kaiserallee (heute: Bundesallee) die in West-Ost-Verbindung verlaufende Margarethenstraße (heute: Detmolder Straße und Wexstraße).

Figur Winzerin von Friedrich Drake

Am 16. März 1888 wurde er nach dem eine Woche zuvor verstorbenen Kaiser Wilhelm I. in Kaiserplatz umbenannt. Als Mittelpunkt des sich in der Folge entwickelnden Kaiserplatzviertels bezogen sich auch alle umliegenden Straßennamen auf Wilhelm I.

Im Jahr 1909 ließ die Gemeindeverwaltung die Mittelfläche des Platzes parkähnlich mit Springbrunnen und Beeten gestalten. Die aus Kunststein geschlagenen Statue Die Winzerin wurde 1910 aufgestellt; sie ist nach neuesten Forschungen die Kopie eines Werkes von Friedrich Drake aus dem Jahr 1834. Die Figur überdauerte die Zeitläufte und sorgt im 21. Jahrhundert für Streit bei der Bezirksverwaltung, weil sie auf den Rüdesheimer Platz versetzt werden soll.[1]

Als Zeichen der Zugehörigkeit Berlins zur Bundesrepublik erhielt der Platz 1950 den heutigen Namen. Dies erfolgte gleichzeitig mit der Umbenennung der Kaiserallee in Bundesallee anlässlich der Einweihung des dortigen Bundeshauses.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1960er Jahren trug der Platz wegen jahrelanger Bauarbeiten den scherzhaften Beinamen „Buddelplatz“: Parallel zur Ringbahntrasse wurde die Stadtautobahn angelegt. Die Anschlussstellen 15 (Detmolder Straße) und 16 (Wexstraße) sowie 17 (Innsbrucker Platz – Westseite) liegen jeweils wenige hundert Meter westlich bzw. östlich.

Im Zuge der Bundesallee wurde der je Fahrtrichtung zweistreifige Tunnel am Bundesplatz angelegt, der die Kreuzungen mit der Detmolder Straße und der Wexstraße sowie (etwas weiter südlich) die Einmündung des Südwestkorsos unterquert, um Autofahrern ein schnelles Durchqueren des Gebietes zu ermöglichen. Durch die Nordeinfahrt des Tunnels musste der Park auf der Mittelinsel größtenteils aufgegeben werden.

Südlich des Platzes liegt der gleichnamige Bahnhof der U- und S-Bahn.

Kultur und Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesplatz-Studio, im Programm unter anderem der Film Berlin – Ecke Bundesplatz

Das Haus Bundesplatz 14 beherbergt seit 1913 ein Kino. Es trug zunächst den Namen Lichtspiele Kaiserplatz, nach der Umbenennung des Platzes dann Bundesplatz-Lichtspiele und bis August 2011 Bundesplatz-Studio. Es ist ein Arthouse-Kino, in dem für bis zu 100 Zuschauer Qualitätsfilme gezeigt werden, nachdem sie in den größeren Häusern durch neue Streifen abgelöst wurden.

Bronzeskulptur Phönix

Am 22. Oktober 2011 eröffnete das Kino nach einem Betreiberwechsel und umfangreichen Renovierungsmaßnahmen seine Pforten unter dem Namen Bundesplatz-Kino. Neben den Arthaus-Filmen werden zahlreiche historische Filme gezeigt, vor allem aus dem Nachkriegsdeutschland.

Von 1986 bis 2012 entstand die Langzeitdokumentation Berlin – Ecke Bundesplatz, bei der die Dokumentarfilmer Detlef Gumm und Hans-Georg Ullrich Menschen aus dem Kiez durch ihren Alltag begleiteten. Filme der Dokumentation wurden seit 2001 mehrfach im Fernsehen[2] sowie auf der Berlinale[3] gezeigt und von Kritikern hoch gelobt.

An der Südseite des Platzes steht die übermannsgroße Bronzeskulptur Phönix, die aus dem Atelier von Bernd Wilhelm Blank stammt. Sie ist das Ergebnis eines Gestaltungswettbewerbs anlässlich der Umbenennung des Platzes und wurde 1968 hier aufgestellt. Sie soll den Neubeginn nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs („wie Phönix aus der Asche“) symbolisieren.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesplatz (Berlin-Wilmersdorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Winzerin erhält Unterstützung auf www.initiative-bundesplatz.de von 2010; abgerufen am 12. September 2014.
  2. Fernsehsendungen liefen in den Jahren 2001, 2004, 2009 und 2013 auf dem Sender 3sat, 2013 auch auf WDR Fernsehen und RBB
  3. Filmvorführungen auf der Berlinale 2009 und 2013, Details über Link zu Berlinale-Homepage
  4. Phoenix auf www.berlin.de

Koordinaten: 52° 28′ 44″ N, 13° 19′ 41″ O