Burschenschaft Teutonia Jena
| Burschenschaft Teutonia Jena | ||||||
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| Basisdaten | ||||||
| Hochschule/n: | Friedrich-Schiller-Universität Jena Ernst-Abbe-Hochschule Jena | |||||
| Gründung: | 12. Juni 1815[1] | |||||
| Stiftungsdatum: | 28. Februar 1845[2] | |||||
| Korporationsverband: | Süddeutsches Kartell | |||||
| Farben: | ||||||
| Art des Bundes: | Männerbund | |||||
| Stellung zur Mensur: | schlagend | |||||
| Wahlspruch: | Ehre, Freiheit, Vaterland! | |||||
| Website: | www.teutonia-jena.de | |||||
Die Burschenschaft Teutonia Jena, zwischen 1949 und 1992 Burschenschaft Teutonia zu Jena in Berlin, zählt zu der am 12. Juni 1815 in Jena gegründeten Urburschenschaft, die den Grundstein für alle Burschenschaften im deutschsprachigen Raum legte. Sie vereint heute aktive und ehemalige Studierende der Friedrich-Schiller-Universität Jena in einem Freundschafts- und Lebensbund.
Die traditionsreiche Studentenverbindung steht zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und lehnt eine konfessionelle oder parteipolitische Linie sowie Rechts- als auch Linksextremismus ab.
Gründung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geprägt von dem Leitspruch Ehre, Freiheit, Vaterland gründeten am 12. Juni 1815 Studenten der Universität Jena die erste Burschenschaft im deutschsprachigen Raum. Diese später sogenannten Urburschenschafter hatten an den Befreiungskriegen teilgenommen und forderten nach ihrer Rückkehr liberale Reformen, insbesondere Verfassungen, Bürgerrechte und Rechtsstaatlichkeit. Zentrale Ziele der Studenten waren zum einen das Ideal einer übergreifenden studentischen Gemeinschaft (die Burschenschaft sollte alle deutschen Studenten miteinander verbinden) und zum anderen ein freies, einheitliches und modernes Deutschland.
Auf Einladung der Jenaer Burschenschaft manifestierten am 18. Oktober 1817 über 500 Studenten aus ganz Deutschland auf dem Wartburgfest erstmals öffentlichkeitswirksam ihre Forderungen und gingen damit bewusst in Opposition zur Politik der deutschen Kleinstaaterei. Nach dem Hambacher Fest (1832) und insbesondere dem missglückten Frankfurter Wachensturm (1833) kam es zu Verboten, Verfolgungen, Verhaftungen, und Verurteilungen zu langjährigen Haftstrafen.
Dies führte zu Richtungskämpfen innerhalb der Jenaer Burschenschaft, die sich 1840 in die Burschenschaft auf dem Fürstenkeller und die Burschenschaft auf dem Burgkeller spaltete. Aus diesen beiden Studentenverbindungen gingen letztlich 1845 die Teutonia Jena und 1846 die Germania Jena sowie die Arminia Jena hervor. Die Mitglieder der Teutonia setzten sich fast ausschließlich aus Mitgliedern der Burgkeller-Burschenschaft zusammen, deren letzter Vorsitzender erster Senior der Teutonia wurde.[3]
Nichtsdestotrotz spielten die Jenenser Burschenschaften während der Revolution 1848/49 eine gemeinsame und zentrale Rolle, indem sie als Vorreiter für nationale Einheit, Freiheit und eine demokratische Verfassung kämpften. Insgesamt saßen 163 Burschenschafter in der Frankfurter Nationalversammlung. Auch später arbeiteten die Jenaer Burschenschaften zusammen. Unter anderem gründeten am 22. Juni 1870 die Jenenser Armenia, Germania und Teutonia den Jenenser Deputierten-Convent (kurz Jenenser DC), der eine gemeinsame Studentenvertretung an der Salana darstellte.[3] (Salana, Akronym von Saale, lateinisch Sala, und Jena, ist eine früher oft verwendete synonyme Bezeichnung der Universität Jena.[4])
Jüdische Mitglieder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Verfassung der Jenaischen Urburschenschaft von 1815 waren Juden nicht ausgeschlossen. Auf den folgenden Burschentagen, an denen verschiedene Verbindungen aus ganz Deutschland teilnahmen, stimmte die Mehrheit hingegen dafür, nur „Deutsche von Geburt und nur Bekenner der christlichen Religion“ als Mitglied einer Burschenschaft aufzunehmen. Wiederum fassten die Abgeordneten im Jahr 1818 auf dem Burschentag in Jena den Mehrheitsbeschluss, jeder Burschenschaft es selbst zu überlassen, Juden aufzunehmen. Jedoch führten die maßgeblich gegen Studentenverbindungen gerichteten Karlsbader Beschlüsse auf dem Burschentag 1820 in Dresden zu der einstimmig gefassten Resolution, künftig keine Ausländer und Juden mehr in Verbindungen zu integrieren.[5]
Hinwieder bewirkte die sogenannte Demagogenverfolgung spätestens Anfang der 1830er-Jahre eine Entpolitisierung der Burschenschaften, verbunden mit einer Rückbesinnung auf die urburschenschaftliche Gleichheit aller Studenten.[5] Auf dem Frankfurter Burschentag 1831 beschlossen die Teilnehmer, in der Satzung die Forderung einer „christlich-deutschen Mitgliedschaft“ in die Forderung einer „deutschen Mitgliedschaft“ umzuwandeln. Damit stand der Aufnahme von Juden nichts mehr im Wege.[6]
In den folgenden 50 Jahren waren mit Ausnahme der katholischen Verbindungen in sämtlichen Burschenschaften jüdische Bundesbrüder vertreten. Bis zum Anfang der 1880er-Jahre wurde beim Keilen (Werben von neuen Mitgliedern für eine Verbindung) überhaupt nicht gefragt, welcher Religion jemand angehört. Erst mit Gründung der Vereine deutscher Studenten, die sich im Zuge des Berliner Antisemitismusstreits auf den deutschen Universitäten ausbreiteten, begannen einzelne Verbindungen Juden kategorisch auszuschließen.[6]
Auch in Jena unterschrieben viele Studenten und Professoren die Antisemitenpetition an den Reichskanzler. Nur zwei Jenenser Verbindungen widersetzten sich geschlossen diesen Forderungen: die Arminen und die Teutonia. Beide Burschenschaften versuchten jede Auseinandersetzung mit der sogenannten Judenfrage zu vermeiden. Innerhalb des Deputierten-Convents konnte sich jedoch sukzessive – von Semester zu Semester – eine wachsende antisemitische Mehrheit in der Aktivitas sowie unter den Alten Herren etablieren.[7]
Mehrere Vertreter des Jenenser Deputierten-Convents hatten seit Ende der 1870er-Jahre eine antisemitische Richtung eingeschlagen. Als beispielsweise zum Sommersemester 1881 der jüdische Heidelberger Allemanne Otto Lubarsch nach Jena wechselte, soll ihm die Teutonia ihr Band zunächst verweigert haben, weil der Jenenser Deputierten-Convent einen Ausschluss von Juden beschlossen hatte. Erst nachdem sich Proteste aus der eigenen Altherrenschaft und dem verbündeten Süddeutschen Kartell dagegen erhoben, revidierte die Teutonia ihre Zustimmung zum Beschluss des Jenenser DC.[8]
Letztlich war es der Allgemeine Deputierten-Convent, der 1886 in Eisenach beschloss, dass fortan in keiner deutschen Burschenschaft Juden aufgenommen werden sollen.[5] Dementsprechend existierten, abgesehen von rein jüdischen Studentenverbindungen, gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf deutschen Hochschulen keine Burschenschaften mehr, die Juden aufnahmen.[6]
Kaiserzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Während sich viele Burschenschaften nach der Reichsgründung (1871) von einer revolutionären zu einer eher staatstragenden Kraft wandelten, versuchte die Teutonia Jena im Deutschen Kaiserreich an den ursprünglichen Idealen der Urburschenschaft festzuhalten. Der Studentenhistoriker und Schriftleiter der Deutschen Hochschulzeitung Alfred Otto von Terzi kam in verschiedenen Studien zu dem Ergebnis, dass die Burschenschaften allerdings auch in der Kaiserzeit zu keinem Zeitpunkt eine politisch homogene Gruppe bildeten. Über die Teutonia Jena hielt er fest (Fragmente):
„Die Teutonen: Sie vertreten eine den Corps am nächst stehende Richtung, indem sie von ihren Mitgliedern Charakterfestigkeit, Persönlichkeitsbildung und forsches, selbstbewusstes Auftreten verlangen. Sie setzen sich selbst ein straffes studentisches Arbeitsprogramm, pflegen eine völlig unpolitische Richtung, fordern aber trotzdem auch politisches Interesse.“[9]
Obwohl Bildungsarbeit seit der Kaiserzeit im Vordergrund des Gemeinschaftslebens der pflichtschlagenden Verbindung steht, prägte insbesondere diese Epoche das studentische Leben der Teutonia mit eigenen Insignien wie Wappen und Zirkel, dem öffentlichen Auftreten in Mütze und Band sowie Pauktagen und besonderen Feiern wie den Kneipen und Stiftungsfesten.
Ein bedeutsames Ereignis war das 20. Stiftungsfest, das an vier Tagen vom 9. bis 12. August 1865 mit über 150 Gästen befreundeter Burschenschaften aus Erlangen, Göttingen, Heidelberg, Kiel und Tübingen nebst Kommers, Katerfrühstück und Feuerwerk stattfand. Höhepunkt war ein kostümierter Festumzug mit 30 Wagen, 150 Pferden und zwei Spielmannszügen. Der Zug bewegte sich durch ganz Jena zum Bierstaat Ziegenhain.[10] Von der Parade fertigte Andreas Villers einen Holzstich mit dem Titel „Auszug nach Ziegenhain zum zwanzigsten Stiftungsfest der Burschenschaft Teutonia in Jena“ an, wovon Abzüge noch heute in Antiquariaten erhältlich sind.[11]
Von den Umzügen zur Bierrepublik Ziegenhain berichtete bereits Die Gartenlaube in einer Ausgabe von 1858, in der sie die Geselligkeit der Teutonen, aber auch ihre Empathie lobte, weil sie für einen anwesenden Vater aus einer Gemeinde in Schleswig, der seinen Sohn während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung verloren hatte, spontan „Schleswig-Holstein meerumschlungen“ anstimmten.[12] Völlig anders betrachtete 1895 Das Vaterland den Brauch der Burschenschafter. Diese klerikale deutschenfeindliche österreichische Tageszeitung titelte „Flegelei oder Religionsverspottung?“ und fuhr fort (Fragmente):
„In dem altberühmten Bierdorf Ziegenhain regiert seit ein und einem halben Jahrhundert das gewaltige Geschlecht der Teutonen, die am Ende jedes Semesters Hoftag abhalten, in dem sie in hitzigen Bierturnieren gegen die alten Widersacher des Reiches, Papst Pius samt dessen geistlicher Gefolgschaft, ankämpfen. […] Verkleidete Kapuzinermönche verteilen hinterher Ablasszettel in Gestalt von Bierbons. Das ist deutsche Bildung!“[13]
Ein Foto einer Waldkneipe in Ziegenhain mit rund 40 Teutonen nebst Couleurhund ist im Jahrbuch der Deutschen Burschenschaft von 1904 enthalten.[14] Ein weiteres schon damals praktiziertes Ritual war das Bierduell, das allerdings nicht selten mit Strafen endete. Klassiker in den Akten der Universitätsleitung Jena sind:[15]
- Disziplinaruntersuchung wegen vorgekommener Beleidigungen zwischen Teutonen und Burgkellereranen (Arminia).
- Disziplinarstrafsache gegen Mitglied der Teutonia wegen Beleidigung eines akademischen Lehrers.
- Disziplinarstrafsache gegen Mitglied der Teutonia, wegen Unfugs am Karzer (Leuten der Karzerglocke).
- Untersuchung gegen Mitglieder der Burschenschaft Teutonia wegen ausstehender Zahlungen bei Gastwirten.
- Disziplinarstrafsache gegen die Burschenschaften Arminia, Germania, Teutonia wegen Unfugs am Johann-Friedrich-Denkmal.
- Disziplinarstrafsache gegen den hiesigen D. C. (Teutonia) wegen eines Aufzuges mit Musik durch die Stadt ohne Erlaubnis der Behörden.
- Vorladung des Sprechers der Burschenschaft Teutonia wegen erneuten Unfugs am Johann-Friedrich-Denkmal (Begießen des Denkmal-Sockels mit Bier).
Im Sommersemester 1906 waren 193 studierende Burschenschafter an der Universität Jena eingeschrieben, davon entfielen 88 auf die Teutonia.[16]
Erster Weltkrieg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis zum Ersten Weltkrieg waren an deutschen Universitäten nahezu alle Studenten in irgendeiner Weise in Verbindungen aktiv oder mit diesen verbunden. Das Bundesleben gestaltete sich während des Kriegs schwierig, jedoch blieben Deutschlands Universitäten geöffnet, obwohl etwa zwei Drittel der immatrikulierten Studenten eine Einberufung erhielten.[17] Bis November 1915 zogen 227 Jenenser Teutonen (Aktive, Inaktive und Alte Herren) freiwillig ins Feld.[18] Ein Jahr später waren bereits 41 gefallen.[19]
Daheim gebliebene Bundesbrüder versuchten auf andere Art und Weise einen Anteil zu leisten, sei es durch die Einrichtung von Lazaretten, in der Verwundetenpflege oder der Flüchtlings- und Hinterbliebenenfürsorge. Insgesamt starben im Ersten Weltkrieg 74 Mitglieder der Teutonia.
Weimarer Republik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von 1924 bis 1932 erschien monatlich die Teutonenzeitung. Zeitung der Burschenschaft Teutonia zu Jena. Gedruckt in der Universitätsbuchdruckerei Gustav Neuenhahn Jena, stellt dieses Periodikum ein wichtiges Zeitdokument in der Historie und Entwicklung der Burschenschaft Teutonia Jena vor 1933 dar.[20]
Junge Akademiker waren in der Weimarer Republik besonders von Arbeitslosigkeit betroffen. Primäre Ursache war die steigende Anzahl der Studierenden, die sich zwischen 1920 und 1930 verdoppelte. Der Anstieg war auf mehrere Faktoren zurückzuführen, darunter die Aufnahme von vielen Kriegsteilnehmern des Ersten Weltkriegs, die ihr Studium nachholten, die Umstellung der Wirtschaft auf Friedensproduktion, die Zulassung von Frauen zum Studium.[21]
Der Alltag der Studenten war von einer äußerst desolaten wirtschaftlichen und finanziellen Lage gekennzeichnet. Es fehlte an Wohnraum, das Angebot blieb bei steigenden Studentenzahlen ungefähr gleich mit der Folge, dass die Mieten stiegen. Auch die Ernährungssituation war derart miserabel, dass sich in Teilen der unterernährten Studentenschaft tuberkulöse Erkrankungen ausbreiteten. Infolge der Hyperinflation 1923 verloren Eltern nicht selten sämtliche Ersparnisse, was viele Studenten zu zusätzlichen Arbeiten zwang, um ihr Studium fortsetzen zu können. Für diese wurde der Begriff Werkstudenten als offizielle Bezeichnung eingeführt. 1921 gab es rund 10.000 Werkstudenten, 1923 bereits 64.000. Der Status verlor allerdings Ende der 1920er Jahre vollends an Bedeutung, da die Arbeitslosenzahlen rapide angestiegen und für Studenten keinerlei Nebenjobs erhältlich waren.[22][23]
Studentenverbindungen übten zu dieser Zeit eine enorme Anziehungskraft aus. Beziehungen zu Alten Herren gewannen an Attraktivität und stellten eine wichtige soziale Versorgungsfunktion dar. Burschenschaften waren beliebt wie nie zuvor. Die Anzahl der Burschenschafter unter den Studenten erreichte Anfang der 1930er Jahre ihren Höhepunkt. Es gab 49 Dachverbände mit mehr als 1500 studentischen Verbindungen.[17]
Im Wintersemester 1930/31 bestand die Teutonia aus 29 Aktiven, 65 Inaktiven und 395 Alten Herren. Inaktive sind Mitglieder, die ihr Studium abgeschlossen haben oder sich auf das Examen vorbereiten, aber noch nicht offiziell als Alter Herr (berufstätig) gelten. Ursache der vielen Inaktiven war die Weltwirtschaftskrise, die 1929 begann, und die zu einem dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit führte, wovon Jungakademiker besonders stark betroffen waren.[24]
Die Mehrzahl der Mitglieder studentischer Verbindungen war traditionell liberal-konservativ eingestellt.[7] Den kommunistischen und sozialdemokratischen Klassenkampf lehnten viele Studenten ab. So hatte die KPD in ihren Reihen im Vergleich zu anderen Parteien einen äußerst geringen Anteil an Akademikern, da sich ihre Politik primär auf die Interessen der Arbeiterklasse fokussierte. Aber auch die SPD fand bei Studenten wenig Anklang. 1926 wurde der Verband sozialdemokratischer Akademiker gegründet. Das Projekt scheiterte nach vier Jahren, weil es selbst in der SPD keine Sympathien und Anhänger fand. Das gipfelte in Kommentaren sozialdemokratischer Organe, dass es „nichts Überflüssigeres als eine Vereinigung sozialistischer Akademiker gäbe“. Die der SPD nahestehende Monatszeitschrift Die Arbeit riet Intellektuellen, „sie sollen sich als Mägde der Arbeiterklasse betrachten.“ Sowohl bei der KPD wie der SPD herrschte ein tiefes Misstrauen gegenüber den (vermeintlich) gut situierten Bürgersöhnen und -töchtern. Heute besteht unter Historikern Einigkeit, dass von „gut situiert“ bei Studenten, Intellektuellen und Akademikern in der Weimarer Republik überhaupt nicht die Rede sein konnte.[25]
Nahezu zeitgleich mit der Gründung des Verbands sozialdemokratischer Akademiker erfolgte 1926 die Gründung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB), der sich ebenfalls auf Konfrontationskurs zu den vermeintlich „arroganten und überheblichen Verbindungen“ befand. Zwar stimmten nicht wenige Burschenschafter zunehmend in politischer Hinsicht mit den Nationalsozialisten überein, aber da der NSDStB einen Alleinvertretungsanspruch verfolgte, stand er in institutioneller Konkurrenz zu allen Studentenverbindungen.[26]
NS-Zeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten führten Funktionäre des Korporationsverbands Deutsche Burschenschaft das Führerprinzip ein, was einen Widerspruch zur demokratischen Selbstverwaltung der Burschenschaften darstellte. Ein im September 1934 angekündigter Plan sah die Einbeziehung von Studenten in den Reichsarbeitsdienst und die Bildung von sogenannten Wohnkameradschaften unter Führung des NSDStB vor.[27]
Die Teutonia Jena verfügte im Sommersemester 1933 über 35 Aktivitas.[28] Nicht wenige identifizierten sich mit der nationalsozialistischen Weltanschauung, die Mehrheit der Mitglieder tat dies jedoch nachweislich nicht. Mehrere Verbindungen versuchten, sich den nationalsozialistischen Plänen mit aktiver Gegenwehr zu widersetzen.[29] Zu denen gehörte die Teutonia Jena, die am 12. November 1934 aus dem Verband der Deutschen Burschenschaft austrat.[30]
Die Teutonen wurden Mitglied im neu gegründeten Verband Alte Burschenschaft, der Verbindungen vereinigte, die sich gegen die Gleichschaltung und den Einfluss des Nationalsozialismus wehrten. In den folgenden zwölf Monaten waren Mitglieder der Teutonia einem immensen Druck ausgesetzt, sich freiwillig in eine Wohnkameradschaft umzuwandeln. Dabei kam es vielerorts neben verbalen und handgreiflichen Übergriffen zu ausgeprägten Straßenschlachten zwischen Verbindungsstudenten und nationalsozialistischen Kameradschaftsangehörigen.[31] Um einer vollständigen Zerschlagung zu entgehen, löste sich die Burschenschaft Teutonia Jena am 29. November 1935 selbst auf und wandelte sich nicht in eine nationalsozialistische Studentenkameradschaft um.[32]
Ehemalige Teutonen trafen sich dennoch privat in kleinen Runden und versuchten, auf diese Weise das Verbindungsleben aufrechtzuerhalten. Aus den Archivunterlagen der Friedrich-Schiller-Universität geht unter anderem ein Disziplinarstrafverfahren gegen einen studierenden Burschenschafter der Teutonia hervor, dem ein Vergehen gegen das Gesetz zum Schutze von Partei und Staat vorgeworfen wurde, weil er sich in der Öffentlichkeit kritisch über die aufgezwungene Auflösungserklärung der Burschenschaft Teutonia geäußert hatte. Dies war jedoch nicht der einzige Fall: 1936 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Burschenschaft Teutonia, mit dem Vorwurf der unrechtmäßigen Weiterführung der Verbindung.[33]
Die Altherrenvereine – die Eigentümer und Träger der Verbindungshäuser – blieben jedoch zumeist erhalten. Auch die Alten Herren der Teutonia wollten den Zusammenhalt bewahren und schlossen sich zunächst der Altherrenschaft der Kameradschaft Nordschleswig der ehemaligen Kartellburschenschaft Teutonia Kiel an. 1942 gründete der Altherrenverein die eigene Kameradschaft Auf der Tanne in Jena, die jedoch keine Aktivitas aufnahm.[34]
Mitglieder der Teutonia konnten im Zweiten Weltkrieg Opfer als auch Täter sein. Es gab keine einheitliche Haltung. Einzelne beteiligten sich an den Verbrechen der Nationalsozialisten, wie der Jurist Dietrich Allers, der die Aktion T4 koordinierte, der Arzt Werner Fischer-Defoy, eine treibende Kraft antisemitischer Maßnahmen auf kommunaler Ebene, oder Bernhard Baatz, SS-Obersturmbannführer und Führer einer Einsatzgruppe. Andere Mitglieder der Teutonia Jena wurden verfolgt, bespitzelt, verhaftet und gefoltert, wie Ernst Stegmann, erster Bürgermeister von Apolda, oder Erich Kreutz, der sich 1943 das Leben nahm.
Einige Teutonen bewiesen außergewöhnlichen Mut, wie der Mediziner Ewald Meltzer, der die Tötung von geistig Behinderten aus rechtlichen und ethischen Gründen ablehnte. Oder Wilhelm Casper, der 1942 als ziviler Leiter der militärischen Verwaltung auf den besetzten Kanalinseln Juden die Möglichkeit gab, ohne Behinderung nach England zu segeln. Hervorzuheben ist ferner Bruno Radwitz, der Oberbürgermeister von Naumburg, der im April 1945 die Stadt den US-Amerikanern kampflos übergab, womit er Leben und mittelalterliches Weltkulturerbe rettete. Viele Teutonen waren auch im Zweiten Weltkrieg Offiziere, oder einfache Soldaten, die an den Fronten kämpften und wie Millionen andere Deutsche versuchten, zu überleben. 54 Mitglieder fielen im Zweiten Weltkrieg.
Nachkriegszeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Zweiten Weltkrieg war ein Verbindungsleben in Jena nicht mehr möglich. Das SED-Regime betrachtete die traditionellen Studentenverbindungen als eine ideologische Bedrohung und zerschlug sie vollständig. Viele Teutonen, die in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) lebten, verließen ihre Heimat und zogen nach Westdeutschland. Am 22. und 23. Mai 1948 trafen sich in Hamburg 74 Alte Herren, davon 50 auswärtige, und berieten über eine Rekonstitution der Teutonia Jena in einer anderen Universitätsstadt.[3]
Die Wahl fiel auf West-Berlin, wo sich am 27. Juli 1949 die Verbindung als Burschenschaft Teutonia zu Jena in Berlin pünktlich mit Beginn des Sommersemesters an der neugegründeten Freien Universität rekonstituierte.[3] Der Sitz der Teutonia zu Jena in Berlin befand sich in Steglitz, Brentanostraße 52.[35][36] Die Stadt war zu dieser Zeit noch offen, sodass auch der Kontakt zu den in Mitteldeutschland verbliebenen Bundesbrüdern gehalten werden konnte.[37]
Der Bau der Mauer 1961 war eine Zeitenwende. Damit wurde die Teilung Deutschlands zementiert. Fassungslos erlebten die Teutonen in Berlin die hermetische Abriegelung der Stadt mit. Wie Millionen Deutsche wussten sie zu dieser Zeit nicht, ob sie Familienangehörige oder Bundesbrüder im jeweils anderen Teil Deutschlands jemals wiedersehen. Den Mauerbau verstanden Burschenschafter als einen Angriff auf ihre Ideale. Sie traten energisch und öffentlich gegen die Teilung ein und setzten sich für die Einheit Deutschlands ein, wie es in ihren Grundsätzen verankert ist.[38]
Vier Jahre nach dem Mauerbau trafen sich 6000 Burschenschafter, Damen und Ehrengäste in der Deutschlandhalle zur 150. Jahrfeier der Urburschenschaft. Grußbotschaften übermittelten der Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, und der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, Erich Mende. Höhepunkt war der Einzug der Chargierten der Urburschenschaft mit der Wartburgfahne. Unter tosendem Beifall rief der Jenenser Burschenschafter Klaus Asche aus:
„Wir werden nicht eher ruhen, bis wir wieder auf dem Marktplatz im freien Jena stehen!“[39]
Am Ende des offiziellen Festakts in der Deutschlandhalle sangen die 6000 Teilnehmer Das Lied der Deutschen. Anschließend hatten die Teutonen für ihren Festball das Gehrhus im Grunewald gemietet. Die Veranstaltung endete mit einem Frühschoppen im Garten des Teutonenhauses in der Brentanostraße.[39]
Hinsichtlich Mitgliederzahl, Einfluss und Aktivität entwickelte sich die Teutonia zur stärksten Verbindung in Berlin. Von den 14 der nach 1945 an der Freien Universität wiedereröffneten Burschenschaften verfügten 1985 noch sechs über eine Aktivitas vor Ort, wobei sich die „zugewanderte“ und verbandsfreie Teutonia zu Jena am besten behaupten konnte.[39]
Unterstützung erhielten die Teutonen von ihren Brüdern des Süddeutschen Kartells, von deren Aktivitas manche nicht selten einige Semester in Berlin studierten. West-Berlin war ein Hotspot für Studenten. Die Enklave galt als „Insel der Freiheit“ und war ein Zentrum der Studentenbewegung. Als hoch subventionierte Frontstadt bot sie niedrige Mieten, ein freies Lebensgefühl, alternative Lebensweisen – und zog insbesondere viele junge Männer aufgrund der Wehrpflichtbefreiung an.[39]
Wiedervereinigung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit der Wiedervereinigung gewann das Studentenleben in Deutschland einen Teil seiner Geschichte zurück. 40 Jahre lang ließen die Burschenschaften keinerlei Abstriche am Wiedervereinigungsgebot zu. Ein 1989 von ihnen aufgestellter Zehn-Punkte-Plan zur Deutschlandfrage nahm wesentliche Punkte des späteren Zehn-Punkte-Programms von Helmut Kohl vorweg.[40]
Am Ursprungsort burschenschaftlicher Geschichte in Jena war das Interesse zum Wiederaufbau von Studentenverbindungen und die Unterstützung dafür sowohl bei Studierenden, wie bei Professoren, als auch bei Einwohnern, Gastwirten und der Stadtverwaltung sehr groß.[40] Die 175. Jahrfeier fand im Juni 1990 zwar noch offiziell in Berlin statt, endete aber mit einem Ausflug in Couleur nach Jena. Anlässlich des Jubiläums fertigte KPM Andenkenteller und Vasen an, die heute als Rarität gehandelt werden.[41][42] Grußbotschaften übermittelten die Präsidentin des Abgeordnetenhauses von Berlin Hanna-Renate Laurien (CDU) und Otto Graf Lambsdorff, damals Bundesvorsitzender der FDP.[39]
Ab 1990 lebten an allen Hochschulen und Universitäten der ehemaligen DDR studentische Verbindungen nach über 40-jährigem Verbot wieder auf. 1992 existierten in den neuen Bundesländern bereits wieder 60 Verbindungen, darunter sechs in Jena.[43]
Letztlich kehrten auch die Teutonen zum Sommersemester 1992 an ihren Stammsitz zurück. Der Start erfolgte mit nur zwei Aktiven, wobei in Berlin verbliebene Bundesbrüder an den Wochenenden nach Jena pendelten. Unterstützung kam abermals von den SK-Brüdern, die ohne zu zögern halbe oder ganze Semester die neue Teutonenaktivitas vor Ort unterstützten.[39]
Kartellverhältnis
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine Besonderheit stellt das seit 1861 bestehende Süddeutsche Kartell (SK) dar, dem seit seiner Gründung die Burschenschaft Teutonia Jena angehört. 1881 traten alle Mitglieder des SK dem Allgemeinen Deputierten-Convent bei, aus dem 1902 der Dachverband Deutsche Burschenschaft hervorging.[44] Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verließ das SK geschlossen am 12. November 1934 den Dachverband.[45] Das SK wurde Gründungsmitglied des Korporationsverbands Alte Burschenschaft, der versuchte, die Gleichschaltung der Studentenverbindungen zu verhindern, sich aber unter zunehmenden Druck und persönlichen Drohungen am 16. Oktober 1935 auflösen musste.[46]
Bei der Wiedergründung des Dachverbands Deutsche Burschenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Süddeutsche Kartell 1950 erneut Verbandsmitglied. Ab 1973 kam es abermals zum Bruch zwischen dem SK und dem Dachverband. Hintergrund war der sogenannte Historische Kompromiss, der zu einer Stärkung rechtsextremer Kräfte innerhalb des Verbandes führte, was den Rückgang des liberal-konservativen Flügels zur Folge hatte. Zwischen 1973 und 1975 traten die Mitglieder des SK ein weiteres Mal aus dem Burschenschaftsverband aus.[47]
Die friedliche Revolution der Bürger in der DDR ermöglichte der Teutonia zu Jena in Berlin eine Rückkehr aus dem Exil. Hierbei erhielt sie organisatorische Unterstützung der Deutschen Burschenschaft und trat 1989 (noch in Berlin), als einzige innerhalb des SK, dem Dachverband wieder bei. Infolge fehlender Distanzierung und unzureichender Abgrenzung von strittigen Äußerungen und Positionierungen verschiedener Funktionäre erklärten die Jenaer Teutonen am 17. Juni 2006 erneut ihren Austritt.[48] Seitdem sind keine Altherrenschaften und keine Aktivitates des Süddeutschen Kartells mehr Mitglied im Verband der Deutschen Burschenschaft.[49]
Das heißt, die Teutonia Jena ist eine verbandsfreie Burschenschaft. Unverändert besteht jedoch ein Kartellverhältnis mit den pflichtschlagenden und ebenfalls verbandsfreien Burschenschaften:
- Germania Tübingen
- Teutonia zu Kiel
- Germania Erlangen
- Gothia Königsberg zu Göttingen
- Allemannia Heidelberg
Das Kartell ist nicht erweiterbar. Es handelt es sich um den Zusammenschluss gleichgesinnter Verbindungen, dem der Grundsatz „ein Bund an sechs Hochschulen“ zugrunde liegt. Anstatt nur in einer, sind die Mitglieder des Süddeutschen Kartells in sechs verschiedenen Verbindungen gleichzeitig aktiv. Sie werden in der anderen Burschenschaft zwar nicht richtig mit eigener Bandaufnahme Mitglied, genießen aber einen bundesbrüderlichen Status.[49]
Es bietet ferner den hierarchiefreien Austausch zwischen Jung und Alt – bundesweit und über Generationengrenzen hinweg. Durch gegenseitige Besuche und Aktionen, wie Segeln in Kiel, Stocherkahnfahren in Tübingen, Wandern in Göttingen, Festball in Heidelberg oder Pauktag in Erlangen, lassen sich außerordentliche Freundschaften über die eigene Universitätsstadt hinaus knüpfen.[49]
Teutonenhaus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das erste Korporationshaus befand sich direkt in der Innenstadt von Jena am Löbdergraben 30. Der Bau des repräsentativen Gebäudes begann im Dreikaiserjahr am 20. September 1888. Die finanziellen Mittel zum Kauf des Grundstücks und zur Errichtung des Hauses stellten vollständig die Alten Herren der Verbindung zur Verfügung.[50] Die Straße hinter dem Neubau wurde neu angelegt und trägt seitdem den Namen Teutonengasse.
Schon ein Jahr später, am 1. Juli 1889 konnte das neue Heim seiner Bestimmung übergeben werden. Der Sockel war aus Muschelkalkstein, alle übrigen Mauerungen aus Backstein und das Dach aus Schiefer. Im Erdgeschoss befanden sich ein Lesezimmer mit großer Bibliothek, ein sogenanntes Schmuckzimmer zur Aufbewahrung der Insignien der Burschenschaft, verschiedene Aufenthaltsräume wie etwa Raucherraum, Billardzimmer, eine Dienerwohnung und eine großräumige Herrentoilette – damals Kneipzimmer genannt, das oft auch als „Trinkstübchen“ und Ort vertraulicher Gespräche genutzt wurde.[50]
Das 1. Obergeschoss umfasste einen 6,50 m hohen Festsaal, verschiedene Nebenzimmer, ein Damen-WC, ein großes Esszimmer und ein kleines Pissoir. Eine Treppe höher lagen einige Wohnräume für Mitglieder der Verbindung. Das Untergeschoss des vollständig unterkellerten Gebäudes enthielt eine große Küche, einen Bierkeller, ein Hausmeisterzimmer sowie Heizungs-, Kohlen- und andere kleinere Wirtschaftskeller.[50] Von dem Teutonenhaus gab der Weltpostverein 1907 eine Postkarte in Umlauf.[51]
Eigentümer und Träger des Verbindungshauses war bis 1945 der Altherrenverein der Teutonia Jena. Das heißt, eine Enteignung des Gebäudes während der NS-Zeit fand nicht statt, jedoch nutzte es ab 1936 die Forschungsstelle Thüringer in aller Welt, eine Behörde zur Erfassung von Auswanderern aus Thüringen, die dem Stellvertretenden Gauleiter Heinrich Siekmeier unterstand.[52]
Während nach dem Zweiten Weltkrieg in der sowjetischen Besatzungszone eine Enteignung erfolgte, erhielten in den westlichen Besatzungszonen alle Burschenschaften ihr Eigentum zurück.[53] Das SED-Regime ließ nicht nur die Häuser der Studentenverbindungen beschlagnahmen, sondern sämtliche noch vorhandene Vermögenswerte wie Sparguthaben, Schuldverschreibungen, Wertpapiere, welche in der NS-Zeit unangetastet blieben.[53]
Im Juni 1945 zog die Verwaltungspolizei der SBZ in das Gebäude am Löbdergraben 30.[54] Anschließend nutzte die SED, dann der Rat der Stadt Jena, später die Staatsanwaltschaft der DDR die Liegenschaft. Nach 1990 übernahm der Freistaat Thüringen das Haus als landeseigenes Gebäude und brachte dort bis 2007 eine Zweigstelle der Staatsanwaltschaft Gera unter.[55] Heute ist von der ursprünglichen Architektur des ersten Teutonenhauses wenig zu erkennen: 2008/2009 erfolgte ein kompletter Umbau zu einem Wohn- und Geschäftshaus.[56]
Wie alle anderen Verbindungen auf dem ehemaligen Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik erhielt die Burschenschaft Teutonia Jena nach der Wiedervereinigung weder ihr ursprüngliches Korporationshaus, noch ihr anderes Vermögen zurück. Unter anderem gab die zuständige Verwaltungsgerichtsbarkeit an, dass sich die Burschenschaften auf Grund von Druck selbst aufgelöst, jedoch Verfolgungen durch die Nationalsozialisten nicht stattgefunden hätten. Die unterschiedliche Rückerstattung in West- und Ostdeutschland nach 1945 beziehungsweise 1990 stieß auf großes Unverständnis, zumal die Richter in den Verfahren nach 1990 die individuelle Verfolgung der Studentenverbindungen während der NS-Zeit, aber auch während der DDR-Zeit völlig verkannten. Das Thema ist bis heute unter anderem Gegenstand in Dissertationen.[53]
Da die Teutonen nicht mit einem Gerichtsverfahren in Jena Einzug halten wollten, mieteten sie 1992 zunächst eine komplette Etage in der Blochmannstraße 6.[39] Durch den Verkaufserlös des Berliner Teutonenhauses konnte 1995 ein neues Verbindungshaus in Jena-West nebst Wohnheim erworben werden, in dem heute auch weibliche und ausländische Studierende leben.[57][58] Die Friedrich-Schiller-Universität ist mit dem Auto in fünf oder zu Fuß in nur 15 Minuten zu erreichen.
Gegenwart
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zum 200. Geburtstag der Jenenser Burschenschafter waren Hunderte Bundesbrüder aus allen Bundesländern mit ihren Familien nach Jena gereist. Der feierliche Festakt begann am 12. Juni 2015 in der Aula der Friedrich-Schiller-Universität in Anwesenheit zahlreicher Professoren, Rektoren und Landtagsabgeordneter verschiedener Parteien. Grußworte wurden unter anderem verlesen des Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen, Bodo Ramelow (Die Linke), des Präsidenten des Thüringer Landtages, Christian Carius (CDU), sowie des Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Mike Mohring. Zu den Festrednern zählten ferner Jenas Bürgermeister Frank Schenker, der einstige Jenaer Oberbürgermeister Peter Röhlinger und Dieter Haack, der ehemalige Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen.[39]
Tags darauf besuchten 300 Gäste gemeinsam die Leuchtenburg. Der traditionelle Festball fand im historischen Volkshaus Jena statt. Abgeschlossen wurde die 200-Jahr-Feier am 14. Juni 2015 mit einem Gottesdienst und Frühschoppen. Bei einem nachträglich persönlich stattgefundenen Treffen in der Thüringer Staatskanzlei, betonte Ministerpräsident Bodo Ramelow, dass „die jenaischen Burschenschaften zum Stadtbild Jenas gehören“.[39]
Wie andere Burschenschaften trotzte die Teutonia Jena den politischen Strömungen der vergangenen 200 Jahre. Sie überdauerte Bismarck, Hitler und Ulbricht, ohne sich dem jeweiligen System anzudienen. Ihre ursprünglichen Forderungen, unter anderem Rede- und Pressefreiheit, Gleichheit vor dem Gesetz, galten im 19. Jahrhundert als fortschrittlich. Bis heute rührt daraus ein starkes Selbstbewusstsein: Tradition ist den Jenenser Teutonen Verpflichtung.[58]
Die Verbindung steht zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und lehnt eine parteipolitische oder eine konfessionelle Linie sowie radikale Weltanschauungen strikt ab. Das betrifft ausdrücklich sowohl Rechts- als auch Linksextremismus. Jedes Mitglied ist angehalten, sich mit Politik zu beschäftigen und einen eigenen politischen Standpunkt zu entwickeln. Ziel dabei ist nicht die Vermittlung einer bestimmten Überzeugung, sondern die Förderung einer intellektuellen Auseinandersetzung mit dem politischen Geschehen in Deutschland, Europa und der Welt.[59]
Couleur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Teutonia Jena trägt die Farben Königsblau-Weiß-Gold mit goldener Perkussion in Band und blauer Mütze.
Bekannte Mitglieder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Michael Albert (1836–1893), Theologe, Schriftsteller, Dichter
- Dietrich Allers (1910–1975), Jurist, Politiker, Funktionär
- Heinrich Altvater (1842–1913), Jurist, Richter, Oberlandesgerichtsrat
- Franz Arndt (1848–1917), Theologe, Pfarrer und Krankenseelsorger
- Bernhard Baatz (1910–1978), Jurist, Funktionär und Direktor
- Gustav Bellermann (1838–1918), Theologe, Mathematiker, Professor
- Bruno Berlet (1825–1892), Mathematiker, Professor, Publizist
- Erich Berlet (1860–1936), Historiker, Professor, Heimatforscher
- Gustav Julius Berlet (1834–1901), Jurist, Politiker, Landrat
- Hermann Brückner (1834–1920), Jurist, Reichsgerichtsrat
- Max Burgmann (1844–1929), Jurist, Bürgermeister und Ehrenbürger von Schwerin
- Friedrich Busch (1844–1916), Mediziner, Chirurg und Zahnarzt
- Otto Büsing (1837–1916), Jurist, Politiker, Reichstagsabgeordneter
- Wilhelm Casper (1902–1999), Jurist, Landrat, Militärverwalter, Präsident des Bundeswehrverwaltungsamtes
- Bernhard Dommes (1832–1916), Agrarwissenschaftler, Rittergutsbesitzer, Abgeordneter im Preußischen Abgeordnetenhaus
- Gustav Drechsler (1833–1890), Agrarwissenschaftler, Hochschullehrer, Reichstagsabgeordneter
- Otto Dresel (1824–1881), Jurist, Journalist, Mitglied des Repräsentantenhauses des Bundesstaates Ohio
- Heinrich von Eggeling (1838–1911), Naturwissenschaftler, Professor, Kurator der Universität Jena, Ehrenbürger von Jena
- Rudolf Ehwald (1847–1927), Altphilologe, Professor, Bibliothekar, Historiker
- Bernhard Erdmannsdörffer (1833–1901), Historiker, Soziologe, Professor
- Otto Fischer (1861–1916), Naturwissenschaftler, Mathematiker, Biophysiker
- Werner Fischer-Defoy (1880–1955), Mediziner, Stadtrat, Gesundheitsamtsleiter
- Eduard Francke (1842–1917), Jurist, Politiker, Reichstagsabgeordneter
- Arthur Johannes Gaitzsch (1879–1951), Jurist, Bürger- und Oberbürgermeister
- Heino Goepel (1833–1896), Mediziner, Bataillons- und Oberstabsarzt
- Stefan Gruhner (* 1984), Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler, Politiker, Minister
- Oliver Grundei (* 1970), Rechtswissenschaftler, Hochschulkanzler, Staatssekretär
- Adolf von Heerwart (1828–1899), Jurist, Geheimer Legationsrat, Wirklicher Geheimer Staatsrat
- Bruno Henneberg (1830–1899), Jurist, Landbesitzer, Mitglied verschiedener Abgeordnetenhäuser
- Richard Hoffmann (1863–1939), Mediziner, Obermedizinalrat, Professor
- Volkmar Hopf (1906–1997), Jurist, Landrat, Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Präsident des Bundesrechnungshofes
- Georg Ludwig von Hoppenstedt (1830–1894), Jurist, Land- und Forstwirtschaftlicher Ökonomierat
- Alfred Hüthig (1900–1996), Staats- und Zeitungswissenschaftler, Verleger
- Curt Joël (1865–1945), Jurist, Verwaltungsbeamter, Reichsjustizminister
- Max Jordan (1837–1906), Geschichtswissenschaftler, Kunsthistoriker, Geheimer Oberregierungsrat
- Fritz Jungherr (1879–1948), Jurist, Bürgermeister, Landrat
- Edmund Kamm (1825–1895), Jurist, Landesgerichtspräsident, Mitglied der Badischen Ständeversammlung
- Friedrich Wilhelm Kieling (1902–1953), Jurist, Kommunalpolitiker, Publizist
- Wilhelm Kircher (1831–1901), Jurist, Bürgermeister, Reichstagsabgeordneter
- Hartmann Kleiner (* 1942), Jurist, Verbandsfunktionär, Mandatsträger in verschiedenen Aufsichtsräten
- Fritz Koerner (1893–1959), Geisteswissenschaftler, Geograph, Professor
- Erich Kreutz (1884–1943), Ökonomie- und Rechtswisschenschaftler, Oberbürgermeister
- Ernst Krüger (1867–1926), Jurist, Bürgermeister, Mitglied des Deutschen Reichstags
- Hans Krüger (1902–1971), Jurist, Oberamtsrichter, Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte
- Rolf Lechner (* 1942), Wirtschaftsingenieur, Projektentwickler, Unternehmer
- Heinrich Lepique (1824–1902), Kameralist, Zolldirektor, Geheimer Rat
- Carl Liebe (1854–1912), Jurist, Landrat, Landtagspräsident
- Wilhelm Liebenam (1859–1918), Althistoriker, Oberlehrer, Gymnasialprofessor
- Otto Liebmann (1840–1912), Philosoph, Professor, Rektor
- Otto Lubarsch (1860–1933), Naturwissenschaftler und Mediziner, Pathologe, Hochschullehrer
- Ernst Mantius (1838–1897), Jurist, Politiker, Bürgermeister
- Georg Mantius (1870–1924), Jurist, Vizepräsident der Hamburgischen Bürgerschaft
- Ferdinand Meister (1828–1915), Klassischer Philologe, Professor, Schriftenforscher
- Ewald Meltzer (1869–1940), Mediziner, Anstaltsleiter, Euthanasiekritiker
- Hans-Joachim von Merkatz (1905–1982), Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler, Bundesminister
- Otto Model (1884–1964), Jurist, Regierungsrat, Fachautor Steuerrecht
- Willy Mücke (1888–1968), Mediziner, Flotten- und Admiralarzt
- Otto Muther (1832–1881), Jurist, Politiker, Landtagsabgeordneter
- Theodor Muther (1826–1878), Jurist, Historiker, Professor
- Ernst Nonne (1826–1895), Jurist, Bürgermeister, Landtags-Vizepräsident
- Carl Oeste (1832–1898), Kameralist, Bürgermeister, Landtagsabgeordneter
- Karl Pabst (1835–1910), Jurist, Verwaltungsbeamter, Oberbürgermeister
- Adolph Phillips (1845–1886), Philologe, Journalist, Chefredakteur
- Friedrich Edmund Pilling (1830–1907), Jurist, Landesgerichtspräsident, Landtagsabgeordneter
- Karl Pilling (1863–1930), Altphilologe, Gymnasiallehrer, Publizist
- Bruno Radwitz (1895–1953), Jurist, Bürger- und Oberbürgermeister
- Alfred Richter (1890–1959), Germanist, Werbetexter, Schriftsteller
- Fritz Rödiger (1824–1909), Rechtswissenschaftler, Publizist, Urburschenschafter
- Wilhelm Roßmann (1832–1885), Theologe und Kunsthistoriker, Prinzenerzieher, Publizist
- Kurt von Sanden (1842–1901), Kameralist und Rechtswisschaftler, Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses
- Joseph Victor von Scheffel (1826–1886), Rechtswissenschaftler, Dichter und Schriftsteller (Ehrenmitglied)
- Rudolf Scheller (1822–1900), Pharmazeut, Unternehmer, Trockensuppenfabrikant
- Richard Semon (1859–1918), Zoologe und Mediziner, Evolutionsbiologe, Mitglied der Leopoldina
- Albert Schmidt (1850–1919), Jurist, Landrat, Geheimer Regierungsrat
- Franz Schönemann (1868–1953), Jurist, Bürgermeister, Mitglied der Braunschweigischen Landesversammlung
- Werner Schotte (1835–1910), Kameralist und Rechtswisschaftler, Landrat, Geheimer Regierungsrat
- Richard Schroeder (1856–1908), Kameralist und Rechtswisschaftler, Oberbürgermeister
- Johannes Martin Schupp (1883–1947), Ökonomie- und Geschichtswissenschaftler, Journalist, Schriftsteller
- Karl Friedrich Schwanitz (1823–1903), Rechtswissenschaftler, Richter, Landtagsabgeordneter
- Ernst Stegmann (1870–1955), Kameralist und Rechtswisschaftler, Richter, Oberbürgermeister
- Hugo Stöckel (* 1874), Ökonomie- und Rechtswissenschaftler, Richter, Mitglied im Landtag Reuß jüngerer Linie
- Wilhelm Thomas (1834–1897), Jurist, Amtsgerichtsrat, Mitglied des Deutschen Reichstags
- Richard Tuercke (1862–1930), Jurist, Landrat, Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses
- Gustav von Tungeln (1835–1903), Staatswissenschaftler, Gutspächter, Mitglied des Reichstags
- Emil Venske (1847–1915), Rechts- und Staatswissenschaftler, Rittergutsbesitzer, Landrat
- Richard Ludwig Venus (1835–1873), Jurist, Justiz- und Ökonomiekommissar, Abgeordneter im Landtag von Sachsen-Weimar-Eisenach
- Ernst August Otto Versmann (1823–1889), Pharmazeut, Apotheker, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft
- Oskar Vogt (1870–1959), Mediziner, Psychologe und Zoologe, Mitglied verschiedener Akademien der Wissenschaften
- Otto Weidner (1875–1953), Jurist, Landrat, Ministerialrat
- Adalbert Welcker (1838–1911), Jurist, Bürger- und Oberbürgermeister
- Kurt Witthauer (1865–1911), Mediziner, wissenschaftlicher Publizist, „Vater des Aspirins“
- Gustav Wittmer (1834–1917), Kunsthistoriker, Redakteur, Privatgelehrter
- Georg Wolfram (1858–1940), Germanist, Historiker, Bibliothekar
- Ernst Wilhelm Wreden (1926–1997), Historiker, Philologe, Philosoph, Redakteur der Burschenschaftlichen Blätter
- Karl Zeuner (1824–1859), Theologe, Lehrer, Abgeordneter im Landtag Reuß jüngerer Linie
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wilhelm Liebenam: Die Burschenschaft Teutonia zu Jena. 1845–1895. Jena 1895.
- Carl Gustav Rothe: Die Gründung der Burschenschaft Teutonia in Jena. Festgabe zur Feier ihres 50jährigen Bestehens dargebracht von alten Teutonen aus den ersten drei Semestern (1845–1846). Altenburg, 1895.
- E. Ortmann: Exkneipenlieder und Anstiche und Exstiche der Burschenschaft Teutonia zu Jena. Hansebooks, 2024 (Nachdruck der Ausgabe von 1896). ISBN 978-3-348-09776-5
- Teutonia Jena (Verfasser): Burschenschaft Teutonia zu Jena. Verfassung, Geschichte und Mitglieder-Verzeichnis. Universitäts-Buchdruckerei, Jena 1912.
- Willy Nolte: Burschenschaft Teutonia Jena. In: Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Verlag der Deutschen Burschenschaft Berlin 1934, S. 1056–1057.
- Burschenschaft Teutonia Jena (Hrsg.): 150 Jahre Burschenschaft Teutonia zu Jena in Berlin 1815–1965. Berlin, 1965.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ E. H. Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 71.
- ↑ Meyers Konversationslexikon. 5. Auflage, Leipzig 1896, Beilage zum Artikel Studentenverbindungen.
- 1 2 3 4 Hans-Georg Balder: Die deutschen Burschenschaften. Ihre Darstellung in Einzelchroniken. WJK-Verlag, 2005, S. 229–236.
- ↑ J. Vollmann: Burschicoses Wörterbuch. Zweiter Theil. Druck und Verlag Rudolf Unteregger, 1846, S. 404.
- 1 2 3 Andreas Bohne: Studenten und Alte Herren im kolonialen Rausch. Burschenschaften und Kolonialismus vom Vormärz bis zur Gegenwart. Transcript Verlag, 2024, S. 88–90, 186.
- 1 2 3 Verein zur Abwehr des Antisemitismus (Hrsg.): Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus. Band 14. F. Sommer Buchdruckerei und Verlag, Berlin, 1904, S. 196–197.
- 1 2 Gustav Heinrich Schneider: Die Burschenschaft Germania zu Jena. Costenoble, 1897, S. 494, 548.
- ↑ Franz Egon Rode: Die Universitätsburschenschaften im Kaiserreich. In: Christian Oppermann (Hrsg.): Darstellungen und Quellen zur Geschichte der deutschen Einheitsbewegung im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert, Bd. 23, Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2021, ISBN 978-3-8253-4727-7, S. 343.
- ↑ Deutsches Volksblatt vom 6. April 1913: Aus der Frühzeit des Wiener akademischen Vereinswesens…, S. 6–7. ANNO, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Allgemeine Illustrirte Zeitung vom 15. Oktober 1865: Ein Studentenauszug nach Ziegenhain. Holzstich, Titelseite und S. 19. Google Books, abgerufen am 1. Dezember 2025.
- ↑ Holzstich von Villers ZVAB, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Die Gartenlaube. Nr. 36/1858. Das Jubelfest in Jena. S. 513, 515. Wikisource, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Das Vaterland vom 25. August 1895: Flegelei oder Religionsverspottung? S. 5. ANNO, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Hugo Böttger (Hrsg.): Jahrbuch der Deutschen Burschenschaft 1904. Carl Heymanns Verlag Berlin, 1904, S. 114. Google Books, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ E Abt. II Universitätsamt Jena – Studentisches Vereinswesen und Studentenverbindungen Archivportal Thüringen, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Wiener Zeitung vom 15. September 1906: Die deutsche Burschenschaft S. 5. ANNO, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- 1 2 Peter Friedrich Haberkorn, Ingo Frhr. von Stillfried und Rattonitz, Joachim Baumeister (Hrsg.): Das SV-Handbuch. Sondershäuser Verband Akademisch-Musikalischer Verbindungen (gegründet 1867). München 1988, S. 10f.
- ↑ Ostdeutsche Rundschau vom 26. November 1915: Die Kriegsbeteiligung der Deutschen Burschenschaften, S. 3. ANNO, abgerufen am 1. Dezember 2025.
- ↑ Ostdeutsche Rundschau vom 24. November 1916: Die Toten der reichsdeutschen Burschenschaften im Weltkriege, S. 6. ANNO, abgerufen am 1. Dezember 2025.
- ↑ Teutonenzeitung. Zeitung der Burschenschaft Teutonia zu Jena. Booklooker, abgerufen am 3. Dezember 2024.
- ↑ Alexandra Wernerowna Rebelein: Studentisches Leben in der Weimarer Republik. GRIN Verlag, 2002, S. 8.
- ↑ Jürgen Schwarz: Studenten in der Weimarer Republik. Duncker & Humblot, 1971, S. 70.
- ↑ Friedhelm Golücke: Studentenwörterbuch. Styria, 1987, S. 499.
- ↑ Wolfgang Krabbe: Die gescheiterte Zukunft der Ersten Republik. Jugendorganisationen bürgerlicher Parteien im Weimarer Staat (1918–1933). Springer-Verlag, 2013, S. 312.
- ↑ Ulrich Alemann, Gertrude Cepl-Kaufmann, Hans Hecker, Bernd Witte: Intellektuelle und Sozialdemokratie. Leske + Budrich, 2000, S. 80.
- ↑ Sonja Kuhn: Die Deutsche Burschenschaft – eine Gruppierung im Spannungsfeld zwischen Traditionsformalismus und Traditionsstiftung. Eine Analyse für den Zeitraum von 1950–1999. Diplomarbeit im Studiengang Pädagogik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Ernst Steiniger Druck- und Verlagsanstalt, 2000, S. 65.
- ↑ Das Reichsstudentenwerk in der NS-Diktatur, hier S. 15. Studierendenwerke, abgerufen am 10. Dezember 2025.
- ↑ Walter Schindler (Verfasser): 150 Jahre Burschenschaft Teutonia zu Jena in Berlin 1815–1965. Berlin, 1965, S. 66.
- ↑ Harald Lönnecker: Die Versammlung der „besseren Nationalsozialisten“? − Der Völkische Waffenring (VWR) zwischen Antisemitismus und korporativem Elitarismus. (PDF; 267 kB) Frankfurt am Main, 2003. S. 23.
- ↑ Paul Wentzcke (Hrsg.): Darstellungen und Quellen zur Geschichte der deutschen Einheitsbewegung im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert. Band 1. Heidelberg 1957, S. 219.
- ↑ Ulli Kulke: Erwin Wickert. Abenteurer zwischen den Welten. Ein Leben als Diplomat und Schriftsteller. Langen Mueller Herbig, 2022, S. 181.
- ↑ Mike Bruhn, Heike Böttner: Die Jenaer Studenten unter nationalsozialistischer Herrschaft 1933-1945. Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, 2001, S. 187.
- ↑ Universitätsamt – Studentisches Vereinswesen und Studentenverbindungen (Disziplinaruntersuchungen 2262/ff, Datierung: 1935–1936) Archivportal Thüringen, abgerufen am 10. Dezember 2025.
- ↑ Bernhard Grün: Zwischen Fronteinsatz und Freiheitsklang - Studententum und Kameradschaftswesen im Nationalsozialismus. In: Historia academica – Schriftenreihe der Studentengeschichtlichen Vereinigung des Coburger Convents, Band 57, Würzburg 2019, S. 69.
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- ↑ Die Geschichte der Teutonia Homepage Teutonia Jena, abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ Heinrich Kanz: Bundesrepublikanische Bildungsgeschichte, 1949–89. Quellen und Dokumente. P. Lang, 1989, S. 652 f.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Burschenschaft Teutonia Jena (Hrsg.): Festschrift 200 Jahre Jenaische Burschenschaft. Jena, 2015, S. 12–14, S. 28, S. 119–131.
- 1 2 Ingo Bach, Hannah Lund, Jens Schley (leitende Redakteure): "Uns liegt das Vaterland am Herzen" Gespräch mit einem Aktiven der Burschenschaft "Teutonia" Jena (von 1949 - 1992 im Westberliner "Exil"). in: Studentenrat der Humboldt-Universität (Hrsg.): UnAufgefordert. Die Studentenzeitung der Berliner Humboldt-Uni., Nr. 41, 25. November 1992, S. 7–8. (PDF)
- ↑ Teutonia Burschenschaft zu Jena und Berlin, Vase und Teller dofine.modelight.de, abgerufen am 12. Dezember 2025.
- ↑ Teutonia Burschenschaft zu Jena und Berlin, Vase und Teller kleinanzeigen.de, abgerufen am 12. Dezember 2025.
- ↑ Ingo Bach, Hannah Lund, Jens Schley (leitende Redakteure): Zwischen Rebellion und Männerfreundschaft. in: Studentenrat der Humboldt-Universität (Hrsg.): UnAufgefordert. Studentenzeitung der Berliner Humboldt-Uni. Studentenrat der Humboldt-Universität, Nr. 41, 25. November 1992, S. 6.
- ↑ Günther Bundesmann: 100 Jahre Süddeutsches Kartell in der Deutschen Burschenschaft 1861–1961. Ein Festbericht. Heidelberg, 1961, S. 6 f.
- ↑ Paul Wentzcke (Hrsg.): Darstellungen und Quellen zur Geschichte der deutschen Einheitsbewegung im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert. Band 1, Heidelberg 1957, S. 219.
- ↑ Tübinger Bürger- und Verkehrsverein (Hrsg.): Tübinger Blätter. Bände 50–56. Verlag Bürger- und Verkehrsverein Tübingen e.V., 1969, S. 20.
- ↑ Sonja Kuhn: Die Deutsche Burschenschaft. Eine Gruppierung im Spannungsfeld zwischen Traditionsformalismus und Traditionsstiftung – eine Analyse für den Zeitraum von 1950 bis 1999. Burschenschaft Hilaritas Stuttgart 2002, S. 175f.
- ↑ Burschenschaft aus Jena kritisiert Burschenschafts-Treffen Ostthüringer Zeitung vom 30. Mai 2012.
- 1 2 3 Ein Bund an sechs Hochschulen Gemeinsame Homepage Süddeutsches Kartell, abgerufen am 12. Dezember 2025.
- 1 2 3 Das Haus der Burschenschaft „Teutonia“ zu Jena lokalgeschichte.de, abgerufen am 29. November 2025.
- ↑ Jena. Teutonenhaus Museumsverband Thüringen e.V., abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Gustav Paul: Die räumlichen und rassischen Gestaltungskräfte der Großdeutschen Geschichte. J. F. Lehmanns Verlag München, 1938, S. 522.
- 1 2 3 Michael Feistl: Eigentumsverhältnisse an Corpshäusern…Eine rechtshistorische Untersuchung. Dissertation, Universität Regensburg, 2010. Universität Regensburg, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Albert Vinzens: Renate Riemeck:. Historikerin, Pädagogin, Pazifistin (1920–2003). Wallstein Verlag, 2023, S. 80.
- ↑ Freistaat Thüringen (Hrsg.): Landeshaushaltsplan 2000. Einzelplan 05. Thüringer Justizministerium. Thüringer Landtag, 2000, S. 51.
- ↑ Referenzobjekt Löbdergraben 30, Jena (ehemalige Staatsanwaltschaft) Jena-Immobilien, abgerufen am 30. November 2025.
- ↑ Akrützel vom 1. November 2018, S. 10–11: Teutonia: Der bunte Haufen Akrützel, abgerufen am 6. Dezember 2025.
- 1 2 Alexander Cierpka: Der Fuchs dient dem Burschen . In: Neues Deutschland, Feuilleton (Reportage, Burschenschaft Teutonia Jena), 3. Juli 2004.
- ↑ Wichtige Fragen zur Verbindung Homepage Teutonia Jena, abgerufen am 7. Dezember 2025.