CST-100 Starliner

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Die Druckkabine des CST-100 Starliner-Raumschiffs noch ohne Außenhülle
Ein CST-100 Starliner-Prototyp nach einem Test der Landeairbags

CST-100 Starliner (CST für Crew Space Transportation) ist ein sich in Entwicklung befindliches bemanntes und wiederwendbares Raumschiff, hergestellt von Boeing.

Entwicklung und Erprobung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung des CST-100 Starliner wird von der NASA im Rahmen der Programme COTS, CCDev und CCiCap unterstützt, das Hilfe für privatwirtschaftliche Unternehmen vorsieht, um den Transport von Ausrüstungen, Gütern und Besatzungen zur Internationalen Raumstation zu gewährleisten. Das Raumschiff soll dem Personentransport zur ISS und zur geplanten Orbital Complex Construction des privaten Raumfahrtunternehmen Bigelow Aerospace dienen. Als Trägerrakete sind die Atlas V, die Delta IV, die Falcon 9 sowie die ATK Liberty möglich. Für die ersten Flüge wird die Atlas V verwendet, die von der United Launch Alliance vermarktet wird, einem Joint Venture zwischen Lockheed Martin und Boeing. Im September 2011 fand ein erster Test des Airbag-Systems statt. Dabei wurde ein Prototyp aus anderthalb Kilometern Höhe in der Mojave-Wüste abgeworfen. Im April 2012 wurde das erste Mal das Hauptfallschirmsystem erprobt. Aus drei Kilometern Höhe wurde ein Prototyp in der Wüste Nevadas fallengelassen. Im Juli des folgenden Jahres stellte Boeing ein Mock-Up der CST-100 Starliner-Kapsel vor. Zwei NASA-Astronauten (Serena M. Auñón und Randolph Bresnik) testeten die Inneneinrichtung. Im September 2013 wurden die Steuertriebwerke des CST-100 Starliners erprobt, mit denen das Raumschiff manövrieren sowie abbremsen kann. Im Moment wird davon ausgegangen, dass der erste unbemannte orbitale Testflug im Januar 2017 und der erste bemannte Flug, der wahrscheinlich auch ein Andocken an die ISS beinhaltet, im Sommer 2017 stattfinden wird.[1]

Als NASA-Testpiloten für den CST-100 Starliner und die konkurrierende Dragon V2 wurden am 9. Juli 2015 Robert Behnken, Eric Boe, Douglas Hurley und Sunita Williams nominiert, jedoch ohne bislang einem der beiden Programme individuell zugeordnet zu werden.[2]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie bei Apollo besteht das Raumschiff aus einem Mannschafts- und einem Servicemodul.

Das kegelförmige Mannschaftsmodul hat einen Durchmesser von 4,5 Metern und soll eine Besatzung von sieben Personen aufnehmen können. Die Astronauten sitzen in zwei Reihen übereinander, vier in der unteren, drei in der oberen. Die Kapsel wird über drahtloses Internet, eine „Sky-Lighting“-LED-Beleuchtung, Sitze, die den Aufprall ähnlich wie bei Sojus abdämpfen sowie über moderne, tablet-ähnliche Bordcomputer verfügen. An der Spitze befindet sich der Kopplungsadapter.

Das Servicemodul ist in eine Mittel- sowie sechs Außensektionen unterteilt. In den Außensektionen befinden sich die Tanks. Die vier RS-88-Haupttriebwerke ermöglichen nicht nur Bahnänderungen, sondern sollen auch in der Lage sein, das Raumschiff in einer Notfallsituation beim Start aus dem Gefahrenbereich zu befördern, da auf eine Rettungsrakete verzichtet werden soll. Als Brennstoff für die Triebwerke soll eine hypergole Treibstoffmischung verwendet werden, bei der Oxidations- und Reduktionsmittel spontan miteinander reagieren, wenn sie in Kontakt gebracht werden.

Flugprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Raumschiff soll 60 Stunden autonom fliegen können. Die anzufliegenden Raumstationen sollen innerhalb von 24 Stunden nach dem Start erreicht werden, mit einer Reserve von weiteren 24 Stunden. Angedockt an eine Raumstation soll ein CST-100 Starliner bis zu 210 Tage im All bleiben können. Bei der Landung soll es zunächst durch Fallschirme abgebremst werden und dann, abgefedert durch Airbags, auf dem Festland auf ausgetrockneten Seen aufsetzen. Alternativ soll auch eine Wasserung im Ozean möglich sein. Das Mannschaftsmodul des CST-100 Starliner soll bis zu zehn Mal wiederverwendbar sein. Das Servicemodul verglüht bei der Rückkehr in der Erdatmosphäre und für jeden Flug muss ein neues gebaut werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: CST-100 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Design Considerations for a Commercial Crew Transportation System. PDF
  1. ken kremer: Boeing CST-100 Space Taxi Maiden Flight to ISS Expected Early 2017 - One on One Interview with Chris Ferguson, Last Shuttle Commander. Universe Today, 9. Mai 2014, abgerufen am 11. Mai 2014 (englisch).
  2. NASA: NASA Selects Astronauts for First U.S. Commercial Spaceflights. In: NASA Press Release 15-148. 9. Juli 2015, abgerufen am 10. Juli 2015 (englisch).