Etihad Airways

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Dieser Artikel behandelt die Fluggesellschaft Etihad Airways. Für die Fluggesellschaft in der Schweiz siehe Darwin Airline
Etihad Airways
الاتحاد
Airbus A380-800 der Etihad
IATA-Code: EY
ICAO-Code: ETD
Rufzeichen: ETIHAD
Gründung: 2003
Sitz: Abu Dhabi, Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate
Drehkreuz:

Flughafen Abu Dhabi

Heimatflughafen:

Flughafen Abu Dhabi

Unternehmensform: Staatsunternehmen
IATA-Prefixcode: 607
Leitung: Peter Baumgartner (CEO)[1]
Mitarbeiterzahl: 13.535[2] (2013)
Umsatz: 4,9 Milliarden[3] (2013)
Fluggastaufkommen: 17,4 Millionen[4](2015)
Allianz: Etihad Airways Partners
Vielfliegerprogramm: Etihad Guest
Flottenstärke: 127 (+ 189 Bestellungen)
Ziele: international
Website: www.etihad.com

Etihad (arabisch الاتحاد, DMG al-Ittiḥād ‚Union‘) Airways ist die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate mit Sitz in Abu Dhabi und Basis auf dem Flughafen Abu Dhabi. Sie ist Mitglied der Arab Air Carriers Organization und Gründer der Luftfahrtallianz Etihad Airways Partners.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etihad Airways tritt als Nationalfluglinie der Vereinigten Arabischen Emirate auf. Gegründet wurde sie im Juli 2003 per Regierungserlass des Emirs von Abu Dhabi Chalifa bin Zayid Al Nahyan. Von der Regierung wurde ein Kapital von 500 Millionen AED (ca. 136 Millionen US$) für den Start zur Verfügung gestellt. Der Flugbetrieb begann am 5. November 2003 mit einem zeremoniellen Flug nach al-Ain. Der erste kommerzielle Flug mit dem Ziel Beirut fand am 12. November 2003 statt. Im ersten vollständigen Betriebsjahr 2004 transportierte Etihad rund 340.000 Passagiere. Drei Jahre später im Jahr 2007 beförderte man über 4,6 Millionen, im Jahr 2008 waren es 6,0 Millionen Passagiere.[5]

Am 20. Juni 2007 wurden im Rahmen der Pariser Luftfahrtschau in Le Bourget vier Airbus A340-600 sowie fünf A330-200 und erstmals drei A330-200F bestellt. Darüber hinaus einigte man sich mit Airbus auf eine Verschiebung der Auslieferung der vier bestellten A380. Die Auslieferung der ersten Maschine verzögerte sich zunächst von 2007 auf Mitte 2008; die Auslieferung erfolgte im Jahr 2014.

Im Dezember 2011 beteiligte sich Etihad Airways mit 29,21 % an der finanziell angeschlagenen Air Berlin und wurde somit zum größten Einzelaktionär. Zudem erfolgte eine umfangreiche Kooperation, darunter ein Codeshare-Abkommen sowie die Konformität bei den jeweiligen Vielfliegerprogrammen. Im Zuge dessen hat Air Berlin seine Strecke von Berlin nach Dubai ab dem 15. Januar 2012 nach Abu Dhabi verlegt. Am Drehkreuz Abu Dhabi können Air-Berlin-Passagiere dann auf Etihad-Verbindungen umsteigen.[6]

Etihad befindet sich vollständig im Besitz der Regierung von Abu Dhabi, also der Herrscherfamilie Al Nahyan. Das erste Jahr, in dem die Fluggesellschaft Profit ausweisen konnte, war das Jahr 2012 mit einem Nettogewinn von 42 Millionen US-Dollar.[7] Etihad hat seit Beginn des Flugdienstes im Jahre 2003 mehrere Anerkennungen für ihren Komfort und Service bekommen, zuletzt bei den World Travel Awards 2012 mit der Auszeichnung „führende Fluggesellschaft“.[8]

Im Juli 2012 ging Etihad eine Zusammenarbeit mit Air France-KLM ein. Die Entstehung eines Gemeinschaftsunternehmens ist nicht ausgeschlossen.[9] Im 3. Quartal 2012 startete ein Codeshare- sowie ein Interlineabkommen mit Aer Lingus.[10]

Am 1. August 2013 übernahm Etihad Airways 49 % von Jat Airways.[11][12] Im Zuge dessen wurde sie in Air Serbia umbenannt.

Im September 2013 bezog die Europavertretung von Etihad ihren neuen Hauptsitz in Berlin.[13]

Im Oktober 2013 genehmigte die indische Regierung die Beteiligung in Höhe von 24 % an Jet Airways für 20,6 Milliarden Rupien (etwa 246 Millionen Euro).

Im November 2013 übernahm Etihad Airways einen Anteil von 33,3 % an der Schweizer Regionalfluggesellschaft Darwin Airline, die seitdem unter der Marke Etihad Regional operiert.[14]

Im Dezember 2013 beteiligte sich Etihad Airways an Alitalia in Form einer Kapitalerhöhung um 300 Millionen Euro.[15]

Am 8. Oktober 2014 gründete Etihad Airways eine eigene Luftfahrtallianz namens Etihad Airways Partners.[16]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geführt wird das Unternehmen von Scheich Ahmed Bin Saif Al Nahyan (Chairman) und James Hogan (Geschäftsführer). Es besteht aus folgenden Bereichen:

Die Organisationsform ist durch eine sehr flache Hierarchie und entsprechend kurze Entscheidungswege gekennzeichnet, was nicht zuletzt daran liegt, dass sämtliche Leitungs- und Entscheidungsfunktionen bei der Herrscherfamilie, also den Eigentümern, gebündelt sind.

Zudem hat Etihad, ebenso wie Emirates, den großen Vorteil der geographischen Lage ihres Drehkreuzes. Die Vereinigten Arabischen Emirate liegen auf wichtigen, globalen Verkehrsrouten, wie beispielsweise Europa-Südostasien, Europa-Australien, Afrika-Asien, Nordamerika-Indien sowie Südamerika-Asien. So lassen sich von den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgehend alle wichtigen Metropolen im Umkreis von 8000 nautischen Meilen mit Hilfe von (Ultra-)Langstreckenflugzeugen erreichen.[17] Rund 3,5 Milliarden Menschen fallen hier in einen Radius von acht Flugstunden. Im Fokus stehen für Etihad die aufstrebenden Staaten Indien und China.[18]

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Etihad Airways angeflogene Länder (April 2014) [19]

Von ihrer Heimatbasis, dem Flughafen Abu Dhabi, aus bedient Etihad 102 Ziele in 62 Staaten in Europa, Asien, Afrika, Australien, Nord- und Südamerika. In Deutschland fliegt die Gesellschaft je zweimal täglich nonstop nach Frankfurt am Main und München jeweils mit einer Airbus A340-600[20] sowie einmal täglich nach Düsseldorf mit einer Airbus A330-300[21]. In der Schweiz wird der Flughafen Genf angeflogen und seit Juni 2014 fliegt Etihad zudem den Flughafen Zürich mit einer Airbus A330-300 an. Seit 6. Juli 2015 wird für den Flug nach Zürich eine Boeing 787-9 eingesetzt.[22] Seit Mai 2016 wird für die Strecke zwischen Düsseldorf und Abu Dhabi dauerhaft ebenfalls eine Boeing 787-9 eingesetzt.[23]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Airbus A320-200 der Etihad
Airbus A330-300 der Etihad
Boeing 777-300ER der Etihad
Boeing 787-9 der Etihad im neuen Farbschema

Mit Stand August 2016 besteht die Flotte der Etihad Airways aus 127 Flugzeugen[24] mit einem Durchschnittsalter von 5,9 Jahren[25]:

Etihad Airways[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugzeugtyp aktiv bestellt[26][27] Anmerkungen Sitzplätze[28]
(First/Business/Eco)
Airbus A319-100 2 106 (-/16/90)
Airbus A320-200 23 8 mit Sharklets ausgestattet 136 (-/16/120)
Airbus A321-200 10 mit Sharklets ausgestattet 174 (-/16/158)
Airbus A320neo 10 - offen -
Airbus A321neo 26 - offen -
Airbus A330-200 20 2 betrieben für Air Seychelles 262 (-/22/240)
Airbus A330-300 6 231 (8/32/191)
Airbus A340-500 2 240 (12/28/200)
Airbus A340-600 7 292 (12/32/248)
Airbus A350-900 40 Auslieferung vsl. ab 2016 - offen -
Airbus A350-1000 22 - offen -
Airbus A380-800 8 2 496 (11/70/415)
Boeing 777-200LR 5 225 (8/40/177)
Boeing 777-300ER 24 328 (8/40/280)
380 (-/40/340)
412 (-/28/384)
Boeing 777-8X 8 - offen -
Boeing 777-9X 17 + 12 Optionen - offen -
Boeing 787-9 9 32 235 (8/28/199)
Boeing 787-10 30 - offen -
Gesamt 116 187

Etihad Cargo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boeing 777F der Etihad Cargo
Flugzeugtyp aktiv bestellt[26] Anmerkungen Kapazität in t
Airbus A330-200F 4 2 64
Boeing 747-400F 1 betrieben durch Atlas Air 113
Boeing 747-8F 1 134
Boeing 777F 5 103
Gesamt 11 2

Beförderungsklassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Economy-Klasse einer Boeing 777-300ER der Etihad Airways
Business-Klasse einer Boeing 777-300ER der Etihad Airways

In allen Beförderungsklassen ist ein In-flight Entertainmentsystem sowie eine Steckdose am Sitzplatz verfügbar. In der Diamond First Class, die nicht auf allen Flügen angeboten wird, steht jedem Fluggast eine verschließbare Kabine zur Verfügung. Die Pearl Business Class bietet in den Großraumflugzeugen Airbus A330/A340/A380 und Boeing 777/787 versetzte Sitze an, die sich in flache Betten umwandeln lassen; in den Schmalrumpfflugzeugen A319 und A320 konventionelle Ruhesessel.[29] Die Sitze der Coral Economy Class stehen in den Boeing 777 in der relativ engen 3+4+3-Anordnung.[30]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Flugbetrieb der Etihad Airways gab es bisher keine Zwischenfälle mit erheblichen Personenschäden, jedoch einen Vorfall außerhalb des normalen Flugbetriebs.

  • Am 15. November 2007 wurde eine fabrikneue A340-600 während eines Triebwerktests auf dem Airbus-Gelände in Toulouse so stark beschädigt, dass die Maschine abgeschrieben werden musste. Das Flugzeug, das sechs Tage später an Etihad Airways hätte ausgeliefert werden sollen, setzte sich ungewollt in Bewegung und rollte in eine Betonwand. Durch diese wurde die Cockpitsektion vollkommen vom Rumpf getrennt und fiel auf der anderen Seite der Wand etwa fünf Meter tief zu Boden. Fünf der neun Insassen wurden verletzt.[31][32]
  • Am 20. Februar 2014 lösten auf Etihad-Airways-Flug 461 von Melbourne nach Abu Dhabi in einer Boeing 777-300ER insgesamt fünfmal Rauchmelder in den Toiletten aus. Die Brände konnten jeweils vom Flugpersonal gelöscht werden. Bei einer außerplanmäßigen Zwischenlandung in Jakarta (Indonesien) konnten die Urheber nicht ausfindig gemacht werden; der Flug wurde fortgesetzt.[33]

Sponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fluglinie investierte in einen dreijährigen Sponsorvertrag mit Ferrari in der Formel 1.[34] Außerdem war Etihad Hauptsponsor des Grand Prix von Abu Dhabi, der 2009 erstmals ausgetragen wurde.[35] Des Weiteren ist Etihad Sponsor der Sportarten Fußball (Etihad-Stadion in Melbourne, Manchester City), Rugby (Harlequins) sowie Curling und Golf.

Zudem ist Etihad Werbeträger für das zweitgrößte flugfähige Modellflugzeug der Welt, der Replika eines Airbus A380.[36]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Etihad Airways – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fluggesellschaft Etihad Airways: Peter Baumgartner wird neuer Chef. In: Neue Zürcher Zeitung. 9. Mai 2016, abgerufen am 16. August 2016.
  2. Facts & Figures der Etihad Airways, Quartal 4/2013 (englisch, pdf; 3,5 MB) Abgerufen am 22. März 2014.
  3. Handelsblatt, Nr. 229 vom 27. November 2014, S. 6.
  4. etihad.com Etihad delivers another year of strong growth in 2015
  5. mydigitalfc.com - Record passenger growth tops impressive year (englisch) abgerufen am 27. Mai 2015
  6. airliners.de - Etihad steigt bei Air Berlin ein abgerufen am 19. Dezember 2011
  7. Jahresbericht 2012 der Etihad Airways
  8. dmm.travel - Etihad erhalten erneut hohe Auszeichnung abgerufen am 12. Januar 2012
  9. aero.de - Etihad bestätigt Kooperationspläne mit Air France-KLM, 5. Juli 2012 abgerufen am 27. Mai 2015
  10. aero.de - Aer Lingus und Etihad Airways kooperieren, 31. Juli 2012 abgerufen am 27. Mai 2015
  11. flugrevue.de -JAT: Neustart als "Air Serbia" mit Hilfe von Etihad abgerufen am 2. August 2013
  12. pressebox.de - Neuer Name und neuer Look für Serbiens nationale Fluggesellschaft im Zuge der Beteiligung von Etihad Airways abgerufen am 2. August 2013
  13. aero.de - Etihad Airways eröffnet Europazentrale in Berlin abgerufen am 26. September 2013
  14. austrianaviation.net - Etihad Regional landet in Graz und Linz abgerufen am 17. November 2013
  15. Handelsblatt - Alitalia wird arabisch abgerufen am 18. Dezember 2013
  16. aerotelegraph.com - Etihad gründet eigene Allianz abgerufen am 8. Oktober 2014
  17. Vgl. Eisenkopf A./Knorr A., a.a.O., 2007, S. 218f., 226; Hinweis: 1 NM = 1.852m
  18. Vgl. Rothfischer B., Flughäfen der Welt; München 2007, S. 80f.
  19. Streckenkarte der Etihad Airways
  20. [1] abgerufen am 23. Oktober 2015
  21. [2] abgerufen am 23. Oktober 2015
  22. Etihad stellt Flüge nach Zürich auf Dreamliner um abgerufen am 9. Juni 2015
  23. Düsseldorf Airport – Medieninformation: Sommerflugplan 2016 abgerufen am 29. Mai 2016
  24. https://www.planespotters.net/airline/Etihad-Airways (englisch) abgerufen am 4. August 2016
  25. Etihad Airways Fleet Details and History. In: www.planespotters.net. Abgerufen am 4. August 2016.
  26. a b Orders & deliveries. Airbus, 1. November 2015, abgerufen am 1. November 2015 (englisch).
  27. Orders and deliveries. Boeing, 1. November 2015, abgerufen am 1. November 2015 (englisch).
  28. Etihad Airways – Unsere Flotte abgerufen am 27. Mai 2015
  29. Etihad Airways: An Bord abgerufen am 24. Dezember 2013
  30. SeatGuru - Sitzplan Boeing 777-300ER (77W) Three Class abgerufen am 24. Dezember 2013
  31. Airbus: „Industrial accident at Airbus facility - Saint Martin site“ (15. November 2007)
  32. flugzeugbilder.de: Bild der verunfallten Etihad A340-600 F-WWCJ / A6-EHG
  33. The Guardian - Five fires on Etihad flight from Melbourne terrify passengers (englisch) abgerufen am 20. Februar 2014
  34. Vgl. Paperlein J., Sportliche Angreifer vom Golf, in: Horizont Nr. 15, 10. April 2008, S. 18
  35. vgl. Aero 5 / 2008, S. 52
  36. carsten-scharf.de - Airbus A380