Etihad Airways

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Dieser Artikel behandelt die emiratische Fluggesellschaft. Für die Schweizer Fluggesellschaft siehe Darwin Airline.
Etihad Airways P.J.S.C.
الاتحاد
Logo der Etihad Airways
Airbus A380-800 der Etihad Airways
IATA-Code: EY
ICAO-Code: ETD
Rufzeichen: ETIHAD
Gründung: 2003
Sitz: Abu Dhabi, Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate
Drehkreuz:

Flughafen Abu Dhabi

Heimatflughafen:

Flughafen Abu Dhabi

Unternehmensform: Public Joint Stock Company (Aktiengesellschaft; Staatsunternehmen)
IATA-Prefixcode: 607
Leitung: Ray Gammell (CEO)[1]
Mitarbeiterzahl: 20.460[2] (2016)
Umsatz: US$ 9,02 Milliarden[1] (2015)
Fluggastaufkommen: 17,4 Millionen[1] (2015)
Allianz: Etihad Airways Partners
Vielfliegerprogramm: Etihad Guest
Flottenstärke: 124 (+ 182 Bestellungen)
Ziele: international
Website: www.etihad.com

Etihad (arabisch الاتحاد, DMG al-Ittiḥād ‚Union‘) Airways ist die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate mit Sitz in Abu Dhabi und Basis auf dem dortigen Flughafen. Sie ist Mitglied der Arab Air Carriers Organization und Gründer der Luftfahrtallianz Etihad Airways Partners. Etihad befindet sich vollständig im Besitz der Regierung von Abu Dhabi.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etihad Airways wurde Juli 2003 per Regierungserlass durch Chalifa bin Zayid Al Nahyan, dem Emir von Abu Dhabi, gegründet. Von der Regierung wurde ein Kapital von 500 Millionen AED (ca. 136 Millionen US$) für den Start zur Verfügung gestellt. Der Flugbetrieb begann am 5. November 2003 mit einem zeremoniellen Flug nach al-Ain. Der erste kommerzielle Flug mit dem Ziel Beirut fand am 12. November 2003 statt. Im ersten vollständigen Betriebsjahr 2004 transportierte Etihad rund 340.000 Passagiere. Drei Jahre später im Jahr 2007 beförderte man über 4,6 Millionen, im Jahr 2008 waren es 6,0 Millionen Passagiere.[3]

Am 20. Juni 2007 wurden im Rahmen der Pariser Luftfahrtschau in Le Bourget vier Airbus A340-600 sowie fünf A330-200 und erstmals drei A330-200F bestellt. Darüber hinaus einigte man sich mit Airbus auf eine Verschiebung der Auslieferung der vier bestellten A380-800. Die Auslieferung der ersten Maschine verzögerte sich zunächst von 2007 auf Mitte 2008; letztendlich erfolgte sie im Jahr 2014.

Im Dezember 2011 beteiligte sich Etihad Airways mit 29,2 % an der finanziell angeschlagenen Air Berlin und wurde somit zum größten Einzelaktionär. Zudem erfolgte eine umfangreiche Kooperation, darunter ein Codeshare-Abkommen sowie die Konformität bei den jeweiligen Vielfliegerprogrammen. Im Zuge dessen hat Air Berlin ihre Strecke von Berlin nach Dubai ab dem 15. Januar 2012 nach Abu Dhabi verlegt. Am Drehkreuz Abu Dhabi können Air-Berlin-Passagiere dann auf Etihad-Verbindungen umsteigen.[4] Im September 2013 bezog die Europavertretung von Etihad ihren neuen Hauptsitz in Berlin.[5]

Im Juli 2012 ging Etihad eine Zusammenarbeit mit Air France-KLM ein. Die Entstehung eines Gemeinschaftsunternehmens ist nicht ausgeschlossen.[6] Im 3. Quartal 2012 startete ein Codeshare- sowie ein Interlineabkommen mit Aer Lingus.[7] Am 1. August 2013 übernahm Etihad Airways 49 % von Jat Airways.[8][9] Im Zuge dessen wurde sie in Air Serbia umbenannt. Im Oktober 2013 genehmigte die indische Regierung die Beteiligung in Höhe von 24 % an Jet Airways für 20,6 Milliarden Rupien (etwa 246 Millionen Euro). Im November 2013 übernahm Etihad Airways einen Anteil von 33,3 % an der Schweizer Regionalfluggesellschaft Darwin Airline, die ihren Marktauftritt in der Folge in Etihad Regional änderte.[10] Im Dezember 2013 beteiligte sich Etihad Airways zu 49 % an Alitalia in Form einer Kapitalerhöhung um 300 Millionen Euro.[11] Im Oktober 2014 gründete Etihad Airways eine eigene Luftfahrtallianz namens Etihad Airways Partners.[12]

Mit der Insolvenz von Alitalia im Mai 2017 und dem Totalverlust der Beteiligung galt die ambitiöse Wachstumspolitik als gescheitert; nach Berufung eines neuen CEOs verkaufte Etihad im Juli 2017 seine Anteile der Darwin Airline. Anfang August 2017 kündigte Etihad dann die zunächst schriftlich zugesagte finanzielle Unterstützung an Air Berlin auf. In der Folge war Air Berlin gezwungen, einen Insolvenzeröffnungsantrag zu stellen (siehe Air Berlin#Insolvenz).

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geführt wird das Unternehmen von Scheich Ahmed Bin Saif Al Nahyan. Es besteht aus folgenden Bereichen:

Die Organisationsform ist durch eine sehr flache Hierarchie und entsprechend kurze Entscheidungswege gekennzeichnet, was nicht zuletzt daran liegt, dass sämtliche Leitungs- und Entscheidungsfunktionen bei der Herrscherfamilie, also den Eigentümern, gebündelt sind.

Laut Skytrax gehört die Etihad Airways neben All Nippon Airways, Asiana Airlines, Cathay Pacific, Eva Air, Garuda Indonesia, Hainan Airlines, Qatar Airways und Singapore Airlines zu den neun 5-Sterne-Fluggesellschaften der Welt (Stand: September 2016).[13]

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Etihad Airways angeflogene Länder (April 2014)

Von ihrer Heimatbasis, dem Flughafen Abu Dhabi, aus bedient Etihad Airways Ziele in Europa, Asien, Afrika, Australien sowie Nord- und Südamerika.[14]

Im deutschsprachigen Raum werden Düsseldorf, Frankfurt am Main, Genf, München und Zürich angeflogen.

Codesharing

Etihad Airways unterhält Codesharing-Abkommen mit folgenden Fluggesellschaften:[15] (Etihad-Airways-Partners-Mitglieder sind mit * gekennzeichnet)

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Airbus A320-200 der Etihad
Airbus A330-300 der Etihad
Boeing 777F der Etihad Cargo
Boeing 777-300ER der Etihad
Boeing 787-9 der Etihad im neuen Farbschema

Mit Stand Juni 2017 besteht die Flotte der Etihad Airways aus 124 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 6,0 Jahren:[16]

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt[17][18] Anmerkungen Sitzplätze[19]
(First/Business/Eco)
Airbus A319-100 002 106 (-/16/90)
Airbus A320-200 023 8 mit Sharklets ausgestattet 136 (-/16/120)
Airbus A320neo 010 - offen -
Airbus A321-200 010 mit Sharklets ausgestattet 174 (-/16/158)
Airbus A321neo 026 - offen -
Airbus A330-200 018 1 inaktiv 262 (-/22/240)
Airbus A330-200F 005 Frachtflugzeuge der Etihad Cargo
Airbus A330-300 006 231 (8/32/191)
Airbus A340-500 001 Ausmusterung vsl. bis Oktober 2017[20] 240 (12/28/200)
Airbus A340-600 007 316 (12/32/276)
Airbus A350-900 040 - offen -
Airbus A350-1000 022
Airbus A380-800 010 498 (11/70/417)
Boeing 777-200LR 005 225 (8/40/177)
Boeing 777F 005 001 Frachtflugzeuge der Etihad Cargo
Boeing 777-300ER 019 328 (8/40/280)
346 (8/30/308)
380 (-/40/340)
412 (-/28/384)
Boeing 777-8 008 + 12 Optionen - offen -
Boeing 777-9 017
Boeing 787-9 013 028 235 (8/28/199)
Boeing 787-10 030 + 12 Optionen - offen -
Gesamt 124 182

Sonderbemalungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugzeugtyp Luftfahrzeugkennzeichen Bemalung[21] Bild
Airbus A330-200 A6-EYE Manchester City A6-EYE 3 A330-243 Etihad Aws FRA 30JUN13 (9197673137).jpg
Airbus A330-300 A6-AFA „Visit Abu Dhabi A6-AFA A330-343E Etihad(AUH 2012) DUS 22JUN12 (7421572868).jpg
Airbus A340-600 A6-EHJ Abu Dhabi Grand Prix A6-EHJ@LHR 29MAY12 (11390065055).jpg

Beförderungsklassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Business Class einer Boeing 777-300ER der Etihad Airways

In allen Beförderungsklassen ist ein In-flight Entertainmentsystem sowie eine Steckdose am Sitzplatz verfügbar. In der „Diamond First Class“, die nicht auf allen Flügen angeboten wird, steht jedem Fluggast eine verschließbare Kabine zur Verfügung. Die „Pearl Business Class“ bietet in den Großraumflugzeugen Airbus A330/A340/A380 und Boeing 777/787 versetzte Sitze an, die sich in flache Betten umwandeln lassen; in den Schmalrumpfflugzeugen A319/A320/A321 konventionelle Ruhesessel.[22] Die Sitze der „Coral Economy Class“ stehen in den Boeing 777 in der relativ engen 3+4+3-Anordnung.[23]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Flugbetrieb der Etihad Airways gab es bisher keine Zwischenfälle mit erheblichen Personenschäden, jedoch einen Vorfall außerhalb des normalen Flugbetriebs: Am 15. November 2007 wurde ein fabrikneuer Airbus A340-600 während eines Triebwerktests auf dem Airbus-Gelände in Toulouse so stark beschädigt, dass die Maschine abgeschrieben werden musste. Die A340-600, die sechs Tage später an Etihad Airways hätte ausgeliefert werden sollen, setzte sich ungewollt in Bewegung und rollte in eine Betonwand. Durch diese wurde die Cockpitsektion vollkommen vom Rumpf getrennt und fiel auf der anderen Seite der Wand etwa fünf Meter tief zu Boden. Fünf der neun Insassen wurden verletzt.[24][25]

Sponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etihad Airways investierte in einen dreijährigen Sponsorvertrag mit Scuderia Ferrari in der Formel 1.[26] Außerdem war Etihad Hauptsponsor des Grand Prix von Abu Dhabi, der 2009 erstmals ausgetragen wurde.[27] Des Weiteren ist Etihad Sponsor der Sportarten Fußball (Etihad Stadium in Melbourne, Manchester City), Rugby (Harlequins) sowie Curling und Golf.

Etihad ist weiterhin Werbeträger für das zweitgrößte flugfähige Modellflugzeug der Welt, der Replika eines Airbus A380.[28]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Etihad Airways – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c etihad.com – Firmenprofil abgerufen am 1. Juni 2017
  2. aerotelegraph.com – Etihad Airways baut bis zu 3000 Stellen ab abgerufen am 19. Dezember 2016
  3. mydigitalfc.com – Record passenger growth tops impressive year (englisch), abgerufen am 27. Mai 2015
  4. airliners.de – Etihad steigt bei Air Berlin ein abgerufen am 19. Dezember 2011
  5. aero.de – Etihad Airways eröffnet Europazentrale in Berlin abgerufen am 26. September 2013
  6. aero.de – Etihad bestätigt Kooperationspläne mit Air France-KLM, 5. Juli 2012 abgerufen am 27. Mai 2015
  7. aero.de – Aer Lingus und Etihad Airways kooperieren, 31. Juli 2012 abgerufen am 27. Mai 2015
  8. flugrevue.de – JAT: Neustart als "Air Serbia" mit Hilfe von Etihad abgerufen am 2. August 2013
  9. pressebox.de – Neuer Name und neuer Look für Serbiens nationale Fluggesellschaft im Zuge der Beteiligung von Etihad Airways abgerufen am 2. August 2013
  10. Etihad Regional landet in Graz und Linz. austrianaviation.net, abgerufen am 17. November 2013.
  11. HandelsblattAlitalia wird arabisch abgerufen am 18. Dezember 2013
  12. aerotelegraph.com – Etihad gründet eigene Allianz abgerufen am 8. Oktober 2014.
  13. Certified 5-Star Airline Ratings. In: airlinequality.com. Abgerufen am 15. September 2016 (englisch).
  14. etihad.com – Reiseziele abgerufen am 2. November 2016
  15. etihad.com – Unsere Partner-Airlines abgerufen am 1. Juni 2017
  16. ch-aviationEtihad Airways (englisch), abgerufen am 1. Juni 2017
  17. Orders & deliveries. Airbus, 30. April 2017, abgerufen am 1. Juni 2017 (englisch).
  18. Orders and deliveries. Boeing, 23. Mai 2017, abgerufen am 1. Juni 2017 (englisch).
  19. etihad.com – Unsere Flotte abgerufen am 2. November 2016
  20. ch-aviationEtihad to end A340 ops by October 2017, 19. Mai 2017 (englisch), abgerufen am 1. Juni 2017
  21. planespotters.net – Etihad Airways Fleet Details and History (englisch), abgerufen am 1. Juni 2017
  22. etihad.com – An Bord abgerufen am 24. Dezember 2013
  23. seatguru.com – Sitzplan Boeing 777-300ER (77W) Three Class abgerufen am 24. Dezember 2013
  24. AirbusIndustrial accident at Airbus facility - Saint Martin site, 15. November 2007 (englisch)
  25. flugzeugbilder.de – Bild der verunfallten Etihad A340-600 F-WWCJ / A6-EHG
  26. Vgl. Paperlein J., Sportliche Angreifer vom Golf, in: Horizont Nr. 15, 10. April 2008, S. 18
  27. vgl. Aero 5 / 2008, S. 52
  28. carsten-scharf.de – Airbus A380