Caricatura

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Die Institution Caricatura wurde 1984 in Kassel als gemeinnütziger Verein gegründet. Seit 1995 betreibt sie die Caricatura – Galerie für Komische Kunst im KulturBahnhof Kassel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Caricatura wurde 1984 als gemeinnütziger Verein gegründet. Vor allem in den documenta-Jahren seit 1987 bietet die Caricatura eine Alternative zu diesen Ausstellungen, wenn sie in Querschnittsausstellungen bekannte Künstler des gegenwärtigen Komikschaffens präsentiert. Das Wirken der Caricatura ist beeinflusst durch die Aktivitäten der Neuen Frankfurter Schule, und so gehörten F. W. Bernstein, Robert Gernhardt und F. K. Waechter Anfang der 1980er Jahre zu den Förderern der ersten Stunde.

Im November 1995 wurde die Caricatura – Galerie für Komische Kunst im KulturBahnhof Kassel als gleichzeitiger Ausstellungs- und Veranstaltungsraum für Komische Kunst eröffnet. In mindestens fünf Ausstellungen pro Jahr werden hier zumeist aktuelle Arbeiten aus den Bereichen Cartoon, Karikatur, Bildergeschichte, Comic, Komische Zeichnung und Malerei gezeigt. Komische Kunst gibt es mehrmals im Jahr auch live zu sehen, bei Lesungen, Konzerten, Kabarettabenden und anderen Ereignissen. Des Weiteren ergänzt der Caricatura Shop mit einem Sortiment ausgewählter Postkarten, Druckgrafiken und Büchern das Angebot. Hier sind auch alle Veröffentlichungen aus der Caricatura Edition erhältlich.

Im August 2012 führte ein von Mario Lars gestaltetes Plakat am Eingang der Caricatura zu Protesten mehrerer christlicher Kirchen.[1] Am 22. August sei von privater Seite gegen den Künstler Anzeige nach § 166 StGB erstattet worden.[2] Aufgrund der Proteste hat der Künstler am 23. August eine Entfernung des Plakates veranlasst.[3]

Aufgaben und Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Caricatura leistet Ausstellungs- und Veranstaltungsarbeit zu Cartoon, Karikatur und Komischer Kunst im weitesten Sinn. Bekannte Künstler finden hier ein Forum. Im Galeriebetrieb wechseln Werkschauen, Themen- und Sammelausstellungen von und mit den in Deutschland bekanntesten aktuellen Cartoonisten, Karikaturisten und komischen Zeichnern auf ca. 250 m² Fläche. Neben fünf Ausstellungen pro Jahr finden auf der Galerie-Bühne regelmäßig Live-Veranstaltungen statt. Zum Veranstaltungsprogramm der Caricatura-Galerie gehören Lesungen satirischer und Komischer Literatur, Kabarett- und Theaterabende sowie Konzerte. In Kooperation mit der Kasseler Literaturstiftung Brückner-Kühner werden seit 1998 regelmäßig Veranstaltungen durchgeführt, darunter seit 2000 das Kasseler Komik Kolloquium „12 Stunden bis zur Ewigkeit“.

Caricatura-Wanderausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelne Projekte werden auch als Wanderausstellungen angeboten und gezeigt. Dieses Angebot wird systematisch ausgebaut und von einer angegliederten Agentur betreut. Bisher sind dreizehn Ausstellungen im Repertoire, u. a. von Greser & Lenz, Til Mette, Martin Perscheid, Harm Bengen und TOM. Auch Themen- und Sammelausstellungen werden angeboten, darunter „Einer geht noch - Cartoons und Karikaturen auf Leben und Tod“ oder „The Rejection Collection - Die besten Cartoons, die der New Yorker nie druckte“. Die Wanderausstellungen sind auch international in Österreich, in der Schweiz und in Paris vertreten.

Sommerakademie für Komische Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Galerie ist seit 2007 Ausrichtungsort der „Sommerakademie für Komische Kunst“, eines gemeinsamen Projekts mit dem Museum für Komische Kunst Frankfurt, der Fotter-Privat-Stiftung und dem Titanic-Magazin. Das Anliegen dieses Projekts ist es, im Rahmen eines Workshops Nachwuchszeichner auszubilden und zu fördern.

Nachwuchsförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Galerie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Nachwuchszeichnern der Komischen Kunst ein Ausstellungs-Podium zu bereiten. Seit 2006 werden in der Galerie und in der sich anschließenden Caricatura-Bar aktuelle Arbeiten der Kunsthochschule Kassel ausgestellt.

Der KulturBahnhof Kassel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1995 ist Kassels alter Hauptbahnhof der „erste KulturBahnhof Deutschlands“ (DB AG). Die Caricatura war federführend an der Gesamtkonzeption beteiligt. 1997 war der KulturBahnhof ein Standort der documenta X und befindet sich in weiterer Entwicklung. Er war eines der dezentralen Projekte der EXPO 2000.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fabienne Hurst: Karikaturenstreit in Kassel: „Wäre Gott nicht groß, wäre er keinen Witz wert“. Spiegel Online, 22. August 2012, abgerufen am 25. Mai 2014.
  2. Streit um Jesus-Karikatur - Gespräch soll Wogen glätten. HR Online, archiviert vom Original am 6. Februar 2013, abgerufen am 25. Mai 2014.
  3. bal: Blasphemie-Debatte: Künstler lässt Karikatur entfernen. Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 23. August 2012, abgerufen am 25. Mai 2014.

Koordinaten: 51° 19′ 6″ N, 9° 29′ 26″ O