Caulimoviridae

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Als Caulimoviridae bezeichnet man eine Familie von Pararetroviren, die vor allem Pflanzen schädigen. Die Vertreter der Caulimoviridae lassen sich in zwei Gattungen aufteilen: Die Gattung Caulimovirus weist eine ikosaedrische Symmetrie ihrer Proteinhülle (Kapsid) auf. Im Unterschied dazu sind die Vertreter der Gattung Badnavirus bazillenähnlich (bazilliform), das heißt stäbchenförmig, aufgebaut. Vertreter dieser Familie sind für bei Kulturpflanzen wirtschaftlich bedeutsame Viruserkrankungen verantwortlich. So ist der Tungrovirus als einer der Badnaviren der Verursacher schwerer Epidemien bei Reis (Oryza sativa), die weltweit für hohe Ertragseinbußen verantwortlich sind. Weitere durch Vertreter der Caulimoviridae geschädigte Kulturpflanzen sind beispielsweise Zuckerrohr, Kakaobäume oder Bananen.

Morphologie[Bearbeiten]

Die Vertreter der Caulimoviridae lassen sich in zwei größere Gruppen aufteilen, die sich morphologisch unterscheiden: Die Vertreter der Gattung Caulimovirus weisen eine dreischichtige Proteinhülle (Kapsid) mit ikosaedrischer Symmetrie auf. Die so gestaltete Hülle umgibt einen Innenraum von etwa 25 nm Durchmesser.

Die Vertreter der Badnavirus-Gruppe hingegen haben eine bazillenähnliche Struktur und sind stäbchenförmig geformt. Ihre Länge kann zwischen 60 und 900 nm variieren, beträgt aber im Schnitt 130 nm bei einem Durchmesser von 90 nm. Auch die Struktur der Badnaviren basiert auf einer ikosaedrischen Symmetrie.

Genom[Bearbeiten]

Auch bei der Genomorganisation setzen sich die Unterschiede zwischen den beiden genannten Hauptgruppen fort. Gemeinsam ist allen Vertretern eine doppelsträngige DNA (DsDNA) mit etwa 7000 bis 8000 Basenpaaren. Das Genom der Caulimoviren besteht aus einem Molekül einer doppelsträngigen dsDNA von 7,2 bis 8,2 kbp, die in den Viruspartikel offen zirkulär vorliegt. Das Genom des Cauliflower mosaic virus (CaMV) enthält dabei sieben so genannte Offene Leserahmen (ORF), Petunia vein clearing virus-like nur zwei ORF. Bei der Gattung Badnavirus und ihrer Typusspezies, dem Commelina yellow mottle virus (ComYMV), liegt das Genom ebenfalls als zirkuläre dsDNA mit 7,5 kbp und drei ORF vor. Nach dem erfolgreichen Eintritt in den Wirtsorganismus muss das virale DsDNA-Genom der Caulimoviridae mit Hilfe einer reversen Transkriptase in RNA transkribiert werden. Dies läuft bei den genannten Vertretern beider Gruppen nach dem gleichen Muster ab.

Übertragung[Bearbeiten]

Bei dem Cauliflower mosaic virus (CaMV) und wahrscheinlich anderen Caulimoviren spielen Blattläuse, speziell die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) und die Blumenkohllaus (Brevycorine brassicae) eine große Rolle als tierische Vektoren. Bei Badnaviren spielen auch Zwergzikaden oder Schildläuse eine Rolle als Überträgertiere. Die Übertragung erfolgt dabei semipersistent und nicht zirkulativ. Weitere Ausbreitungsmöglichkeiten sind durch die gängigen Methoden der generativen und vegetativen Vermehrung wie Samenaussaat oder Stecklingsvermehrung gegeben.

Systematik[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Uni Hamburg (PDF; 4,9 MB) - Skript Allgemeine Genetik, Übersicht über Caulimoviren mit Abbildungen von S. 15–25.