Cherubino Patà

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Gebirgsfluss, signiert G. Courbet

Pietro Antonio Cherubino Patà (* 9. Juni 1827 in Sonogno, Kanton Tessin; † 2. Februar 1899 in Gordola) war ein Schweizer Maler des Realismus. Als Weggefährte und Nachahmer von Gustave Courbet widmete er sich in erster Linie der Landschafts- und Porträtmalerei.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cherubino Patà kam 1827 in Sonogno als eines von sechs Kindern des Schafhirten Abbondio Patà und dessen Frau Apollonia (geborene Tamò) zur Welt. Er besuchte eine Zeichenschule in Locarno und erhielt als ersten Auftrag 1854 die Dekoration der Kirche von Sonogno. Von 1856 bis 1858 reiste er als Porträtmaler durch die Westschweiz, ehe er 1860 nach Lyon auswanderte.[1] Dort heiratete er 1866 die Deutschschweizerin Emilie Schnewlin (1839–1898), mit der er zwei Töchter und einen Sohn hatte.[2]

Nachdem sich die Familie in Paris niedergelassen hatte, stellte Patà ab 1868 regelmässig in den dortigen Salons aus. Er freundete sich mit dem französischen Maler Gustave Courbet an und wurde dessen Schüler, Assistent und Geschäftsagent. 1873 sah sich Courbet als Mitglied der Pariser Kommune gezwungen, ins Ausland zu flüchten. Patà folgte ihm ins Exil nach La Tour-de-Peilz[3] und die beiden fertigten gemeinsam zahlreiche Landschaftsbilder an. Nach einer Algerienreise in den 1880er Jahren lebte er in La Chaux-de-Fonds und schliesslich in Gordola, wo er 1899 starb.[1]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cherubino Patà machte sich einen Namen als Landschafts-, Genre- und Porträtmaler.[3] Während seine Bilder aus Jugendjahren als naiv beschrieben werden und sein Spätwerk dem Realismus zuzuordnen ist, durchzieht eine unterschiedliche Qualität sein Gesamtwerk. Der Verdacht, die Malereien seines künstlerischen Vorbilds Courbet plagiiert zu haben – Patà signierte einige Werke mit dem Namen seines Lehrers – schmälerte sein Ansehen.[1] Patàs Ölgemälde werden oft im Rahmen von Courbet-Retrospektiven, so zum Beispiel 1988 im Musée Courbet in Ornans, ausgestellt. Die meisten seiner Werke befinden sich heute in Privatbesitz.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1876: Paysage forestier (Waldlandschaft). Öl auf Leinwand, 51 × 62 cm (mit Gustave Courbet).
  • 1882: La Cascade de la Billaude, Franche Comté (Der Wasserfall von Billaude). Öl auf Leinwand, 149,8 cm × 200,4 cm.
  • 1885: Paysage d’hiver avec maison (Winterlandschaft mit Haus). Öl auf Leinwand, 38 × 46 cm.
  • 1888: Fortresse sur une colline, Algerie (Festung auf einem Hügel, Algerien). Öl auf Leinwand, 48,3 × 59,7 cm.
  • Paysage de lac léman dans les alpes (Landschaft am Genfersee in den Alpen). Öl auf Leinwand, 65,1 × 81,3 cm.
  • Paysage motagnaux (Berglandschaft). Öl auf Leinwand, 37,5 × 60,5 cm. (evtl. gemeinsam mit Courbet)
  • Les falaises à Launde (Die Klippen von Launde). Öl auf Leinwand, 50 × 61 cm.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Cherubino Patà – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Pierre Chessex: Cherubino Patà. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 25. November 2009, abgerufen am 22. Januar 2018.
  2. Famiglia Patà-Schnewlin. GenData.ch, abgerufen am 22. Januar 2018 (italienisch).
  3. a b Patà, Cherubino. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 26: Olivier–Pieris. E. A. Seemann, Leipzig 1932, S. 290.