Christiane Altzweig

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Christiane Altzweig mit einer Pappmaché-Figur von Charlie Chaplin
„Tango!“

Christiane Altzweig (* 6. Juni 1971 in Regensburg) ist eine deutsche Kunsthandwerkerin, die sich auf die Verarbeitung von Pappmaché spezialisiert hat. Sie lebt und arbeitet in Fürth und betreibt dort ihr Atelier Pappmaschee Universum.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christiane Altzweig absolvierte in Regensburg eine Berufsausbildung zur Schauwerbegestalterin mit dem Schwerpunkt Grafik und im Fernstudium eine weitere Ausbildung zur Werbetexterin. Danach wandte sie sich der Gegenständlichen Kunst zu, zunächst der Malerei. Ihr bevorzugtes Malmedium sind Gouache-Farben und Farbstifte für Illustrationen. Später konzentrierte sie sich weitgehend auf Pappmaché.[1][2]

Im Jahr 2008 eröffnete sie in Fürth das Atelier „Pappmaschee Universum“, zunächst unter dem Namen „Frau Kramers Welt“.[3] Christiane Altzweig machte vor allem durch ihre Plastiken und ihre lebensgroßen Nachbildungen von prominenten Persönlichkeiten wie Marilyn Monroe, Charlie Chaplin und Albrecht Dürer sowie Kunstfiguren und Tieren auf sich aufmerksam. Die Figuren sind teilweise monochrom oder polychrom bemalt, zum anderen Teil mit bedruckter Zeitung beklebt.[4] Altzweig führt zudem regelmäßig Streetart-Aktionen durch, unter anderem mit dem sogenannten „Ohr an der Hauswand“.

Zu den bekannteren Arbeiten zählen eine Miniatur-Figur von Henry Kissinger, die diesem zusammen mit einem Foto der lebensgroßen Pappmaché-Figur in New York zu seinem 95. Geburtstag vom Fürther Oberbürgermeister überreicht wurde,[5] und die fiktiven Bühnenfiguren „Waltraud und Mariechen“ für die Mainfrankensäle zum Frankenfasching in Veitshöchheim, die heute im Deutschen Fastnachtsmuseum stehen.[1] Ein weiteres Werk war die Figur des 2009 verstorbenen Malers und Erlanger Stadtoriginals Erhard Königsreuther („Pinsl“), die im Jahre 2012 zunächst in der V-art Galerie und dann auf dem Burgberg zur Bergkirchweih in Erlangen ausgestellt wurde.[6] Für den traditionellen Schembartlauf überarbeitete sie im Jahr 2014 die zu diesem Anlass gezeigten Pappmaché-Pferde.[7]

Die von ihr gestaltete lebensgroße Figur eines historischen Fotografen mit Balgenkamera war von Mai bis September 2016 Teil der Ausstellung „Bitte lächeln!“ Kinder. Spielzeug. Fotografien. des Spielzeugmuseums Nürnberg.[8] Für die Weihnachtsausstellung des Spielzeugmuseums im Nürnberger Rathaus Wolffscher Bau Ende 2016[9] modellierte sie Nachbildungen des Nürnberger Christkindes[10] und des Krampus sowie eines Hippiepaars;[1] für die Frauenkirche Nürnberg ein Jesuskind, nachdem sie dort bereits 2010 zu Weihnachten den Altar gestaltet hatte[11]. Ausstellungen fanden unter anderem in der Kofferfabrik im Jahr 2000[12] und auf der Consumenta 2012 statt.[1][13], im Jahre 2010 nahm sie an den Fürther Ateliertagen teil.[14]

Figuren von Christiane Altzweig in der Ausstellung „Dilemmakids 1920“ im Stadtmuseum Schleswig

Für das Stadtjubiläum „200 Jahre Stadterhebung“ im Jahre 2018 fand unter den Fürther Bürgern eine Abstimmung darüber statt, wer die zehn wichtigsten Persönlichkeiten Fürths seien, die dann entsprechend dem Ergebnis von Christiane Altzweig lebensgroß gestaltet wurden.[15] Zunächst waren die Figuren zum Stadtjubiläum von April bis Juni 2018 im Stadtmuseum Fürth Teil einer Sonderausstellung,[16] danach an Orten, zu denen sie einen Bezug haben, so zum Beispiel Alfred Nathan im Klinikum Fürth, Max Grundig im Rundfunkmuseum Fürth, Wilhelm Löhe in der Nürnberger Wilhelm-Löhe-Schule und Henry Kissinger als Fan der SpVgg Fürth im Sportpark Ronhof.[17] Heute stehen die lebensgroßen Pappmaché-Nachbildungen im Fürther Rathaus.[18][19]

Für die Ausstellung „Dilemmakids 1920. Kinder und Jugendliche im Grenzkampf – Børn og unge i grænsekampen“ zum 100. Jahrestag der Volksabstimmungen über die Grenze zwischen Deutschland und Dänemark modellierte sie Pappmaché-Nachbildungen von Kindern und Jugendlichen; dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Dänischen Zentralbibliothek für Südschleswig und des Stadtmuseums Schleswig. Die Ausstellung musste unmittelbar nach der Eröffnung auf Grund der COVID-19-Pandemie bedingten Museenschließungen geschlossen werden, eine Wiedereröffnung und Verlängerung ist geplant.[1][20]

Berichterstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehsendungen/Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Homepage Christiane Altzweig: Über mich. (Abruf 6. Mai 2020).
  2. Bayerischer Rundfunk, Frankenschau vom 25. Februar 2020: Kunstwerke aus Altpapier. (Abruf 5. April 2020).
  3. kunst und künste: Künstler in der Innenstadt – Ein Interview mit Christiane Altzweig. In: INNENstadtLEBEN!, Stadtteilzeitung Westliche Innenstadt Fürth, 4/2008, 5. November 2008, S. 4
  4. Homepage Christiane Altzweig: Atelier. (Abruf 5. April 2020).
  5. Stadtspitze besucht Kissinger. MarktSpiegel, 1. Juni 2018 (abgerufen am 5. Mai 2020)
  6. Erlanger Nachrichten vom 30. Mai 2012: Ein Pinsl-Gedenk-Berg.
    Pinsl unsterblich: Der Bergkönig kehrt zurück. Auf: der-berg-ruft.de (betrieben von Nordbayern.de) vom 24. Mai 2012. (Abruf: 5. April 2020).
  7. Clemens Helldörfer: Vorbereitungen auf den Schembartlauf. Rosskur für die Pappmaschee-Pferde.In: Nürnberger Zeitung vom 29. Januar 2014, S. 10.
  8. „Bitte lächeln!“ Kinder. Spielzeug. Fotografien. Presseinformation der Stadt Nürnberg/Museen der Stadt Nürnberg vom 12. Mai 2016 (PDF), S. 2. (Abruf: 5. Mai 2020).
  9. „Passend zum Titel der Ausstellung hat die Fürther Künstlerin Christiane Altzweig das Nürnberger Christkind in Lebensgröße gestaltet.“ „Weihnachtsausstellung des Spielzeugmuseums im Nürnberger Rathaus Wolffscher Bau, 25. November bis 24. Dezember 2016“, museen.nuernberg.de/spielzeugmuseum Spielzeugmuseum Nürnberg
  10. Presseinformation der Museen der Stadt Nürnberg vom 28. November 2016 (PDF), S. 2. (Abruf: 4. Mai 2020).
  11. Roland Huth: Angekommen?!? In: mittendrin. Magazin der Katholischen Innenstadtkirche Nürnberg – Frauenkirche/St. Elisabeth/St. Klara. Ausgabe 3/2010 (Dezember-Februar), S. 14
  12. Geoffrey Glaser: Rahmen-an-Rahmen-Kampf. Galerie Bockovski spekuliert mit ihren „1000 Meisterwerken“ auf ästhetische Reibungen besonderer Art. In: Fürther Nachrichten vom 22. Juni 2000, S. 38.
  13. Wolf-Dietrich Weißbach: Frau Kramers Welt, Franken Magazin November/Dezember 2013
  14. Claudia Schuller: Fürther Kunst bricht sich Bahn. In: Fürther Nachrichten vom 27. September 2010.
  15. Startschuss: Das Jubiläumsjahr soll Fürth verändern. In: Fürther Nachrichten vom 27. April 2018. (Abruf 6. Mai 2020).
  16. Fürther Persönlichkeiten treffen aufeinander: Eindrucksvolle Sonderausstellung (zuerst) im Stadtmuseum, Blauer Kurier, Mai 2018, S. 23.
    200=10 - Fürther Persönlichkeiten in Pappmaschee, Marktspiegel, 22. Mai 2018.
    200 Jahre eigenständig. Stadt Fürth (Hrsg.), November 2017, S. 34.
    StadtZeitung: Das Festjahr „200 Jahre eigenständig“ nimmt Fahrt auf (PDF). Ausgabe 9 vom 9. Mai 2018, 74. Jg., S. 1,9.
  17. Fürther Pappkameraden auf Wanderschaft. In: Fürther Nachrichten vom 25. Juni 2018. (Abruf 4. April 2020).
  18. Johannes Alles: Pappfiguren und 200 neue Bäume zum Fürther Jubiläum. In: Fürther Nachrichten vom 14. September 2016. (Abruf 4. April 2020).
  19. Claudia Schuller: Das Rathaus als Kunstquartier. In: Fürther Nachrichten vom 5. November 2019.
  20. Sven Windmann: „Dilemmakids“: Ein Blick auf die Kinder von 1920. In: Schleswiger Nachrichten vom 4. März 2020. (Abruf: 7. Mai 2020)
    Joachim Pohl: Schleswiger Stadtmuseum trotzt Corona-Krise. In: Schleswiger Nachrichten vom 17. April 2020. (Abruf: 7. Mai 2020)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Christiane Altzweig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 28′ 34,69″ N, 10° 59′ 5,23″ O