Christine Lehmann

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Dieser Artikel befasst sich mit der Schriftstellerin Christine Lehmann. Zur Schachspielerin siehe Christina Lehmann.
Christine Lehmann 2015

Christine Lehmann (* 1958 in Genf) ist eine deutsche Schriftstellerin. Sie veröffentlicht seit 1994 Krimis, Kurzkrimis, Unterhaltungsromane und Kriminal-Hörspiele und betreibt Blogs.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christine Lehmann ist die Tochter des Journalisten und Sachbuchautors Johannes Lehmann. Nach dem Abitur in Stuttgart und nach dem Studium der Literaturwissenschaft wurde sie über die Frage promoviert, warum die Heldin des bürgerlichen Romans am Schluss meist stirbt. Lehmann war während des Studiums Redakteurin einer Literaturzeitschrift und ist seit 1990 Redakteurin für Nachrichten und Politik beim Südwestrundfunk, dem ehemaligen Süddeutschen Rundfunk. Sie ist verheiratet mit dem Mathematiklehrer und Autor Bertram Maurer. Sie lebt in Stuttgart und Wangen im Allgäu. Sie war Mitglied im Syndikat (Verein deutschsprachiger Kriminalschriftsteller) bis zum Austritt 2014, bei Attac, Greenpeace und Plan International, außerdem Fellow im InkriT (Berliner Institut für kritische Theorie), Mitglied bei Mathematik zum Anfassen e.V., der Wangemer Narrenzunft Kuhschelle weiß-rot und im Stuttgart-Cannstatter Ruderclub. In den Vorstand des Landesbezirks Baden-Württemberg des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di wurde sie 2009 zunächst als Beisitzerin und 2013 zur Vorsitzenden gewählt. 2013 begann Lehmann das Blog "Radfahren in Stuttgart", das sich zu einer online-Zeitung für Stuttgarts Radfahrer entwickelt hat, und wurde von Bündnis 90/Die Grünen in den Bezirksbeirat Stuttgart Süd bestellt, seit 2015 ist sie Stadträtin im Gemeinderat von Stuttgart.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Kriminalromane hatten zunächst nur mäßigen Erfolg. Der erste Roman Kynopolis (1994) ist ein Hundekrimi. Es folgten Der Masochist (1997), Training mit dem Tod (1998), Der Pferdekuss (1999), die eine Trilogie um die bisexuelle Detektivin Lisa Nerz bilden. Diese vier Romane spielen in Stuttgart und Umgebung. Bei Ariadne in Hamburg ist dann der vierte Lisa Nerz Krimi erschienen: Harte Schule (2005), und Ende desselben Jahres Höhlenangst, ein Krimi, der auf der Schwäbischen Alb spielt. Ab 2006 hat Ariadne außerdem damit begonnen, die ersten drei Rowohlt-Krimis in überarbeiteten Fassungen neu aufzulegen. 2007 erschien der Krimi Allmachtsdackel, in dem es Lehmanns Hauptfiguren, Lisa Nerz und Oberstaatsanwalt Dr. Richard Weber, in Webers Heimatstadt Balingen verschlägt. Im Nachtkrater (2008) verschlägt es Lisa Nerz auf den Mond. Der Krimi spielt zur Hälfte am Bodensee und zur anderen auf einer fiktiven Mondstation am Shackleton-Krater (Südpol). Lehmann hat sich bei der Recherche und Konstruktion der Mondstation vom Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart helfen lassen.

Lehmanns erfolgreichster Roman war Der Bernsteinfischer (2000), ein Liebesroman, der für die ARD mit dem Schauspieler Heiner Lauterbach in der Hauptrolle verfilmt wurde. Er erzählt die Geschichte eines Fotografen, der sich vor seiner Vergangenheit auf der Insel Hiddensee versteckt.

Im Jahr 2003 erschien der Roman Die Racheengel. Die Liebesdiebin erschien im Jahr 2005 und wurde 2006 ins Russische übersetzt. Im Jahr 2007 erschien der Liebesroman Auf den Spuren der Liebe, der einen Blick auf die Mitglieder einer fiktiven Boygroup und ihrer Groupies wirft und in Hamburg, Berlin und auf der Insel Rügen spielt.

In ihren Krimis missachtet Lehmann gängige Rollen- und Verhaltensmuster und probiert in scheinbar banalen Alltagssituationen aus, was passiert, wenn sich die Figuren anders verhalten, als man es üblicherweise erwartet.

Im Jahr 2007 kamen Kriminal-Hörspiele zu Lehmanns Produktion dazu. Es sind im Auftrag des Südwestrundfunks drei Hörspiele für die 2008 neu aufgelegte ARD-weite Hörspiel-Reihe Radio-Tatort entstanden: Himmelreich und Höllental (Sendedatum März 2008), Mordlauf (Sendedatum Juli 2008) und Blutoper (Sendedatum Mai 2011).

Lehmann veröffentlicht außerdem historische Liebesromane unter dem Pseudonym „Madeleine Harstall“. 2004 erschien Das Geheimnis der Gräfinnen (Droemer Knaur). Der Roman behandelt auf der historischen Ebene Leben, Vertreibung und Flucht aus Ostpreußen und spielt in der Gegenwartsebene auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst an der Ostsee. 2006 folgte Die Brückenbauerin (Droemer Knaur), ein Roman, der sich mit der zu Kriegsende gesprengten Karnin-Brücke von Anklam nach Usedom befasst. Fiktion ist dabei, dass die Brücke von einer Frau gebaut wurde. Lehmann nimmt das Schicksal dieser Brücke zum Anlass, sich nicht nur mit dem Alltagsleben Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zu beschäftigen. Es geht in dem Roman um das rätselhafte Tunguska-Ereignis und die Erfindungen des Nikola Tesla.

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991 Das Modell Clarissa : Liebe, Verführung, Sexualität und Tod der Romanheldinnen im 18. Und 19. Jahrhundert, Metzler (Dissertation), ISBN 3-476-00748-0
  • 2006 Karl Culmann und die graphische Statik, zus. mit Bertram Maurer ISBN 3-433-01815-4
  • 2010 Von Arsen bis Zielfahndung - Das aktuelle Handbuch für Krimiautorinnen und Neugierige (Christine Lehmann und Manfred Büttner), Ariadne ISBN 978-3-88619-720-0

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Bernsteinfischer ARD/degeto EAS 2005

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Himmelreich und Höllental, SWR-Produktion 2008, Reihe Radio-Tatort, EAS: März 2008 SWR, BR, SR, WDR, MDR, NDR, Radio Bremen u.a.
  • Mordlauf, SWR-Produktion 2008, Reihe Radio-Tatort, EAS: Juli 2008 SWR, BR, SR, WDR, MDR, NDR, Radio Bremen u. a.
  • Blutoper, SWR-Produktion 2011, Reihe Radio-Tatort, EAS: Mai 2011 SWR, BR, SR, WDR, MDR, NDR, Radio Bremen u. a.

Kurzkrimis in Anthologien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radfahren in Stuttgart

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Todesfälle auf dem Mond“ Rezensiert von Thomas Wörtche