Copșa Mică

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Copșa Mică
Kleinkopisch
Kiskapus
Wappen von Copșa Mică
Copșa Mică (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Sibiu
Koordinaten: 46° 7′ N, 24° 15′ OKoordinaten: 46° 7′ 2″ N, 24° 14′ 38″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 295 m
Fläche: 25,9 km²
Einwohner: 5.404 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 209 Einwohner je km²
Postleitzahl: 555400
Telefonvorwahl: (+40) 02 69
Kfz-Kennzeichen: SB
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Daniel-Tudor Mihalache (PNL)
Postanschrift: Str. Aleea Castanilor, nr. 8
loc. Copșa Mică, jud. Sibiu, RO–555400
Website:

Copșa Mică (deutsch Kleinkopisch, ungarisch Kiskapus) ist eine Kleinstadt im Kreis Sibiu in Siebenbürgen (Rumänien).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteil von Copșa Mică

Die Kleinstadt liegt an der Mündung des Flusses Vișa (Weißbach) in die Târnava Mare (Große Kokel) und ist 43 Kilometer von der Kreishauptstadt Sibiu (Hermannstadt) und zwölf Kilometer von Mediaș (Mediasch) entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1402 unter der Bezeichnung Parva Kabaz erstmals urkundlich erwähnt. Der Name lässt auf eine Zollstation schließen, denn in der ungarischen Form bedeutet er etwa „Kleines Tor“. Auf dem Gelände der heutigen evangelischen Kirche wurde im 15. Jahrhundert ein Wachtturm errichtet.

Nachhaltig beeinflusst wurde die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Ortschaft durch die Entdeckung von Methangas im Jahr 1913.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mandate im Lokalrat (Wahlen 2016):

  • PNL: 10
  • PSD: 3
  • UDMR: 1
  • Partidul Blocul Unității Naționale (BUN): 1

Wirtschaft und Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1989 ist die Einwohnerzahl des Städtchens um 23 Prozent gesunken. Viele der verbliebenen Menschen leben in bescheidenen Verhältnissen. Die Arbeitslosenrate betrug im Jahr 2000 56 Prozent, während es im Landesdurchschnitt damals 12 Prozent waren.

Nach dem industriellen Niedergang wurde Copșa Mică am 24. November 2000 für zehn Jahre zur wirtschaftlich benachteiligten Region erklärt. Dadurch werden in diesem Gebiet tätige Investoren und Firmen sowohl von Zollgebühren wie auch von der Mehrwertsteuer beim Import bzw. Kauf von Anlagen und Ausrüstungen befreit.

Umweltsituation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend gilt als eines der Gebiete Rumäniens mit der höchsten Umweltschädigung. Grund dafür war der Betrieb einer Rußfabrik und einer Buntmetallhütte ab dem Jahr 1939. Nachdem der rumänische Staat in den Jahren 1965 bis 1970 weiter große Investitionen tätigte, gelangte Copșa Mică in den 1980er Jahren als gigantische „Giftküche“ zu traurigem Weltruhm. Auch der Verkehr belastete die Menschen zusätzlich.

Die Rußfabrik wurde 1993 stillgelegt, was in Copșa Mică und Umgebung zu einem Rückgang der sichtbaren Verschmutzungen geführt hat. Jedoch bestehen die unsichtbaren und wesentlich gefährlicheren Giftbelastungen durch Schwermetalle weiterhin, da die Buntmetallhütte bis 2008 in Betrieb war. Wegen der weltweiten Wirtschaftskrise gibt es seitdem nur noch Instandhaltungsbetrieb; eine erneute Inbetriebnahme ist jedoch nicht ausgeschlossen.

Die Vegetation um Copșa Mică hat nicht zuletzt auch durch die damalige Rußproduktion einen derartig nachhaltigen Schaden erlitten, dass die Hügel in der Umgebung nur sehr dünn bewachsen waren. Im Ort selber waren und sind einzelne Häuser heute noch vom Rußnebel von damals grau bis fast schwarz gefärbt. Die massiven Verschmutzungen wurden bei Westwind sogar bis ins ca. 12 km entfernte Mediaș getragen und sorgten dort für zeitweise beißenden, schwefeligen Gestank und bei Niederschlag für „schwarzen Regen“ oder Schnee. Copșa Mică wurde daher von Seiten diverser Umweltschutzorganisationen bereits mehrfach als einer der am stärksten verschmutzten Plätze Europas bezeichnet.

Bildergalerie Rußfabrik und Buntmetallanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Bilder sind alle im Jahr 2002 entstanden. Die Natur hat sich seither weiter erholt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Straßenverbindung von Kleinkopisch nach Hermannstadt – heute Nationalstraße DN 14 – wurde in den Jahren 1850 bis 1867 errichtet. Bald danach, 1872, wurde die Kreishauptstadt durch eine über Kleinkopisch führende Zugstrecke an das siebenbürgische Eisenbahnsystem angeschlossen.[2] Bis zum heutigen Tag ist die Ortschaft ein wichtiger Bahnknotenpunkt für die CFR.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kleinkopisch gibt es drei Kindergärten, drei Schulen mit acht Klassen, ein Lyzeum, eine Berufsschule, eine weiterbildende und eine technische Schule.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Copșa Mică – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de
  2. SIBIU – CENTRUL TURISMULUI FEROVIAR DE EPOCA, abgerufen am 5. Juni 2011 (Memento vom 5. Juni 2011 im Internet Archive)