Cornel Wachter

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Anlässlich der 30. Jahrestagfeier zu "the CIVIL warS" im Odeon-Kino Köln, v.L.n.R.: Hannelore Lübeck, Cornel Wachter, Robert Wilson
Tischskulptur „Diary of an ennuyé - Tagebuch eines Gelangweilten“, aus der Sammlung des Kunstmuseum Bonn
Goethe-Bronzeskulptur von Cornel Wachter "Das große Heia machen"
Kunstprojekt Have a nice round von Cornel Wachter
SC Fortuna Köln-Oberligamannschaft 2003: alle Spieler und Trainer werben mit dem Slogan „Einem nackten Mann greift man nicht in die Tasche – aber unter die Arme“ für Spenden und den Erlass der Gläubiger-Forderungen
Palina Rojinski als Model für die Kampagne „Die 1 muss stehen“
Hommage Ruhender Verkehr, eine fahrbereite rote Mercedes-Benz A-Klasse im Betonmantel (zum 75. Geburtstag von Wolf Vostell), Rheinisches Landesmuseum Bonn
Hommage für Wolf Vostell (Cornel Wachter) (Bonn) jm01954.jpg
Ruhender Verkehr in der Nacht zum 16. Mai 2012 von Unbekannten eingehäkelt
Preiskulpturen von Cornel Wachter des Bocuse d´Or Germany, der Weltmeisterschaft der Köche
Kunstaktion Weihnachten 2015 mit Cosma Shiva Hagen als Maria und Dr. Mark Benecke als Josef
Kampagnebild der Darmkrebs-Vorsorgeaktion von Cornel Wachter und Timo Belger

Cornel Wachter (* 25. November 1961 in Köln) ist ein deutscher Bildhauer und Maler. Er ist ein Ur-Urenkel des Augenarztes Albert Mooren.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur am Humboldt-Gymnasium Köln absolvierte Cornel Wachter die Ausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer an der Bauhütte der Hohen Domkirche zu Köln und arbeitete in der Dombauhütte eine Zeit als Geselle.

1986 initiierte er die erste Benefiz-Schallplatte für den Erhalt des Kölner Domes. Hartmut Priess, Hans Knipp und Cornel Wachter dichteten den Kölschen Klassiker Mer losse d'r Dom en Kölle in Mer Helfe Dem Dom En Kölle um. Die Brutto-Erlöse gingen an den Zentral Dombauverein Köln. Auftritte der Bläck Fööss mit dem eigens zusammengestellten Chor des Bauvolks am Kölner Dom folgten in TV-Sendungen im ZDF und anläßlich des Domjubiläums im Jahr 1998 auf der großen Bühne vor der Kathedrale.

Wachter war Mitwirkender der „CIVILwarS—Produktion“ von Robert Wilson, Heiner Müller und Jürgen Flimm. Es folgte die Beteiligung am Künstlerduo UnterbezirksDada. Neben weltweiten Einzelausstellungen erstellte er 1993 eigene Arbeiten im Atelier des Malers Sigmar Polke. 1999 war Wachter Initiator und Organisator der Wiederbelebung der ersten Oper mit deutschem Libretto, Alceste (1773) von Anton Schweitzer und Christoph Martin Wieland. 2001 kam es zur Weltersteinspielung mit den Erfurter Philharmonikern auf zwei CDs für Naxos und weltweit auf Marco Polo. Er war zudem Gründungsmitglied des „Club der offenen Herzen“ zur Unterstützung obdachloser Mitbürger. 2002 startete er das weltweite Kunstprojekt „Have a nice round“ im Land- und Golf-Club von Köln. 2007 machte das Projekt auf den Trikots der größten Jugendabteilung im DFB, der des SC Fortuna Köln, Station.

2003 war Wachter zusammen mit Pfarrer Hans Mörtter Initiator und Organisator des „Kölner Signals gegen den Irak-Krieg“, für das er unter anderem Günter Grass, Walter Jens, Dieter Wellershoff und viele andere Prominente als Unterstützer gewann.

Wachters künstlerische Reaktion auf das Attentat am Gutenberg-Gymnasium von Erfurt, die Tischskulptur „Diary of an ennuyé - Tagebuch eines Gelangweilten“ ist Teil der ständig gezeigten Sammlung des Kunstmuseums Bonn.

2003 startete er das Projekt Geist ist geil mit einer großen Ausstellung in der ACC Galerie Weimar.

2003 legte Cornel Wachter die Logos seines weltweiten Kunstprojektes „Have a nice round“ in 15 verschiedenen Sprachen über die Fassade des Hotels Elephant.[1]

2003 stand der Fußballverein SC Fortuna Köln, bei dem Wachter die Mitgliedernummer „11“ trägt, vor der drohenden Insolvenz. Fans starteten einen Spendenmarathon und baten als Ideengeber den Künstler Cornel Wachter hinzu. Dessen erste Aktion zusammen mit dem Graphiker Marc Tölle war die Berufung von Schirmherren. Dies wurden der Philosoph und Fußballfan Walter Jens sowie der Olympiasieger Dieter Baumann, der passend zur Situation des Vereins selbst während seiner sportlichen Karriere hingefallen und wieder aufgestanden war. Es folgte Wachters Pressefoto mit der nackten Oberligamannschaft samt Trainer Ralf Aussem und Co-Trainer Dieter Epstein, das um die Welt ging und die Spendenbereitschaft von halb Köln wecken konnte. Wachter ließ ungewöhnliche Aktionen folgen, um auf den angeschlagenen Verein mit der seinerzeit größten Jugendabteilung im DFB aufmerksam zu machen: Die Sammelaktion bei Prostituierten des Bordells Pascha („Auch deren Kinder spielen in Köln Fußball und sind Teil unserer Gesellschaft und jetzt muss jeder helfen, das die Kinder der Fortuna ihre Heimat behalten“, bemerkte Wachter seinerzeit im Kölner Stadtanzeiger, die Aktion erklärend) mit dem Schauspieler Ralf Richter, dem Fan Andreas Palanci und dem Südstadtpfarrer Hans Mörtter oder – mit Unterstützung des Rennfahrers Michael Schumacher und dessen Vater Rolf – den Fortuna-Kart-Cup auf Schumachers Indoorkartbahn in Kerpen für die Mitarbeiter der hilfreichen Kölner Presse. Heute spielt der Verein mit seiner ersten Mannschaft wieder in der 3. Bundesliga.

Im Frühjahr 2006 startet Cornel Wachter mit dem Kommunikationsdesigner Timo Belger die Kunst-Kampagne DIE 1 MUSS STEHEN!, die wohl einzige Kampagne zur Fußball-WM 2006, die sich auf ökologisch und sozial zertifizierten Textilien präsentierte, den öko-fairen LamuLamu-T-Shirts der Katholischen Landjugendbewegung(KLJB) Deutschland. Viele Fußballfreunde in Deutschland bewegte vor der WM 2006 die Frage: Wer steht zur WM 2006 im Tor der deutschen Nationalmannschaft? Mit der Kampagne „DIE 1 MUSS STEHEN!“ gaben Belger und Wachter ihre Antwort, Oliver Kahn war für die Künstler 2006 die „Spitze der Torwartschöpfung“ und sie forderten ihn als Nummer 1 im Tor der Deutschen Nationalmannschaft. Das Kampagnelogo lehnte sich an das bekannte Zeitstrahlbild der Evolution des Menschen, vom Vormensch Australopithecus bis zum aufrecht gehenden Mensch an. Der aufrechtgehende Mensch war im Kampagnelogo Oliver Kahn in Torwartmontur und Jubelhaltung. Die Erlöse der Kampagne kamen Initiativen zugute, die sich um drogensüchtige und obdachlose Jugendliche bemühen. T-Shirtmodell der Kampagne war die heutige Moderatorin Palina Rojinski.

Am 14. Oktober 2007, dem 75. Geburtstag seines Kollegen Wolf Vostell, goss Wachter als Hommage an seinen 1998 verstorbenen Vorgänger seine fahrbereite rote Mercedes A-Klasse in einen Mantel aus Beton. Die Gruppe Makrosoft, Trini Trimpop, Die Toten Hosen und Rüdiger Esch von den Krupps schufen die Musik zu dem Ereignis. Standort der Hommage-Plastik ist vor dem Rheinischen Landesmuseum Bonn. 2008 zeigte Wachter eine interaktive Installation im Kölner Wallraf Richartz Museum und stellt die Frage: „Wann haben Sie das erste Mal bewusst Kunst erlebt?“ Kollegen wie Robert Wilson, Marina Abramović, Desmond Morris, Kurt Masur aber auch Marietta Slomka, Frieder Burda, Alexander Beyer, Ingvild Goetz, Wulf Herzogenrath, Sigmar Polke, Frank Schätzing, Klaus Staeck, Christoph Vitali, Lawrence Weiner, Sabrina Zwach, Konstantin Wecker, Helmut Zerlett, Reinhold Würth, der Fotograf Boris Becker oder Klaus Honnef beteiligen sich an dieser Arbeit des Künstlers. Der Verlag E. A. Seemann veröffentlichte die Antworten in dem Buch Ich fand Kunst doof und gemein - Mein erstes Kunsterlebnis. Anfang 2014 folgte Wachters zweites Buch mit dem Titel ...als Paul McCartney mich anrief - Meine erstes Musikerlebnis bei E.A.Seemann. Mehr als hundert Musiker und Musikfreunde von Anna Netrebko, Carolin Kebekus, Frank Zander, Alfred Biolek, Steve Hackett bis Tine Wittler und Janosch berichten, wie Musik in ihr Leben kam.

Anlässlich des 275. Geburtstag des Weimarer Klassikers Christoph Martin Wieland am 5. September 2008 initiierte Cornel Wachter die Uraufführung des Stabat mater von Giovanni Battista Pergolesi in der von C. M. Wieland 1781 geschriebenen deutschen Fassung. Unter der Leitung von Alexander Eberle, dem Chordirektor des Aalto-Theater spielte das Münchner Barockorchester L’arpa festante, es sangen die Sopranistin Elisabeth Scholl und der Countertenor Alexander Schneider in der Kirche St.Peter zu Oßmannstedt, dem „Wielanddorf“ bei Weimar.

2010 schenkte Cornel Wachter mit Hilfe des Komunikationsdesigners Timo Belger, des Zoodirektoren Theo Pagel und vielen Freunden den Kölnern und dem Kölner Zoo zu dessen 150.Jubiläum die „Rückkehr der legendären Zoolok“ auf den Zoospielplatz. 1999 musste das Original nach fast 40 Jahren wegen Sicherheitsbedenken aus dem Zoo weichen und wurde fortan von vielen kleinen und großen Freunden des Kölner Zoos schmerzlich vermisst. Wachter brachte 2010 für 10 Monate ein durch den Schlosser Ciamak Bazzazi in den Hallen der Kölner Verkehrsbetriebe aufgearbeitetes ähnliches Modell zurück und sagte, „dass es wohl keinen Kölner über 25 gibt, der sich nicht daran erinnern kann, als Kind irgendwann mal auf der guten, alten Dampflok auf dem Zoospielplatz gespielt zu haben“ und die Rückkehr als Kunstaktion verbannt so die Generationen in gemeinsamer Erinnerung, in „kollektivem Erinnern“ wie es Wachter nannte.

Cornel Wachter erkrankte im Februar 2010 an Darmkrebs.

Mit dem Schauspieler Ralf Richter und dem Pfarrer der Kölner Lutherkirche Hans Mörtter plant Cornel Wachter das „7 Sternehotel“ für Obdachlose unter dem Motto „obdachlos - in Würde leben - Mensch sein“ in Köln. Es geht um selbstverwaltetes Wohnen im Gegensatz zu unwürdiger Unterbringung in Massenunterkünften, in von Künstlern und Betroffenen gestalteten „wertvoller“ Umgebung.[2]

Auf den Tag genau 30 Jahre nach der Kölner Premiere der Opera von Robert Wilson The CIVIL warS: a tree is best measured when it is down lud Cornel Wachter zur ReUnion der Mitstreiter am Projekt in das Kölner Odeon-Kino ein. Robert Wilson und mehr als 40 Schauspieler, Statisten, Bühnentechniker und Regieassistenten dieses für die Entwicklung des Theaters bedeutenden Stückes nahmen persönlich an der Veranstaltung teil. Auch die Schauspielerin Hannelore Lübeck, die 1984 „Schauspielerin des Jahres 1984“ für The CIVIL warS wurde, besuchte die Feier.

Wiederholt berief der Organisator des Bocuse d’Or Germany, der Koch und Buchautor Patrik Jaros, Cornel Wachter und seine Künstlerkollegin Dasha Stransky, die Preisplastiken für die „Weltmeisterschaft der Köche“ zu schaffen.[3]

Am 15. September 2015 besucht der ehemalige Gitarrist der Progessive-Rock-Gruppe Genesis Steve Hackett und seine Frau Jo auf Cornel Wachters Einladung den Vringstreff e.V., die Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Wohnung in der Kölner Südstadt. Wachter lädt immer wieder prominente Menschen, wie er es ausdrückt, „mit dem Herz auf dem rechten Fleck“ zur Bewerbung der Institution und zum Sammeln von Spenden ein. So geht auf Wachter auch der inzwischen zur Tradition gewordene alljährliche Besuch des Kölner Dreigestirns im Vringstreff zurück. In der Session 2016 findet diese besondere Wertschätzung der Menschen am Rande unserer Gesellschaft zum 10 mal statt.

Weihnachten 1929 zeichnete der Kirchenmaler Peter Hecker Maria und Josef verloren zwischen Großstadtmenschen, die ihnen „KEINE HERBERGE“ (Titel der Zeichnung) anboten. Weihnachten 2015 montierten Wachter und der Kommunikationsdesigner Timo Belger die Gesichter von Mark Benecke als Josef und Cosma Shiva Hagen als Maria in das Bild für einen ersten Print dieser Neubearbeitung als Geschenk an die Gemeinde der Lutherkirche des Pfarrers Hans Mörtter in der Kölner Südstadt und für bundesweit mehr als 4.000 Infogroßbildschirme, die um Weihnachten 11 Mio. Menschen erreichten. In Zeiten der weltweiten Flüchtlingskrise appellierte Cornel Wachter mit diesem Kunstprojekt an die Menschlichkeit und machte auf die zeitlose Fragestellung nach einer Herberge für auf der Flucht befindliche Menschen, die Geschichte der heiligen Familie aufmerksam.

September 2017 bringt Cornel Wachter in Zusammenarbeit mit dem Kommunikationsdesigner Timo Belger sein eigenes Stadtmagazin zur Dramkrebsvorsorgemotivation mit dem Titel „DIE WUNDERBARE WELT des Cornel Wachter - Cornel Wachter & Freunde für die Darmkrebsvorsorge“ heraus. Autoren sind Frank Schätzing, Rolando Villazón, Kölns OB a.D. Fritz Schramma, Wilma Elles, Hans-Ulrich Jörges, Mark Benecke, Michaela Schaffrath, Prof. Gerhard Uhlenbruck, Bruno Wenn, Hans Mörtter, Knacki Deuser, Manuel Andrack, Annette Imhoff, Jochen Rausch, Theo Pagel, Prof.Dr.Dietrich Grönemeyer, Moritz Netenjakob, Hermann Gröhe oder Daniel Brühl. Das außergewöhnliche und zeitlose Magazin lag und liegt kostenlos in Kölner Krankenhäusern, Praxen, Cafés, Kneipen, öffentlichen Institutionen aus, bietet Lesespaß und "by the way" wichtige Fachinfos der "Felix-Burda-Stiftung" zur Darmkrebs-Vorsorge. Mit Wolfgang Niedecken, Carolin Kebekus, Mariele Millowitsch und Sabine Postel entstand das Kampagnebild welches als Großflächenplakat 100 Mal in ganz Köln wirken konnte. Für das Kampagnebild malte Harald Schumacher den Damen mit Buntstiften Herrenbärte, denn Ziel war es die Männer, die bekanntlich als Vorsorgemuffel gelten, auf lustige Art anzusprechen. Hierfür erhielten Cornel Wachter und Timo Belger den "Felix-Burda-Award 2017" in der Kategorie "Engagement des Jahres". «Facettenreich und unterhaltsam holte die Kampagne das Thema Darmkrebs aus der Tabuzone und machte den Vorsorgegedanken wie nebenbei einer breiten Öffentlichkeit zugänglich», befand die Jury.

Die Kunst von Cornel Wachter lässt er nur durch die Galeristin Inge Baecker in Bad Münstereifel vertreten.

Wachter lebt seit April 1962 im selben Haus im Vringsveedel in Köln.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cornel Wachter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://old.acc-weimar.de/veranstaltungen/special/herder/niceround.html
  2. Homepage des 7 Sterne Hotel e.V. abgerufen am 6. September 2014.
  3. Weltmeisterschaft der Köche, abgerufen am 6. September 2014.
  4. Durch die Südstadt mit Cornel Wachter. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 30. Mai 2012, abgerufen am 20. Juli 2012.