Corymbia

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Corymbia
Corymbia tessellaris

Corymbia tessellaris

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Myrtengewächse (Myrtaceae)
Unterfamilie: Myrtoideae
Tribus: Eucalypteae
Gattung: Corymbia
Wissenschaftlicher Name
Corymbia
K.D.Hill & L.A.S.Johnson

Corymbia ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Die 95 Arten kommen von Neuguinea bis Australien vor[1] und werden dort mit den englischsprachigen Trivialnamen als „Bloodwood“, „Ghost Gum“ oder „Spotted Gum“ bezeichnet. Einige Arten werden vielseitig genutzt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration von Corymbia gummifera.

Erscheinungsbild, Borke und Blätter[Bearbeiten]

Corymbia-Arten sind immergrün und wachsen meist als Bäume, selten in der Wuchsform der Mallee-Eukalypten, dies ist eine Wuchsform, die mehr strauchförmig als baumförmig ist, es sind meist mehrere Stämme vorhanden, die einen Lignotuber ausbilden.[2] Sie erreichen Wuchshöhen von 5 bis 40 Metern.[3]

Die Borke ist meist an der ganzen Pflanze glatt oder verbleibt am unteren Teil des Stammes. Sie ist grau bis grau-schwarz, sowie matt, und an den oberen Teilen der Pflanze weiß, grau, cremeweiß bis lachsfarben oder orangefarben. Dort schält sie sich in kurzen Bändern oder kleinen, polygonalen Flicken. Öldrüsen gibt es in der Borke und im Mark.[4]

Bei Corymbia liegt Heterophyllie vor.[2] Bei manchen Arten enthält die Krone der ausgewachsenen Exemplare Jugendblätter. Die immer gegenständig angeordneten[2] Laubblätter stehen bei manchen Arten gedreht mit der schmalen Seite der Sonne zugewandt an den Zweigen.[3] Die meist aromatischen Laubblätter sind stets in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel kann kaum sichtbar bis lang sein.[3] Die einfachen Blattspreiten sind je nach Art krautig oder ledrig.[3] An jungen Exemplaren sind die Blattspreiten lanzettlich bis eiförmig und besitzen steife Drüsenhaare,[4] manchmal nur anscheinend keine.[3] An mittelalten Pflanzen sind die Blattspreiten lanzettlich bis elliptisch, gerade, ganzrandig und matt grün. Die auf Blattunterseite und -oberseite gleich matt grau-grün gefärbten Blattspreiten an erwachsenen Exemplaren sind relativ dick, gerade und schmal- bis breit-lanzettlich oder eiförmig mit stumpfer oder spitz-zulaufender Spreitenbasis und spitzem bis gerundetem oberen Ende. Es liegt meist Fiedernervatur vor, aber manchmal sieht es nach Parallelnervatur aus oder es ist nur ein Blattnerv erkennbar; zwischen den Seitennerven befindet sich Netznerven.[3] Die kaum erkennbaren Seitennerven gehen geringe Abständen in einem stumpfen Winkel vom Mittelnerv ab. Auf jeder Blatthälfte gibt es einen ausgeprägten, durchgängigen, sogenannten Intramarginalnerv, er verläuft in geringem Abstand am Blattrand entlang.[4] Es sind keine Nebenblätter vorhanden.[3]

Blütenstand von Corymbia ficifolia.
Früchte des Zitroneneukalyptus (Corymbia citriodora).

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Endständig oder seitenständig[2][3] auf einem steilrunden Blütenstandsschaft steht ein zusammengesetzter, wenig verzweigter, rispiger oder thyrsoider Gesamtblütenstand, der aus unregelmäßigen, doldigen Teilblütenständen besteht, die jeweils meist sieben (drei bis elf) Blüten enthalten.[3][2] Es können unter jeder Blüte zwei Deckblätter vorhanden sein.[3] Die Blütenstiele sind stielrund.[4]

Die keulenförmige Blütenknospe ist nicht blau-grün bemehlt oder bereift. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und vier- oder fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.[3] Der freie Blütenbecher (Hypanthium)[3] ist glatt.[4] Die vier oder fünf Kelchblätter bilden eine äußere Calyptra oder Operculum,[3] die früh abfällt[4] oder noch während der Anthese vorhanden ist.[2] Die glatte[4] äußere Calyptra ist kniescheibenförmig oder kurz konisch[3] und so breit wie der Blütenbecher.[4] Die vier oder fünf mehr oder weniger freien, meist weißen oder cremefarbenen, seltener roten (Corymbia ficifolia), ganzrandigen Kronblätter können mehr oder weniger mit den Kelchblättern verwachsen sein und können zu einer inneren Calyptra verwachsen sein, diese kann gleichzeitig mit oder später als die äußere Calyptra abfallen.[2] Die vielen (20 bis 150) meist weißen oder cremefarbenen, seltener roten (Corymbia ficifolia) Staubblätter stehen meist in einigen kontinuierlichen Kreisen und entwickeln sich zentripetal; sie können alle gleich oder deutliche verschieden sein.[3] Die in der Knospe regelmäßig nach innen gebogen Staubfäden sind untereinander frei und nicht mit den Kronblättern verwachsen.[3] Die frei beweglichen, dorsifixen Staubbeutel länglich oder länglich-verkehrt-eiförmig und öffnen sich mit parallelen Schlitzen. Der Staubbeutel kann ein Anhängsel mit großer Drüse besitzen.[3] Es ist ein Diskus vorhanden.[3] Der Fruchtknoten ist, außer seinem oberen Ende, vom Blütenbecher umhüllt.[2] Meist drei oder vier Fruchtblätter sind zu einem halbunterständigen, meist zwei-, drei- oder vierkammerigen Fruchtknoten verwachsen.[3] Der gestielte Fruchtknoten enthält viele (20 bis 50) aufsteigende, hemi-anatrope Samenanlagen in zentralwinkelständiger Plazentation. Der Griffel ist aufgerecht oder gekrümmt in der Knospe. Die Narben besitzen kurze oder lange Papillen.[3]

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie) oder durch Vögel (Ornithophilie).[3]

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die gestielten Kapselfrüchte sind zylindrisch, ei-,[4] kugel- oder urnenförmig[3] und verholzen bei den meisten Arten;[2] sie öffnen sich bei Reife.[3] Der Diskus ist eingedrückt und die drei bis vier Fruchtfächer sind eingeschlossen.[4]

Die kniescheibenförmigen oder eiförmigen Samen sind regelmäßig oder abgeflacht mit einer schwach netzartig und matten bis seidenmatten, roten oder rot-braunen Samenschale (Testa). Am oberen Ende des Samens befindet sich ein Hilum.[4] Der geflügelte oder ungeflügelte Same enthält kein Endosperm. Der Embryo besitzt zwei nierenförmige Keimblätter (Kotyledonen).[3]

Vorkommen[Bearbeiten]

Corymbia-Arten kommen vorwiegend in der nördlichen Hälfte Australiens, aber auch im Südwesten von Western Australia und an der Ostküste des Kontinents, bis hinunter ins östliche Victoria, vor. Einige Arten findet man auch an der Südküste von Papua-Neuguinea.[1]

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Corymbia wurde 1995 durch Kenneth D. Hill und Lawrence Alexander Sidney Johnson in Systematic studies in the eucalypts. 7. A revision of the bloodwoods, genus Corymbia (Myrtaceae). In: Telopea, Volume 6, Issue 2–3, S. 214 aufgestellt. Typusart ist Corymbia gummifera (Gaertn.) K.D.Hill & L.A.S.Johnson. Synonyme für Corymbia K.D.Hill & L.A.S.Johnson sind: Eucalyptus ser. Corymbosae Blakely und Eucalyptus subser. Corymbosae Benth.[5][6][7]

Die Gattung Corymbia gehört zur Tribus Eucalypteae in der Unterfamilie Myrtoideae innerhalb der Familie Myrtaceae.[7]

Botanische Geschichte[Bearbeiten]

Eucalyptus subser. Corymbosae Benth. wurde bereits von Bentham 1867 als separate Gruppe in der großen und weit verzweigten Gattung Eucalyptus angesehen. W. F. Blakely in A Key to the Eucalypts, 15, 1934, S. 73 stufte diese Verwandtschaftsgruppe als Serie Eucalyptus ser. Corymbosae Blakely der Gattung Eucalyptus ein. Molekulargenetische Untersuchungen in den 1990er-Jahren zeigten, dass diese Arten mehr mit den Angophora-Arten als mit der Kerngruppe der Gattung Eucalyptus verwandt sind und daher besser als eigene Gattung angesehen werden. Erst 1995 wurden sie von Ken Hill und Lawrie Johnson in Systematic studies in the eucalypts. 7. A revision of the bloodwoods, genus Corymbia (Myrtaceae). In: Telopea, Volume 6, Issue 2-3, S. 185–504 in den Rang einer Gattung Corymbia gestellt.

Alle drei Gattungen der Eukalypten s.l. – Eucalyptus, Corymbia und Angophora – sind eng miteinander verwandt, oft schwer zu unterscheiden und werden immer noch unter dem Begriff Eukalypten zusammengefasst. Seit Hill und Johnson 1995 die Gattung Corymbia aufstellten gibt es fortgesetzte Untersuchungen über die Verwandtschaft der drei Gattungen. Genetische Analysen der ETS- und Spacer-Abschnitte der DNA, die 2006 von Carlos Alberto Parra Osorio und Kollegen bei 67 Taxa (47 davon in der Gattung Corymbia) durchgeführt wurden, zeigten auf, dass Corymbia und Angophora am engsten miteinander verwandt sind und Eucalyptus eine früher abgespaltene Gattung darstellt. In Parra Osorio, Carlos Alberto & Michael Bayly: ETS sequences support the monophyly of the eucalypt genus Corymbia (Myrtaceae). In: Taxon, Volume 55, Nr. 3, 2006, S. 653–63 wurden erörtert, dass die kleinen Gattungen Eucalyptopsis, Stockwellia und Allosyncarpia bilden eine eigene Verwandtschaftsgruppe, die sich noch früher abgespalten hat. 2009 fügten Osorio u. a. weitere Taxa hinzu und veröffentlichten eine kombinierte Analyse der Zell-rDNA (ETS + Spacer) und der morphologischen Merkmale, um die verwandtschaftlichen Beziehungen innerhalb der Gattungen klarzustellen. So wurden zwei hauptsächliche Verwandtschaftsgruppen bestätigt, die sie als Untergattungen von Corymbia: Corymbia und Blakella definierten.[8]

Unterscheidung der nah verwandten Gattungen[Bearbeiten]

Corymbia sind als Eukalypten definiert, die schirmrispige (engl.: corymb) Blütenstände besitzen. Diese Blütenstände erscheinen wie zusammengesetzte Dolden, besitzen aber am Rand verlängerte Blütenstiele, die zu einer flachen Oberflächenausbildung des Blütenstands führen. Die Gattung Angophora ist von der Gattung Eucalyptus sehr viel schwieriger zu unterscheiden. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist der Stellung der Blätter am Zweig bei den ausgewachsenen Pflanzen: Während die Angophora gegenständige Laubblätter besitzen, trifft dies auf die meisten Arten der Gattung Eucalyptus nicht zu. Die jüngeren Exemplare dieser Arten besitzen aber doch oft die Blattanordnung der Angophora.

Blütenstand des Marribaumes (Corymbia calophylla).
Blätter und Früchte von Corymbia clarksoniana.
Blätter und Blütenstände von Corymbia eximia.
Ausschnitt eines Blütenstandes von Corymbia gummifera.
Blütenstand und Fruchtstand von Corymbia torelliana.

Arten[Bearbeiten]

Es gibt etwa 95 (bis 127) Corymbia-Arten:[9]

Nutzung[Bearbeiten]

Einige Corymbia-Arten werden als Zierpflanzen verwendet. Beispiele dafür sind: Corymbia aparrerinja, Corymbia calophylla, Corymbia citriodora (Dieser hochgewachsener Baum ist bekannt für die Schönheit seines weißen oder hellgrauen Stammes; sofort am starken Zitronenduft der Blätter erkennbar), Corymbia ficifolia, Corymbia maculata (Er besitzt eine Borke mit eigenartigen, unregelmäßigen runden Flicken, die verschiedene Farben annehmen können, von beige über blaugrau bis orangefarben, rosafarben oder rot), Corymbia ptychocarpa und Corymbia torelliana.[10] Von einigen Arten gibt es Sorten.[5]

Das Holz einiger Corymbia-Arten, das als sehr hart gilt, wird in Industrie und Handwerk verarbeitet:

  • Spotted Gum (Corymbia citriodora, Corymbia henryi und Corymbia maculata): Ihr Kernholz ist hellbraun bis dunkel rotbraun und besitzt ein spezifisches Gewicht von etwa 1010 kg/m³. Es wird als Bau- und Möbelholz eingesetzt und dient beispielsweise im Bootsbau und zur Herstellung von Werkzeuggriffen, Eisenbahnschwellen und Fußböden.[11]
  • Red Bloodwood (Corymbia gummifera, Corymbia intermedia und Corymbia polycarpa): Die Farbe des Kernholzes variiert von altrosa über tief rot bis rotbraun und sein spezifisches Gewicht liegt bei etwa 1010 kg/m³. Es dient beispielsweise zur Herstellung von Balken, Eisenbahnschwellen Hartfaserplatten und Zäunen[12]
  • Carbeen (Corymbia tessellaris): Ihr Kernholz ist mittel- bis dunkelbraun und besitzt ein spezifisches Gewicht von etwa 1040 kg/m³. Es wird als Bau- und Möbelholz eingesetzt und dient beispielsweise im Wagenbau und zur Herstellung von Eisenbahnschwellen, Fußböden, Verkleidungen und Zäunen.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Specimen search results: Corymbia bei Australia’s Virtual Herbarium. Council of Heads of Australasian Herbaria. letzter Zugriff am 1. Februar 2013
  2. a b c d e f g h i K. Hill: Genus Corymbia bei New South Wales Flora Online. National Herbarium of NSW, Royal Botanic Garden, Sydney. letzter Zugriff am 28. Februar 2013
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x Corymbia bei der Western Australian Flora. letzter Zugriff am 1. Februar 2013
  4. a b Eintrag bei Australian Plant Name Index = APNI. letzter Zugriff am 28. Dezember 2012
  5. Eintrag bei Tropicos. letzter Zugriff am 28. Dezember 2012
  6. a b Corymbia im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.letzter Zugriff am 28. Dezember 2012
  7. Carlos Alberto Parra Osorio, Michael Bayly, Andrew Drinnen, Frank Udovicic, Pauline Ladiges: Phylogeny, major clades an infrageneric classification of Corymbia (Myrtaceae), based on nuclear ribosomal DNA and morphology. In: Australian Systematic Botany, Volume 22, Issue 5, 2009, S. 384–399: Online.
  8. Corymbia in Suchmaske bei World Checklist of Selected Plant Families von Kew eingeben. letzter Zugriff am 28. Dezember 2012
  9.  Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5 (darin Seite 256-257).
  10. Spotted Gum. Department of Agriculture, Fisheries and Forestry. Queensland Government. letzter Zugriff am 4. Februar 2013
  11. Red Bloodwood. Department of Agriculture, Fisheries and Forestry. Queensland Government. letzter Zugriff am 4. Februar 2013
  12. Carbeen. Department of Agriculture, Fisheries and Forestry. Queensland Government. letzter Zugriff am 4. Februar 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Corymbia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien