Dedenhausen

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Dedenhausen
Gemeinde Uetze
Wappen von Dedenhausen
Koordinaten: 52° 25′ 59″ N, 10° 13′ 52″ O
Höhe: 55 (51–61) m ü. NHN
Fläche: 5,79 km²
Einwohner: 924 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 160 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31311
Vorwahl: 05173
Karte
Die Lage von Dedenhausen in der Gemeinde Uetze

Dedenhausen (niederdeutsch Dannhüsen) ist ein Dorf in der Gemeinde Uetze etwa 34 km östlich von Hannover in Niedersachsen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf wurde zum ersten Mal anlässlich der Zusammenlegung der beiden bisher selbstständigen Kirchen von Eddesse und Dedenhausen im Jahre 1301 urkundlich erwähnt, damals noch unter dem alten Ortsnamen Dedingehusen. In den Jahren 919 bis 936 wurde die Dedenhausener Wallburg erbaut. Sie hatte einen Durchmesser von etwa 90 Meter, ein Teil des Walles ist heute noch erhalten.

Im Jahr 1701 gehörte das Dedenhäuser Gut dem dänischen Kammerherrn Oberst Georg Jochen von der Wense. Etwa um 1700 wurde die Kirche abgerissen und an gleicher Stelle bis 1703 die heutige Fachwerkkirche erbaut.

Im Jahr 1813 wurde die Friedenseiche gepflanzt. Bodo Georg von der Wense verkaufte sein Gut im Jahre 1849 an 27 Einwohner Dedenhausens.

Im Jahr 1932 erfolgte die Errichtung der Bauten der Gewerkschaft Phönix am Bahnhof, aus der später die Mineralöl- und Betonwerke Sengewald entstanden. Die Freiwillige Feuerwehr Dedenhausen wurde im Jahr 1939 gegründet, welche seitdem für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe insbesondere auf Ortsebene sorgt. Im Jahr 1946 wurde das Verfahren wegen Körperverletzung an Zwangsarbeitern der Mineralöl- und Betonwerke Sengewald eingestellt. Am 26. Juni 1949 fand in Dedenhausen ein Feuerwehrfest statt. 1958 wurde die Chorvereinigung als Zusammenschluss der bisherigen Chöre gegründet und im Jahr 1959 das 50-jährige Stiftungsfest der Kyffhäuser-Kameradschaft gefeiert.

Die Fischerei in der Fuhse wurde wegen zu großer Verschmutzung im Jahr 1962 aufgegeben. Der Gemeinderat beschloss 1968 den Anschluss an die Kläranlage Eltze. Im gleichen Jahr wurde der Wallberg unter Naturdenkmal-Schutz gestellt. 1970 wurde die neue Turnhalle eröffnet. Im Rahmen der Gebietsreform in Niedersachsen wurde Dedenhausen am 1. März 1974 der Gemeinde Uetze im Landkreis Hannover (heute Region Hannover) zugeschlagen, vorher war es eigenständige Gemeinde und Mitglied der Samtgemeinde Eltze im Landkreis Peine.[2]

Dedenhausen wurde 1984 Kreissieger im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden. Der ehemalige Dedenhäuser Bürgermeister Reinhard Brandes wurde 1997 Ehrenbürger der Gemeinde Uetze.

Anlässlich der 700-Jahr-Feier im Jahr 2001 wurde vor der ehemaligen Schule ein Gedenkstein aufgestellt. Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde 2002 entschärft. Die Molkerei Dedenhausen wurde im Jahr 2004 geschlossen. Im Jahr 2005 bestand der Posaunenchor Eddesse-Dedenhausen seit 111 Jahren.

Einwohnerentwicklung
  • 1961: 720 Einwohner[3]
  • 1970: 703 Einwohner[3]
  • 2012: 892 Einwohner[4]
  • 2013: 910 Einwohner[5]
  • 2014: 916 Einwohner[6]
  • 2016: 925 Einwohner[1]
  • 2017: 924 Einwohner[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Dedenhausen setzt sich aus einer Ratsfrau und vier Ratsherren zusammen.[7]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister von Dedenhausen ist seit 2013 Joachim Hutschenreuter (SPD).[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein silberner Taufstein vor einem blauen Hintergrund, im unteren Bereich ein goldener Zaun auf grünem Grund.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Urban-Kirche

Die evangelisch-lutherische St.-Urban-Kirche wurde 1703 als Saalbau in Fachwerkbauweise mit Satteldach errichtet. Der massive Turm wurde erst 1952 angefügt, der bis dahin vorhandene Dachreiter wurde entfernt. Im Inneren befindet sich eine Taufe in Kelchform aus dem 13. Jahrhundert, ein Holzaltar von 1690 und eine geschnitzte Kanzel. Außerdem ist im Westen und Norden der Kirche eine Empore vorhanden. Die letzte Renovierung der Kirche erfolgte 1998–2000, dabei wurde das ursprüngliche Lehmgefach wieder hergestellt. Östlich der Kirche befindet sich ein Glockenturm aus Holz, dieser wurde 1838 nach einem Entwurf von Ludwig Hellner erbaut, seit dem Turmbau ist er ohne Glocken.[8]

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Baudenkmale in Dedenhausen

Fotogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1870/71 liegt Dedenhausen an der Bahnstrecke Hannover–Berlin. Vom eigenen Bahnhof, der seit 1895/96 besteht, gibt es Verbindungen nach Hannover und Wolfsburg. Das Empfangsgebäude von 1895 wurde 1969 abgerissen. Die Nebengleise einschließlich sämtlicher Weichen wurden 1995/96 im Zuge des Ausbaus zur Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin entfernt, bis dahin fand noch Wagenladungsverkehr am Freiladegleis statt. Seitdem ist der Bahnhof betrieblich nur noch ein Haltepunkt. Der Bahnhof ist Grenze des Tarifgebietes des Großraum-Verkehr Hannovers und des Verbundtarif Region Braunschweig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Ernst (1806–1898), war von 1837 bis 1857 Pastor von Dedenhausen und Eddesse

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dedenhausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Friedrich-Wilhelm Schiller: Die Gemeinde schrumpft nicht mehr. In: Internetseite Hannoversche Allgemeine Zeitung. 9. Januar 2018, abgerufen am 11. Oktober 2018.
  2. Vgl. Matthias Blazek: Von der Landdrostey zur Bezirksregierung – Die Geschichte der Bezirksregierung Hannover im Spiegel der Verwaltungsreformen. ibidem-Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-89821-357-9.
  3. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 222.
  4. Hannoversche Presse, Ortsbeilage Burgdorf/Uetze vom 7. Januar 2012.
  5. Anzeiger für Burgdorf & Uetze, 17. Januar 2013.
  6. Anzeiger für Burgdorf & Uetze, 8. Januar 2013, S. 6.
  7. a b Ortsrat Dedenhausen. In: Internetseite Gemeinde Uetze. Abgerufen am 11. Oktober 2018.
  8. St.-Urban-Kirche. In: Internetseite Evangelisch-lutherischer Kirchenkreis Peine. Abgerufen am 11. Oktober 2018.