Deutsche Apotheker- und Ärztebank

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Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG
(ApoBank)
Logo
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Düsseldorf
Rechtsform eingetragene Genossenschaft
Bankleitzahl 300 606 01[1]
BIC DAAE DEDD XXX[1]
Gründung 1902
Verband Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e. V.
Website www.apobank.de
Geschäftsdaten 2019[2]
Bilanzsumme 49,6 Mrd. €
Einlagen 29,2 Mrd. €
Kundenkredite 37,3 Mrd. €
Mitarbeiter 2.448
Geschäftsstellen 85
Mitglieder 115.884
Leitung
Vorstand Ulrich Sommer (Vors.),
Thomas Siekmann (stv. Vors.),
Eckhard Lüdering (Kredit und Bankbetrieb),
Holger Wessling (Großkunden und Märkte und Privatkunden)
Aufsichtsrat Frank Ulrich Montgomery (Vors.),
Sven Franke (stv. Vors.)
Liste der Genossenschaftsbanken in Deutschland

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (Apobank; Eigenschreibweise apoBank) ist eine Genossenschaftsbank mit Hauptsitz in Düsseldorf. Der Schwerpunkt liegt auf der ökonomischen Förderung und Betreuung von akademischen Heilberuflern. Mit der apoBank ist am Finanzplatz Düsseldorf nach der Bilanzsumme die größte genossenschaftliche Primärbank beheimatet.

Apobank – Zentrale

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank ist der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken angeschlossen.[3] Die Bank ist, im Gegensatz zu den meisten anderen genossenschaftlichen Banken in Deutschland, nicht regional begrenzt tätig. Sie steht in erster Linie akademischen Heilberuflern, wie Ärzten, Tierärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten und Apothekern, deren Familienangehörigen, den Standesorganisationen der akademischen Heilberufe sowie Firmenkunden im Gesundheitsmarkt, offen.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Apobank besteht aus einem vierköpfigen Vorstand und einem Aufsichtsrat aus 20 Mitgliedern. Dem Vorstand steht ein Beirat, bestehend aus 165 Mitgliedern, zur Seite. Die Genossenschaft besteht aus 115.884 Mitgliedern und 481.070 Kunden, die von 2.448 Mitarbeitern an 85 Standorten betreut werden.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. Dezember 1902 wurde der Kredit-Verein Deutscher Apotheker (KREDA) durch 18 Apotheker in Danzig gegründet. Erster Vorstand des KREDAs war der 1856 geborene Apotheker Richard Oskar Mattern, der zuvor Besitzer einer Apotheke in Strasburg in Westpreußen gewesen war. Vor der Gründung des KREDAs war Mattern Besitzer der Adler-Apotheke in Danzig-Langfuhr. Erster Aufsichtsrat war der Apotheker Rudolf Moerler und übernahm das Amt des ersten Direktors noch im ersten Jahr der Gründung.[4] 1938 wurde der Kredit-Verein in Deutsche Apothekerbank e.G.m.b.H. umbenannt und 1939 mit dem Spar- und Kreditverein Deutscher Apotheker m.b.H. (SPARDA), an deren Aufbau Mattern aktiv beteiligt war, fusioniert. Nach der Schließung der Bank 1945 kam es 1948 zur Neugründung als Westdeutsche Apothekerbank e.G.m.b.H. in Düsseldorf, wo die Bank sich erfolgreich entwickelte. 1955 verschmolz die Westdeutsche Apothekerbank mit der 1902 in Danzig gegründeten Deutschen Apothekerbank in Berlin zur Deutschen Apothekerbank e.G.m.b.H. – Bank für das Gesundheitswesen mit Sitz in Düsseldorf. Nach dieser Fusion erfolgte der schrittweise Aufbau des Filialnetzes. Neben der Berliner Filiale gehörte die Filiale Stuttgart zu den ersten der Bank.[4] 2018 erfolgte die Eröffnung des 85. Standorts der Apobank in Bochum.[5] Die apoBank ist seit Jahren nach der Bilanzsumme mit Abstand die größte deutsche genossenschaftliche Primärbank.

2018 stockte die Bank ihre Beteiligung von 24 % auf 50 % minus 1 Aktie an der PROFI Erste Projektfinanzierungs- und Beteiligungsgesellschaft AG mit Sitz in Zürich (Schweiz) auf, die sich unter anderem mit Beteiligungen an Abrechnungsdienstleistungen für Zahnärzte, Apotheken und sonstige Leistungserbringer im Gesundheitsmarkt befasst.[6]

Im Jahr 2019 gründete die Apobank zusammen mit der Zahnärztlichen Abrechnungsgenossenschaft eG ein Joint Venture in Düsseldorf. Mit der "Zahnpraxis der Zukunft (ZPdZ)" wollen die Unternehmen Zahnmedizinern die Selbstständigkeit ermöglichen, ohne dass diese finanziell mit einem Praxiskauf belastet werden.[7]

Die Apobank erlebte zu Pfingsten 2020 bei einer missglückten IT Migration einen monatelang anhaltenden (Teil-)Ausfall ihres Onlinebanking sowie integralen Bank- und Bezahlfunktionen, was zu einer massiven Verärgerung der Kundschaft geführt hat. Arztpraxen konnten ihr Personal teils nicht bezahlen, EC Karten funktionierten nicht, Hotlines waren nicht erreichbar. Es wird mit massiven Folgekosten gerechnet.[8][9] Wettbewerber der Apobank sprachen daraufhin wechselwillige Kunden an.[10]

Jahresabschlüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Finanzkrise 2008 und 2009 führte 2009 zu einem massiven Einbruch des Bilanzgewinns.[11][12] Nachdem für das Geschäftsjahr 2009 keine Dividende ausgeschüttet wurde, hat die Apobank für die Geschäftsjahre 2010 bis 2018 wieder eine Dividende von 4 % gezahlt.[2]

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tochterunternehmen und Beteiligungen ergänzen die Angebote der Apobank. Dazu gehören u. a. die aik (Immobilien-Investmenthaus), die apoAsset (Investmentspezialist), die medisign (Gesundheitstelematik) oder die naontek AG.[13]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank verleiht die Karl-Winter-Medaille an verdiente Mitglieder der Bank.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. a b c apobank.de (PDF)
  3. Einlagensicherung, abgerufen am 22. August 2017
  4. a b J. F. Volrad Deneke: Deutsche Apotheker- und Ärztebank – 100 Jahre. 2002, S. 214.
  5. Elisabeth Atzler: Apobank eröffnet neue Filialen. Abgerufen am 19. April 2019.
  6. Apobank darf Anteil an Dr. Güldener erhöhen. Deutsche Apothekerzeitung, 12. Dezember 2018; abgerufen am 24. April 2019
  7. zm online: Ein Jahr Zahnarztpraxis der Zukunft. Abgerufen am 15. Dezember 2020.
  8. Genossenschaftsbanken: Apobank gibt früherem Dienstleister Mitschuld am IT-Desaster. Abgerufen am 20. November 2020.
  9. Stephanie Schersch: Apobank rechnet mit Nachwehen bis Ende März 2021. Abgerufen am 27. November 2020.
  10. Tobias Weidemann: IT-Umstellung bei der Apobank: Pannen, verärgerte Kunden und viele Verlierer. Abgerufen am 27. November 2020.
  11. Finanzkrise - Apobank: Mitgliedern droht Nullrunde (Memento des Originals vom 10. Juni 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.apotheke-adhoc.de. In: apotheke adhoc, 30. November 2009.
  12. Anleger nehmen Herabstufung gelassen. In: FAZ.NET, 28. Oktober 2009.
  13. Töchter und Beteiligungen. Abgerufen am 1. November 2019.
  14. Personalia (PDF) Deutsches Ärzteblatt, 88, Heft 33, 15. August 1991 S. A-2739. Abgerufen am 24. Mai 2016.

Koordinaten: 51° 14′ 40,4″ N, 6° 44′ 12,7″ O