Finanzplatz Düsseldorf

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HSBC Deutschland – Zentrale (Königsallee)

Der Finanzplatz Düsseldorf umfasst alle Akteure der Finanz- und Versicherungsbranche in der Stadt Düsseldorf und der Raumordnungsregion Düsseldorf (Region Düsseldorf), da zwischen dem Zentrum Düsseldorf und den Städten der Raumordnungsregion enge Pendlerverflechtungen bestehen.[1][2][3] Dazu zählen der Rhein-Kreis Neuss, der Kreis Mettmann, der Kreis Viersen, sowie die Städte Krefeld, Mönchengladbach, Remscheid, Solingen und Wuppertal.[4] Die Stadt Duisburg als angrenzende Stadt wird ebenfalls dem Finanzplatz Düsseldorf zugerechnet. Zu den Finanzplatzakteuren Düsseldorfs im engeren Sinne gehören Kreditinstitute, Versicherungen, FinTechs, Leasing- und Factoringunternehmen, Private-Equity- und Venture-Capital-Gesellschaften, die Börse Düsseldorf, die Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Nordrhein-Westfalen und als Finanzaufsicht der Sparkassen, Versicherungsaufsicht und Börsenaufsicht das Finanzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen.[5] Schließlich hat der Sparkassensektor mit dem Rheinischen Sparkassen- und Giroverband (RSGV) einen der größten Sparkassenverbände in Düsseldorf seinen Sitz.

Der Finanzplatz Düsseldorf wird raumordnerisch als Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr bzw. der Metropolregion Rheinland betrachtet.[6] In den letzten Jahren stieg Düsseldorf im GaWC-Ranking der Global Cities weiter auf und rangiert inzwischen als „Beta+ World City“.[7] Dies wird besonders deutlich durch die Hauptsitze vieler international agierender Unternehmen, wie Vodafone, Huawei, ARAG, QBE Insurance Europe, HSBC Deutschland, Henkel, ERGO oder Stepstone, die ihre Kontroll- und Steuerungsfunktionen in Düsseldorf angesiedelt haben. Auch der internationale Düsseldorf Airport trägt zu dieser Position als Global City bei.

Insgesamt haben 272 Finanzdienstleistungsunternehmen und Leasing- und Factoringunternehmen unter BaFin-Aufsicht ihren Sitz innerhalb der Region Düsseldorf.[8]

Stadtsparkasse Düsseldorf – Zentrale
PSD Rhein-Ruhr eG – Zentrale

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entstehung des Finanzplatzes und Bankenstandortes Düsseldorf ist vor dem Hintergrund der Industrialisierung und damit im Zusammenhang der Entwicklung Düsseldorfs zum Schreibtisch des Ruhrgebietes zu sehen. Das älteste und bedeutendste unter C.G. Trinkaus agierende Bankhaus besteht bis heute als HSBC Trinkaus & Burkhardt mit Hauptsitz in Düsseldorf. Das Bankhaus Trinkaus war in großem Maße in der Eisenbahn- und Industriefinanzierung tätig. Die Entstehung des Finanzplatzes Düsseldorfs vollzog sich erst spät. Die Grundlage für den Bankenplatz Düsseldorf wurden in der Zeit der Frühindustrialisierung von 1815 bis 1850 geschaffen.[9]

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen durch die Teilung Deutschlands und Berlins zahlreiche Kreditinstitute ihre Arbeit in Düsseldorf wieder auf. 1949 wurde etwa die DekaBank Deutsche Girozentrale in Düsseldorf reaktiviert, bevor 1965 der Hauptsitz nach Frankfurt am Main verlegt wurde. Die Rheinisch-Westfälische Bank in der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Düsseldorf war eine von zehn Regionalbanken, die 1948 bei der geplanten Zerschlagung der Deutschen Bank entstanden. 1952 wurde sie wesentlich vergrößert, als die Anzahl der Regionalbanken von zehn auf drei reduziert wurde. Im April 1956 erfolgte eine Umbenennung in Deutsche Bank West. Am 2. Mai 1957, rückwirkend zum 1. Januar 1957, schlossen sich die drei Regionalbanken zur heutigen Deutschen Bank mit Sitz in Frankfurt am Main zusammen. Ebenfalls unterhielt die Rhein-Ruhr Bank AG, die spätere rezentralisierte Dresdner Bank ihren Hauptsitz in Düsseldorf. Die Commerzbank AG unterhielt sogar bis 1990 ihren deutschen Hauptsitz in Düsseldorf. Mit der Etablierung der Bank deutscher Länder, der späteren Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main und der Rezentralisierung und Konzentration zahlreicher Kreditinstitute in Frankfurt setzten pfadabhängige Prozesse ein, die Frankfurt nicht aus ökonomischer Natur zum bedeutendsten Finanzplatz in Deutschland werden ließen, sondern aufgrund externer politischer Weisungen der Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg. Zuvor profitierte Düsseldorf davon 1948 Sitz der Landeszentralbank für Nordrhein-Westfalen geworden zu sein.[9] Heute beschäftigt die Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Düsseldorf etwa 400 Mitarbeiter.

Die IKB Deutsche Industriebank AG siedelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Hamburg an, verlegte diesen aufgrund der Nähe zu ihren Industriekunden nach Düsseldorf im Jahr 1949. Auch die Rheinisch-Westfälische Börse entwickelte sich nach dem Krieg in Düsseldorf zum führenden Börsenplatz in Deutschland. Ein bedeutender Gewinn für den Finanzplatz war außerdem die Bündelung der Landesbank-Aktivitäten in NRW durch Fusion zur Westdeutschen Landesbank Girozentrale (WestLB) im Jahr 1969.[9]

Der größte Einschnitt für den Finanzplatz Düsseldorf in den vergangenen Jahren lag in der Finanzkrise zwischen 2007 und 2012. In dieser Zeit lag das Epizentrum der deutschen Finanzkrise in Düsseldorf.[10] Neben der IKB war unter anderem die WestLB in US-Subprime-Krediten investiert gewesen. Die IKB wurde infolgedessen an den US-amerikanischen Private Equity-Investor Lone Star verkauft, die WestLB nach vergeblichen Verkaufsbemühungen letztlich 2012 zerschlagen.

Kreditinstitute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt gibt es in Düsseldorf ca. 30.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte bei Finanz- und Versicherungsunternehmen, wovon die Hälfte bei den Düsseldorfer Kreditinstituten beschäftigt ist.[11] Auf den gesamten Finanzplatz bezogen sind es über 40.000 Beschäftigte. Im Stadtgebiet Düsseldorf gibt es 83 Kreditinstitute mit Hauptsitz oder einer Niederlassung.[2] Mit einer Gesamtbilanzsumme von ca. 400 Milliarden Euro gehört die Finanzplatzregion Düsseldorf zu den größten Bankenstandorten Deutschlands.[12]

Die Stadt Düsseldorf verfügt über kein geschlossenes Bankenviertel wie beispielsweise Frankfurt am Main. In den letzten Jahren verlagerten mehrere Banken Verwaltungseinheiten aus der Innenstadt in andere Stadtteile. Im engeren Sinn kann unter dem Düsseldorfer Bankenviertel der Raum zwischen Börse Düsseldorf entlang der Berliner Allee Richtung Graf-Adolf-Straße über das GAP 15 Richtung Kasernenstraße und von dort Richtung Norden zur Benrather Straße und vom Karl-Marx-Haus über die Theodor-Körner-Straße Richtung Industrie- und Handelskammer verstanden werden.[13] Größere Banken wie die NRW.BANK, DZ Bank, Sparda-Bank West und auch Versicherungen wie die ERGO, ARAG und Provinzial Rheinland werden somit nicht von dieser Fläche umfasst. Innerhalb dieses Bankenviertels befinden sich die traditionellen Stammhäuser von Deutscher Bank und Commerzbank an der Königsallee sowie der Bankenverband Nordrhein-Westfalen, außerdem mehrere asiatische Auslandsbanken wie die Bank of China, die MUFG Bank und die Mizuho Bank. Auch die Targobank und HSBC

Deutschland haben ihren Unternehmenssitz im Bankenviertel.

Zu den größten Kreditinstituten Düsseldorfs gehören absteigend nach Bilanzsumme die NRW.BANK, Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank), HSBC Deutschland AG, Targobank, IKB AG, Sparda-Bank West eG, Stadtsparkasse Düsseldorf und der Kreissparkasse Düsseldorf. Mit der Stadtsparkasse Düsseldorf befindet sich nach Bilanzsumme die neuntgrößte deutsche Sparkasse in der Landeshauptstadt. In Nordrhein-Westfalen bekleidet die Stadtsparkasse Düsseldorf den dritten Rang hinter der Sparkasse KölnBonn und der Kreissparkasse Köln.

Die NRW.BANK als größte deutsche Landesförderbank und größtes Kreditinstitut in Nordrhein-Westfalen verfügt in Düsseldorf ab November 2019 über drei Bürostandorte mit 1.000 Mitarbeitern.[14] Die Förderbank ist weiterhin regelmäßiger Emittent von Green Bonds.[15]

Nach Mitarbeiterzahl sind die größten Banken in Düsseldorf HSBC Deutschland, die sich ab dem Jahr 2020 neben der Zentrale an der Königsallee auf den Standort in Düsseldorf-Oberkassel konzentrieren wird (2.500 Mitarbeiter[16]), die Commerzbank AG (ca. 2.000[17]), die Stadtsparkasse Düsseldorf (ca. 1.900), die NRW.BANK (ca. 1.000), die DZ Bank – ehemals WGZ Bank (ca. 950), die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (ca. 900) und die IKB (ca. 650). Mit der apoBank ist in Düsseldorf nach Bilanzsumme die größte genossenschaftliche Primärbank beheimatet. Aus dem PSD-Bankenverband ist mit der PSD-Bank Rhein Ruhr eG die größte deutsche PSD-Bank in Düsseldorf ansässig. Die Düsseldorfer Sparda-Bank West ist nach Bilanzsumme die zweitgrößte in Deutschland. Verglichen mit Volks- und Raiffeisenbanken an anderen deutschen Finanzplätzen spielt die Volksbank Düsseldorf-Neuss eG eine untergeordnete Rolle.

Deutsche Apotheker- und Ärztebank – Zentrale

Weitere Banken vor Ort sind unter anderem die von der Aareal Bank übernommene Düsseldorfer Hypothekenbank und die Raiffeisenbank International.

Sparda-Bank West – Zentrale


Targobank – Zentrale

Landesbanken und Auslandsbanken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Düsseldorf und das Land Nordrhein-Westfalen verfügen seit Juli 2012 über keine eigene Landesbank mehr.[18] Dafür sind in der Landeshauptstadt Düsseldorf alle großen Landesbanken mit einer Niederlassung vertreten. Die Helaba ist nach der Übernahme des Verbundbankgeschäftes mit den Sparkassen durch die WestLB AG die größte Landesbank in Düsseldorf. Die WestLB-Nachfolgegesellschaft Portigon AG war dagegen nur noch mit 104 Mitarbeitern im Jahr 2018 in Düsseldorf vertreten. Mit den Beschäftigten in den Auslandsniederlassungen in New York und London kam die Portigon auf zuletzt 136 Mitarbeiter bei einer Bilanzsumme von ca. 5 Mrd. Euro.[19]

Zudem ist der Finanzplatz Düsseldorf der wichtigste Standort für japanische Banken in Deutschland. Die japanischen Großbanken MUFG, Sumitomo Mitsui Banking Corporation und Mizuho Bank haben ihren Deutschlandsitz in der Landeshauptstadt. Zudem ist Chartered Investment Germany (CIG) als Tochterunternehmen der japanischen Wertpapierhandelsbank PWM Japan Securities in Düsseldorf ansässig. Weitere Auslandsbanken mit Niederlassung in Düsseldorf sind unter anderem BBVA, Bank of China, Crédit Mutuel, ICBC und Wells Fargo.

Private-Banking-Finanzplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Finanzplatz Düsseldorf gehört zu den größten Private-Banking-Standorten Deutschlands. Merck Finck & Co. hat in Düsseldorf seinen zweitgrößten Standort nach München. Weitere Privatbanken sind unter anderem das Bankhaus Lampe, Bank Schilling, Julius Bär, Bethmann Bank, Berenberg, Quirin Bank, UBS, Walser Privatbank und Oddo BHF. Letztere ist über die ODDO BHF Asset Management mit einem der führenden unabhängigen Vermögensverwalter in Europa im Investmentzentrum Düsseldorf ansässig. Zudem gehört die HSBC INKA mit über 200 Milliarden Euro Assets under Administration zu den führenden Kapitalverwaltungsgesellschaften in Deutschland.[20]

NRW.Bank – Zentrale

Börse Düsseldorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Börse Düsseldorf ist einer der wichtigsten Handelsplätze für Privatanleger in Deutschland. Seit 2017 ist sie eine Zweigniederlassung der BÖAG Börsen AG mit Sitz in Hannover und Hamburg, nachdem die bisherigen Träger der Börse, wie HSBC und die Erste Abwicklungsanstalt, ausgeschieden sind.[21] Anleger können über das elektronische Handelssystem Quotrix von 8 bis 22 Uhr ohne börsliche Kosten mit Market-Makern handeln. Das Umsatzvolumen der Börse Düsseldorf lag 2018 bei 18,3 Milliarden Euro.[22]

Transaktionsbanken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei große Transaktionsbanken für Wertpapierdienstleistungen bereichern den Düsseldorfer Finanzplatz. Die im Jahr 2005 gegründete heutige Nummer eins, die HSBC Transaction Services mit Sitz in Düsseldorf und ca. 500 MA, wickelt in Deutschland jährlich 61 Mio. (2016)[21] Transaktionen ab. 2020 werden weitere 40 Mio. Transaktionen hinzukommen, da die Commerzbank[22] ihre Abwicklung an die HSBC auslagert. Die Nummer zwei der Wertpapierabwickler in Deutschland, die dwpbank, mit jährlich 46,25 Mio. Transaktionen (2018), hat ihre zweitgrößte Niederlassung mit ca. 450 MA. in Düsseldorf-Derendorf.

Versicherungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den größten Versicherungen in Düsseldorf gehören die ERGO-Versicherungsgruppe, die Deutsche Rück, die ÖRAG, die ARAG und die Provinzial Rheinland Versicherungsgruppe. Nach der Fusion mit der Münsteraner Provinzial Nord-West wird Düsseldorf Sitz der Schaden- und Unfallversicherung. Weitere Versicherer sind Interlloyd, die australische QBE und die japanischen Versicherungskonzerne Tokio Marine und Sompo. Im Jahr 2007 haben der niederländische Versicherungskonzern Monuta und 2018 der Lebensversicherer DELA Zweigniederlassungen in Düsseldorf errichtet. Düsseldorf gehört mit etwa 11.000 Beschäftigten zu den größten Versicherungsplätzen in Deutschland.[23] Innerhalb der Finanzplatzregion arbeiten über 12.000 Beschäftigte bei Versicherungen.[24]

Börse Düsseldorf – Zentrale

Leasing- und Factoring-Dienstleister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Düsseldorf ist ein bedeutender Standort für Leasing- und Factoringdienstleister. Zu den in Düsseldorf ansässigen Gesellschaften gehören unter anderem BNP Paribas Factor GmbH, LeasePlan Deutschland GmbH, DLL De Lage Landen, Bibby Financial Services GmbH, Zahnärztliche Abrechnungsgellschaft AG, BTMU Lease (Deutschland) GmbH, Athlon Germany GmbH, AvP Deutschland GmbH und Komatsu Financial Germany GmbH.[25]

FinTechs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich FinTech sind am Finanzplatz Düsseldorf etwa 20 FinTechs darunter Auxmoney, Compeon, Ebury Deutschland, Leasingmarkt.de, vat4you, Yareto und A.IX Capital tätig.

Private Equity und Venture Capital[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Düsseldorf gehört zu den wichtigsten regionalen Finanzzentren für Private Equity in Deutschland.[26] Der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften zählt zehn Private Equity-Firmen mit Sitz in Düsseldorf.[27] Zu den in Düsseldorf ansässigen Venture Capital-Gesellschaften gehören zum Beispiel die Sirius Venture Partners GmbH, die EnjoyVenture Management GmbH, Avedon GmbH oder Magmatic Ventures.

Weitere Finanzplatzakteure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über das Düsseldorfer Stadtgebiet hinausgehend sind am Finanzplatz weitere bedeutende Finanzdienstleister angesiedelt. Dazu zählt unter anderem der Deutschlandsitz der Santander Consumer Bank in Mönchengladbach und die GEFA Bank in Wuppertal. In Neuss sind die RheinLand-Versicherung, die Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen, die Bank11 und die RCI Bank angesiedelt. Das Dienstleistungszentrum der Targobank befindet sich mit etwa 2.000 Mitarbeitern in Duisburg.[28]

Außerdem umfasst der Finanzplatz Düsseldorf weitere Akteure, die der Finanz- und Versicherungsbranche weitere Dienstleistungen anbieten, die für ein Finanzplatz-Ökosystem bzw. Finanzcluster maßgeblich sind.[29] Dazu zählen (Wirtschafts-)Kanzleien, Wirtschaftsprüfungen, Vermögensverwalter und Family Offices, Unternehmensberatungen, Immobilienunternehmen (z. B. BNP Paribas Real Estate Deutschland, Angevelt Immobilien), Finanzpresse, sowie Verbände und Organisationen, die die Finanz- und Versicherungsbranche berufspolitisch vertreten und unterstützen (z. B. Industrie- und Handelskammer Düsseldorf, Verband öffentlicher Versicherer, Wirtschaftsförderung Düsseldorf).

Commerzbank-Niederlassung – Düsseldorf, Königsallee

Von zentraler Bedeutung für einen vitalen Finanzplatz ist der Zugang zu Fachkräften. Die Sicherstellung erfolgt durch die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Universitäten. Der Finanzplatz Düsseldorf verfügt über vielfältige Ausbildungseinrichtungen wie der Heinrich-Heine-Universität, der FOM-Hochschule, WHU Otto Beisheim School etc. In Duisburg ist zudem das european center for financial services (ecfs) als unabhängiges Forschungsinstitut an der Mercator School of Management der Universität Duisburg-Essen angesiedelt.[30] Finanzplatzinitiativen, die unter anderem zum Standortmarketing beitragen sind in der Finanzplatzregion noch nicht gebündelt. Entsprechende Formate bilden beispielsweise das Bankennetzwerk der VÖB-Service GmbH, das von der FOM organisierte Düsseldorfer Bankensymposium, das Finanzforum Privatbanken der Rheinischen Post, das Forum Bundesbank der Hauptverwaltung NRW und in unregelmäßigen Abständen das European Finance Forum (EFF) mit seinem Düsseldorfer Ableger. Im Bereich Social Media dient beispielsweise die XING-Gruppe Düsseldorf Banking & Finance dem Austausch von Informationen über den Finanzplatz Düsseldorf.

Mit der Handelsblatt-Media-Group ist eine der größten Wirtschafts- und Finanzzeitungen (u. a. Handelsblatt, Wirtschaftswoche) in Düsseldorf ansässig. Die Börsen-Zeitung ist ebenfalls mit einem Büro in Düsseldorf vertreten.

ARAG - Zentrale

Seit dem Jahr 2008 ist der Anteil der Beschäftigten am Finanzplatz Düsseldorf in den sogenannten wissensintensiven Dienstleistungen (KIBS – knowledge intensive business services bzw. advanced producer services) Financial Services, Accountancy, Advertising, Law und Management Consultancy stark gestiegen.[31][32] Im Bereich Wirtschaftsprüfung gehört Düsseldorf zu den Top-Standorten Deutschlands. Die Big-Four Wirtschaftsprüfungen Deloitte (ca. 2.000 MA), EY (ca. 900 MA), KPMG (ca. 1000 MA) und PwC (2.500 MA) sind alle mit größeren Einheiten in Düsseldorf vertreten. PwC verfügt in Düsseldorf-Oberbilk über den größten deutschen Standort neben Frankfurt am Main. 600 Mitarbeiter wurden im Rahmen einer Standortverlagerung von Frankfurt nach Düsseldorf verlegt. Alle internen Services von PwC werden künftig von Düsseldorf aus gesteuert. Dazu zählen Personalmanagement, Finanzen und Kommunikation. Von Düsseldorf wird in den kommenden Jahren eine gesamteuropäische Verwaltungseinheit von PwC aufgebaut.[33] International tätige Unternehmensberatungen wie Roland Berger und Bain & Company sind mit Niederlassungen vertreten sowie McKinsey und A.T. Kearney mit ihren Deutschlandzentralen. Die Boston Consulting Group (BCG) hat hier seinen zweitgrößten Standort.

Düsseldorf ist außerdem einer der bundesweit bedeutendsten Gerichtsstandorte. Von den nach Umsatz zehn größten Wirtschaftskanzleien im Jahr 2018 haben alle ein Büro am Finanzplatz Düsseldorf.[34]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ERGO - Zentrale

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Raimund Krumm, Katja Neugebauer: Finanzplatz Stuttgart im europäischen Standortvergleich. Hrsg.: Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung e. V. Nr. 9. Tübingen Mai 2012, S. 6 (53 S.).
  2. a b Tobias Rafael Finke: FinTechs als Finanzplatzakteure in Berlin und Frankfurt am Main. Zwischen Kooperation und Wettbewerb mit Banken. 1. Auflage. Dr. Kovač, Hamburg 2019, ISBN 978-3-339-10568-4, S. 35–36 (136 S.).
  3. Hans-Peter Burghof, Uta Herbst, Raimund Krumm: Untersuchung zu den Standortfaktoren des Finanzplatzes Stuttgart/Baden-Württemberg. Hrsg.: Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung, Lehrstuhl für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen an der Universität Hohenheim. Tübingen / Stuttgart Januar 2008, S. 6, 44 ff. (74 S.).
  4. BBSR Homepage – Raumordnungsregionen, abgerufen am 25. April 2019
  5. Finanzplatz NRW – Finanzverwaltung, abgerufen am 25. April 2019
  6. Metropolregion Rheinland e. V.
  7. GaWC – The World According to GaWC 2018, abgerufen am 25. April 2019
  8. Unternehmensdatenbank. Abgerufen am 22. April 2019.
  9. a b c Axel Rosch: Die Entstehung und Entwicklung des Bankenplatzes Düsseldorf. Band 21. Verlag Dr. Kovač, Hamburg, ISBN 978-3-8300-6515-9.
  10. Andrea Rexer: Drama um WestLB besiegelt Düsseldorfs Niedergang. Abgerufen am 27. Oktober 2019.
  11. Statistik der Bundesagentur für Arbeit Tabellen, Regionalreport über Beschäftigte, Nürnberg, Dezember 2018
  12. Tobias Rafael Finke: Finanzplatz-Ökosysteme im Wandel - FinTechs auf dem Weg zum gleichberechtigten Akteur. In: die Bank - Zeitschrift für Bankpolitik und Praxis. Köln August 2018, S. 17.
  13. Klaus Mathis: Geld regiert die Welt - Der Finanzplatz Düsseldorf. In: Harald Frater et. al. (Hrsg.): Düsseldorf Atlas: Geschichte und Gegenwart der Landeshauptstadt im Kartenbild. 1. Auflage. Emons, Köln 2004, ISBN 978-3-89705-355-7, S. 66–67 (220 S.).
  14. NRW.BANK weitet Düsseldorfer Standort auf drittes Gebäude aus, abgerufen am 25. April 2019
  15. NRW.BANK.Green Bond erneut erfolgreich platziert, abgerufen am 25. April 2019
  16. Uwe-Jens Ruhnau: HSBC bezieht 2020 Neubau in Heerdt. Abgerufen am 11. April 2019.
  17. Christiane Dörr: Positive Perspektiven. In: Börsen-Zeitung Verlagsbeilage. Nr. 117, Juni 2011, S. 6.
  18. Tobias Rafael Finke: Deutschland, deine Finanzplätze. In: die Bank - Zeitschrift für Bankpolitik und Praxis. Nr. 8. Köln August 2016, S. 18–22.
  19. Portigon Geschäftsbericht 2018. S. 23, 49.
  20. Zahlen und Fakten – Internationale Kapitalanlagegesellschaft, abgerufen am 25. April 2019
  21. Wir über uns | HSBC Transaction Services. Abgerufen am 26. April 2019.
  22. Hanno Mußler: Buchhalter der Fondsmanager: Wertpapiergeschäfte werden teurer. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 26. April 2019]).
  23. Versicherer – gdv.de, abgerufen am 25. April 2019
  24. Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern: Finanzwirtschaft. Abgerufen am 3. April 2019.
  25. Liste der zugelassenen Finanzierungsleasing- und Factoringinstitute. Abgerufen am 7. April 2019.
  26. Britta Klagge, Carsten Peter: Changes in the German Urban System - A Financial-Sector Perspective. In: Raumforschung und Raumordnung. Nr. 69, S. 204.
  27. Unsere Mitglieder. Abgerufen am 22. April 2019.
  28. Daten und Fakten - Dienstleistungscenter. Abgerufen am 5. April 2019.
  29. Eike W. Schamp (2009): Das Finanzzentrum – ein Cluster? Ein multiskalarer Ansatz und seine Evidenz am Beispiel von Frankfurt/RheinMain. Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie, Band 53, Heft 1–2, Seiten 89–105, ISSN (Online) 2365-7693, DOI, abgerufen am 25. April 2019
  30. ecfs. Abgerufen am 5. April 2019 (deutsch).
  31. Dariusz Wójcik, Duncan MacDonald-Korth: The British and the German financial sectors in the wake of the crisis: size, structure and spatial concentration. In: Journal of Economic Geography. Nr. 15, 2015, S. 1044.
  32. Michael Hoyler: External Relations of German Cities through Intra-firm Networks – A Global Perspective. In: Raumforschung und Raumordnung. Nr. 69, 2011.
  33. Frankfurt verliert 600 PwC-Jobs – Wirtschaft, abgerufen am 25. April 2019
  34. Kanzleiumsätze 2017/18. Abgerufen am 3. April 2019.