Deutscher Hochschulverband

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den 1950 gegründeten Deutschen Hochschulverband; für dessen historischen Vorläufer siehe Verband der Deutschen Hochschulen.
Hochschulverband ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Hochschulverband (Begriffsklärung) aufgeführt.
Logo des DHV

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) ist die Berufsvertretung der Universitätslehrer in Deutschland. Mit fast 30.000 Mitgliedern ist er die größte fächerübergreifende Wissenschaftlervereinigung in Europa.

Überblick und Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschäftsstelle in Bad Godesberg

Der Verein gliedert sich in örtliche DHV-Gruppen und Landesverbände. An seiner Spitze stehen ein Präsident und ein siebenköpfiges Präsidium. Oberstes Organ ist der DHV-Tag, der einmal im Jahr zusammentritt. Die Arbeit im Verband erfolgt auf allen Ebenen ehrenamtlich und wird von der in Bonn-Bad Godesberg (Rheinallee 18/20) ansässigen Geschäftsstelle unterstützt. Seit 2004 ist Bernhard Kempen, Professor für Öffentliches Recht und Völkerrecht an der Universität Köln, Präsident.

Der Verein finanziert seine Arbeit durch die Beiträge seiner Mitglieder. Die Mitgliedschaft im Deutschen Hochschulverband kann jeder Hochschullehrer (Professor, Privatdozent, Habilitierter) an einer Universität, wissenschaftlichen Hochschule oder Kunst- und Musikhochschule in Deutschland erwerben. Ebenso kann jeder deutsche Hochschullehrer an einer entsprechenden Hochschule im Ausland dem Deutschen Hochschulverband beitreten. Mitglied kann auch jeder Juniorprofessor, Habilitand oder Nachwuchsgruppenleiter werden. Fachhochschulprofessoren, die mit dem Hochschullehrerbund über eine eigene Berufsvertretung verfügen, können über einen Dienstleistungsvertrag Serviceleistungen des Verbandes in Anspruch nehmen.

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präsidium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landesverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landesverband Baden-Württemberg, Vorsitz: Rainer Gadow, Universität Stuttgart
  • Landesverband Bayern, Vorsitz: Rüdiger Ahrens, Universität Würzburg und Max-Emanuel Geis, Universität Erlangen-Nürnberg
  • Landesverband Berlin, Vorsitz: Susanne Fontaine, Freie Universität Berlin
  • Landesverband Brandenburg, Vorsitz: Hans-Jürgen Holdt, Universität Potsdam
  • Landesverband Bremen, Vorsitz: Ulrich Tadday, Universität Bremen
  • Landesverband Hamburg, Vorsitz: Peter Burger, Universität Hamburg
  • Landesverband Hessen, Vorsitz: Susanne Lin-Klitzing, Universität Marburg
  • Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, Vorsitz: Günther Wildenhain, Universität Rostock
  • Landesverband Niedersachsen, Vorsitz: Bernd J. Hartmann, Universität Osnabrück
  • Landesverband Nordrhein-Westfalen, Vorsitz: Wolfgang Löwer, Universität Bonn
  • Landesverband Rheinland-Pfalz, Vorsitz: Udo Fink, Universität Mainz
  • Landesverband Saarland, Vorsitz: Volkhard Helms, Universität des Saarlandes
  • Landesverband Sachsen, Vorsitz: Michael Schreiber, Technische Universität Chemnitz
  • Landesverband Sachsen-Anhalt, Vorsitz: Christiane Tammer, Universität Halle-Wittenberg
  • Landesverband Schleswig-Holstein, Vorsitz: Felix Tuczek, Universität Kiel
  • Landesverband Thüringen, Vorsitz: Klaus Gürlebeck, Bauhaus-Universität Weimar

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde am 4. März 1950 in Hannover gegründet.

Historischer Vorläufer war der Verband der Deutschen Hochschulen, der 1920 in Halle (Saale) gegründet und nach der „Selbstgleichschaltung“ 1933 mit anderen hochschulpolitischen Vereinigungen und Verbänden zu einer Einheitsorganisation mit dem Namen „Reichsverband der Deutschen Hochschulen“ zusammengeschlossen wurde. Per Ministererlass erfolgte die formelle Auflösung am 7. Juli 1936.

Nach der Wiedervereinigung wurden in den fünf neuen Bundesländern Landesverbände gegründet und die Arbeit des Verbandes auf das Gebiet des vereinten Deutschlands ausgedehnt.

Ziele, Aufgaben und Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein tritt laut Satzung für eine unparteiische Wissenschaft in einem freiheitlichen Rechtsstaat ein.[1] Ihre grundlegenden Prinzipien sind die Freiheit und die Unteilbarkeit von Forschung und Lehre. Der Deutsche Hochschulverband ist Mitgestalter der Hochschul- und Bildungspolitik in Deutschland. Er vertritt die Interessen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gegenüber Staat, Gesellschaft und Medien und versteht sich als Anwalt und Fürsprecher der Universitäten. Sein Augenmerk gilt insbesondere jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und ihrer Karriereförderung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden in allen für sie relevanten Rechtsfragen beraten. Zu karriere- und berufsrelevanten Themen bietet der Deutsche Hochschulverband auch individuelle Coachings und Seminare an. Über vakante Wissenschaftlerstellen auf dem deutschsprachigen Markt informiert der DHV-Ausschreibungsdienst. Der Deutsche Hochschulverband gibt monatlich die Zeitschrift „Forschung & Lehre“ heraus. Über DHV-Funds-Consult unterstützt der Deutsche Hochschulverband seit 2008 Hochschulen beim Fundraising. Seit 2008 wird auch die akademische Personalberatung „Leaders In Science“ betrieben. Im Jahre 2010 hat der Deutsche Hochschulverband die Deutsche Universitätsstiftung ins Leben gerufen. Zweck der Stiftung ist laut Satzung die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Bildung sowie Mildtätigkeit durch Unterstützung von Wissenschaftlern und des wissenschaftlichen Nachwuchses. Seit 2010 bietet der Deutsche Hochschulverband mit dem Übersetzungsservice DHV-De einen wissenschaftsspezifischen Übersetzungsdienst an.

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deutsche Hochschulverband vergibt die folgenden Preise:

  • Wissenschaftsstiftung des Jahres
  • Deutscher Hochschulbaupreis
  • Rektor/in / Präsident/in des Jahres
  • Wissenschaftsminister/in des Jahres
  • Student/in des Jahres
  • Nachwuchswissenschaftler/in des Jahres
  • Hochschullehrer/in des Jahres

Gemeinsam mit academics zeichnet der Deutsche Hochschulverband den „Nachwuchswissenschaftler/-in des Jahres“ aus. Die Preise werden seit 2009 auf der DHV-Wissenschaftsgala vergeben. Seit 2010 würdigt der Deutsche Hochschulverband mit der Werner-Pöls-Medaille beispielhafte Kollegialität und vorbildliches ehrenamtliches Engagement im Verband.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz J. Bauer: Geschichte des Deutschen Hochschulverbandes. Saur, München 2000, ISBN 3-598-11440-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hochschullehrerbund (Interessenvertretung der Professorinnen und Professoren an Fachhochschulen)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Satzung