Die Unschuld

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Unschuld
Originaltitel L’innocente
Produktionsland Italien
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 1976
Länge 125 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Luchino Visconti
Drehbuch Suso Cecchi D’Amico
Luchino Visconti
Produktion Giovanni Bertolucci für Rusconi Film
Musik Franco Mannino
Kamera Pasqualino De Santis
Schnitt Ruggero Mastroianni
Besetzung

Die Unschuld ist ein italienischer Kinofilm aus dem Jahr 1976. Regisseur Luchino Visconti griff für seinen letzten Spielfilm auf den Roman Das Opfer (auch: Der Unschuldige, im Original L’innocente) von Gabriele D’Annunzio zurück. Ihm gelang in opulent-dekorativen Bildern ein fein gezeichnetes Porträt der Belle Epoque.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der römische Graf Tullio Hermil richtet sich sein Leben kompromisslos nach seinen Präferenzen aus. Er ignoriert die Liebe seiner Frau, der schönen Giuliana, und wird der Liebhaber der Gräfin Raffo, wobei er sich keine Mühe gibt, diese Liaison vor seiner Gattin oder der Gesellschaft zu verbergen. Giuliana, die vergeblich versucht hat, ihren Ehemann zurückzugewinnen, lernt ihrerseits den jungen Schriftsteller Filippo D’Arborio kennen und lieben. Und diese Liebe verändert sie, macht sie stärker und selbstbewusster. Als die Affäre von Graf Hermil mit Gräfin Raffo endet, findet er in ehrlicher Zuneigung zurück zu seiner Frau. Diese erwartet jedoch ein Kind von ihrem ehemaligen Liebhaber D’Arborio. Nach einer schweren Geburt tötet Graf Hermil das Kind und will jenseits der Kategorien von Gut und Böse leben, als habe er keinen Mord begangen. Doch abweichend vom Roman scheitert er damit und erschießt sich.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die unendlich perfekt kalkulierte Kälte der Inszenierung macht dem Zuschauer einen emotionalen Einstieg in den Film fast unmöglich. Anders als etwa in „Der Leopard“, „Die Verdammten“ oder zuletzt „Gewalt und Leidenschaft“ bleiben die Figuren blasse Schemen: Insekten auf dem Seziertisch eines Naturwissenschaftlers, der mit den delikatesten Instrumenten operiert.“

Hans-Christoph Blumenberg in Die Zeit, 1977[1]

„Vor allem mit diesem von der Vorlage abweichenden Schluß distanziert sich Visconti von der libertinen Hauptfigur, in der er einen Vorläufer des Faschismus sieht. Mit subtilem Sensualismus inszeniert: bestechend die kunstvollen Dekor-Arrangements und die intensiven Großaufnahmen.“

Franz Ulrich im film-dienst 5/1977

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gabriele D’Annunzio: Das Opfer. Roman (Originaltitel: L’innocente). Deutsch von Virgilio Iafrate, mit einem Nachwort von Adeline R. Tintner, ungekürzte Taschenbuch-Ausgabe, Ullstein, Berlin 1999, ISBN 3-548-24671-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Christoph Blumenberg: Liebe kälter als der Tod. In: Die Zeit, Nr. 11/1977