Diebe der Nacht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Diebe der Nacht
Originaltitel Les Voleurs
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1996
Länge 117 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie André Téchiné
Drehbuch André Téchiné,
Gilles Taurand,
Michel Alexandre
Produktion Alain Sarde
Musik Philippe Sarde
Kamera Jeanne Lapoirie
Schnitt Martine Giordano
Besetzung
Synchronisation

Diebe der Nacht (Originaltitel: Les Voleurs) ist ein französisches Filmdrama von André Téchiné mit Catherine Deneuve und Daniel Auteuil aus dem Jahr 1996.

Handlung[Bearbeiten]

Der kleine Junge Justin erfährt vom mysteriösen Tod seines Vaters Ivan. Dieser war in kriminelle Machenschaften verwickelt. Die Schwester seines Komplizen Jimmy Fontana und zudem seine ehemalige Geliebte, ein junges Mädchen namens Juliette, landet daraufhin im Kommissariat von Lyon, weil sie Parfüm gestohlen hat. Dort lernt sie den Polizisten Alex kennen, der sich als Bruder von Ivan herausstellt.

Alex hatte einst aus Protest gegen seine kriminelle Familie den Beruf des Ordnungshüters gewählt, ist aber inzwischen von seinem nüchternen Polizeidienst desillusioniert. Aus Frust beginnt er mit Juliette ein Verhältnis. Diese wiederum pflegt auch eine intime Beziehung mit der sensiblen Philosophieprofessorin Marie Leblanc, die sich sehr nach Liebe und Aufmerksamkeit sehnt. Sowohl Alex und Juliette als auch Marie sind des Lebens mehr oder weniger überdrüssig und haben ähnliche Schwierigkeiten menschliche Nähe zuzulassen.

Als Juliette spurlos verschwindet, wendet sich Alex an Marie. Wie sich herausstellt, war Juliette Zeugin geworden, wie Ivan bei einem Autodiebstahl von einem Wachmann erschossen wurde. Als Marie hört, dass Juliette in Marseille ohne sie ein neues Leben angefangen hat, stürzt sich Marie verzweifelt aus dem Fenster. Alex versucht indes, eine Beziehung zu seinem Neffen Justin aufzubauen. Es ist jedoch Jimmy, dem es gelingt, zu Justin vorzudringen und ihn von der kriminellen Energie seiner Verwandtschaft fernzuhalten, obwohl er selbst inzwischen der Kopf der Bande geworden ist. Zudem kommen sich Jimmy und Justins Mutter Mireille näher, sodass Justin umso mehr in Jimmy einen Ersatzvater erkennt. Alex hingegen bleibt einsam zurück.

Hintergrund[Bearbeiten]

Diebe der Nacht wurde von Regisseur André Téchiné im Stil des Film noir inszeniert. Der in Lyon gedrehte Film besteht aus einem Prolog, fünf Kapiteln und einem Epilog, spielt auf mehreren Zeitebenen und erzählt die Handlung aus den unterschiedlichen Perspektiven der Hauptfiguren. Die Weltpremiere erfolgte im Mai 1996 bei den 49. Filmfestspielen von Cannes, wo das Filmdrama als Wettbewerbsbeitrag lief. Am 21. August 1996 ging Diebe der Nacht in Frankreich in den allgemeinen Verleih. In Deutschland kam der Film am 24. April 1997 in die Kinos.

Kritiken[Bearbeiten]

„Behutsam und eindringlich dank vorzüglicher Darsteller, umkreist der Film aus mehreren Perspektiven die Handlungen und Motive der Personen, wobei er sich dramaturgischer Elemente aus Kriminalfilm und Familientragödie bedient, sie aber auf ganz eigene Weise miteinander verschmilzt.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

„Gänzlich unsentimental blickt Diebe der Nacht in die Seelenabgründe dreier Menschen aus drei unterschiedlichen Milieus und gibt sich am Ende keinen falschen Hoffnungen hin. […] Fazit: Kühles Großstadtdrama über Betrüger und Betrogene.“

Cinema[2]

„André Téchiné ist ein schöner, und melancholischer Film gelungen. Glück oder Trost, die man in seinen früheren Werken noch finden konnte, sucht man hier vergebens. Aber wer hat gesagt, daß man Glück und Trost im Kino finden muß?“

Rüdiger Suchsland, Artechock[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1996 nahm Diebe der Nacht am Wettbewerb um die Goldene Palme beim 49. Filmfestival von Cannes teil, musste sich jedoch dem Filmdrama Lügen und Geheimnisse (Secrets & Lies) des britischen Regisseurs Mike Leigh geschlagen geben. Bei der César-Verleihung im darauffolgenden Jahr war der Film von Téchiné in fünf Kategorien für den französischen Filmpreis nominiert, darunter in den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Catherine Deneuve), Bester Nachwuchsdarsteller (Benoît Magimel) und Beste Nachwuchsdarstellerin (Laurence Côte). Lediglich in letzter Kategorie konnte sich der Film gegen die Konkurrenz durchsetzen. Benoît Magimel erhielt 1997 für seine Leistung den Prix Michel Simon als Bester Darsteller. Die Jury der Deutschen Film- und Medienbewertung verlieh dem Film das Prädikat „Besonders wertvoll“.[4]

Deutsche Fassung[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand für die deutsche Erstveröffentlichung im Kino (24. April 1997).[5]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Marie Leblanc Catherine Deneuve Renate Küster
Alex Daniel Auteuil Gudo Hoegel
Jimmy Fontana Benoît Magimel Alexander Brem
Ivan Didier Bezace Arne Elsholtz

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Diebe der Nacht – SZ Cinemathek Série Noire 10. Süddeutsche Zeitung GmbH 2007

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diebe der Nacht im Lexikon des Internationalen Films
  2. vgl. cinema.de
  3. vgl. artechock.de
  4. vgl. fbw-filmbewertung.com
  5. Diebe der Nacht in der Deutschen Synchronkartei