Dieter Kottysch

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Dieter Kottysch (am Boden) verliert bei der Olympiaqualifikation 1964 gegen Bruno Guse

Dieter Kottysch (* 30. Juni 1943 in Gleiwitz; † 9. April 2017 in Hamburg[1]) war ein deutscher Amateurboxer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1964 bis 1968 wurde Kottysch fünf Mal in Folge Deutscher Meister im Weltergewicht (–67 kg). Dann wechselte er ins Halbmittelgewicht (–71 kg), wo er den Titel erst 1972 erringen konnte.

1964 verpasste Kottysch die Olympiateilnahme, da er im entscheidenden Ausscheidungsturnier für die gemeinsame Mannschaft der beiden deutschen Staaten gegen Bruno Guse verlor. Bei den Europameisterschaften 1967 schied Kottysch im ersten Kampf gegen den späteren Goldmedaillengewinner Bohumil Němeček, Tschechoslowakei, aus und auch bei den Europameisterschaften 1971 schied er bereits im Viertelfinale aus.

Bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München erkämpfte Kottysch sich als erster westdeutscher Boxer nach dem Zweiten Weltkrieg die Goldmedaille im Halbmittelgewicht. Er gewann im Finale gegen Wiesław Rudkowski nach ausgeglichenem Kampf knapp nach Punkten (mit 3:2 Richterstimmen). Dafür wurde er am 1. September 1972 mit der Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes geehrt.[2]

Kottysch wurde Ende der Siebziger Jahre von seiner Frau geschieden, seine Tochter wuchs bei ihm auf und sein Sohn bei seiner ehemaligen Frau.[3]

Nach seiner Boxkarriere arbeitete Dieter Kottysch bis zu seiner Pensionierung als Technischer Zeichner. Zuletzt war er bei den Stadtwerken in Buchholz in der Nordheide beschäftigt. In Buchholz hatte er auch seinen Wohnsitz. 2006 erkrankte der Olympiasieger an Demenz. Ab 2014 lebte er in einem Pflegeheim in Hamburg-Wandsbek. Dort starb der auch an Alzheimer leidende Kottysch im Alter von 73 Jahren an einer Lungenentzündung.[1][4]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961 Deutscher Juniorenmeister im Halbweltergewicht
  • 1964–1968 Deutscher Meister im Weltergewicht
  • 1972 Deutscher Meister im Halbmittelgewicht
  • 1972 Gewinner der Goldmedaille im Halbmittelgewicht bei den Olympischen Spielen in München

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Björn Jensen: Nachruf - Olympiasieger Dieter Kottysch stirbt im Pflegeheim Hamburger Abendblatt, 9. April 2017, abgerufen am 10. April 2017.
  2. Unterrichtung des Bundestages durch die Bundesregierung – Drucksache 7/1040 – vom 29. 9. 1973, siehe Anlage 3 (beinhaltend alle seit Stiftung des SB verliehenen Silbernen Lorbeerblätter), Seiten 54 ff., hier Seite 54
  3. Dieter Kottysch - Die letzte Runde, Hamburger Abendblatt, 8. September 2012
  4. Der unwürdige Tod eines deutschen Olympiasiegers, welt.de, 11. April 2017