Malente

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Malente
Malente
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Malente hervorgehoben

Koordinaten: 54° 10′ N, 10° 33′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Ostholstein
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 69,06 km2
Einwohner: 10.773 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 156 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 23714, 23717
Vorwahl: 04523
Kfz-Kennzeichen: OH
Gemeindeschlüssel: 01 0 55 028
Gemeindegliederung: 3 Orte, 9 Dorfschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 31
23714 Bad Malente-Gremsmühlen
Website: www.malente.de
Bürgermeisterin: Tanja Rönck (parteilos)
Lage der Gemeinde Malente im Kreis Ostholstein
AhrensbökAltenkrempeBad SchwartauBeschendorfBosauDahme (Holstein)DamlosEutinFehmarnGöhlGremersdorfGrömitzGroßenbrodeGrubeHarmsdorfHeiligenhafenHeringsdorfKabelhorstKasseedorfKellenhusenLensahnMalenteManhagenNeukirchenNeustadt in HolsteinOldenburg in HolsteinRatekauRiepsdorfScharbeutzSchashagenSchönwalde am BungsbergSierksdorfStockelsdorfSüselTimmendorfer StrandWangelsSchleswig-HolsteinKarte
Über dieses Bild

Malente (plattdeutsch: Lent)[2] ist eine Gemeinde im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein, anerkannter Kur- und Erholungsort.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Malente erstreckt sich im Zentrum der Holsteinischen Schweiz im Bereich des Diek- und Kellersees an den nordwestlichen Ausläufern des Bungsbergs. Die Seen bilden im Kern den östlichen Bereich der sogenannten Holsteinischen Seenplatte und liegen in Quellnähe des Flusslaufs der Schwentine. Diese fließt direkt durch den zentralen Siedlungsbereich des Ortes Bad Malente-Gremsmühlen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malente besteht aus drei Orten (Bad Malente-Gremsmühlen, Neversfelde, Rachut) und neun Dorfschaften (Benz, Kreuzfeld, Krummsee, Malkwitz, Neukirchen, Nüchel, Sieversdorf, Söhren und Timmdorf).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeindegebiete von Malente sind:

Grebin Dannau
Rantzau
Högsdorf
Plön Nachbargemeinden Kirchnüchel
Bösdorf Eutin Kasseedorf

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gründung des Bistums Oldenburg (in Holstein) durch den Sachsenherzog Heinrich der Löwe wurde um 1150 in der Gegend des heutigen Malente eine Ansiedlung errichtet. Nach 1227 wurde mit dem Bau der Maria-Magdalenen-Kirche begonnen.

Durch die Errichtung eines Sanatoriums mit Kurhaus erhielt Malente 1905 größere Bedeutung. 1934 erfolgte die Zusammenlegung der Gemeinden Malente und Neukirchen. Durch die Anerkennung als Kneippheilbad bekam der Fremdenverkehr 1935 Impulse. Seit 1996 trägt der Ortsteil Malente-Gremsmühlen den Titel Heilklimatischer Kurort und kann den Titel Bad vor dem Ortsnamen führen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wahl 2018 ergab folgendes Ergebnis:

Gemeindewahl Malente 2018
 %
40
30
20
10
0
30,9 %
21,2 %
15,8 %
12,2 %
10,7 %
9,1 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
f Bürger-innen für Malente
Sitzverteilung im Gemeinderat Malente seit 2018
      
Insgesamt 28 Sitze
  • SPD: 6
  • Grüne: 3
  • FWM: 4
  • Bürger-innen für Malente: 3
  • FDP: 3
  • CDU: 9

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Silber und Rot schräg geteilt. Vorn fünf blaue Wellen, hinten ein perspektivisch gezeichnetes, aus der Teilung hervorkommendes schwarzes oberschlächtiges Mühlrad.“[3]

Das Wappen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Ermangelung von Dienstsiegeln, die frei von nationalsozialistischen und kaiserlichen Symbolen sind, von der Gemeinde gewählt und von der Britischen Militärregierung genehmigt.[4]

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Immenhof-Museum: In Erinnerung an die Immenhof-Filme, welche u. a. im nahe gelegenen Gut Rothensande gedreht wurden, zeigt das Museum Kostüme, Bilder, Plakate und Requisiten aus der Filmproduktion. Ein Highlight der Ausstellung ist die original erhaltene Kutsche aus dem ersten Teil der Filmreihe (Die Mädels vom Immenhof).[5] Es werden auch Filmtouren angeboten.[6]
  • Tews-Kate: Das Heimatmuseum zeigt historisches Mobiliar sowie haus- und landwirtschaftliche Geräte

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserturm an der Ringstraße

Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Dieksee
  • Im zentralen Bereich der Gemeinde in Nähe der Anlegestelle der Freizeitschifffahrt Fünf-Seen-Fahrt besteht das öffentlich zugängliche Wildgehege Bad Malente (auch Malenter Wildpark & Arboretum genannt). Hier werden im öffentlichen Raum die einheimischem Hochwildarten und sonstige Tiere präsentiert. Im benachbarten Arboretum erfährt der Besucher viele Informationen über heimischen Gehölze (Eiche, Ulme, Kirsche, Eschen, Linden, Weiden, Ahorn und weitere).
  • 5-Seen-Fahrt: Rundfahrten über die Seen Dieksee, Behler See, Langensee, Höftsee und Edebergsee in der Saison von Ostern bis Oktober
  • Im Findlingsgarten bei der Ortschaft Kreuzfeld befindet sich der Wandhoff-Findling. Mit einem Gewicht von etwa 126 Tonnen und einer Größe von 3,5 × 4 × 4,2 Meter (B × H × T) zählt er zu den größten Findlingen in Schleswig-Holstein.
  • Das WunderWeltWasser ist ein Naturlehrpfad entlang der Malenter Au am Kellersee.
  • Der 1962 bis 1966 von Karl Plomin (Planten un Blomen) gestaltete Kurpark Malente im Zentrum des Ortes gilt als herausragendes Beispiel für die Landschaftsarchitektur der 1960er Jahre und wurde 2003 als jüngstes Gartendenkmal Schleswig-Holsteins eingetragen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportschule des SHFV
Gustav Heinemann Bildungsstätte am Kellersee in Bad Malente-Gremsmühlen

In Malente ist die Sportschule Malente des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes beheimatet. Durch das finale Trainingslager der Nationalmannschaft im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 1974, bei der die deutsche Mannschaft den Titel errang, wurde der hier begründete „Geist von Malente“ ein fester Begriff für die deutsche Fußballkultur. Die Sportschule errang in der Folgezeit nationale Bekanntheit als der Ort, in welchem die Deutsche Fußballnationalmannschaft traditionell ihr letztes Trainingslager vor Fußball-Weltmeisterschaften antrat. Das Areal der Sportschule ist mittlerweile modernisiert und wurde 2013 als Uwe-Seeler-Fußballpark (USFP)[7] wieder eröffnet worden.

Der Landessportverband Schleswig-Holstein betreibt am Ort das Sport- und Bildungszentrum Malente, eine Akademieeinrichtung. Bei Errichtung als erstes Sportinternat im Gebiet der damaligen Bundesrepublik sollten in dieser Einrichtung ab 1968 junge Talente auf internationale Sportwettkämpfe vorbereitet werden; hierzu gehörten u. a. Kurt Bendlin und Dirk Lange. Im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 1972 trainierten hier zahlreiche afrikanische Athleten, u. a. John Akii-Bua.[8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Bad Malente-Gremsmühlen mit Regio- und Museumsbahn

Das Gemeindegebiet wird im Süden auf einem kurzen Teilstück von der Bundesstraße 76 im Abschnitt Plön–Eutin tangiert. Das gemeindlich Zentrum, der Kurort Bad Malente-Gremsmühlen, wird über die Landesstraßen 56 (aus westlicher/nördlicher Richtung kommend) und 174 (südlich/östlich) angebunden.

Malente befindet sich an der Bahnstrecke Kiel–Lübeck. Vom Bahnhof Bad Malente-Gremsmühlen aus besteht im Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein ein Halbstundentakt in die Oberzentren Kiel und Lübeck. Am Ort zweigt die Bahnstrecke Malente-Gremsmühlen–Lütjenburg ab. Dort ist der Bahnverkehr eingestellt; ab Sommer 2020 ist aber die Einrichtung eines Draisinenverkehrs geplant.[9]

Das Gemeindegebiet ist darüber hinaus über die Buslinie 5503 in das Stadtbusnetz von Eutin eingebunden. Die Regionalbuslinien 5506, 5507 und 5510 ergänzen die vom Kreis Ostholstein regelmäßig geplante und in regionalen Nahverkehrsplänen beauftragte Businfrastruktur.[10] Die letztgenannte Linien binden ebenfalls die weiteren Ortsteile von Malente an.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule Malente, Marktstraße, 242 Schüler in 10 Klassen
  • Grundschule Sieversdorf, Dorfstraße, 80 Schüler in 4 Klassen
  • Schule an den Auewiesen (Gemeinschaftsschule), 293 Schüler in 12 Klassen

Schülerzahlen aus dem Schuljahr 2019/2020[11]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Malente geboren:

  • Peter Bade (1872–1956), Arzt und Orthopäde, Pionier der wissenschaftlichen Orthopädie, Bewohner der Villa Bade in Gremsmühlen
  • Ralf Bruhn (* 1955), Musikproduzent, Sänger der „Küstenrebellen“, Teilnahme am Grand Prix der Volksmusik ZDF
  • Holger B. Deising (* 1956), Agrarwissenschaftler
  • Cay Horstmann (* 1959), Autor verschiedener Computer- und Programmierbücher und Entwickler des Horstmann indent style.
  • Carl Jacobsen (1910–1985), letzter Landrat des Kreises Rendsburg und erster Landrat des Kreises Rendsburg-Eckernförde
  • Malente, DJ und Musikproduzent
  • Gerd Szepanski (1947–2012), Sportreporter
  • Herlich Marie Todsen-Reese (* 1952), Politikerin (CDU), von 1996 bis 2012 Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtages
  • Johannes von Wicht (John von Wicht; 1888–1970), deutsch-US-amerikanischer Maler

Mit Malente verbunden:

  • Hunold von Ahlefeld (1851–1919), Vizeadmiral der Kaiserlichen deutschen Marine und Wirtschaftsmanager verstarb in Gremsmühlen
  • Jürgen Friedrich Ahrens (1834–1914), Lehrer und Heimatdichter, lebte und starb in Malente
  • Jacob Alberts (1860–1941), Maler, verstarb in Malente
  • Kurt Bendlin (* 1943), Zehnkampf-Weltrekordler, Lehrer am Sportinternat Malente, betreibt Outdoor-Camp in Malente
  • Lieselotte Clemens (1920–2011), deutsche Schriftstellerin und Sachbuchautorin, lebte und starb in Malente
  • Julius Dorpmüller (1869–1945), 1937–1945 Reichsverkehrsminister, in Malente beigesetzt
  • Sebastian Dürre, alias Porky, MC der Hamburger Band Deichkind, lebt in Malente.
  • Vito von Eichborn (* 1943), Verleger und Gründer des Eichborn Verlags. Er lebt im Ortsteil Timmdorf.
  • Gottfried von Einem (1918–1996), Komponist. Er wuchs gemeinsam mit seinen Brüdern hier auf.
  • Dietrich Hahlbrock (1923–2012), Unternehmer, verbrachte Jugend in Malente/Timmdorf
  • Hermann Krieger (1866–1943), Schriftsteller. Lebte von 1932 bis 1943 in Malente in der Ringstraße.
  • Gert von Kunhardt (* 1939), Gesundheitstrainer, lebt in Malente
  • Karl Lorenz (1888–1961), deutscher Kunstmaler und Dichter des Expressionismus, lebte in Malente und gründete dort die „Turmpresse“
  • Willi Piecyk (1948–2008), Politiker, 1979–1992 Studienleiter an der Gustav Heinemann Bildungsstätte in Malente
  • Regina Poersch (* 1969), Politikerin der SPD, arbeitet in Malente
  • Susanne Schapowalow (* 1922), Fotografin, lebt in Malente
  • Alfred Schulze (1886–1967), Architekt, lebte und starb in Malente
  • Linda Teßmer (vor 1953–um 1999), Kriminalautorin, lebte in Malente
  • Christof Wehking (1924–2004), Beamter und niederdeutscher Autor, lebte und starb in Malente
  • Hinrich Wrage (1843–1912), impressionistischer Landschaftsmaler, lebte und starb in Malente

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malente ist der Handlungsort des Romans Jesus liebt mich von David Safier.[12] Die Romanverfilmung unter gleichem Titel mit Jessica Schwarz und Florian David Fitz erfolgte an anderen Orten.

Des Weiteren ist er auch der fiktive Herkunftsort der Hauptprotagonistin Lolle aus der Fernsehserie Berlin, Berlin.

Während der Fußball-Europameisterschaft 2016 übertrug die ARD nach jedem Spieltag Beckmanns Sportschule aus der örtlich ansässigen Sportschule (siehe oben). In diesem Sende-Format ließ Reinhold Beckmann mit wechselnden Gästen die Spiele des Tages Revue passieren.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Schleswig-Holsteinischer Heimatbund: Ortsnamen von Schleswig-Holstein / Oortsnaams vun Sleswig-Holsteen (Memento vom 10. Dezember 2015 im Internet Archive)
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  4. Wikipedia: Von der Britischen Militärregierung genehmigte Wappen in Schleswig-Holstein
  5. =Immenhofmuseum – Infos und Öffnungszeiten. Abgerufen am 27. Mai 2020.
  6. =Immenhofmuseum – Homepage. Abgerufen am 27. Mai 2020.
  7. Bernd Schröder: Malente : Zwei Millionen Euro für die Fußballschule. www.shz.de, 24. Mai 2019, abgerufen am 28. Mai 2020.
  8. DER SPIEGEL 41/1968 - Kampf im Hochland
  9. www.draisinenbahn-malente.de: Home. Abgerufen am 15. Juli 2018.
  10. Buslinien Regionalverkehr Ostholstein – mittleres Kreisgebiet. (pdf) Abgerufen am 27. Mai 2020.
  11. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein: Verzeichnis der allgemeinbildenden Schulen in Schleswig-Holstein im Schuljahr 2019/2020
  12. Zentralkatalog der Schleswig-Holstein der Büchereizentrale (Bucheintrag in Datenbank). Abgerufen am 28. Mai 2020.
  13. https://www.daserste.de/information/talk/beckmanns-sportschule/sendung/beckmanns-sportschule-100.html

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Joachim Bartels: Chronik Malente-Gremsmühlen. Husum 2008, ISBN 3-89876-397-8.
  • Hanns Zimmermann: Malente-Gremsmühlen in alten Ansichten. Zaltbommel, Europäische Bibliothek, 1976.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Malente – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien