Dipl. Ing. Fust

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Dipl. Ing. Fust AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1958/1959 bzw. 1966
Sitz Oberbüren, Schweiz
Leitung

Thomas Giger
(CEO)
Daniel Stucker
(VR-Präsident)

Mitarbeiterzahl

2'133 (1. März 2016)[1]

Umsatz 1009 Mio. CHF (2015)
Branche Detailhandel, Bauwirtschaft
Website www.fust.ch

Die Dipl. Ing. Fust AG mit Sitz in Oberbüren ist eine Schweizer Fachgeschäftskette für Elektrohaushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik und Computer. Darüber hinaus bietet Fust auch professionelle Geräte für die Gastronomie und die Betriebsverpflegung.

Das zweite Standbein von Fust umfasst die Bereiche Neubau, Umbau und Renovationen von Eigenheimen mit Fokus unter anderem auf alters- und behindertengerechtes Bauen sowie Küchen- und Badezimmerrenovationen.

Fust verfügt schweizweit über 160 Filialen und erwirtschaftete 2012 mit rund 2'000 Mitarbeitern einen Umsatz von 909 Millionen Schweizer Franken. Seit November 2007 ist Fust eine eigenständig am Markt auftretende Tochtergesellschaft der Coop-Gruppe.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

August Fust (* 1913), der ursprünglich Fabrikarbeiter und später bei Grossenbacher Vertreter war, zog 1947 von Gossau nach Niederuzwil um.[3] Im Nachbarort Oberbüren gründete er 1958/1959 die August Fust AG, die mit Haushaltsgeräten handelte. Sein erster Mitarbeiter und dann Teilhaber war Albert Hauser, der spätere Ehemann der ersten Tochter Ursula.[4]

Das zweite Kind, Walter (* 17. Juli 1941 in Gossau), betrieb als Maschinenbau-Student an der ETH 1960–1964 selbst einen kleinen Versandhandel für Haushaltsgeräte. Nach dem Ingenieurstudium wurde ihm der Einstieg in die Firma des Vaters verwehrt.[5][3] Er eröffnete daraufhin aus eigenem Antrieb im November 1966 mit einem Startkapital von 15'000 Franken, die er beim Versandshandel erwirtschaftete, am Eigerplatz in Bern ein Weisswaren-Geschäft. Erfolg hatte er vor allem durch Hausbesuche in ländlichen Gebieten, in denen sein Vater nicht aktiv war, er verkaufte dabei Waschmaschinen. Er erwirtschaftete im ersten Jahr 1,45 Millionen Franken. Daraufhin eröffnete Walter in Olten eine weitere Filiale, im Gegenzug eröffnete sein Vater August Fust eine Filiale in Winterthur.

1969 bot ihm sein Vater an, zusammen mit Albert Hauser dessen Haushaltsgeräte-Unternehmen August Fust AG am heutigen Hauptsitz in Oberbüren zu übernehmen, was er annahm.[6] Die August Fust AG wurde in Dipl. Ing. Fust AG umbenannt, diese übernahm die Berner Firma.[4] In den darauf folgenden zwei Jahrzehnten entwickelte sich Fust AG zu einer führenden Fachgeschäftskette der Schweiz für Elektrohaushaltsgeräte.

1973 verstarb der Fust-Teilhaber Albert Hauser 37-jährig. Als neue Teilhaberin wurde die hinterbliebene Ehefrau Ursula Hauser-Fust, die Walter Fust Schwester ist, bestimmt. Seither gehörte die Firma den beiden Geschwistern alleine.[4] Die Teilhaberschaft ermöglichte es Ursula Hauser, den Grundstein für die spätere Hauser & Wirth Collection zu legen.

1987 ging Fust an die Börse.[7] 1994 verkaufte Walter Fust seine Aktienmehrheit an die Jelmoli Holding und wurde so Grossaktionär der Jelmoli, er blieb aber Chef der Fust-Kette. Zwei Jahre später gelangte das Unternehmen wieder in den Besitz von Walter Fust, der mit der Übernahme der Aktienmehrheit an der Jelmoli Holding die Kontrolle über den Gesamtkonzern erlangte. 1998 trat Walter Fust vom Chefposten zurück, blieb aber Verwaltungsratspräsident.[7] Über die Jahre wurden unter dem Dach der Jelmoli Holding Firmen wie Rediffusion[8] oder Eschenmoser[9] übernommen.

Im Zuge der Neuausrichtung der Jelmoli Holding und ihrem schrittweisen Rückzug aus dem Detailhandel wurde die Dipl. Ing. Fust AG nach Zustimmung der Wettbewerbskommission per Ende November 2007 an Coop verkauft. Dort wurde sie als eigenständig am Markt auftretende Tochtergesellschaft in die Coop-Gruppe eingegliedert.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Coop Geschäftsbericht, 2015. Abgerufen am 2. März 2016 (PDF).
  2. Coop, Geschäftsbericht 2008 (PDF; 7,6 MB)
  3. a b Walter Fust – vom Arbeitersohn zum Grossunternehmer. In: St.Galler Tagblatt. 10. April 2017 (tagblatt.ch [abgerufen am 9. April 2018]).
  4. a b c Walter Fust: Autobiographie von Walter Fust. Abgerufen am 9. April 2018 (Eigenbeleg).
  5. Dipl. Ing. Walter Fust zu Besuch in unserer Bibliothek. In: Rorschacher Echo. 5. April 2017 (rorschacherecho.ch [abgerufen am 9. April 2018]).
  6. Dieter Bachmann: Dipl. Schlaumeier. In: Neue Zürcher Zeitung. 31. Oktober 2016, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 9. April 2018]).
  7. a b Adrian Sulc: Er kam fürs Militär – und blieb für die Haushaltsgeräte. In: Der Bund. 13. April 2016, ISSN 0774-6156 (derbund.ch [abgerufen am 9. April 2018]).
  8. Fust kauft sich bei Cablecom ein. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. August 2002, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 9. April 2018]).
  9. Ein Discount-Pionier gibt auf. In: Neue Zürcher Zeitung. 15. Mai 2006, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 9. April 2018]).
  10. Coop, Medienmitteilung vom 26. November 2007@1@2Vorlage:Toter Link/medienmitteilungen.coop.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.