Diskussion:Sozialistische Einheitspartei Deutschlands

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Diagramm ZK[Quelltext bearbeiten]

An sich durchaus löblich, aber lagen die Zahlen für 1986 nicht vor?--scif (Diskussion) 20:04, 21. Okt. 2016 (CEST)

Das steht schon länger im Artikel - wenn fragst Du das? Aber ich kann mal schauen, ob ich etwas finde. Insbesondere ob die richtig sind nachdem das bisherige Diagramm zur Sozialstruktur komplett falsche Daten enthielt. Weder Schroeder nach Maliycha/Winters machen da irgendwelche Angaben. Lass sie erst einmal wie sie sind - obwohl der Abschnitt Parteileben nach meinem Empfinden deutlich gekürzt werden sollte. --V ¿ 21:00, 21. Okt. 2016 (CEST)
Du darfst natürlich die Zahlen gern anhand meiner angelegten Listen zu den Mitgliedern und Kandidaten des ZK auswerten, wenn dir danach ist.--scif (Diskussion) 00:39, 22. Okt. 2016 (CEST)

SED auch für „selten etwas da“[Quelltext bearbeiten]

da finden sich extrem viele, auch hochreputable Quellen, die genau diese "Übersetzung" erwähnen.--Tohma (Diskussion) 14:00, 12. Aug. 2017 (CEST)

Ich sehe darin keinen Gewinn. Auch in "hochreputablen Quellen" ist das eine Darstellung, die unenzyklopädisch ist. Der Abstrakte Sachverhalt der schlechten Versorgungslage und der damit einhergehenden Unzufriedenheit in der DDR ist im Artikel erwähnt und bedarf des Boulevards nicht. --GiordanoBruno (Diskussion) 14:05, 12. Aug. 2017 (CEST)
1.) ist Volksmund ≠ Boulevard und 2.) hat der Politologe Siegfried Suckut gründlich herausgearbeitet, dass die deutliche Kritik »SED = selten etwas da«, die in hunderttausenden Briefen der Bevölkerung an DDR-Institutionen zum Ausdruck kam, von der Stasi abgefischt und vernichtet wurde. Relevanz ist also gegeben und unter Sonstiges ist das m.E. gut untergebracht.--Lectorium (Diskussion) 14:30, 12. Aug. 2017 (CEST)
Wie ich schon sagte: Der Artikel benötigt derartigen Schmuck nicht. Auch wenn sich ein Politologe mit Trivia beschäftigt, bleiben sie immer noch Trivia. --GiordanoBruno (Diskussion) 14:36, 12. Aug. 2017 (CEST)
Dass diese damals gängige Kritik belanglos (Trivia) war/ist, müsstest du erstmal belegen, sonst ist und bleibt das deine hier unbedeutende Privatmeinung. Kritik kommt im Artikel bisher zu kurz.--Lectorium (Diskussion) 15:18, 12. Aug. 2017 (CEST)
Ich halte dergleichen Flüsterwitze ebenfalls nur für sehr bedingt enzyklopäditauglich. Besser rauslassen. --Φ (Diskussion) 15:29, 12. Aug. 2017 (CEST)
Die Relevanz erschließt sich erst seit einigen Jahren, denn die Operation politischer "DDR-Witz" war ein Staatsgeheimnis der alten Bundesrepublik, und erst 2009 wurden die Pullacher Witz-Akten frei gegeben.--Lectorium (Diskussion) 15:45, 12. Aug. 2017 (CEST)
Dann kanst du diesen Scherz ja von mir aus in Politischer Witz einpflegen. Zum besseren Verständnis dieses Lemmas hilft er nicht. --Φ (Diskussion) 15:49, 12. Aug. 2017 (CEST)
Hier geht es um den kritischen, nicht den karnevalistischen Bezug. In den 1970er- und 1980er-Jahren ließ die Stasi weiterhin ihr bekannte SED-Witze-Erzähler als feindlich-negative Personen bespitzeln. Im Gegensatz zum westdeutschen BND, der die politischen DDR-Witze als ostdeutsches Stimmungsbarometer verwertete und dem Bundeskanzleramt zur Verfügung stellte. Damit ist die Relevanzhürde genommen.--Lectorium (Diskussion) 15:55, 12. Aug. 2017 (CEST)
Das ist alles bekannt, hat aber nichts damit zu tun, ob dieser Scherz den Artikel besser macht. Oder wollen wir diese Schenkelklopfer auch einpflegen? Seriously yours, --Φ (Diskussion) 16:00, 12. Aug. 2017 (CEST)
Bitte den o.g. Bezug nicht verwässern, denn das galt nicht als Scherz, sondern als Feindpropaganda. So ließen sich auch in allen bisher erschlossenen Akten keine Hinweise finden, dass Honecker oder der für seine Sammelwut bekannte Mielke eine Sammlung politischer Witze angelegt haben. Das ist untypisch und macht es ebenfalls relevant.--Lectorium (Diskussion) 16:22, 12. Aug. 2017 (CEST)
Etwas ausführlicher zu meiner Motivation: Wie so häufig gibt es eine gewisse Diskrepanz zwischen einem belanglosen Satz in einem Artikel der Wikipedia (wie diesem hier) und dem, was als großer Kontext dahintersteht bzw. dahinter gesehen werden möchte. Dass es natülich auch um Meinungsfreiheit, Humor in einem diktatorischen Umfeld, Protest der Machtlosen, die Stasi, die wirtschaftliche Lage usw. geht, ist schon klar. Nur: Das kann ein Lexikon für einen Nebenschauplatz mit einem beiläufigen Satz nicht leisten, ohne sich zu verlieren. Für sich allein ohne Kontext ist der Satz unpassend, mit Kontext wird es zu einem Abschweif. Man kann nicht in jedem Artikel alles darstellen. Entsprechend halte ich den Satz für verzichtbar bzw. störend. --GiordanoBruno (Diskussion) 16:31, 12. Aug. 2017 (CEST)
Es gibt bislang keinen Abschnitt Kritik und Eigenkritik (die es ja auch gab), der den Artikel sehr bereichern würde. Gerade der von dir verworfene Satz über diese kurze politische Witzformel, zeigt die Missstände und Gegenströmungen zur gelenkten öffentlichen Meinung zu dieser totalitären Partei besser und unmittelbarer, als ausgefeilte Analysen dies könnten. Mitte der 1980er konstatierte die Stasi schließlich, dass den SED-Genossen die Argumente über die Vorzüge des Sozialismus ausgingen und neuerdings sogar auf SED-Parteiversammlungen Polit-Witze erzählt werden. Auch dieser Stimmungswandel auf höchster Partei-Ebene, als eine Form der Eigenkritik, steht ein Platz im Artikel zu. --Lectorium (Diskussion) 16:50, 12. Aug. 2017 (CEST)
Ein einzelner Satz wie dieser zeigt für sich genommen gar nichts. Er zeigt höchstens, dass man viel hineininterpretieren kann, um seine Bedeutung soweit aufzublasen, dass er schließlich zu einem Schlüsselsatz für einen ganzen Artikel wird. Ich bin mir sicher, es gibt viele Abhandlungen zur SED, die ganz ohne ihn auskommen. Wie schaffen die das nur? --GiordanoBruno (Diskussion) 10:59, 13. Aug. 2017 (CEST)
In den Begriff Mangelwirtschaft, nichts anderes umschreibt die Kurzformel „selten etwas da“, gibt es nichts hineinzuinterpretieren, denn das war ein chronischer Zustand. Ich stimme dir jedoch zu, dass man es nicht bei diesem Satz bewenden lassen sollte, und daneben weitere zur Kritikausübung genutzte ironische Stilmittel darstellen sollte, mit denen die Diskrepanz der stalinistischen Strukturen der SED-Bürokratie und der Kadavergehorsam der Genossen zu den sozialistischen Idealen regelmäßig aufgezeigt wurde.--Lectorium (Diskussion) 13:53, 13. Aug. 2017 (CEST)
" ....mit denen die Diskrepanz der stalinistischen Strukturen der SED-Bürokratie und der Kadavergehorsam der Genossen zu den sozialistischen Idealen regelmäßig aufgezeigt wurde..." Oje, bitte vor weiteren diesbezüglichen Edits und Kommentaren erst einmal mit der Materie SED und Stalinismus befassen. --Label5 (L5) 20:32, 13. Aug. 2017 (CEST)
Ich habe erhebliche Zweifel, ob die Pullacher Sammlung wirklich auf Quellen aus der DDR beruht. Nach meinem Eindruck ist sie teilweise eher der Fantasie von unterbeschäftigten BND-Beamten entsprungen, die einen Nachweis über ihre Tätigkeit zu erbringen hatten. Ich habe als ehemaliger DDR-Bürger jedenfalls sehr viele dieser Witze nie gehört, obwohl ich mich schon damals für dieses Thema interessiert habe. Ich verstehe übrigens auch nicht, wie man "belegen" soll, dass es sich um Trivia handelt. Man kann darüber streiten, ob es in diesen Artikel gehört oder nicht, aber Trivia ist es in jedem Fall. --Koschi73 (Diskussion) 21:38, 13. Aug. 2017 (CEST)

Naja, die ernsthaften Themen, wo man sich bissl bemühen muß, scheinen langsam auszugehen. Auch bei Tohma ist zuletzt vermehrt Kategoritis zu beobachten, zu mehr langt es scheinbar nicht mehr. Höchst verzichtbar, das Ganze. Und bitte, Lectorium, verschone mich mit Mutmaßungen über meine Intentionen usw.--scif (Diskussion) 22:56, 13. Aug. 2017 (CEST)

Der BND muss sich die DDR- und SED-Witze selbst ausgedacht haben, weil du sie nicht alle kennst. Vielen Dank für diesen Witz der Woche! Wenn du kein SED-Mitglied warst, denen die SED-Witze natürlich praktisch nie erzählt wurden, weil die Erzähler von der Stasi nicht einen Spitzenplatz im Ranking der Klassenfeinde erhalten wollten, musst du ein anderes, abgeschottetes Leben, in einer humorbefreiten DDR-Zone, geführt haben. Da sonst keine Einwände kamen und zu erwarten sind, ist umseitig ebenfalls noch einzutragen, wie die Partei mit Kritikern umgesprungen ist und sich ihrer entledigt hat.--Lectorium (Diskussion) 12:22, 14. Aug. 2017 (CEST)
So einfach wie du dir das machst, wird das nicht werden. Wie ist denn die Partei mit Kritikern umgegangen? --Label5 (L5) 17:39, 14. Aug. 2017 (CEST)
Ich weiß nicht, aus welchem Teil Deutschlands Lectorium stammt und welchen biografischen Hintergrund er hat, aber seine Kenntnis der DDR scheint mir doch recht beschränkt zu sein und naseweis obendrein. Politische Witze wurden gerade auch in SED-Kreisen und meines Wissens auch bei der Stasi erzählt. Die Art der Witze aus der Sammlung des BND wirkt auf mich aber oft so, wie sich eben westdeutsche Beamte die DDR vorgestellt haben, insbesondere Personen, die aus Sicherheitsgründen das Land selbst nie betreten durften. Ich hatte nach 1989 öfter die Gelegenheit, mit Leuten aus diesem Milieu zu sprechen. Aber es darf natürlich gern darüber gelacht werden. --Koschi73 (Diskussion) 00:28, 15. Aug. 2017 (CEST)
In SED-Kreisen und deines Wissens auch bei der Stasi, Hihihi, hat man sich Witze erzählt. Der war auch gut. Das bestreitet aber auch keiner, denn weil die so lustig waren wurden sie jeden Abend sofort in der Aktuellen Kamera ausgestrahlt. Die sind aber hier nicht gemeint.--Lectorium (Diskussion) 11:17, 15. Aug. 2017 (CEST)
Fast die gleiche Diskussion hatten wir im November/Dezember 2016 bei VEB = Vaters ehemaliger Betrieb[1]. Was jetzt noch dort nach langer Diskussion übrig blieb, könnte man auch gerne streichen. --Freital (Diskussion) 10:57, 16. Aug. 2017 (CEST)
Ich werde auf die niveaulosen Kommentare von Lectorium künftig nicht mehr eingehen. Möglicherweise verfasst er sie ja nicht in ganz nüchternem Zustand. Jedenfalls ist das mein Eindruck. Vom Sarkasmus in SED- und Stasi-Kreisen am Ende der 1980er Jahre scheint er jedenfalls noch nie etwas mitbekommen zu haben. Vielleicht ist er auch einfach zu jung dafür. --Koschi73 (Diskussion) 11:16, 16. Aug. 2017 (CEST)
Du hast die Diskwende leider nicht begriffen, lieber Freital, denn die SED wurde letztlich mit ihren eigenen Waffen geschlagen und nicht mit politischen Witzformeln, wie meinem Opener oder dem Beispiel von @Gloser weiter unten, oder den vielen anderen gegen das SED-Regime gerichteten Parolen. Diese waren zwar weit verbreitet, spielten aber beim ersehnten Zusammenbruch des Stasi-Staates keine Rolle, Sarkasmus, wie uns @Koschi73 weismachen will, schon gar nicht. Beim Aufsetzen des neuen Kritikabschnittes werden wir deshalb nicht umhinkommen, den Anteil, welchen die Sprache beim Umbruch des SED-Regimes gespielt hat, darzustellen. Der Einschüchterungsapparat der SED wurde nämlich letztlich zu Fall gebracht, weil sich Millionen protestierender Staatsbürger das Vokabular des SED-Staates aneigneten und die Staatsmacht damit buchstäblich ihrer eigenen Sprache beraubten. Der SED-Staat wurde so förmlich durch das Volk mattgesetzt, indem es sich derselben Redewendungen, Sprachregelungen und Worthülsen bemächtigte, auf die das DDR-Regime seine Macht und seinen Unterdrückungsapparat gegründet hatte, z.B. mit dem von der SED-Propaganda eingehämmerten Slogan: „Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen!“ Der tiefe Sturz eines auf Orwells „Neusprech“ gegründeten Staatswesens durch Ausbootung aus seinen Sprachregelungen, ist heute u.a. Gegenstand von Universitätsseminaren.--Lectorium (Diskussion) 12:11, 16. Aug. 2017 (CEST)

Quellen[Quelltext bearbeiten]

  • „Der Normalbürger wurde von SED und MfS in seinen Denken und Handeln allein aus dem Blickwinkel des vorgeblich ständig fortschreitenden Sozialismus betrachtet. Als staatsgefährdend galt alles, was auch nur geringfügig von diesem Idealbild abwich oder sonst aus dem vorgegebenen sozialistischen Rahmen fiel.“ Dies drückte sich in der Witzkultur im Wüstenklima so aus: „Die DDR verfügte über eine reiche politische Witzkultur. Die blühte jedoch nur im Verborgenen. Im strengen Wüstenklima der offiziellen SED-Kulturpolitik verdorrte auch beim Wasunger Karneval der veröffentlichte Humor bis auf jenes Maß, das der Obrigkeit als ungefährlich galt. Denn hinter den närrischen Kulissen hatte das Ministerium für Staatssicherheit der DDR heimlich die Regie übernommen. Ein ausgeklügeltes System von Zensur und Lenkung steuerte den veröffentlichten Witz. Der Druck der organisierten Bevormundung und des leisen Terrors ließ auch bei den kritischen Karnevalisten Widerstand als wenig aussichtsreich erscheinen. Büttenredner, Liedertexter und Wagenbauer fügten sich, wurden gefügig gemacht oder ferngehalten.“--Lectorium (Diskussion) 12:49, 14. Aug. 2017 (CEST)
Wie ich schon sagte, es geht nicht in erster Linie um den Kontext (das sehe ich auch in den anderen ablehnenden Wortmeldungen), sondern darum, dass der dürftige Satz "Im Volksmund..." ungeeignet ist, um diesen Kontext in angemessener Form darzustellen. Das sollte eigentlich zu verstehen sein. --GiordanoBruno (Diskussion) 12:54, 14. Aug. 2017 (CEST)
Diese Volksmundformel halte ich mittlerweile auch für entbehrlich, denn der Diskverlauf hat ja deutlich die eigentliche Dimension erschlossen, wonach es es in der DDR gefährlich war, Kritik an den Verhältnissen in der DDR und der SED zu üben, sodass, selbst wenn Leute nur im kleinsten Freundeskreis ihre Meinung äußerten, dies über unentdeckte Stasi-IMs eine Anklage wegen staatsfeindlicher Hetze nach § 106 Strafgesetzbuch der DDR nach sich ziehen konnte. Und selbst der politische SED-Witz war kein geeignetes Ventil, um straffrei Unmut über die gesellschaftlichen Verhältnisse oder unverständliche politische Entscheidungen herauszulassen, und hatte Disziplinierungsmaßnahmen zur Folge.--Lectorium (Diskussion) 13:32, 14. Aug. 2017 (CEST)
Oha. Sind das deine eigenen Forschungen oder kann man dazu wissenschaftliche erwarten? --Label5 (L5) 17:39, 14. Aug. 2017 (CEST)
Humoristisch oder kritisch gemeinte Ausdeutungen offizieller Abkürzungen sind nicht ungewöhnlich. Auch So Endet Deutschland war in den 1950er Jahren beliebt.
Allerdings finde ich nicht, dass so etwas in eine Enzyklopädie gehört.--Gloser (Diskussion) 18:04, 14. Aug. 2017 (CEST)
Brich dir keinen ab, davon sind wir doch schon weg. Die 08/15 DDR-Witze verstand außerdem außerhalb der DDR niemand.--Lectorium (Diskussion) 11:17, 15. Aug. 2017 (CEST)

Übertritte nach 1990[Quelltext bearbeiten]

Was im Artikel noch völlig fehlt, sind Informationenen darüber, wo die alten Parteimitglieder nach 1990 eigentlich gelandet sind. Schließlich sind von Anfang 1989 bis Ende 1990 rund 1,23 mio. freiwillig ausgetreten; die zwangsweise bei der Auflösung und Neugründung Ausgetretenen noch garnicht mitgerechnet. Meines Wissens sind die, auch weil die SPD ja sofort ein ultimatives Aufnahmeverbot verhängt hat, zu weit über 90% bei der CDU gelandet. Nur die wenigen, die vor 1989 und darüberhinaus ans System geglaubt hatten, sind statt zur CDU zur DKP gegangen. Und jetzt erkläre mir bitte keiner, daß das ein völlig unwichtiges und irrelevantes Thema wäre! --79.242.203.134 10:02, 18. Sep. 2017 (CEST)

Gibt es einen Beleg für das ultimative Aufnahmeverbot und deine statistischen Angaben?--Lectorium (Diskussion) 10:22, 18. Sep. 2017 (CEST)
Hier veröffentlichte Iablis (GlobKult) einen Nachweis bei der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Verhältnis SPD/SED im Jahr 1990; kann eingebaut werden.--Gloser (Diskussion) 10:45, 18. Sep. 2017 (CEST)
Hier jedenfalls erstmal der Nachweis, daß seit 1989/90 nur noch fünf Prozent der ehem. SED-Mitglieder noch in der PDS waren: [2] Stefab Liebich beziffert den personalen Austausch seiner Partei zwischen 1988 und 1991 mit: "über 90 Prozent": [3] Genau von diesem Eintrittsverbot der SPD für ehem. SED-Mitgliedern ist doch seit der Gründung der Linkspartei aus PDS und WASG andauernd öffentlich die Rede, weil nun klar wird, wie tragisch es ist, daß sich die SPD so quasi ihr eigenes mögliches linkes Standbein abgehauen hat, indem sie den ehem. SED-Mitgliedern den Zugang versperrt hat und damit die PDS am Leben erhalten hat. Hier spricht Peer Steinbrück über das Aufnahmeverbot.
Von Volker Caffier wurde die massenhafte Aufnahme von SED-Mitgliedern in die CDU öffentlich mit dem Satz: "Wichtig ist doch, was ein Mensch heute macht, wofür er heute eintritt" gerechtfertigt. Merkel äußerte sich ähnlich: https://www.neues-deutschland.de/artikel/735499.auch-merkel-fuer-ex-sed-mitglieder.html So gab es dann auch solche Fälle, daß nach 1990 sogar langjährige Politoffiziere der Stasi problemlos und erfolgreich für die CDU in Kommunal- und Landesparlamente eingezogen sind: https://www.svz.de/lokales/steinberg-ist-wenigstens-ehrlich-id5025526.html Laut der ZEIT gab es zwischen 1990 und 2008 nur einen einzigen CDU-Ministerpräsidenten in den neuen Ländern, der nicht aus der SED stammte: http://www.zeit.de/online/2008/49/CDU-ddr-vergangenheit Dieser FAZ-Artikel klingt so, als wenn das Aufnahmeverbot nur für Orts- und Landesverbände der SPD gilt und daß es einen möglichen Umweg über die Bundespartei gab, während der Wechseln von der SED zur CDU nach 1989 wesentlich leichter war; in dem Zusammenhang werden u. a. Polizeipräsidenten und Landräte genannt, die mit der Wende: "geräuschlos" von der SED zur CDU geglitten sind. 2014 sprach der Piratenpolitiker Sebastian Beitlich davon, daß die CDU bei weitem zuviele SED-Mitglieder aufgenommen hat, um sich moralisch gegenüber der Linkspartei aufspielen zu können: [4] --79.242.203.134 13:26, 18. Sep. 2017 (CEST)
Ein Massenphänomen können Übertritte aus der SED zur CDU jedenfalls nicht gewesen sein. Wir haben gerade einmal 15 Artikel mit beiden Kategorien: CDU-Mitglied und SED-Mitglied ([5])--Karsten11 (Diskussion) 13:40, 18. Sep. 2017 (CEST)
Offenbar führt die Wikipedia weder die von der ZEIT genannten Ministerpräsidenten (bzw. da fehlt wohl eher der Punkt im Lebenslauf), noch Leute auf basisnäherer Ebene wie den oben verlinkten Stasi-Politoffizier Steinberg. Beim Googeln habe ich jedenfalls wiederholt festgestellt, daß die CDU offiziell mit voller Absicht keine Statistik darüber führt, obwohl immer wieder nach belastbaren Zahlen in der Sache gefragt wird. --79.242.203.134 13:44, 18. Sep. 2017 (CEST)

Ja, es ist wieder mit verstehendem Lesen nicht weit her. Im Zeit-Artikel ist von Altkadern die rede, damit ist mitnichten die SED gemeint, sondern die CDU der DDR. Bitte also ganz schnell diesen Blödsinn aus dem Hirn nehmen, das außer Böhmer alle CDU-Ministerpräsidenten Mitglied der SED waren. Grundsätzlich finde ich es aber schon interessant, dass es langsam auch anderen aufgeht, das es in der Ost-CDU durchaus langjährige Kontinuitäten gibt. Diese hat man ja immer sehr genußvoll der PDS/Linke unter die Nase gerieben. Fakt ist, dass die SDP/SPD anfangs wohl tatsächlich keine SED-Mitglieder aufnahm. Für mich ein Grund für die schwachen Wahlergebnisse der SPD außer in Brandenburg. Es wäre durchaus eine Überlegung wert, ob der SPD-Landesverband Brandenburg später da eine andere, pragmatischere Linie fuhr. Massenhafte Übertritte in andere Parteien halte ich fpür ein Märchen. Für viele war das Parteibuch ein Karriereverstärker die ließen das einfach auslaufen und traten nicht in die PDS ein. Nach der Wende hatte Parteiarbeit in Neufünfland auch nicht den besten Ruf. Die Hartgesottenen sind in der PDS geblieben, der Rest ist ausgetreten oder hat sich anderweitig gesellschaftlich engagiert. Wenige werden in anderen Parteien Fuß gefasst haben, aber kaum in bemerkenswerten Zahlen.--scif (Diskussion) 13:05, 28. Sep. 2017 (CEST)