Donawitz

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Dieser Artikel beschreibt den Leobener Stadtteil. Für die gleichnamige Gemeinde in Tschechien, siehe Stanovice u Karlových Var.
Donawitz (Stadtteil)
Ortschaft
Katastralgemeinde Donawitz
Donawitz (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Leoben (LE), Steiermark
Gerichtsbezirk Leoben
Pol. Gemeinde Leoben
Koordinaten 47° 22′ 32″ N, 15° 4′ 20″ OKoordinaten: 47° 22′ 32″ N, 15° 4′ 20″ O
Höhe 556 m ü. A.
Gebäudestand 623 (2001)
Fläche d. KG 8,1 km²
Postleitzahl 8700 Leoben, 8792 St. Peter-Freienstein
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 15672
Katastralgemeinde-Nummer 60303
Zählsprengel/ -bezirk Neudorf-Mallingersiedlung; Donawitz 2, Donawitz 3; Neuwerk, Donawitz 1, Kerpelykolonie, Donawitz 4, Im Tal; Donawitz-Zentrum; Auf der Niederung (61108 021; 073,074; 080,081,082,083,084; 090; 103)
Katastralgemeinden Leobens: (4) Donawitz
Katastralgemeinden Leobens: (4) Donawitz
Ehemalige Gemeinde bis 1938
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk; Stadt Leoben[1]

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Donawitz ist ein Stadtteil sowie eine Ortschaft und Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Leoben in der Obersteiermark, im Bezirk Leoben der Steiermark.

Bekannt ist die ehemalige Gemeinde insbesondere durch den Standort des Hüttenwerks Donawitz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donawitz liegt knapp zwei Kilometer westlich des Leobener Stadtkerns am Eingang des Tals des Vordernberger Bachs. Dieser mündet – vom Präbichl im Norden kommend – hier von links in die Mur, welche in den Mäandern des Leobener Beckens nordwärts eine Schleife macht, sodass das Tal bei Donawitz fast in Ost-West-Richtung verläuft. Der Ort liegt auf Höhen um 620 m ü. A.

Die Ortschaft umfasst über 600 Gebäude mit etwa 4200 Einwohnern, davon etwa zwei Drittel direkt im Ort. In diesem liegt auch das Stahlwerk und die Kerpelykolonie. Zum Ortschaftsgebiet gehören auch die Rotte Neuwerk gleich taleinwärts, die Häusergruppe Im Tal, das ist die Nebentalung des Talbachs, und Teile der zerstreuten Häuser Auf der Niederung oberhalb des Talbachs am Höhenrücken SchillerhöheGalgenberg, dem Riedl zwischen Vordernberger Bach und Murtal im Süden. Die Katastralgemeinde umfasst ebenfalls dieses Gebiet und läuft nördlich des Orts mit einem kleinen Fortsatz bis zum Gipfel des Bärnerkogels (1044 m ü. A.), einem der Hausberge Leobens.

Nachbarortschaften, -katastralgemeinden und -orte:

Sankt Peter-Freienstein (O. u. KG, Gem.)

Tollinggraben (O. u. KG, Gem. St. Peter-Freienstein)



Neudorf
Nachbargemeinden Leoben (O.) Waasen (KG)

Jassing (O. u. KG, Gem. St. Michael i.O.)

Leitendorf (O. u. KG)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donawitz mit Hüttenwerk der voestalpine

Der 1155 als Tumoiz erwähnte Ort war schon zur Römerzeit besiedelt. Eine Grabkapelle aus dem 3. Jahrhundert ist im Grazer Landesmuseum Joanneum aufbewahrt. Seit dem Mittelalter ist der Ort durch die Eisenindustrie geprägt. Schon 1314 wird der Ort als bedeutender Handelsplatz für Eisen genannt, das in zahlreichen Hüttenwerken – Radwerke genannt – im Vordernbergertal aus dem Erz des Steirischen Erzbergs gewonnen wurde. 1436 ist ein Eisenhammer hier erwähnt. Der Aufschwung beginnt mit der Gründung der Franzenshütte 1837 durch Franz Mayr,[2] und dem Anschluss an die Eisenbahn mittels der Verbindungsbahn zwischen Südbahn und Kronprinz-Rudolfs-Bahn 1868. 1881 wurde die Österreichisch-Alpine Montangesellschaft (OAMG) begründet, zu der ab dann auch die Hütte Donawitz gehörte – aus dieser entstand mit anderen Werken die VOEST.

Im Jahre 1938, als nach dem Anschluss allerorten in Österreich Großgemeinden gebildet wurden, kam auch die Gemeinde Donawitz zu Leoben.

Weltberühmt wurde der Ort durch das Linz-Donawitz-Verfahren zur Stahlproduktion ab den 1950er Jahren, heute werden zwei Drittel der Weltrohstahlproduktion nach dieser Methode produziert.[3] Nach der Krise der österreichischen und insbesondere der obersteirischen Stahlindustrie in den 1970er/80er-Jahren und der Umstellung auf Spezialstähle und -produkte ist Donawitz wieder ein florierender Standort. Das Stahl-, Schienen- und Drahtwerk Donawitz, das heute zur Metal Engineering Division des Voestalpine-Konzerns gehört, ist der größte Hersteller von Eisenbahnschienen in Europa.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Wieland, Obersteirischer Kulturbund (Hrsg.): Donawitz, mehr als ein Stadtteil von Leoben. Selbstverlag des Obersteirischen Kulturbundes, 1994.
  • Stefan Wedrac: Der 'Mythos Alpine' – Ein österreichischer Gedächtnisort der Zweiten Republik. GRIN Verlag, 2006, ISBN 978-3-363-84570-9
  • Susanne Leitner-Böchzelt: Leoben. “Die” Reihe Archivbilder. Sutton Verlag GmbH, 2002, ISBN 978-3-89702-408-3, Kapitel 5. Donawitz – Herz der Steirischen Stahlindustrie, S. 87–118 – zahlreiche historische Fotos.

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadtgemeinde Leoben (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch 2011. Kapitel 2. Bevölkerung und Kultuswesen (pdf, leoben.at)
  2. Ausführlich bei Georg Goeth: Das Herzogthum Steiermark: geographisch-statistisch-topographisch dargestellt und mit geschichtlichen Erläuterungen versehen. Band 2. Verlag J. G. Heubner, Wien 1841, 19. Bezirk Leoben 2. Steuergemeinde Donawitz, S. 313 f. (Google eBook, vollständige Ansicht).
  3. LD-Verfahren erobert die Welt. Roman Sandgruber in Oberösterreichische Nachrichten, 26. März 2008