Doppleschwand

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Doppleschwand
Wappen von Doppleschwand
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern LU
Wahlkreis: Entlebuch
BFS-Nr.: 1001i1f3f4
Postleitzahl: 6112
Koordinaten: 646904 / 207691Koordinaten: 47° 1′ 7″ N, 8° 3′ 20″ O; CH1903: 646904 / 207691
Höhe: 750 m ü. M.
Fläche: 6,97 km²
Einwohner: 750 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 108 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
4,8 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.doppleschwand.ch
Die Ortschaft Doppleschwand

Die Ortschaft Doppleschwand

Karte
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Doppleschwand ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Entlebuch des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt auf einer Terrasse zwischen Grosser Fontanne und Kleiner Emme im unteren Entlebuch. Zur Gemeinde gehören neben dem Dorf auch die Weiler Gober (774 m ü. M.; im Südwesten), Holz und Oberhüseren (878 m ü. M. resp. 815 m ü. M.; beide im Süden). Die Höhenunterschiede innerhalb der Gemeinde sind beträchtlich. Die Goberfluh liegt auf 971 m ü. M., das Dorf auf 750 m ü. M. und der tiefste Punkt an der Mündung der Grossen Fontanne in die Kleine Emme auf 595 m ü. M.

Von der Fläche von 695 ha werden 55,7 % landwirtschaftlich genutzt, 36,5 % sind Wald und Gehölz und nur 5,3 % Siedlungsfläche.

Doppleschwand grenzt an Entlebuch, Hasle, Romoos und Wolhusen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1745 390
1798 536
1850 668
1970 470
1990 522
2000 653
2004 692

Die Bevölkerung wuchs im 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts stark an. Trotz hohem Geburtenüberschuss sank sie durch massive Auswanderung nach Übersee und in die Städte bis ins Jahr 1970. Da der Grossteil der Einheimischen durch den Besitz eines Autos mobiler geworden ist, konnte die Abwanderung stark verringert werden und die Zahl der Bewohner wächst wieder.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart, die sowohl Gemeinsamkeiten mit dem Berndeutsch des benachbarten Emmentals wie mit den anderen Dialekten des Kantons Luzern hat. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 97,70 % Deutsch, 1,68 % Albanisch und 0,31 % Italienisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung des Entlebuchs ist trotz der Nachbarschaft zum reformierten Kanton Bern streng katholisch. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Landschaft so aus: 94,95 % sind römisch-katholisch, 2,14 % evangelisch-reformiert, 1,38 % Muslime und 0,46 % Konfessionslose.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 743 Einwohnern 707 Schweizer und 36 (= 4,8 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 95,2 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Serbien inklusive Kosovo (41,7 %), Deutschland (36,1 %) und Spanien (2,8 %). 16,7 % stammten aus dem übrigen Europa und 2,8 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zusammenhang mit Einzug von Kreuzzugssteuern im Jahr 1275 wird der Ort unter den verschiedenen Namen Towenswande und Togelswande erwähnt. Die Gemeinde muss allerdings schon älter sein, da die Herren von Kapfenberg (einer Seitenlinie der Freiherren von Wolhusen) bereits im Jahr 1197 im Urbar des Klosters St. Urban genannt werden. Ein Teil der Gemeinde wurde 1329 an Ritter Johann von Aarwangen verkauft. Die Kapfenburg gehörte allerdings den Habsburgern. Diese wurde 1368 Humbel von Lichtenberg und seiner Gattin Adelheid von Wolhusen übergeben. Da das Ehepaar 1385 ins Bürgerrecht der Stadt Luzern aufgenommen wurde, entging die Burg der Zerstörung nach der Niederlage der Habsburger gegen die Eidgenossen in der Schlacht bei Sempach im Jahr 1386. Im Jahr 1488 wird die Kirche bei Tumulten entweiht. Die Kapfenburg zerfiel und die Überreste ihrer Ruinen sind verschwunden. Die Herrschaft Luzerns war vielfach nur theoretischer Natur, da sich die wehrhaften Entlebucher viele Freiheiten verschafften. Seit 1803 gehört die Gemeinde zum neugeschaffenen Amt Entlebuch.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Doppleschwand besteht aus drei Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Franz Heer (CVP): Gemeindepräsident
  • Hans Felder (CVP): Gemeindeammann
  • Veronika Murpf-Zihlmann (CVP): Sozialvorsteherin

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Doppleschwand: CVP 59,0 %, SVP 25,6 %, FDP 14,2 %, SP 0,6 %, GPS 0,6 %.[5]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Doppleschwand: CVP 42,0 %, SVP 40,5 %, FDP 13,7 %, SP 1,7 %, GPS 0,9 %, BDP 0,7 %, glp 0,4 %.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doppleschwand ist immer noch ein Bauerndorf. Von den (Stand 2000) 329 Erwerbstätigen arbeiten nur noch 120 in der Gemeinde; vor allem in den 38 Landwirtschaftsbetrieben. Von den 209 Wegpendlern haben 22,0 % ihren Arbeitsplatz in Wolhusen, 12,9 % in Entlebuch und 10,0 % in Luzern. Der Rest findet ein Auskommen in anderen Gemeinden der Region.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfkirche St. Nikolaus, welche von Wilhelm Keller in den Jahren 1860 bis 1864 in neugotischem Stil erbaut wurde. Es gibt einen reich bemalten Hochaltar und zwei Seitenaltäre (links St. Fridolin, rechts St. Nikolaus). Ausserdem sehenswert ist die 1809 errichtete Bruneggkapelle über dem Ortsteil Oberhüsern mit einer gotischen Pietà, die aus dem Jahr 1530 stammt.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doppleschwand gehört einerseits zum Wandergebiet Napf, andererseits zum UNESCO-Biosphärenreservat Entlebuch. Dennoch ist der Fremdenverkehr derzeit kein grosser Arbeitgeber.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es einen von (Schuljahr 2003/2004) 19 Kindern besuchten Kindergarten und eine Primarschule, an welcher 76 Schüler unterrichtet werden. Ab der 7. Schulklasse besuchen die Jugendlichen den Unterricht in Entlebuch.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1934 bis 1999 gab es an der Bahnlinie Bern – Luzern, welche östlich der Gemeinde vorbeiführt, eine Haltestelle Doppleschwand-Romoos. Diese lag allerdings weitab beider genannten Gemeinden.

Seit der Errichtung von Strassenverbindungen in den Jahren 1839 bis 1841 war Doppleschwand per Strasse erreichbar. Bis 1926 fuhren wegen der engen Platzverhältnisse Postkutschen. Seither verkehren Postautos auf der Linie Wolhusen – Doppleschwand – Romoos. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse in Emmen und Dagmersellen sind 26 und 27 km entfernt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Horat: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Neue Ausgabe I: Das Amt Entlebuch. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1987 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 80). ISBN 3-7643-1900-3. S. 29–46.
  • Leo Wigger: Doppleschwand im Entlebuch. Doppleschwand 1991.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Doppleschwand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. LUSTAT: Gemeindeprofil Doppleschwand
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Doppleschwand
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 1. Juni 2016.