Dorfweil

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Dorfweil
Gemeinde Schmitten
Wappen von Dorfweil
Koordinaten: 50° 16′ 47″ N, 8° 27′ 26″ O
Höhe: 404 (554–) m ü. NHN
Fläche: 3,67 km²[1]
Einwohner: 684 (2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 186 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 61389
Vorwahl: 06084
Kirche von Dorfweil

Dorfweil ist ein Ortsteil der Gemeinde Schmitten im hessischen Hochtaunuskreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfweil liegt im Weiltal des östlichen Hintertaunus und hat zahlreiche Wanderwege. Unter anderem führt der Weiltalwanderweg durch den Ort. Mit einer Fläche von 367 Hektar und 684 Einwohnern (Stand: Ende 2004) ist Dorfweil einer der kleineren Ortsteile von Schmitten. Nachbarorte sind Treisberg (nordwestlich), Brombach (nördlich), Arnoldshain (südlich) und Schmitten (südwestlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfweil wurde im Jahr 772 erstmals erwähnt. Vermutlich wurde der Ort wegen des Erzvorkommens gegründet. Im späten 14. Jahrhundert bildete das Kirchspiel Rod am Berg, zu dem die Orte Rod am Berg, Brombach, Hunoldstal (damals Hundstall) und Dorfweil gehörten, das Stockheimer Obergericht, das ein Teil des Stockheimer Gerichtes war. Im 15. Jahrhundert bestand der Ort aus den beiden Siedlungen Vorder- und Hinterwylen/Ober- und Niederweiler, die dann zu Dorfweil wurden.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Dorfweil kraft Landesgesetz mit weiteren, bis dahin selbstständigen Gemeinden, am 1. August 1972 zur heutigen (Groß-)Gemeinde Schmitten zusammengeschlossen.[2] Seitdem ist Dorfweil ein Ortsteil der Gemeinde Schmitten.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberhalb des Dorfgemeinschaftshauses befindet sich die Dorfweiler Kirche, welche die zweite Kirche der evangelischen Kirchengemeinde Rod am Berg ist. Sie wurde im Jahr 1906 von der Gemeinde erbaut, damit man zum Gottesdienst nicht mehr den weiten Weg nach Rod am Berg gehen musste. Die kleine Orgel wurde kurz nach der Fertigstellung des Gebäudes eingebaut. Ursprünglich waren im Turm 2 Glocken, im Zweiten Weltkrieg wurde eine eingeschmolzen, im Laufe der Jahre kamen zwei neue dazu, sodass es heute 3 Glocken gibt. Der Gottesdienst findet hier gewöhnlich alle zwei Wochen statt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Dorfweil

1953 wurde das Dorfweiler Wappen gestaltet, die Gemeinde wollte die Bergbautätigkeit im Dorf in einem Wappen festhalten. Blasonierung: Im Goldgrund schräggekreuzt ein schwarzer Hammer und ein schwarzer Schlägel.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Dorfweil.

Dialekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sprache der Dorfweiler und der anderen Hochtaunusdörfer ähnelt sich sehr, aber es gibt auch Ausnahmen. Die Ursache für dieses Phänomen dürfte der Einfluss der Westerwälder, bzw. Wetterauer Mundart in den weilabwärts gelegenen Dörfern sein, während in den oberen Ortschaften durch vielfältige Verbindungen seit alters her das unter-mainische Idiom die Sprache mitgeprägt hat.

Kriegerdenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbildprägend auf einer Verkehrsinsel an der Einmündung der Ringstraße in die Brombacher Straße steht das Kriegerdenkmal von Dorfweil. Die von August Bischoff geschaffene Skulptur zeigt eine trauernde sitzende Frauengestalt. Die Frau sitzt auf einem Quader, auf dessen Rückseite ein Soldatenkopf eingemeißelt ist. Das Denkmal befindet sich auf einem Sockel, der die Inschrift "Unseren Helden von 1914 - 1918 zum Gedächtnis – die Gemeinde Dorfweil" trägt. Weiterhin sind Tafeln mit den Namen der gefallenen Einwohner von Dorfweil angebracht.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familienferienstätte der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in Dorfweil ist für Familien und Tagungsgäste geöffnet. Das kleine Hallenbad der Familienferienstätte kann auch von Schwimmern genutzt werden, die nicht Übernachtungsgäste der Familienferienstätte sind.

Am 13. August 1988 wurde die alte Schule in Dorfweil abgerissen. Der Abriss war politisch umstritten, da das Haus auf einer Arbeitsliste des Landesamtes für Denkmalpflege stand.[3] Heute steht auf diesem Platz das gemeindeeigene Dorfgemeinschaftshaus „Haus Wilina“. Es ist bewirtschaftet und wird für Feiern genutzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dorfweil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gemeinde Schmitten: Ortsteile (Memento vom 2. Mai 2007 im Internet Archive)
  2. Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen (GVBl. II 330-18) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 227, § 4 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  3. Angelika Baeumerth: Chronik 1972–2000 Hochtaunuskreis. 2001, DNB 96227755X, S. 164.