Oberreifenberg

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Oberreifenberg
Gemeinde Schmitten
Wappen von Oberreifenberg (mit Turnierkragen)
Koordinaten: 50° 14′ 45″ N, 8° 25′ 55″ O
Höhe: 605 (523–683) m
Fläche: 3,83 km²[1]
Einwohner: 1922 (2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 502 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Eingemeindet nach: Reifenberg
Postleitzahl: 61389
Vorwahl: 06082
Blick von der Burg auf den Ort Oberreifenberg und auf den Großen Feldberg
Bassenheimer Palais Oberreifenberg
Blick auf Oberreifenberg vom Feldbergplateau aus
Winterlandschaft

Oberreifenberg ist mit über 1900 Einwohnern der größte Ortsteil der Gemeinde Schmitten im südhessischen Hochtaunuskreis sowie der Stammsitz des Adelsgeschlechts Reifenberg.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberreifenberg im östlichen Hintertaunus ist mit durchschnittlich 640 Meter in der Ortslage das höchstgelegene Dorf im Taunus, und eines der höchstgelegenen Dörfer in Hessen. Es liegt auf einem nach Nordwesten gerichteten Ausläufer des rund 1,5 Kilometer entfernten und 879 Meter hohen Großen Feldbergs. Die Gemarkung des Ortes hat eine Fläche von 383 Hektar. Der höchstgelegene Punkt der Gemarkung findet sich im Südosten, wo die Gemarkungsgrenze im Walddistrikt Stölker auf 350 Meter Länge dem Obergermanisch-Raetischen Limes folgt. Hier, wo die vom Feldberggipfel herabführende Nordbahn-Piste den Limes quert, erreicht die Gemarkung eine Höhe von 770 m. Demgegenüber liegt im Norden der Gemarkung der tiefste Punkt im Weiltal am oberen Bärenfichtenweiher unterhalb der Reste der Burg Hattstein bei 460 m.[3]

Charakteristisch für das Ortsbild ist die Burg Reifenberg im Nordwesten der Ortslage. Weitere interessante historische Gebäude sind das Bassenheimer Palais und die St.-Gertrudis-Kapelle.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberreifenberg wurde 1849 gegründet, als sich das Dorf Reifenberg in Ober- und Niederreifenberg teilte. Über den Ursprung Reifenbergs wird spekuliert.

1156 nennt die „Walsdorfer Gründungsurkunde“ einen „Guntramus de Hazechenstein“. Jener Guntram hatte seine – anno domini 1986 unter dem Namen „Hattstein“ besser bekannte – Burg vermutlich vom Limburger Burgherren, dem Grafen Emmerich von Leiningen, als Lehen erhalten.

Das Geschlecht derer von „Hazechenstein“ war auf das Engste mit dem Geschlecht derer von „Riffinberg“ verwandt, wenn nicht gar identisch. Die gesamte ritterliche Familie stammte ursprünglich eventuell aus der westerwälder Gegend nördlich der Lahn oder aus der Gegend um Limburg.

Bis in die 1950er Jahre hielt sich in der heimatkundlichen Literatur die Theorie, dass die Reifenberger Burg bereits aus dem 9. Jahrhundert nach Christus stamme – worauf sich dann auch die „1000-Jahr-Feier“ 1950 in Oberreifenberg bezog. Hattstein sei dann von einem Reifenberger Sohn erbaut worden. Tatsächlich nannte Hans Heinrich von Reifenberg in einer Ahnenprobe 1609 einen Herrn „Engelhardt“ als Aufseher und Leiter der damals üblichen Ritterturniere „in dem Zweyten Turnier nach Christi gebuerdt 942“. Aber dies beweist lediglich die Existenz der Familie, nicht deren Wohnort. Und bereits in den 1930er Jahren kamen dem sich um Reifenberg sehr verdient gemachten Heimatforscher Karl Beuth Zweifel an der noch von ihm selbst vertretenen Theorie. Denn am 3. Mai 1938 hatte ihm Dr. Otto Renkhoff, Staatsarchivrat in Wiesbaden geschrieben: „Das Geschlecht derer von Reifenberg und das derer von Hattstein sind eines Stammes. Früher hat man angenommen, dass die von Hattstein ein Stamm derer von Reifenberg seien. Nach neueren Forschungen muss man gerade umgekehrt annehmen: die Burg Hattstein scheint die ältere Burg zu sein und es scheint die Gründung Reifenbergs von Hattstein aus erfolgt zu sein …“ – vermutlich weil die Stammburg Hattstein auf der schmalen Felsenklippe zu klein für die Familie wurde.

Helmut Gensicke vermutet in einem Aufsatz von 1963 vor 1215 die Errichtung der Burg Reifenberg.

1226 stirbt ein Conrad zu Hattstein, den Gensicke für den Bruder Cuno von Hattsteins hält, der wiederum mit dem 1234 nochmals erwähnten „Cuno von Reifenberg“ identisch gewesen sein soll.

1331 finden wir die erste urkundliche Erwähnung der Burg Reifenberg. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts hatte sich die Reifenberger Sippe in zwei Linien geteilt: in die Wetterauer (auf der Stammburg Reifenberg verbleibend) und in die Weller Linie, die sich im Westerwald ansiedelte.[4]

Der letzte Ritter von Reiffenberg, Philipp Ludwig starb im Jahr 1686. Philipp Ludwigs Schwager, der Graf Johann Lothar Waldbott von Bassenheim erbte die Burg Reiffenberg.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurde die bassenheimsche Herrschaft Reifenberg Nassau-Usingen zugeschlagen. Der dagegen gerichtete Prozess vor dem Reichskammergericht endet mit dem Ende des Alten Reiches 1806 und Reifenberg gehörte als Amt Reifenberg zu Nassau-Usingen bzw. dem Herzogtum Nassau. Waldbott-Bassenheim behielt jedoch als Standesherr weiterhin Rechte an Oberreifenberg (z. B. als Gerichtsherr).

1768 bis 1770 wurde anstelle der Burg für die Grafen Waldbott von Bassenheim vom Baumeister Johann Friedrich Sckell (* 1725) ein neues herrschaftliches Gebäude, das heutige Bassenheimer Palais, errichtet. Der Saal im ersten Stock des Palais wurde von dem in Frankfurt am Main wirkenden Schweizer Maler Christian Stöcklin (1741 bis 1795) mit Fresken bemalt, die Perspektiven von Venedig zeigen und erst 2014 unter Putz und Tünche freigelegt wurden.[5]

1823 wurde Oberreifenberg Sitz der neu gebildeten standesherrlichen Oberförsterei Reifenberg.[6]

Oberreifenberg war bis zur Gebietsreform in Hessen eigenständig. Kurt Bernecke (SPD) war der letzte Bürgermeister der selbständigen Gemeinde. Vom 31. Dezember 1971 bis zum 1. August 1972 ergab sich für kurze Zeit die Besonderheit, dass sich die (damals zum Main-Taunus-Kreis gehörenden) Gemeinden Niederreifenberg und Oberreifenberg freiwillig zur Gemeinde Reifenberg zusammengeschlossen hatten, um dem Zusammenschluss mit Schmitten zuvorzukommen.[7] Die Gemeinde Reifenberg bestand aber nur wenige Monate. Mit der Gebietsreform am 1. August 1972 verlor sie ihre Eigenständigkeit und Ober- und Niederreifenberg sind seither Ortsteile der Gemeinde Schmitten.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 21. November 1969 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „In Silber drei rote Schrägrechtsbalken, oben belegt mit einem dreilätzigen blauen Turnierkragen.“[9]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Heinz Ritt gestaltet. Es entspricht dem Familienwappen derer von Reifenberg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort besteht eine Reihe von Vereinen, die im Vereinsring Reifenberg (Vereinsring für Ober- und Niederreifenberg) zusammengeschlossen sind. Eine Auswahl dieser Vereine:

  • Kanoniergesellschaft Oberreifenberg
  • Angelsportverein Oberreifenberg
  • Burgverein Reifenberg
  • Freundeskreis Reifenberg
  • Lauftreff Reifenberg
  • MGV 1871 Oberreifenberg(Gesangsverein)
  • Ski-Club Reifenberg
  • Sportgemeinschaft Oberreifenberg
  • Tennis-Club Reifenberg[10]
  • Vereinsring Reifenberg

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Reifenberg

Für die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Oberreifenberg.

Burgruine Reifenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Burg Reifenberg (Oberreifenberg)

Bergfried (Unterbau, etwa 33 Meter) und Wohnturm der Burg sind erhalten und überragen Oberreifenberg und das Weiltal.

Limes und Römerkastell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alte Grenze des römischen Reiches verläuft oberhalb von Nieder- und Oberreifenberg über den Nordhang des Großen Feldbergs. Oberhalb Oberreifenbergs liegt auch das Römerkastell Kleiner Feldberg, von dem heute leider nur noch die Grundmauern zu sehen sind.

St.-Gertrudis-Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Gertrudis-Kapelle Oberreifenberg

In der Gertrudiskapelle, im Volksmund auch "Bassenheimer Grabkapelle" genannt und malerisch über dem Ortsteil Oberreifenberg gelegen, ist der Letzte aus dem Geschlecht der Reifenberger Ritter zu seiner allerletzten Ruhe gebettet – Ritter Philipp Ludwig von Reiffenberg wurde dort am 22. Januar 1730, also 44 Jahre nach seinem Tode bestattet.

Die Kapelle geht auf ein Gelübde des Oberreifenberges Johann Georg Müller zurück. Dieser litt unter einer halbseitigen Lähmung und gelobte, werde er eine Heilig-Kreuz Kapelle in Oberreifenberg errichten, wenn er geheilt würde. Er wurde geheilt und überzeugte Casimir Graf Waldbott von Bassenheim, den Onkel Philipp Ludwig von Reiffenbergs, die Kapelle bauen zu lassen. Die Kapelle wurde nach Bauplänen von Benedikt Burtscher, der auch das Bassenheimer Palais entwarf, errichtet und 1711 eingeweiht. Neben Philipp Ludwig ist auch Casimir Graf Waldbott von Bassenheim in der Kapelle bestattet.[11]

Den Namen Gertrudiskapelle trägt sie seit 1934. 1926 schlug ein Blitz in die Kapelle ein und beschädigte sie stark. Der Arzt Heinrich Burkard finanzierte die Sanierung im Jahr 1934. Im Andenken an Gertrude Burkard, der Mutter von Heinrich Burkard wurde die Kapelle der Heiligen Gertrud geweiht.

Die Inschriften der Seitenwände der Kapelle sind Zitate aus dem Werk Confessiones des Kirchenvaters Augustinus.

Jährlich findet am Heiligen Abend in der Gertrudiskapelle nachmittags eine Krippenandacht statt. Diese geht zurück auf eine Legende: Weihnachten 1862 sollen demnach zwei Männer aus Reifenberg noch am Heiligen Abend in der Burgschänke gezecht und Karten gespielt haben. Ein Fremder gesellte sich zu ihnen, um mitzuspielen. Als eine Karte zu Boden fiel, sahen die Männer, dass der Fremde einen Pferdefuß hatte. In der Erkenntnis, mit dem Teufel gespielt zu haben, flohen sie nach draußen durch den Schnee zur Gertrudiskapelle, um dort zu beten.[12]

Kirche St. Georg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach zehn Jahren Bauzeit wurde die Kirche 1855 fertiggestellt. Die Weihe erfolgte allerdings erst im Mai 1862 durch den damaligen Bischof von Limburg Peter Josef Blum. Im Jahr 1895 erhielt der Kirchturm drei Glocken. Die Kirche wurde von dem Diezer Architekten Heinrich Velde entworfen. Die Orgel stammt vom Orgelbauer Voigt aus Wiesbaden und kostete beim Kirchenbau 2.110 Gulden. Ursprünglich war eine kleine Orgel mit 14 Registern zum Preis von 1200 Gulden vorgesehen gewesen. Aufgrund eines Gutachtens des Sachverständigen der Landesregierung zum Orgelbau, dem Usinger Seminarmusiklehrer Karl Markus Feye wurde eine größere Orgel mit 24 Registern angeschafft. Die größte Holzpfeife ist 4,8 Meter lang, die kleinste 7,5 Zentimeter. Die Zinnpfeifen liegen zwischen 2,74 Meter und 16 Zentimeter Länge. Die Orgel kann Töne zwischen dem Contra C und dem 5gestrichenen A erzeugen. Optisch sind die Zinnpfeifen unter einem mit Akroteren geschmückten Giebel und romanischen Arkaden sichtbar. Die Holzpfeifen sind nicht sichtbar.[13]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wintersport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rodelhang von Oberreifenberg am Pechberg ist im Winter ein Hauptanziehungspunkt für Familien aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet. Ergänzt wird das Angebot um zwei Skilifte (derjenige am ehemaligen Posterholungsheim ist besonders für Anfänger geeignet, genannt: "Heimlichen Wiese") sowie gespurte Langlaufloipen. Am Parkplatz Pechberg befindet sich eine Anlage zum Eisstockschießen.

Reste der ehemaligen Naturbobbahn

1954 wurde eine Naturbobbahn in Oberreifenberg errichtet. Sie lag am Nordhang des Feldbergs und endete in Oberreifenberg auf dem Gelände der heutigen Tennisplätze. Bei der Bahn handelte es sich um eine Natureisbahn. Sie konnte nur bei Frost betrieben werden und wurde mit Wasser präpariert, das in Fässern den Berg heraufgebracht wurde. Auf der Bahn wurden am 26. Februar 1955 die Deutschen Meisterschaften ausgetragen (nachdem der Termin drei Mal wegen Tauwetters verschoben werden musste).[14] 1954 bestanden in Deutschland lediglich zwei vergleichbare Bahnen: In Winterberg und in Garmisch-Partenkirchen.

Der Bau wurde mit Unterstützung der US-Armee vorgenommen. Die bis zu sechs Meter hohen Steilkurven wurden mit Hohlblocksteinen ausgemauert. Die Bahn wies ein Gefälle von neun Prozent auf.

Die Bahn wurde nur drei Jahre bis 1957 genutzt. Es fanden auf ihr auch die deutsche Junioren-Meisterschaft im Zweierbob, die Nato-Meisterschaften sowie die hessischen Meisterschaften im Zweier- und Viererbob im Taunus-Eiskanal statt.

Am Pechberg und an der "Heimlichen Wiese" wurden bis 1911 Skisprunghügel gebaut. Später wurde auf dem Großen Feldberg bzw. Weilsberg gesprungen. [15]

Motorsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Feldbergrennen war ein Automobil- und Motorradrennen, das zwischen 1920 und 1954 auf verschiedenen Kursen im Bereich des Großen Feldbergs im Hochtaunus ausgetragen wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während heute die Einwohner meist ins Rhein-Main-Gebiet zur Arbeit pendeln, war Oberreifenberg in der Vergangenheit wichtiger Standort der Perlkranzherstellung eines heute weitgehend vergessenen Wirtschaftszweiges. In Oberreifenberg bestanden 2 Unternehmen, die für die lokale Wirtschaft erhebliche Bedeutung hatten. Neben 40 festangestellten Mitarbeitern wurden um 1912 etwa 125 Heimarbeiter, darunter 30 bis 40 Kinder beschäftigt.

1957 wurde die Produktion in Oberreifenberg aufgegeben und Geräte und Restbestände wurden an das letzte Konkurrenzunternehmen aus Walldürn verkauft. Die 1907 erbaute ehemalige "Perlefabrik" in Oberreifenberg ist heute in privater Hand und wird als Wohngebäude genutzt.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[16] Bis Anfang der 1980er Jahre war der Tourismus in Oberreifenberg ein wichtiger Wirtschaftszweig. Heute hat sich der Tourismus weg von Übernachtungsgästen hin zu Tagesbesuchern entwickelt. Es bestehen mit dem Haus Burgfried, dem Haus Reifenberg, dem Waldhotel, dem Naturpark Hotel Weilquelle (dem ehemaligen Posterholungsheim) und der Jugendherberge jedoch weiterhin vielfältige Übernachtungsmöglichkeiten, die insbesondere zu Frankfurter Messezeiten intensiv genutzt werden. Eine Reihe von sportlichen Angeboten besteht für Einheimische und Gäste. Der Tennisclub Reifenberg bietet Tennisplätze, neben der Jugendherberge ist ein Klettergarten eingerichtet, und in einer ehemaligen Halle der Straßenmeisterei befindet sich heute eine Kletterhalle. Eine Sportanlage für Ballsport und Leichtathletik ist am Parkplatz Pechberg eingerichtet. Der Taunusklub hat eine Vielzahl von Wanderwegen markiert. Unterhalb des Ortes befinden sich die Reifenberger Wiesen.

Jugendherberge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Rande von Oberreifenberg liegt die Fritz Emmel-Jugendherberge, eine von drei Jugendherbergen im Hochtaunuskreis. Benannt nach einem wichtigen Spender des Deutschen Jugendherbergswerks wurde die aus drei Einzelgebäuden bestehende Jugendherberge 1974 eingeweiht. Ursprünglich für 288 Betten konzipiert, stehen heute 222 Betten in Vier- bis Acht-Bettzimmern zur Verfügung.[17]

Naturpark Hotel Weilquelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der 1930er Jahre errichtet die Deutsche Reichspost für ihre Mitarbeiter das Posterholungsheim oberhalb von Oberreifenberg. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Posterholungsheim vergrößert und nach dem NSDAP Gauleiter von Hessen und Nassau Jakob Sprenger-Heim genannt. 1944 bis 1945 wurde das Heim zur Unterbringung der Schüler des Frankfurter Goethe-Gymnasiums genutzt, die im Rahmen der Kinderlandverschickung aus Frankfurt evakuiert wurden. Als Unterrichtsraum diente das Schullandheim des Goethe-Gymnasium, das seit 1921 in Oberreifenberg besteht. Nach dem Krieg wurde das Posterholungsheim durch die Deutsche Bundespost genutzt. Anfang November 1988 wurde das Posterholungsheim für 1,7 Millionen DM (in heutiger Kaufkraft 3 Millionen Euro) an einen Frankfurter Geschäftsmann verkauft, der es als Aussiedlerheim für 120 Personen nutzen wollte.[18] In den 1990er Jahren wurde es erneut verkauft. Seit 1998 dient das Gebäude als Naturpark Hotel Weilquelle.[19]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Rathaus Oberreifenberg

Das Alte Rathaus der ehemals selbständigen Gemeinde bietet heute Vereinsräume sowie einen Jugendraum. Die Freiwillige Feuerwehr Oberreifenberg hat ihr Feuerwehrhaus als Anbau an das Rathaus gebaut.

Die Jahrtausendhalle, das Bürgerhaus des Ortsteils, wurde 1967 erbaut und wird derzeit durch Sportvereine und zu gesellschaftlichen Zwecken genutzt.

Im Ort befinden sich ein Kindergarten und die Montessori EcoSchool, eine ganztägige Bildungseinrichtung, die sich auf Montessori-, Natur- und Umweltpädagogik spezialisiert hat. Hier werden Kinder im Alter zwischen einem und 12 Jahren ganztägig betreut und in ihrer Entwicklung begleitet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Omnibus hat in Oberreifenberg drei Haltestellen, weiterhin fährt ein Shuttlebus an Wochenenden und Feiertagen insgesamt 14 Parkplätze um den Feldberg an.[20]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger (der selbständigen Gemeinde Oberreifenberg)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen die hier gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Oberreifenberg wohnt die Autorin und Journalistin Susanne Fröhlich. Bis zu seinem Tode im Jahr 2015 wohnte hier auch der Schriftsteller Gerhard Zwerenz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gottlieb Schnapper-Arndt: Fünf Dorfgemeinden auf dem Hohen Taunus: eine socialstatistische Untersuchung über Kleinbauernthum, Hausindustrie und Volksleben, Leipzig 1883 (auf Uni Frankfurt.de: online PDF-Datei 38 MB)
  • Wolfgang Meister: Die Pfarrkirche St. Georg zu Oberreifenberg, Pfarrgemeinderat der Kirchengemeinde St. Georg, 1977
  • Heinrich Burkard: Die Kunst der Glasmalerei. Zugleich eine Deutung der Glasfenster in der St. Gertrudis-Kapelle bei Oberreifenberg i.T., 1936
  • Mittlere Höhe von Oberreifenberg: TK Kompass – Östlicher Taunus 840 – 1:50.000
  • Literatur über Oberreifenberg in der Hessischen Bibliographie

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberreifenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gemeinde Schmitten: Ortsteile, abgerufen im Juli 2016.
  2. Gemeinde Schmitten: Überblick über die einzelnen Ortsteile, abgerufen 12. November 2005
  3. Geodaten online und Topographische Karte 1:25.000
  4. Béatrice Träger: Chronica Reifenbergensis, in: Norbert Marx: Treffen der Reifenberger aus aller Welt, 1986, S. 59–75
  5. Mit Blick auf den venezianischen Markusplatz in FAZ vom 21. Februar 2014, Seite 52
  6. Verordnungsblatt des Herzogtums Nassau, Band 15, Seite 90–91, 19. November 1823, Online
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 370.
  8. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 272
  9. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Oberreifenberg, Main-Taunus-Kreis, Regierungsbezirk Darmstadt vom 21. November 1969. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1969 Nr. 49, S. 2009, Punkt 1641 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,7 MB]).
  10. https://www.tennisclub-reifenberg.de/
  11. Heimatkalender für den Main-Taunus-Kreis 1952, Seite 33–36
  12. Birgit Schweitzer: „Reifenberg und nimmermehr Reifenberg!“; in : Usingen Anzeiger vom 22. Dezember 2011
  13. Frank Saltenberger: "Es ist Zeit für eine Restaurierung"; in: Taunuszeitung vom 30. Juli 2011, Seite 15
  14. Video des Meisterlaufes (ab Minute 7,46)
  15. Evelyn Kreutz: Skiadler zieht es auf den Feldberg;in: Taunuszeitung vom 28. Dezember 2017, S. 20.
  16. 77. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 17. November 2011. In: Staatszeiger für das Land Hessen. Nr. 7, 2012, ISSN 0724-7885, S. 221.
  17. Gudrun Schirrmann: Unsere Jugendherbergen, in: Ingrid Berg: Heimat Hochtaunus, Frankfurt 1988, ISBN 3-7829-0375-7, Seite 488
  18. Angelika Baeumerth: Chronik 1972–2000 Hochtaunuskreis, 2001, Seite 165
  19. Herbert Alsheimer: Zuflucht Oberreifenberg; in: Jahrbuch des Hochtaunuskreises 2005, ISBN 3-7973-0914-7, Seite 213–220
  20. taunus.info abgerufen am 1. Mai 2017