Dornbracht

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Dornbracht AG & Co. KG

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Rechtsform AG & Co. KG
Gründung 1950
Sitz Iserlohn, NRW, Deutschland
Mitarbeiterzahl 1049 (2017, Dornbracht Group)
Umsatz 171,1 Millionen EUR (2017)
Branche Sanitärtechnikhersteller
Website www.dornbracht.com

Dornbracht Gebäude in Iserlohn

Die Dornbracht AG & Co. KG, kurz Dornbracht, ist ein Hersteller von hochwertigen Armaturen sowie Accessoires für das Bad und die Küche. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Iserlohn. Es hat weltweit 15 Niederlassungen.

Die Dornbracht Group, zu der die Dornbracht AG & Co. KG und die Alape GmbH in Goslar gehören, erzielte 2017 einen Gruppenumsatz in Höhe von 171,1 Millionen Euro und beschäftigt weltweit 1049 Mitarbeiter (2017).

Seit 2013 wird das Denken und Handeln bei Dornbracht unter dem Markenmotto „Culturing Life“ gefasst.[1] Das Motto steht für den Anspruch des Unternehmens, das Leben in Bad und Küche ganzheitlich zu kultivieren und bereichern zu wollen. Eine wichtige Rolle spielen hierbei die Bereiche Individualisierung[2] und Gesundheitsprävention.[3][4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1950er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dornbracht wurde 1950 von Aloys F. Dornbracht (1893–1983) in Iserlohn gegründet. Den Grundstein für den Erfolg der Armaturenfabrik legte damals die Erfindung des ausziehbaren Auslaufes, dessen Einsatzgebiet für große Küchen konzipiert wurde. Mit diesem Auslauf konnte der Wasserstrahl über den Herden bequem zu den Kochtöpfen geleitet werden. Zudem war die Küche in Privathaushalten oft die einzige Wasserstelle. Das räumlich separierte Badezimmer wurde erst in den 1950er Jahren zum Standard.[5] Den wachsenden Bedarf an Armaturen bediente Dornbracht zunächst mit Standard-Armaturen.

1960er und 1970er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1969 stellte Dornbracht mit der Edition 2000 eine erste Luxus-Armatur vor und erschloss sich ein neues Marktsegment im Premiumbereich.[6] Fortan fokussierte sich Dornbracht auf Design-Armaturen.[7]

1980er und 1990er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte der 80er Jahre brachte Dornbracht mit der von Dieter Sieger gestalteten Domani die erste bewusst als Objekt konzipierte Design-Armatur auf den Markt.[8][9] 1992 folgte die Armaturen-Serie Tara. Sie wurde mit zahlreichen Designpreisen ausgezeichnet, weltweit kopiert und gilt heute als ein Designklassiker.[10][11]

Im Jahr 1998 führte Dornbracht großformatige Kopfbrausen ein. Gleichzeitig erschloss sich die Marke zunehmend den Lebensraum Küche und integrierte die ersten Küchen-Armaturen ins Sortiment.[12]

2000er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Einführung des MEM Ritualbads etablierte Dornbracht 2003 die Zonierung des Bades. Der Armaturenhersteller ordnete jeder Handlung im Bad hierbei einem eigenen Bereich im Raum zu.[13][14] 2007 entwickelte Dornbracht mit dem Symetrics ein auf einem Raster basierendes Armaturensystem.[15] Ziel war es, neue Planungsmöglichkeiten für das Bad/Spa zu schaffen. Mit Einführung der sogenannten „Water Units“ erweiterte Dornbracht zudem 2008 sein Portfolio für die Küche erstmals um Becken.[16]

2010 stellte Dornbracht Ambiance Tuning Technique (ATT) vor.[1] Das elektronische Ventil ermöglicht die Vorprogrammierung verschiedener Szenarien, in denen Strahlarten, Wassertemperaturen und -mengen unterschiedlich kombiniert werden.

In Form von Horizontal Shower führte Dornbracht 2012 eine Dusche ein, die im Liegen angewendet wird.[17] 2013 stellte Dornbracht die digitale Steuerungstechnik Smart Water für die Küche und das Bad vor.[18][19][20]

Mit Einführung der Konzepte Private Spa (2016) und LifeSpa (2017) rückten die Themen Individualität und Gesundheit in den Fokus.[21] Dabei stützt sich Dornbracht auf Erkenntnisse der Traditionellen Chinesischen Medizin sowie der Gesundheitslehre nach Kneipp und kooperiert mit Experten auf diesen Gebieten.[22][23]

2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2020 wurde die Dornbracht GmbH in eine AG umgewandelt. Die Familie Dornbracht hat nun nicht mehr die Mehrheit der Anteile. Die Anteilmehrheit soll der Dortmunder Zweig der Knaufgruppe übernehmen.[24]

Dornbracht Estate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Begriff „Dornbracht Estate“ (engl. „Gut“, „Vermögen“, „Erbe“) fasst Dornbracht die Gesamtheit der Kenntnisse und Fertigkeiten, die für die Differenzierung der Marke ausschlaggebend sind.

Design Prinzipien („5 Ps“)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dornbracht Design Principles

Die Formensprache von Dornbracht-Armaturen beruht auf fünf Prinzipien: Proportion, Präzision, Progressivität, Persönlichkeit und Performance.[25] Seit den 1980er Jahren wird das gesamte Produktportfolio von Dornbracht in Kooperation mit Sieger Design und auf Basis dieser Prinzipien gestaltet und entwickelt.[26]

Culture Projects[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1996 unterstützt und initiiert Dornbracht im Rahmen der Dornbracht Culture Projects Ausstellungen und Projekte.[27] Einbezogen werden hierbei internationale Künstler, Fotografen, Musiker, Architekten, Schriftsteller und Designer.[28]

Die Kommunikationsagentur Meiré und Meiré hat zeitgleich mit der Markteinführung von Tara zu Beginn der 1990er Jahre die ganzheitliche Kommunikation für Dornbracht übernommen.[29] Bis heute verantwortet Mike Meiré als Kreativdirektor die Markenentwicklung. Er kuratiert auch die Culture Projects und gestaltet diese als Künstler zum Teil aktiv mit.[30]

Innovation Leadership[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dornbracht folgt dem Anspruch, das Leben in Bad/Spa und Küche weiterdenken und kultivieren zu wollen.[31] In diesem Kontext setzt sich Dornbracht mit zeitgenössischer Kunst und Kultur auseinander[32] und beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Trends wie dem demografischen Wandel, der privaten Gesundheitsvorsorge im eigenen Zuhause, der Digitalisierung und der Transformation vom Bad zum Private Spa.[1]

Vertriebspolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dornbracht riet in der Vergangenheit zum Kauf bei Fachhändlern und -handwerkern. Begründet wurde dieser Standpunkt mit dem stattfindenden Wandel im Produktprogramm: weg vom simplen Wasserhahn mit Warm-/Kaltwasseranschluss, hin zu komplexeren Installationen mit elektronischer Ansteuerung und diversen, unterschiedlich gearteten Auslässen. Entsprechende Vertragsklauseln strich Dornbracht zum 1. Januar 2012, nachdem das Bundeskartellamt seine kartellrechtlichen Bedenken mitgeteilt hatte.[33]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dornbracht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Learning from Las Vegas – under the Shower. In conversation: Andreas Dornbracht. In: stylepark.com. Abgerufen am 10. Oktober 2018 (englisch).
  2. Katharina Horstmann: Bäder für Individualisten. Hrsg.: Dear. Design – Architektur – Magazin. Nr. 01/2017.
  3. Gesund und richtig leben. In: stylepark.com. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  4. arcade (Hrsg.): Drei Fragen an Andreas Dornbracht. 17. Februar 2018.
  5. Historische Einführung. Von den ersten Hochkulturen der Menschheit bis heute. In: baunetzwissen.de. Abgerufen am 11. Oktober 2018.
  6. Dornbracht: Kunst fürs Bad. In: bilanz.ch. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  7. Dornbracht: Ein Armaturenhersteller denkt in neuen Bahnen. In: deutsche-unternehmer-familien.de. Abgerufen am 11. Oktober 2018.
  8. Designer. Sieger, Dieter. In: designlexikon.net. Abgerufen am 12. Oktober 2018.
  9. Historie. In: sieger-design.com. Abgerufen am 12. Oktober 2018.
  10. Mischa Täubner: Die Regenmacher. Hrsg.: Brand Eins. Nr. 01/2014.
  11. Der Design-Klassiker Tara von Dornbracht wird Museumsstück. In: pop-up-my-bathroom.com. Abgerufen am 5. Oktober 2018.
  12. Dornbracht. In: kuechen-atlas.de. Abgerufen am 12. Oktober 2018.
  13. Das Dornbracht Ritualbad. In: baulinks.de. 4. Januar 2006, abgerufen am 5. Oktober 2018.
  14. Katharina Sommer: Die neue Rolle des Bades. In: architonic.com. 7. Juli 2016, abgerufen am 5. Oktober 2018.
  15. Statt „Bastelarbeiten“ von Anfang an Systemtechnik. In: Sanitärjournal. Sonderheft Installationstechnik. 2013, abgerufen am 21. November 2018.
  16. Individualisierte Wasserstelle. In: IKZ.de. 8. Februar 2009, abgerufen am 14. Dezember 2018.
  17. Iserlohner Kreisanzeiger (Hrsg.): Einzigartiger Duschgenuss im Liegen. Dornbracht eröffnet mit Horizontal Shower weitere Dimensionen / Neue Webseite und hauseigene Publikation. 17. März 2017.
  18. Der österreichische Installateur (Hrsg.): Das Bad vernetzt mit der Welt. Nr. 12/2013.
  19. Mischa Täubner: Die Regenmacher. Hrsg.: Brand Eins. Nr. 01/2014.
  20. Wohnrevue (Hrsg.): Das Bad der Zukunft. Nr. 08/2013.
  21. Gesund und richtig leben. In: stylpark.com. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  22. Kneipen ist Kulturerbe. In: arcade-xxl.de. Abgerufen am 12. Oktober 2018.
  23. Aquapressur: Dornbracht stellt neue gesundheitsfördernde Wasseranwendung vor. In: pop-up-my-bathroom.de. Abgerufen am 12. Oktober 2018.
  24. Handelsblatt 29. September 2020
  25. DETAIL (Hrsg.): Design-Ikonen in historischem Kontext. 13. Januar 2017.
  26. Dornbracht: Kunst fürs Bad. In: bilanz.ch. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  27. Kulturelles Engagement als Unternehmensziel. Dornbracht Culture Projects. In: haustechnikdialog.de. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  28. DIS. The Island. In: domusweb.it. Abgerufen am 10. Oktober 2018 (englisch).
  29. Mischa Täubner: Die Regenmacher. Hrsg.: Brand Eins. Nr. 01/2014.
  30. Marcus Fairs: The Farm Project by Mike Meiré at Design Miami. In: dezeen.com. Abgerufen am 10. Oktober 2018 (englisch).
  31. Dieter Schnaas: Vom Stuhl zur Schnittstelle. Hrsg.: WirtschaftsWoche. 27. Juni 2018.
  32. Über zeitgenössische Kunst zum strategischen Wettbewerbsvorteil. In: creative.nrw.de. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  33. Fallbericht des Bundeskartellamts vom 13. Dezember 2011, abgerufen am 12. September 2018

Koordinaten: 51° 25′ 21,8″ N, 7° 42′ 13,9″ O