EGroupware

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EGroupware
Screenshot of EGroupware (Open Source Collaboration Software)
Basisdaten
Entwickler Open Source Project
Aktuelle Version 16.1.20161107 [1]
(7. November 2016)
Betriebssystem plattformunabhängig (PHP)
Programmiersprache PHP
Kategorie Kollaborationssoftware
Lizenz GNU GPL v2
deutschsprachig auch (multilingual, > 20 Sprachen)
egroupware.org

EGroupware ist eine Mehrbenutzer-Groupware, auch als Collaboration Software bezeichnet, die auf PHP-Basis entwickelt worden ist.

Über eine Weboberfläche stellt EGroupware Funktionen wie E-Mail, Kalender, Aufgabenverwaltung, Projektmanagement, Dateimanager, Zeitdokumentation oder Wiki bereit. Die Funktionen können je nach Bedarf als Module aktiviert werden. Die Software ist aus einer Abspaltung der freien phpGroupWare entstanden. Das Projekt verbreitet seine Software unter den Bedingungen der GNU General Public License (GPL). Das Entwicklerteam besteht aus 68 Entwicklern aus den Ländern USA, Kanada, Italien, Niederlanden und Deutschland.

EGroupware ist Open-Source-Software. Sowohl für den privaten Gebrauch, als auch zur kommerziellen Nutzung gibt es eine kostenlose Version. Die kostenfreie Open Source Option von EGroupware heißt Community Edition „CE“. Diese ist lizenziert unter der GNU General Public License v.2.0 (GPL2). Kommerzielle technische Unterstützung und Hosting-Angebote stehen für EGroupware ebenfalls zur Verfügung. Die EGroupware Enterprise Line „EPL“ stellt alle Software-Funktionen inklusive Support bereit. Kunden hierfür sind mittelständische Unternehmen, Konzerne sowie Bildungs- und Forschungseinrichtungen. In Brasilien wird EGroupware von vielen Behörden und Unternehmen verwendet und arbeitet dort in Netzwerken mit mehr als 10.000 Clients.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

EGroupware wird in der Skriptsprache PHP entwickelt und ist daher plattformunabhängig (Linux, Windows, BSD Server). Als Datenbanken sind diverse Open-Source-Datenbanken (MySQL, PostgreSQL, MaxDB) oder auch Microsoft SQL Server verwendbar. Die Authentifizierung kann gegen die eigenen Benutzerkonten in SQL oder LDAP erfolgen, oder gegen ein externes System, zum Beispiel Mailserver, Active Directory Server (ADS).

Vergleichbare Programme sind die proprietären Groupware-Server wie Microsoft Exchange oder Lotus Domino. Für viele Mailserver kann EGroupware bereits den kompletten Mailserver verwalten. Liste der Mailserver:

Da man EGroupware verändern, beziehungsweise mit eigenen Funktionalitäten erweitern kann, gibt es quelloffene ERP-Systeme, die EGroupware als Plattform nutzen.

Anwendungen und Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

EGroupware beinhaltet u. a. folgende Anwendungen:

Versionen und Versionsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Version 1.4 ist im Mai 2007 erschienen. Besonders im Adressbuch, dem Kalender und der Benutzerverwaltung wurde das Programm deutlich weiterentwickelt. Die nächste Version sollte ein neues Programm zur zentralen Dateiablage beinhalten, das die Funktionen von Filemanager und MyDMS in sich vereint.

Für den 25. November 2008 wurde die Version 1.6 offiziell angekündigt. Diese beinhaltet neben der oben bereits erwähnten Dateiablage, neue Funktionen im E-Mail-Client und Helpdesk. Auch die Gestaltung der Oberfläche wurde optimiert. Viele Vorschläge und Fehlerbehebungen aus der Community sind während der Entwicklung eingeflossen.

Für kurze Zeit war Tine 2.0 ein offizielles Subprojekt von EGroupware. In diesem Subprojekt ging es um die Entwicklung von zukünftigen Technologien für das EGroupware-Projekt. Aufgrund interner Unstimmigkeiten haben sich das EGroupware-Projekt und Tine 2.0 aber im Februar 2008 voneinander getrennt.

Seit Juli 2009 ist die erste professionelle Version von EGroupware erhältlich, die in Form einer Software-Subskription vertrieben wird. Diese „EGroupware Premium Line“ genannte Produktlinie beinhaltet einen Wartungsvertrag für den Quellcode und entsprechende RPMs, so dass eine automatische Aktualisierung möglich ist.

Version 14.2 ist seit Dezember 2014 verfügbar. E-Share-Option: Ab Version 14.2 beinhaltet der EGroupware Filemanager eine Filesharing-Option zum vereinfachten Dateiaustausch. Sie beinhaltet z. B. die Möglichkeit, Freigabe-Links zu Dateien auch an Personen zu versenden, die EGroupware nicht nutzen.[2] Außerdem können Dateien per Drag and Drop verschoben werden. Der Filemanager wird als Alternative zum Filehosting-Dienst Dropbox eingesetzt. Home Bildschirm: Der Home Bildschirm ist eine virtuelle Pinnwand, die dem Nutzer wichtige Kontakte, Projekte oder Aufgaben schneller zugänglich machen soll. Mobile Template: Die dritte Neuerung ab 14.2 ist das Mobile Template, das für kleine Bildschirme und Touchbedienung optimiert wurde. Es ermöglicht eine Nutzung von EGroupware auf Tablets und unterstützt die Bedienung über Wischgesten und eine Anpassung des Formats bei Drehung des Geräts.[2]

Version 16.1 der quelloffenen Kollaborationssoftware EGroupware steht zum Download bereit. Die Software bringt eine neue Oberfläche für Mobilgeräte sowie Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit PGP. In der Cloud-Variante lässt sie sich 30 Tage lang testen. Komplett überarbeitet haben die Macher von EGroupware die Benutzerschnittstelle im Browser. Der Kalender etwa erlaubt damit Drag and Drop sowie Kontextmenüs. Responsivität für schmale Displays wie auf Smartphones oder Tablets ist ebenfalls hinzugekommen. Für den Desktop stehen neue Templates bereit. Unter der Haube erlaubt das Mailvelope-Plug-in die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Mails mit PGP. Synchronisation mit Mobilgeräten läuft über die freie ActiveSync-Implementierung Z-Push 2.3. [3]

Synchronisation mit Mobilgeräten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

EGroupware lässt sich mit Apple- und Androidgeräten synchronisieren. Hier werden Termine, Adressbucheinträge und Aufgaben aus der Infolog-Anwendung synchronisiert. Genutzt werden dafür die Netzwerkprotokolle eSync und CalDAV.

EGroupware im Paket[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

EGroupware gibt es seit 2015 im Groupware-Paket. Das folgt den Grundsätzen der Ende vergangenen Jahres unter anderem von IBM und Univention initiierten Open Cloud Alliance (OCA). Für Anwender heißt das, dass sie alle unter diesen Bedingungen angebotenen Programme bei Bedarf jederzeit wieder im eigenen Rechenzentrum betreiben oder damit zu einem alternativen Cloud-Dienstleister umziehen können. Den technischen Unterbau liefert Univention Corporate Server, ein von Debian abgeleitetes Server-Betriebssystem. OpenCms deckt den Bereich des Content Management ab. EGroupware steuert die Komponenten Adressbuch, Aufgabenverwaltung, E-Mail, Kalender, Online-Fileservices, Projekt- und Ressourcenmanagement, Ticket-System, Wiki und Wissensdatenbank bei.[4]

Screenshots[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralf Becker, Birgit Becker, Michaela Knotte, Ingo Kreißelmeyer: Benutzerhandbuch EGroupware 1.6. 1. Auflage. Outdoor Unlimited Training GmbH, 2009, ISBN 978-3-9811968-4-9.
  • Ralf Becker, Birgit Becker, Michaela Knotte, Ingo Kreißelmeyer: Manual eGroupWare 1.4. 1. Auflage. Outdoor Unlimited Training GmbH, 2008, ISBN 978-3-9811968-1-8 (englisch).
  • Holger Reibold: eGroupWare 1.4 kompakt: Das offizielle Administrator- und Anwenderhandbuch. 2. Auflage. Bomots Verlag, 2007, ISBN 978-3-939316-13-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://github.com/EGroupware/egroupware/releases
  2. a b Zitiert nach Liane M. Dubowy: Einfache Dateifreigaben mit EGroupware 14.2 In: heise online, 13. Februar 2015, abgerufen am 23. Februar 2016.
  3. Zitiert nach Jan Bundesmann: EGroupware 16.1 mit Interface für Mobilgeräte In: ix Magazin für professionelle Informationstechnik, 04.Juli 2016, abgerufen am 14. September 2016.
  4. Zitiert nach André von Raison: Stylite: Groupware-Paket via Software-as-a-Service In: ix Magazin für professionelle Informationstechnik, 18. September 2015, abgerufen am 29. Februar 2016.