BigBlueButton

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BigBlueButton
Basisdaten

Entwickler BigBlueButton Inc.[1]
Erscheinungsjahr 2007
Aktuelle Version 2.2.28
(19. Oktober 2020)
Betriebssystem Server: Linux, Client: Plattformunabhängig (im Webbrowser)
Programmiersprache Java, Grails/Groovy, Scala (back-end), JavaScript (front-end client)
Kategorie Webkonferenzsystem
Lizenz LGPL[2]
deutschsprachig ja
bigbluebutton.org/

BigBlueButton ist ein Open-Source-Webkonferenzsystem. Zusätzlich zu verschiedenen Webkonferenzdiensten verfügt es über Integrationen für viele der wichtigsten Lern- und Inhaltsverwaltungssysteme.

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BigBlueButton unterstützt die gemeinsame Nutzung mehrerer Audio- und Videoformate, Präsentationen mit erweiterten Whiteboard-Funktionen – wie Zeiger, Zoomen und Zeichnen –, öffentliche und private Chats, Desktop-Sharing, integriertes VoIP mit FreeSWITCH und Unterstützung für die Präsentation von PDF-Dokumenten und Microsoft-Office-Dokumenten sowie untergeordnete Online-Konferenzräume (sog. Breakout-Räume). Darüber hinaus können Benutzer in einer von zwei Rollen an der Konferenz teilnehmen: als Betrachter oder als Moderator.

Als Betrachter kann ein Benutzer an der Sprachkonferenz teilnehmen, seine Webcam mit anderen teilen, die Hand heben und mit anderen chatten. Als Moderator kann ein Benutzer andere stummschalten oder die Stummschaltung aufheben, einen beliebigen Benutzer aus der Sitzung ausschließen und einen beliebigen Benutzer zum aktuellen Moderator machen. Der Moderator kann Folien hochladen und die Präsentation steuern.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnlich wie bei Apache OpenMeetings verwendete BigBlueButton ursprünglich red5, eine Open-Source-Implementierung von Adobe Media Server, um die Zusammenarbeit in Echtzeit zu unterstützen. Die Clients waren vormals auf Adobe Flash basierende Komponenten, die in der heutigen Version noch aus Gründen der Abwärtskompatibilität angeboten werden.

Heute verwendet BigBlueButton HTML5 und WebRTC für Audio, Video und Screen-Sharing, welche in den meisten Browsern integriert sind. Die Installation von Browser-Plugins ist nicht mehr notwendig.

Sitzungen, Teilnehmer und andere relevante Informationen werden intern als Schlüssel-Werte-Daten mit der redis-Datenbank verwaltet.

Ein Belastungstest mit 47 Teilnehmern führte zu einem guten Ergebnis.[3]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BigBlueButton wird in Deutschland von den Bildungsministerien mehrerer Bundesländer auf eigenen Servern gehostet und für ihre Schulen genutzt. Mehrere Universitäten und Hochschulen nutzen die Software für ihre Lehrveranstaltungen, insbesondere durch die einfache Integration in Lernplattformen wie Moodle, ILIAS, Stud.IP, IServ oder OpenOLAT.

Die ARD-ZDF-Medienakademie benutzt auf ihrer Lernplattform BigBlueButton. Auch in Myanmar und in weiteren Staaten wird sie für Bildungszwecke eingesetzt.

Unter dem Namen senfcall.de betreiben Studenten der Universität Darmstadt und des Karlsruher Institut für Technologie ehrenamtlich eine werbefreie und für jedermann frei und ohne Anmeldung zugängliche Version von BBB mit verbesserter Datensparsamkeit.

Datenschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Video- und Webkonferenz-System kann auf eigenen Servern betrieben werden, sodass die Einhaltung des Datenschutzes nachprüfbar möglich ist. Die Datenübertragung erfolgt verschlüsselt (SRTP).[4] Konferenzen werden standardmäßig aufgezeichnet, ohne dass dies für die Teilnehmer ersichtlich ist. Der Recording-Button dient lediglich dazu, sogenannten "Marken" zu setzen.[5] Diese Recording-Funktion kann jedoch global durch den Administrator deaktiviert werden.[6]

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2020 veröffentlichte golem.de einen Artikel, in dem auf verschiedene Sicherheitsprobleme von BigBlueButton hingewiesen wurde. Kritikpunkte waren die unsichere Einbindung von LibreOffice, das Setzen von Cookies ohne secure-Flag (beide behoben mit Version 2.2.27) und die Verwendung von Ubuntu 16.04 (Unterstützung bis April 2021) und alten Node.js-Versionen. Besondere Kritik übte der Autor an dem Umgang der Entwickler mit den gemeldeten Sicherheitslücken.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BigBlueButton Foundation
  2. BigBlueButton-License
  3. Belastungstest (2020)
  4. https://docs.bigbluebutton.org/support/faq.html
  5. https://docs.bigbluebutton.org/dev/recording.html#overview
  6. https://docs.bigbluebutton.org/admin/privacy.html#bigbluebutton-either-records-all-of-a-session-or-does-not-record-at-all
  7. Hanno Böck: Das große blaue Sicherheitsrisiko. In: golem.de. 21. Oktober 2020, abgerufen am 21. Oktober 2020.