Jitsi

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Jitsi
Logo
Screenshot
Basisdaten
Entwickler Emil Ivov u. a.
Erscheinungsjahr 2003
Aktuelle Version 2.8 Build 5426
(19. März 2015[1])
Betriebssystem Java-Laufzeitumgebung
Kategorie Instant Messaging
Lizenz Apache (Freie Software)
Deutschsprachig ja
jitsi.org

Jitsi (französische Schreibweise für das bulgarische жици, Drähte, ausgesprochen ['ʒitsi]), früher SIP Communicator, ist eine multiprotokollfähige IP-Telefonie- und Instant-Messenger-Anwendung, mit der auch Videotelefonie möglich ist. Jitsi ist Free/Libre Open Source Software (FLOSS) und komplett in Java implementiert, daher auf allen Plattformen mit entsprechender Java Laufzeitumgebung einsetzbar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung von Jitsi, damals noch „SIP Communicator“ (SIP ist ein Akronym für Session Initiation Protocol), startete im Jahr 2003[2]. Ende 2006 war das Projekt so weit fortgeschritten, dass eine erste Alpha-Version veröffentlicht werden konnte. Eine erste grafische Benutzeroberfläche war vorhanden, die wichtigsten Protokolle bereits implementiert und alle gängigen Betriebssysteme (Windows, Linux und OS X) wurden unterstützt.

Im November 2007 erschien die zweite Alpha-Version, die schon wesentlich mehr Funktionalität bot. Neben der Einbindung weiterer Protokolle wurde auch stark auf dem OSGi-Framework aufgesetzt, das für neue Entwickler sehr einstiegsfreundlich ist. Durch Neuerungen wie Benutzer-Avatare oder erweiterte Verlaufs-Funktionalität wurde auch der Komfort erhöht.

Die Zahl an Entwicklern, die an dem Open-Source-Projekt mitarbeiteten, stieg drastisch an. Dementsprechend konnte die dritte Alpha-Version bereits im Februar 2008 erscheinen. Hierbei wurde der Schwerpunkt auf Konferenz-Chats und Internationalisierung (Einbindung der bekanntesten Sprachen) gelegt.

2011 wurde das Projekt in Jitsi umbenannt, da es sich nach der hinzugefügten Unterstützung von Audio- und Video-Gesprächen nicht mehr nur um ein SIP-Softphone, sondern um einen Instant Messenger mit Audio- und Videotelefoniefunktion handelt.[3][4] Nächtliche Builds wurden im März 2011 zu Beta-Versionen erkoren.

Den Audio-Codec SILK unterstützt Jitsi seit 2011.

Beim Vergleich von Jitsi mit Skype, Ekiga, Empathy und NullTeam Yate q14 durch Chip Linux im März 2014 war Jitsi Testsieger mit 5 von 5 Punkten.[5]

Das Projekt wechselte im Jahr 2015 von der LGPL zur Apache-Lizenz, um die Hürden bei der Integration von Jitsi in andere Software zu senken.[6]

2015 kann Jitsi auch als Javascript Library direkt im Browser ohne Softwareinstallation ausgeführt werden, einstweilen für Chrome und Opera sowie für Mozilla Firefox ab der Version 40.[7] Mit der Jitsi Videobridge können Konferenzräume realisiert werden, die mit geringen Server-Ressourcen auskommen und sparsam mit der Bandbreite sind. Ein solcher Service wird von den Jitsi Entwicklern auch selbst angeboten.

[veraltet]

Möglichkeiten der Kommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jitsi unterstützt in allen Protokollen Präsenz und Sofortnachrichten. In den meisten Fällen ist auch Dateiübertragung möglich. (Video-)Telefonie ist derzeit mit SIP und Jingle möglich. Die Unterstützung der Google-Variante von Jingle (Google Talk) ermöglicht auch Verbindungen von einem Gmail-Konto zu Android-Geräten. Darüber hinaus bietet Jitsi einige interessante Merkmale:

  • Verschlüsselte Kommunikation mit OTR für die Sofortnachrichten und ZRTP für Bild und Ton
  • Desktop-Sharing – Freigabe des eigenen Bildschirmes zur Ansicht und zur Bedienung durch die andere Seite
  • Audiokonferenzen ohne weitere Infrastruktur.
  • Konfiguration aus der Ferne Provisioning
  • Direktverbindungen für die Mediendaten P2P über Interactive Connectivity Establishment und Universal Plug and Play (UPnP). Um hartnäckige NAT-Konfigurationen zu beherrschen, stellt Jitsi Möglichkeiten zum Routen der RTP-Pakete in Form von JingleNodes und TURN zur Verfügung.
  • Volle IPv6-Protokoll-Unterstützung

Unterstützte Protokolle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jitsi unterstützt alle gängigen Protokolle bekannter Instant Messenger.[8] Teilweise befindet sich die Implementierung der unterstützen Protokolle allerdings noch in der Entwicklung und kann daher eventuell nicht zu einhundert Prozent die gewünschten Ergebnisse liefern. Zu den bereits implementierten Protokollen gehören:

Präsenz, Sofortnachrichten und (Video) Telefonie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SIP – Audio und Video
  • XMPP einschließlich der Erweiterung Jingle für Audio und Video

Präsenz und Sofortnachrichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Varianten der Medienübertragung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Audiocodecs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Videocodecs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Google Summer of Code[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SIP-Communicator beziehungsweise Jitsi ist ein langjähriger Teilnehmer beim Google Summer of Code. Dieses Förderprogramm vergibt Programmierstipendien an Studenten aus aller Welt, um Weiterentwicklungen für Freie-Software-Projekte zu erarbeiten. Ein beträchtlicher Teil der Jitsi-Codebasis wurde von GSoC-Teilnehmern beigesteuert, so auch 2011[10]

  • Implementierung der Unterstützung für den Breitband-Audiocodec SILK
  • Rechtschreibprüfung
  • Anrufe über Yahoo
  • Dateitransfers über Jingle und Google Talk

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jitsi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Änderungsprotokoll bei jitsi.org, abgerufen am 3. Februar 2016 (englisch).
  2. SIP Communicator: Interview with Emil Ivov (englisch) Gulli.com. 15. Juli 2009. Abgerufen am 8. Juni 2013.
  3. Über Jitsi (englisch) Abgerufen am 23. März 2014.
  4. Umbenennung zu Jitsi. Schritt 1: Die Seite (englisch) 11. März 2011. Abgerufen am 30. Januar 2014.
  5. Testbericht über 5 VoIP-Clients für Linux in CHIP Linux 3/2014. In: testberichte.de. Abgerufen am 15. Juli 2015.
  6. Emil Ivov: [jitsi-dev] Switching to the Apache Licenses (englisch) 18. Juni 2015. Abgerufen am 22. Juni 2015.
  7. Kristian Kißling: Videokonferenzen mit Firefox und Jitsi - Linux-Magazin. In: linux-magazin.de. 5. Juni 2015, abgerufen am 15. Juli 2015.
  8. Jitsi Features (englisch) Abgerufen am 23. März 2014.
  9. Opus and CELT support in Jitsi (englisch) Abgerufen am 30. Januar 2014., Roadmap (englisch) Abgerufen am 30. Januar 2014.
  10. Projektliste Google Summer of Code 2011 (english) Abgerufen am 30. Januar 2014.