eSport-Bund Deutschland

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eSport-Bund Deutschland
(ESBD)
Logo
Rechtsform eingetragener Verein
Sitz DeutschlandDeutschland Berlin
Gründung 26. November 2017

Präsident DeutschlandDeutschland Hans Jagnow
Website esportbund.de

Der eSport-Bund Deutschland (kurz: ESBD) ist ein deutscher Interessensverband zur Förderung von E-Sport, welcher am 26. November 2017 in Frankfurt am Main gegründet wurde und seinen Sitz in Berlin hat.[1][2]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der eSport-Bund Deutschland sieht sich als Interessensvertretung von E-Sportlern im deutschen Amateur- und Spitzensportbereich.[3][4] Der Verband will die Anerkennung des E-Sports in Deutschland erreichen.[1][5] Er möchte sich als Ansprechpartner für andere Sportverbände und die Sportpolitik im Bereich E-Sport zur Verfügung stellen und den Gedankenaustausch zu diesem Thema in den Bereichen Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft fördern.[3][1] Im organisatorischen Bereich will der eSport-Bund Deutschland Regularien etablieren, Trainer und Schiedsrichter zertifizieren und eigene Ligen organisieren. Ferner will der Verband die Nachwuchsarbeit fördern und mit Nationalmannschaften an internationalen Turnieren teilnehmen.[1] Einer Einbindung von E-Sport in die Olympischen Spiele steht der Verband kritisch-abwartend gegenüber.[6]

Seit 2019 bietet der Verband eine Trainerausbildung an, die allerdings keinen offiziellen Charakter hat.[7]

Im April 2019 wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich der gesellschaftlichen Frage der Gender Diversity im E-Sport annehmen soll.[8]

Seit Anfang 2019 arbeitet der ESBD gemeinsam mit regionalen Partnern in Schleswig-Holstein an der Schaffung des deutschlandweit ersten Landeszentrums für E-Sport.[9] Am 18. Dezember 2019 fand in Kiel das Soft Opening statt.[10] Die Eröffnung ist für das erste Quartal 2020 geplant.[11]

Der Verband veranstaltet eine eigene Vereinsliga in den Spielen League of Legends und Counter-Strike: Global Offensive.[12]

Auf der Mitgliederversammlung im November/Dezember 2019 beschloss der Verband eine Strukturreform.[13]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Autor Timo Schöber setzt sich in dem auf mein-mmo.de veröffentlichten Artikel „Das muss passieren, damit e-Sports offiziell zum „echten Sport“ wird“ kritisch mit dem ESBD auseinander. Er argumentiert, dass die Selbstbezeichnung „Dachverband“ bei rund 30 Mitgliedern nicht zutreffend sei, insbesondere, da „Topclans wie SK Gaming, mousesports oder Penta Sports“ nicht Mitglied im ESBD seien. Schöber führt aus, dass der Esport-Bund Deutschland nach zwei Jahren Bestehen keines der ursprünglichen Ziele erreicht habe: Die Förderung des e-Sports analog zum klassischen Sport und die Anerkennung des e-Sports. Daher, folgert er, stehe die „e-Sports Szene“ dem Verband mit Verwunderung und oft Ablehnung gegenüber.[14]

Auch im Artikel „Chancen, Nutzen und Risiken von Verbänden im e-Sports“ auf gaming-grounds.de betrachtet Timo Schöber den ESport-Bund Deutschland. Insbesondere das Anliegen des ESBD „auf Augenhöhe“ mit dem Deutschen Olympischen Sportbund verhandeln zu können bewertet er kritisch:[15]

„Zu meinen, dass ein ESBD gleichberechtigt mit einem DOSB verhandeln könnte, ist kein Selbstbewusstsein, sondern eine Überhöhung der eigenen Kompetenzen, Tragweite und Relevanz von Seiten des Verbandes.“

Timo Schöber

Eine kritische Auseinandersetzung erfuhr auch die auf der Mitgliederversammlung 2019 beschlossene Strukturreform. Auf esportsrecht.com führt der Autor auf, dass die neue Satzung über wesentliche Rechtsfehler verfügt und einer Überarbeitung bedarf. Genannt werden zum Beispiel redaktionelle Fehler in der neuen Satzung des ESBD. Zudem beinhalten die Regelungen zu den Gründen eines Mitgliederausschlusses aus dem ESBD, dem Berufungsverfahren und den Sanktionen des Schiedsgerichts des ESBD Rechtsfehler. Insgesamt müsste die neue Satzung juristisch überarbeitet werden.[16]

Im Januar 2020 äußerte der CEO von Penta Sports, Andreas Schaetzke, dass er einen Breitensport-Verein beim Aufbau von Strukturen unterstützen werde, dies sei: „Eine Rolle, welche wir bis heute - in vielerlei Hinsicht - von unserem deutschen, selbsternannten 'Esportverband' vermissen.“[17]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Gründungsmitgliedern des eSport-Bund Deutschland gehören sechs Amateurvereine und 14 professionelle Teams. Unter den Profiteams sind unter anderem die Organisationen Alternate Attax, Mysterious Monkeys, Unicorns of Love und die E-Sport-Abteilung der Fraport Skyliners im ESBD vertreten.[1] Darüber hinaus sind der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware als Interessensvertreter der Spielindustrie und die Electronic Sports League als Turnierveranstalter Gründungsmitglieder des Verbands. Der Jurist Hans Jagnow, der wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Themen Digitalisierung und Netzpolitik im Abgeordnetenhaus von Berlin ist, wurde erster Präsident des ESBD.[18] Er war von 2016 bis 2018 Vorstandsmitglied im Amateurverein 1. Berliner eSport-Club e. V.[19] Er wird von vier Vizepräsidenten unterstützt, darunter der langjährige Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga, Jan Pommer, und Martin Müller, Vorsitzender des Vereins Magdeburg eSports.[1][19]

Zu den Mitgliedern zählen, Stand Oktober 2019, 31 Organisationen.[20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f eSport-Bund Deutschland (ESBD): Amateure, Profis, ESL und BIU gründen Spitzenverband. GamesWirtschaft.de, 26. November 2017, abgerufen am 28. November 2017.
  2. eSport-Bund Deutschland e.V.: Satzung des ESBD. (PDF) 15. Januar 2018, abgerufen am 15. Februar 2018.
  3. a b Kristin Banse: ESBD: "Den deutschen eSport konkurrenzfähig halten". Kicker Online eSport, 27. November 2017, abgerufen am 28. November 2017.
  4. Deutscher eSport-Bund gegründet. Deutsche Welle, 27. November 2017, abgerufen am 28. November 2017.
  5. eSport-Bund Deutschland in Frankfurt gegründet. Focus Online, 28. November 2017, abgerufen am 28. November 2017.
  6. Tim Osing: eSport-Präsident Hans Jagnow: "Ich wünsche mir Merkel beim eSports". In: Sport Bild. 13. Dezember 2017, S. 87.
  7. ESBD-Akademie. Abgerufen am 8. Dezember 2019.
  8. Gender Diversity – ESBD – eSport-Bund Deutschland e. V. Abgerufen am 21. September 2019.
  9. LEZ.SH. Abgerufen am 21. September 2019.
  10. Soft Opening: eSports-Landeszentrum in Kiel startet durch. In: gaming-grounds.de. 18. Dezember 2019, abgerufen am 19. Dezember 2019.
  11. Gameswirtschaft: Schleswig-Holstein: Kiel baut Landeszentrum für eSport (Update). In: GamesWirtschaft.de. 6. Dezember 2019, abgerufen am 8. Dezember 2019.
  12. ESBD-Vereinsliga | 2019|2020. Abgerufen am 2. Dezember 2019.
  13. ESBD-Mitgliederversammlung entscheidet in Köln über Präsidium, Struktur und Europa – ESBD – eSport-Bund Deutschland e. V. Abgerufen am 1. Dezember 2019.
  14. Das muss passieren, damit e-Sports offiziell zum „echten Sport“ wird. In: Mein-MMO.de. 17. November 2019, abgerufen am 28. November 2019.
  15. Chancen, Nutzen und Risiken von Verbänden im e-Sports. In: gaming-grounds.de. 12. August 2019, abgerufen am 21. September 2019.
  16. Die Strukturreform des ESBD: Eine sehr kritische Zusammenfassung – eSportsRecht.com. Abgerufen am 12. Dezember 2019.
  17. PENTA-Boss Schaetzke fordert mehr Unterstützung vom ESBD. Abgerufen am 22. Januar 2020 (deutsch).
  18. Präsidium – ESBD – eSport-Bund Deutschland e. V. Abgerufen am 23. Februar 2019.
  19. a b Präsidium. eSport-Bund Deutschland e. V., 15. Februar 2018, abgerufen am 15. Februar 2018.
  20. Mitglieder – ESBD – eSport-Bund Deutschland e. V. Abgerufen am 2. Januar 2020.