Eberhard Kulenkampff

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Eberhard Kulenkampff (* 10. Dezember 1927 in Swakopmund, Südwestafrika, heute Namibia) ist ein deutsch-namibischer Architekt, Städtebauer und Künstler. Er war Bremer Senatsdirektor.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulenkampff stammt aus der Bremer Kaufmannsfamilie Kulenkampff. Seine Eltern Alfred und Hedwig Kulenkampff waren Farmer in Okongue (heute Region Erongo), in Südwestafrika, im heutigen Namibia. Er war von 1944 bis 1945 Soldat im Zweiten Weltkrieg und wurde schwer verletzt. Danach machte er eine Tischlerlehre. Er studierte von 1948 bis 1954 Architektur und Städtebau an der Technischen Universität Hannover. Nach dem Diplom war er 1954/55 Mitarbeiter im Büro von Günther Marschall in Hannover und 1955/56 freier Architekt.

Ab 1956 war er Bezirksleiter im Planungsamt Hannover, zu der Zeit, als Rudolf Hillebrecht Stadtbaurat war. 1962 übernahm er die Leitung der städtebaulichen Gesamtplanung des Großraums Hannover. Von 1969 bis 1974 wirkte er als Stadtbaurat in Kiel. Er leitete u. a. die Umgestaltung des Alten Marktes nach Plänen von Wilhelm Neveling ein.

Von 1974 bis 1987 war Kulenkampff als Senatsdirektor in Bremen Vertreter der Senatoren für das Bauwesen Hans Stefan Seifriz (bis 1979, SPD) und Bernd Meyer (SPD). Er war – so hieß es – „durchsetzungsfähig, initiativ und offen“. Mit der Wahl von Eva-Maria Lemke zur Senatorin für Umweltschutz und Stadtentwicklung schied er 1987 als Senatsdirektor aus. Sein Nachfolger wurde Staatsrat Jürgen Lüthge. Seine städtebaulichen Ziele: verstärkte Innenentwicklung der Stadt (Teerhof), behutsame erhaltende Erneuerung und Nachbesserung von Quartieren (Ostertorviertel, Altstadt Vegesack), inhaltliche Neuorientierung der Universität zum Technologiepark Universität, Abschied von städtebaulichen Großformen, Ausbau von Einkaufspassagen in der City. Anschließend war er bis 1994 Geschäftsführer des Wohnungsunternehmens GEWOBA in Bremen.

Kulenkampff war Mitglied in der SPD. Zunächst als Hobby, fertigte er Stickereien als Bilder an. „Kunst mit Nadel und Faden“ schrieb der Weser-Kurier über seine künstlerischen Werke anlässlich einer Ausstellung 2012: „Aus der Ferne betrachtet wirken seine Bilder wie Gemälde.“ Er lebt(e) in der Bremer Altstadt im Schnoor (Lange Wieren 12) und u. a. auch in Namibia und in Umbrien. Er ist seit 2000 mit der Künstlerin Natalie Thomkins verheiratet.[1]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016: Bremer Auszeichnung für Baukultur des Bremer Zentrums für Baukultur.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Kulenkampff: Die Stadt: Spielraum für das Leben. Eberhard Kulenkampff. Aufsätze und Vorträge anlässlich der Verleihung der Bremer Auszeichnung für Baukultur am 29. Januar 2016 (= Schriftenreihe / Bremer Zentrum für Baukultur, Bd. 17), herausgegeben im Auftrag des Bremer Zentrums für Baukultur von Eberhard Syring und Jörn Tore Schaper, 1. Auflage, Bremen: Carl Schünemann Verlag, [2016], ISBN 978-3-944552-94-1; Inhaltsverzeichnis

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Fränzel: Senator in Bremen Hans Stefan Seifritz. Ein Lebenslauf. Mit Beiträgen von Margot Walther und Eberhard Kulenkampff. Hauschild, Bremen 1987, ISBN 392069984X.
  • "Nehmen wir doch die Sterne!" INTERVIEW: 51 Jahre Planetenviertel Garbsen, in: moderneREGIONAL 16,3.
  • Jutta Grätz: „Wir entwarfen Straßennamen aus der Sternkarte.“ Interview mit Eberhard Kulenkampff, dem Leiter der Planungsgruppe, die den späteren Stadtteil Auf der Horst entwarf. In: Der Griff nach den Sternen: Geschichte und Gegenwart des Garbsener Stadtteils Auf der Horst, im Auftrag der Region Hannover und der Stadt Garbsen herausgegeben von Axel Priebs und Rose Scholl, Münster: LIT Verlag, 2016, ISBN 978-3-643-13515-5; Inhaltsverzeichnis

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Marten Barfuß, Hartmut Müller, Daniel Tilgner (Hg.): Geschichte der Freien Hansestadt Bremen von 1945 bis 2005. Band 2: 1970–1989. Edition Temmen, Bremen 2008, ISBN 978-3-86108-575-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kerstin Thompson: Kunst mit Nadel und Faden. In: Weser-Kurier vom 12. Januar 2012.