Farmen in Namibia

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Rinder in der Kalahari auf einer Farm bei Gobabis (2018)
Luzerne-Anbau in der Kalahari (2017)
24°20′21.5″S 018°35′36.4″E

Farmen in Namibia wurden schon zur Zeit Deutsch-Südwestafrikas vermessen, nummeriert und in einer Farmkarte eingetragen.[1] Abgesehen von den Städten, der Namib, den Homelands und staatlichen Naturschutzgebieten wurde das ganze Land in Farmen aufgeteilt. Die Größe der Farmen liegt meist zwischen 3.000 ha und 30.000 ha für Farmen im ariden Süden des Landes[2], wobei zahlreiche vor allem seit der Unabhängigkeit 1990 unterteilt wurden.

In Namibia wird für einen landwirtschaftlichen, großflächigen Betrieb auch im deutschen Sprachgebrauch immer das aus dem Englisch stammende Wort Farm verwendet. In Namibia sind die Worte Ranch oder Bauernhof nicht gebräuchlich.

Erzeugnisse und Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den meisten Farmen Namibias wird Viehzucht betrieben. Im feuchteren Norden werden vor allem Rinder und im trockeneren Süden vor allem Schafe gehalten. Auf einzelnen Farmen werden Pferde gezüchtet.[3] Auf den meisten Farmen leben auch Wildtiere. Es können dies Oryxantilopen, Kudus, Springböcke, Zebras, Wildschweine und anderes sein. Nur an wenigen wasserreichen Orten des Landes wird Landwirtschaft betrieben. So zum Beispiel bei Mariental unterhalb des Hardap-Dammes oder am Oranje in Aussenkehr und Norotshama. Neben der Viehzucht produzieren einige Farmer auch Holzkohle (englisch Charcoal) für den Export.[4]

In jüngerer Zeit haben sich viele Viehzucht-Farmer auf alternative Einnahmequellen spezialisiert. Eine große Zahl von namibischen Farmen sind heute, meist parallel zur Viehzucht, auch

Darüber hinaus gibt es noch eine kleinere Zahl von Raubtier- oder Geparden-Farmen,[5] Forschungsfarmen und Segelflugfarmen wie zum Beispiel den Flugplatz Bitterwasser oder Kiripotib.[6] Auf diesen Segelfarmen wurden viele Segelrekorde aufgestellt.[7]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windmotor mit Bassin in der Kalahari (Trink- und Tränkwasser) Welt-Icon
Wasserpumpe auf Farm Nuiba in der Kalahari

Viele, ja die meisten Farmen Namibias sind auf Grundwasser, das mit Bohrlöchern und Pumpen erschlossen wird, angewiesen.

„In arid areas, where rainfall is limited and surface runoff is only available during the rainy season, man has learnt through experience that there is water underground that can be used during the dry season. Thus, groundwater has played an important role in the development of Namibia.“

Greg Christelis and
Wilhelm Struckmeier
[8]

„In trockenen Gebieten, in denen die Regenfälle begrenzt sind und in denen Oberflächenwasser nur während der Regenzeit vorhanden ist, haben die Menschen durch Erfahrung gelernt, dass es Grundwasser gibt, das während der Trockenzeit genutzt werden kann. So hat Grundwasser eine zentrale Rolle in der Entwicklunmg Namibias gespielt.“

Übersetztung[8]

Die erste Brunnen-Bohrmaschine kam 1903 ins Land.[8] Seither wurde das Wasser meist mit Windpumpen an die Oberfläche befördert. Heute werden vermehrt Solar-Wasserpumpen eingesetzt. Windpumpen fördern Wasser nur, wenn es windet, Solar-Pumpen fördern Wasser nur, wenn die Sonne scheint. Bohrlöcher zur Wasserförderung können im Süden Namibias bis 300 Meter tief sein.[8] Das mit den Pumpen geförderte Wasser wird in Bassins gesammelt und von da in Plastikrohren unterirdisch zu den oft Kilometer entfernten Viehtränken und in die Häuser der Farmleute gefördert. Die Tränken sind mit einem Schwimmer ausgerüstet, der den Zufluss bei erreichen eines bestimmten Wasserstandes stoppt. Diese Schwimmer sind derart abgedeckt, dass die Tiere sie nicht beschädigen können. Nicht nur das Vieh, sondern auch Wildtiere saufen Wasser aus den Tränken.

Die Produktion einer Farm hängt in Namibia wesentlich vom jährlichen Niederschlag ab. In Nordnamibia regnet es pro Jahr durchschnittlich bis zu 600 mm[9] und im Süden bloß 150 mm.[10] Entlang der Küste Namibias regnet es fast nie. Die Farmer messen den Niederschlag an mehreren Stellen der Farm meistens mit trichterförmigen analogen Regenmessern. Die Regenmenge muss an mehreren Stellen der Farm erfasst werden, weil Regen in Namibia sehr oft lokal, zum Beispiel in Form von Gewitter fällt. Für den Farmer ist es wichtig, die Regenmenge zu erfassen, weil er daraus die Produktivität der Farm für die kommenden Monate abschätzen kann. Eventuell muss er Tiere frühzeitig verkaufen oder er kann die Zahl der Tiere erhöhen.

Stromversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahren wurden viele Farmen an das Netz der NamPower angeschlossen. Andere Farmen besitzen zur Stromerzeugung eigene Generatoren oder in neuerer Zeit auch eigene Solaranlagen. Abgelegene Farmen ohne Strom haben bis heute zur Aufbewahrung ihrer Esswaren und Getränke einen Kühlraum, kurz Kühler genannt, der natürlich, das heißt mit Wasser, aber ohne Strom und ohne Gas, gekühlt wird. Die Temperatur dieser Räume kann auch bei 40 Grad Aussentemperatur auf 13 bis 17 Grad Celsius gehalten werden.

Farmtelefon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes, analoges Farmtelefon auf Farm Eskadron[11]

Die Installation von Kommunikationsmitteln zu den Farmen ist auf Grund der großen Distanzen in Namibia seit jeher eine Herausforderung. Bis hinein ins 21-te Jahrhundert waren viele Farmen in Namibia ohne Kommunikation oder sie waren über eine Farm-Telefonleitung verbunden. Beim Farmtelefon (englisch farm party line)[12] handelt es sich um eine über Holzmasten gespannte zwei-Draht Telefonleitung, die eine Kette von Farmen verbindet. Die Leitung endete an einer manuell bedienten Telefonzentrale, die externe Gespräche weiter vermitteln konnte. Die Farmen waren mit einem Kurbeltelefon ausgerüstet. Drehte man an der Kurbel kurz oder lang, so klingelte es auf allen angeschlossenen Farmen kurz oder lang. Jeder Farm und auch der angeschlossenen Telefonzentrale war zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer und ein Rufzeichen bestehend aus einer Kombination von kurzen und langen Klingelfolgen zugeteilt. Ein Vorteil des Farmtelefons war, dass die Farmleute der verbundenen Farmen sich gegenseitig, ohne Unterstützung des Telefonisten anrufen konnten. Ein Nachteil war, dass auf jedem anderen Anschluss das Gespräch zwischen zwei Farmern mitgehört werden konnte. Namibias erste Farmleitungen wurden 1909 zwischen Gibeon und Maltahöhe in Betrieb genommen.[12]

Die Farmen nördlich von Leonardville entlang des Nossob waren zum Beispiel an der Farmleitung Nummer 15 angebunden. Die manuelle Telefonzentrale im Postamt von Leonardville war 24 Stunden besetzt. Farm Geikous,[13] 12 Kilometer nördlich von Leonardville, hatte die Nummer 1503 und das zugeteilte Rufzeichen bestand aus drei langen Klingelfolgen. Farm Komana[14] elf Kilometer westlich der Farm Geikous hatte die Nummer 1531 und das entsprechende Rufzeichen war "3x kurz 1x lang". Wollte man die Telefonzentrale in Leonordville erreichen, so nahm man den Hörer ab und horchte, ob ein Gespräch im Gang war. Bei freier Leitung klingelte man dann "1x lang".

Die Farmtelefone wurden Mitte der Neunziger-Jahre stillgelegt. Heute sind viele Farmen über das Mobilfunknetz und teilweise über Glasfaserkabel[15] oder über Richtfunk (englisch Rural Radio Telephone Links)[16] erschlossen. Wenige Farmen sind mit Satellitentelefon ausgerüstet. Einige Farmen haben ein privates Funknetzt eingerichtet, das eine Kommunikation zwischen dem Farmhaus und den Farmfahrzeugen erlaubt. Mit diesen Funkgeräten können auch benachbarte Farmen, die über das gleiche Funksystem verfügen, erreicht werden.

Die großen Distanzen machen aber auch heute (2019) die Kommunikation zu den abgelegenen Farmen kostenaufwendig.

Farmbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Kalahari Ferrari"

Farmpad und Farmkamp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land Rover Series III (Baujahr 1972) auf Farm Tiras (Bild 2009)

In Namibia werden auch im deutschen Sprachgebrauch mehrheitlich die Ausdrücke „Farmpad“ (afrikaans für Farmstrasse) und „Farmkamp“ statt „Feldweg“ und „Weide“ gebraucht.

Auf Farmen wird zwischen Viehzäunen (englisch Stock fences), Wildzäune (englisch Game fences) und elektrische Zäune (englisch Electric fences) sowie Schakalsicheren Zäunen (englisch Jackal-proof fence) unterschieden. Diese Zäune haben verschiedene Funktionen. Sie unterscheiden sich in der Bauart, der Robustheit, der Zaunhöhe und der Maschenweite. So sind Wildzäune mehr als doppelt so hoch wie Viehzäune, weil zum Beispiel Kudus einen Viehzaun ohne Mühe überspringen.

Die Zäune müssen durch den Farmer permanent unterhalten werden. Eine besondere Funktion haben unter anderem die Farmzäune entlang der Grenze zu Botswana. Sie sind hier nicht nur Farmzaun, sondern auch Veterinärzaun.

Viehzuchtfarmen werden mit Zäunen in Farmkamps unterteilt. Die Funktion der Kamps ist, dass die Gräser und Büsche nur gezielt abgefressen werden und eine Überweidung verhindert wird. Die Größe der Kamps ist sehr unterschiedlich. Es gibt künstlich angelegte Wasserstellen um den Regen aufzufangen und an Ecken wo mehrere Kamps zusammenstoßen ist eine Tränke errichtet (Kraal). Auch Lecksteine zur Salzversorgung der Tiere befinden sich dort. Oft trennen die Kamps die Kühe und Kälber für gewisse Zeiten, damit dem Farmer genug Milch zur Verfügung steht. Im Kraal bzw. der Manga werden dann auch die in Färsen und Ochsen eingeteilte Jungtiere zur Kennzeichnung gebrannt und Kleinvieh nachts zum Schutz eingestellt. Jeder Farmer besitzt sein eigenes Brandzeichen. Das Dippen[17] (durch eine Wanne laufen) der Rinder zur Desinfizierung verschiedener Krankheiten findet ebenfalls beim Kraal statt.

Anfang des 20. Jahrhunderts waren lediglich Ochsenkarren, Pferdekarren oder Eselkarren (englische Donkey Cart) im Einsatz. Die Eselkarren sind heute noch vielerorts ein tägliches Transportmittel. Diese werden landläufig auch „Kalahari Ferrari“ genannt.[18][19] Mittlerweile haben Geländewagen weitestgehend die oben genannten Transportmittel abgelöst.

Autonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typische Schrotthalde auf einer Farm im Süden Namibias

Die Farmen in Namibia liegen oft sehr abgelegen, manchmal Hunderte von Kilometern vom nächsten Zentrum entfernt. Daher sind die Farmer auf eine möglichst hohe Autonomie angewiesen. Die meisten Farmen bewirtschaften einen kleinen Gemüsegarten, sie haben ihre eigenen Brunnen und viele produzieren den eigenen Strom. Die Farmer haben das Recht, auf ihrem eigenen Terrain zur Eigenversorgung zu jagen. Der Beruf des Farmers ist auf Grund der geforderten Autonomie sehr breitbandig. Die meisten Farmer haben Landwirtschaft studiert und zusätzlich sind sie Elektriker, Schlosser, Schreiner, Mechaniker, Maurer und Metzger. Einige Farmer gerben die Felle der erlegten Tiere selber. Farmer machen Arbeiten, wo anderswo ein Veterinär gerufen würde und an Sonntagen übernehmen viele Farmer die Funktion eines Priesters und lesen der Familie und den Angestellten aus der Bibel vor. Fast jeder Farmer besitzt eine Schweißmaschine und eine eigene Schrotthalde um auf Ersatzteile und andere Metallgegenstände zurückgreifen zu können.

Viele abgelegene Farmen betreiben einen Lokalladen, in dem sie den Angestellten, die nur selten in die Stadt kommen, Lebensmittel und Gegenstände für den täglichen Gebrauch zum Einkaufspreis weiterverkaufen. Einige Farmer betreiben Homeschooling.[20]

Raubtiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Löwen aus dem Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark durchdringen oft den Grenzzaun und reißen Tiere auf den angrenzenden Farmen in Namibia

Die Raubtiere auf namibischen Farmen sind der Schakal, der Leopard, der Gepard und im Süden entlang der Grenze zum Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark auch Löwen.

Schakale sind nachtaktiv.[21] Sie sind vor allem für die Schaffarmer ein Problem, weil sie oft nicht nur ein Lamm zum Fraß, sondern eine ganze Zeile Lämmer reißen. Die Farmer legen Fallen aus und sie engagieren spezialisierte Schakaljäger,[22] die die Tiere in der Nacht jagen. Zum Teil setzen sie dazu Lautsprecheranlagen ein, die Lokrufe aussenden.

Geparde werden in Käfigen mit Falltüren lebend gefangen. Die gefangenen Tiere werden oft über die Cheetah Conservation Fund an anderer Stelle wieder frei gelassen.

Landreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Namibia wird seit der Unabhängigkeit 1990 eine Landreform nach dem Prinzip Willige Verkäufer, Willige Käufer durchgeführt. Eine Neuausrichtung ist nach einer 2. Nationalen Landkonferenz Ende 2018 geplant.

Arten von Farmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viehzucht-Farmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fleischproduktion ist ein wichtiger Wirtschaftssektor Namibias. Die Tiere werden an großen Rinder- oder Schaf-Auktionen gehandelt.[23] Die Meat Corporation of Namibia ist das größte Fleisch verarbeitende und exportierende Unternehmen im Land. Es werden vor allem Rinder, Schafe und Schweine verarbeitet. Der bandenmäßige Viehdiebstahl wird in Namibia zu einem immer größeren Problem.[24]

Gästefarmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Gäste- und Jagdfarm bei Mariental

Gästefarmen sind ein Farmbetrieb, der Unterkünfte und Verpflegung für Individualtouristen bietet und sich nicht am Massentourismus orientiert.[25][26] Die Gäste werden auf sogenannten Game Drives durch die Farm gefahren, um das Wild zu beobachten. Eine Gästefarm kann zugleich auch eine Jagdfarm, eine Astrofarm oder eine Nutzvieh-Wildtierfarm sein.

Jagdfarmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jagdfarmen ermöglichen Jägern, zumeist Trophäenjägern, das Jagen auf einem viele Quadratkilometer großen privaten Grundstück oder dienen als Basis für Jagdausflüge. Teilweise werden Jagdfarmen mit Gästefarmen bzw. einer Lodge parallel auf dem gleichen Farmland betrieben.

Wildfarmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Wildfarm (englisch Game Ranch/Farm oder Wildlife Ranch/Farm) ist eine Farm zur Zucht von Wildtieren.[27] Sie sind in neuerer Zeit häufiger kombiniert mit einem Gästebetrieb, z. B. einer Lodge. Zu den Wildfarmen ist im weitesten Sinne auch die Straußenzucht zu zählen.

Astrofarmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Installationen der Astrofarm Kiripotib (Namibia)
M 8 (Lagunennebel) fotografiert auf einer Astrofarm in Namibia

Astrofarmen liegen an meist abgelegenen Orten, an dem Amateurastronomen Astrofotografie durchführen können. Die Astrofarmen verfügen über die nötige Infrastruktur. Es sind dies fix installierte Teleskope, Fundamente für private Teleskope der Gäste mit der passenden Stromversorgung, Windschutzeinrichtungen und Internetanschluss. Die Astrofarmen bieten den Astronomen Unterkunft und eine dem Arbeitsrhythmus angepasste Verpflegung. Man kann Astrofarmen auch als Gästefarmen mit spezifischer Kundschaft betrachten. Astrofarmen sind meistens in den zwei Wochen zwischen Vollmond-Phasen gut besucht.

Kriterien für den Standort einer Astrofarm sind:

  • Möglichst wenig Streulicht.
  • Möglichst wolkenloser Himmel
  • Möglichst trockene Luft
  • Möglichst kühle Luft (geringe Thermik)
  • Möglichst hoch gelegener Ort
  • Gute Erreichbarkeit

Diese Kriterien werden unter anderem an vielen, hoch gelegenen Orten Namibias erfüllt. Namibia hat ein sehr arides Klima und das Land liegt, vom Küstenstreifen abgesehen, auf 1500 bis 2000 Metern Höhe. Berühmte Astrofarmen Namibias sind unter anderen Kiripotib[28], Tivoli[29] und Hakos[30]. Hochsaison für Astrofotografie ist in Namibia in den Wintermonaten Juni und Juli. In diesen Monaten ist die Luft besonders trocken und kühl und zudem ist in diesen Monaten die Nachtseite der Erde dem Zentrum der Milchstrasse zugewandt. Des Weiteren haben viele europäische Amateurastronomen in diesen Monaten ihre Sommerferien, was erlaubt, die Astrofarmen zur Idealzeit zu besuchen. Die Astrofarmen in Namibia liegen auf 22° bis 28° südlicher Breite. Dies erlaubt einen von Europa aus nicht sichtbaren Teil des Sternenhimmels zu fotografieren und zu erforschen.

Die meisten Astrofarmen betreiben parallel zur Astronomie auch Viehzucht. Auf Astrofarmen sind auch Nicht-Astronomen gern gesehene Gäste. Diese haben hier die Gelegenheit, im Gespräch mit den Astronomen Wissenswertes über den Sternenhimmel in Erfahrung zu bringen.

Farmers Braai Competition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1981 findet in Namibia jährlich eine von der Namibia Agricultural Union (NAU) organisierte Farmers Braai Competition (afrikaans Braaikompetisie) statt. Der Wettbewerb steht jedes Jahr unter einem anderen Thema. So stand der Anlass 2018 unter dem Thema Cattle Country Cowboy. Gastgeber war die Kalahari Oos Farmers Association in Gobabis, die den Wettbewerb 2017 gewonnen hatte.[31][32]

Der Anlass dauert zwei Tage und die Wettbewerbsgruppen dürfen maximal aus vier Teilnehmern bestehen. Es gibt zwei Arten von Teilnehmergruppen: Die Gruppen mit Teilnehmern des Farmer-Verbandes und frei zusammengestellte Gruppen (afrikaans sosiale span) mit Teilnehmern, die nicht direkt mit der Farmerei verbunden sind. Die Gruppen werden Freitags um 18:00 Uhr den Gästen vorgestellt.

Die Speisen, von der Vorspeise bis zum Dessert müssen durch die Gruppen auf Feuer oder Kohle zubereitet werden. Strom und Gas dürfen nicht verwendet werden. Verbotene Produkte sind Fertigsaucen, zu Hause vorbereitete Produkte und Mononatriumglutamate.

Samstags um 06:00 Uhr werden die Gruppen über das zuzubereitende Menü informiert. Die Beurteilung beginnt um 11:00 Uhr. Beurteilt werden Küchenhygiene, Zubereitung der Kost, die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe und die Einhaltung der Regeln. Drei Experten beurteilen die Gerichte. Die Getränke werden nicht beurteilt. Die Freundlichkeit und die Darstellung der Stände wird separat bewertet.

Samstag Nachmittags gibt es ein Feedback an die Gruppen. Die Preisverleihung findet Samstagabend um 17:30 Uhr statt. Der erste Preis hatte 2018 eine Höhe von 30'000 NAD. Das Preisgeld soll für die Organisation des nächsten Wettbewerbes, der in der Farmer Gemeinschaft der Gewinner stattfindet, eingesetzt werden.[33][34]

Die Farmers Braai Competition ist ein sozialer Anlass, an dem sich die Farmer, die Farmangestellten und die Stadt- oder Dorfgemeinschaften aus ganz Namibia treffen. Neben dem eigentlichen Anlass des Braai-Wettbewerbes finden musikalische Unterhaltung und zum Beispiel Bogenschuß-Wettbewerbe statt.

Gewinner des Wettbewerbes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Farmvereine haben seit 1981 den Braai-Wettbewerb gewonnen (Anzahl der Siege in Klammern):[35]

Jahr Farmerverein Jahr Farmerverein Jahr Farmerverein
01 1981 Hochfeld (1) 16 1996 Steinhausen (2) 31 2011 Stampriet (1)
02 1982 Epukiro (1) 17 1997 Witvlei (2) 32 2012 Aroab (1)
03 1983 Kalahari-Oos (1) 18 1998 Sonop (2) 33 2013 Uhlenhorst (3)
04 1984 Uhlenhorst (1) 19 1999 Okahandja (1) 34 2014 Hochfeld (2)
05 1985 Summerdown (1) 20 2000 Kaiserstraat (2) 35 2015 Okahandja (4)
06 1986 Kalahari-Oos (2) 21 2001 Kamanjab (1) 36 2016 Uhlenhorst (4)
07 1987 Steinhausen (1) 22 2002 Nina (1) 37 2017 Kalahari-Oos (3)
08 1988 Witvlei (1) 23 2003 Okahandja (2) 38 2018 Kaiserstraat (3)
09 1989 Epukiro (2) 24 2004 Excelsior (1) 39 2019 Uhlenhorst (5)
10 1990 Summerdown (2) 25 2005 Witvlei (3)
11 1991 Uhlenhorst (2) 26 2006 Excelsior (2)
12 1992 Dorsland (1) 27 2007 Houmoed (1)
13 1993 Kaiserstraat (1) 28 2008 Okahandja (3)
14 1994 Dorsland (2) 29 2009 Sonop (3)
15 1995 Sonop (1) 30 2010 Kalkplato (1)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • John M. Mendelsohn: Farming Systems in Namibia, Research & Information Services of Namibia, 2006. (online abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Farmen in Namibia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Kategorie Tiere Namibias – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Tierarten Namibias – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Farmkarte auf dem Internet. Abgerufen am 14. März 2019
  2. Namibia: Landwirtschaft in Namibia Abgerufen 14. März 2019
  3. Beispiel einer Pferdezucht-Farm
  4. Jumbo Charcoal Abgerufen am 24. März 2019
  5. Namibias Geparden-Farmen
  6. Kiripotib: Segelfliegen Abgerufen am 14. März 2019
  7. Kiripotib: Die Erfolge unserer Piloten
  8. a b c d Groundwater in Namibia, Greg Christelis and Wilhelm Struckmeier, Windhoek: Dep. of Water Affairs, Division Geohydrology, Second edition 2011, ISBN 0-869765-71-X
  9. Klimatabelle Nordnamibia
  10. Klimatabelle Südnamibia
  11. Farm Eskadron liegt 15 Kilometer nordwestlich von Witvlei bei 22°16'12"S 018°27'40"E Leica Nr.619125 Holler Swakopmund.jpg
  12. a b Englisches Paper: NAMIBIA'S TELECOMMUNICATIONS von Klaus Dierks Ph.D. Abgerufen am 16. März 2019
  13. Farm Geikous hat die Koordinaten: 23°24'33"S 018°44'29"E Leica Nr.619125 Holler Swakopmund.jpg
  14. Farm Komana hat die Koordinaten: 23°25'32"S 018°38'09"E
  15. Telecom Namibia: "Continued expansion of fibre coverage throughout the country"
  16. Telecom Namibia:Rural Radio Telephone Links
  17. Volker Guthörl: Wildhaltung als nachhaltige Landnutzungsform im südlichen Afrika. ISBN ISBN 3-00-016849-4, S. 56.
  18. Kalahari Ferrari
  19. Stories from the world: Mit dem Kalahari Ferrari durch die Wüste abgerufen am 17. März 2019
  20. Namibian: Home-Schooling
  21. Herzog Hunting
  22. Jagdland Namibia
  23. Rinderauktionen in Namibia
  24. Namibiana: Viehdiebstahl Abgerufen am 14. März 2019
  25. Ministerium für Handel und Industrie (Hrsg.): The Investor. 1992, Ausgabe 1.
  26. John M. Mendelsohn: '#Farming Systems in Namibia. Research & Information Services of Namibia, 2006.
  27. Wildlife ranching in South Africa. Africa Geographic, 22. Oktober 2015.
  28. Internetseite der Astrofarm Kiripotib Aufgerufen am 9. Februar 2019
  29. Internetseite der Astrofarm Tivoli Aufgerufen am 9. Februar 2019
  30. Internetseite der Astrofarm Hakos Aufgerufen am 9. Februar 2019
  31. Namibia Agricultural Union Agri Braai Abgerufen am 26. März 2019
  32. Namibia Daily News: NAU Braai Competition resounding success Abgerufen am 26. März 2019
  33. New Era: Cattle Country cowboys ready for agri-braai Abgerufen am 26. März 2019
  34. NEW Kalahari-Oos Braaikompetisie Inligting 2018 (Braai-Wettbeberb-Einladung 2018) Abgerufen am 26. März 2019
  35. Auf Anfrage bei Namibia Agricultural Union Abgerufen am 27. März 2019