Eduard Lübbert

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Friedrich Wilhelm Eduard Lübbert (* 10. Juni 1830 in Zweybrodt bei Breslau; † 31. Juli 1889 in Bonn) war ein klassischer Philologe und Archäologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eduard Lübbert war Sohn des Gutsbesitzers Friedrich August Lübbert und wurde auf Gut Zweybrodt bei Breslau geboren. Nach dem Besuch des Breslauer Friedrichs-Gymnasiums studierte er ab Ostern 1847 Klassische Philologie und Archäologie, zunächst ein Semester lang an der Universität Breslau bei Friedrich Haase. Anschließend wechselte er für fünf Semester nach Berlin und für zwei Semester nach Bonn, wo ihn Friedrich Ritschl, Friedrich Gottlieb Welcker und Jacob Bernays prägten. In Bonn trat er auch in das Corps Hansea ein.[1] Ostern 1851 ging er nach Halle, wo er sein Studium bei Gottfried Bernhardy abschloss. Am 14. September 1853 wurde er aufgrund seiner Dissertation De elocutione Pindari promoviert, im Frühjahr 1854 bestand er das Lehramtsexamen.

Nach kurzem Aufenthalt in Breslau kehrte Lübbert im Herbst 1854 nach Bonn zurück, wo er an der Universitätsbibliothek arbeitete und seine Studien vertiefte. Als er im Frühjahr 1857 aus Überanstrengung erkrankt war, kehrte er wiederum nach Breslau zurück und arbeitete dort an seiner Habilitationsschrift Commentationes pontificales, mit der er sich am 6. August 1859 habilitierte. Anschließend arbeitete er als Privatdozent an der Universität Breslau.

Vom Herbst 1864 bis zum August 1865 hielt er sich in Italien und besonders in Rom auf. Nach seiner Rückkehr wurde er am 16. September als außerordentlicher Professor an die Universität Gießen berufen. Nachdem er einen Ruf an die Universität Würzburg abgelehnt hatte, wurde er am 23. März 1870 zum ordentlichen Honorarprofessor ernannt und nach dem Weggang von Ludwig Lange zu dessen Nachfolger und zum Professor der Eloquenz.

Zum Sommersemester 1874 wechselte Lübbert als Nachfolger von August Wilmanns nach Kiel,[2] zum Sommersemester 1881 (Ruf 6. November 1880) als Nachfolger von Friedrich Heimsoeth nach Bonn. Hier wurde er zum Mitdirektor des Seminars ernannt und teilte sich die Professur der Eloquenz mit Hermann Usener. Im akademischen Jahr 1887/1888 war Lübbert Dekan der Philosophischen Fakultät. Er starb an einem Blutsturz im Alter von 59 Jahren.

Als Wissenschaftler hat sich Lübbert besonders um die lateinische und griechische Syntax verdient gemacht. Er verfasste Monografien zum Konjunktiv Perfekt, zum Futur II und über die Konjunktion quom im Altlateinischen. Außerdem beschäftigte er sich mit den Dichtern Pindar, Theokrit und Kallimachos.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Förster: Eduard Lübbert. In: Biographisches Jahrbuch für Altertumskunde, 67. Jahrgang (1892), S. 135–181.
  • Hans Georg Gundel: Die Klassische Philologie an der Universität Gießen im 20. Jh. In: Heinz Hungerland (Hrsg.): Ludwigs-Universität – Justus Liebig-Hochschule, 1607–1957: Festschrift zur 350-Jahrfeier. Giessen 1957, S. 192–221. Volltext (PDF; 2,17 MB)
  • Hans Herter: Die Klassische Philologie seit Usener und Bücheler. In: Bonner Gelehrte. Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in Bonn. Philosophie und Altertumswissenschaften. Bonn 1968, S. 165–211 (zu Lübbert besonders S. 187–189).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Korps-Listen 1910, 22, 37
  2. Friedrich Volbehr, Richard Weyl: Professoren und Dozenten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 1665 bis 1915 (5. Oktober). Universitäts-Buchhandlung Kiel, 1916, S. 111, Nr. 101