Corps Hansea Bonn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hanseas Wappen

Das Corps Hansea Bonn ist eine pflichtschlagende und farbentragende Studentenverbindung im Kösener SC-Verband. Das Corps vereint Studenten und Alumni der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität. Die Bonner Hanseaten werden meist Bonner Hansen genannt.

Couleur und Wahlspruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hansea hat als Couleur die aus den Hanseflaggen weiß über rot abgeleiteten und ergänzten Farben weiß-rot-weiß mit silberner Perkussion. Dazu wird ein roter Stürmer getragen. Das Fuchsband ist weiß-rot mit silberner Perkussion.

Der Wahlspruch lautet Recte facienti nihil timendum. Der Wappenspruch ist Ehre und Recht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mensur Hansea I c/a Palatia Bonn (1842)

Ein erstes Corps mit Namen Hansea an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität wurde am 18. Januar 1838 mit den Farben rot-weiß-rot mit Silberperkussion gestiftet. Entstanden war sie aus einer Verbindung der „Kölner“, deren Mitglieder teils die Hansea, teils das Corps Palatia Bonn auftaten, letzteres jedoch erst später, nachdem sie eine Verbindung der „Trierer“ gegründet hatten, die sich aber gegen den Senioren-Convent nicht halten konnte.[1] Hansea I suspendierte im Herbst 1844.

Corpsburschen der Palatia Bonn stifteten am 11. Juli 1849[2] ein neues Corps gleichen Namens. Auf die frühere Hansea wurde durch Übernahme des Wappens, des Wahlspruchs und der Grundfarbe bewusst Bezug genommen, die Reihenfolge der Farben jedoch in weiß-rot-weiß geändert. Auch das alte Stiftungsdatum wurde nicht übernommen. Für diese Distanzierung sollen die noch offenen Rechnungen der alten Hansea mitursächlich gewesen sein, wenn auch ein formeller Beschluss darüber wohl nicht gefasst wurde.[3] Eine Kontinuität von Hansea I und Hansea II besteht nicht.[4]

Mit den anderen Bonner Corps trat Hansea am 30. April 1856 dem Hohen Kösener SC-Verbandes bei. Im selben Jahr stellte Hansea mit Peter Hanstein den Greifswalder oKC-Vorsitzenden.[5] Sie war vom 15. November 1871 bis zum 29. April 1874 suspendiert. Wegen der Alliierten Rheinlandbesetzung musste der aktive Betrieb am 8. Dezember 1918 eingestellt werden. Erst am 1. Mai 1919 konnte er wieder aufgenommen werden. 1926 war Hansea selbst präsidierendes Vorortcorps. Julius Stockhausen leitete den oKC.[6] Nach der Auflösung des HKSCV suspendierte Hansea am 20. Oktober 1935.[7]

Hansea betreute mit Guestphalia Bonn und Palatia Bonn seit 1938 die Kameradschaft mit dem endgültigen Namen „Ernst vom Rath“.[7]

Der Altherrenverein wurde am 12. September 1948 reaktiviert. Hansea rekonstituierte am 21. März 1953 im KSCV.[7]

Corpshäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hansea zählt zum grünen Kreis und ist seit anderthalb Jahrhunderten befreundet mit dem Corps Pomerania Greifswald (1855) und dem Corps Franconia München (1857). Mit dem Corps Teutonia Gießen unterhält Hansea seit 1852 ein eisernes Kartell.

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausschnitt aus der Semesterlithographie von 1854/55: hinten: Karl Jacquet († 1855 als Student), Viktor von Fischer-Treuenfeld (später Geh. Regierungsrat), Heinrich von Kusserow, Brachvogel; vorne: Alfred von Rieben, Adolf Adenaw (später Opernsänger)

In alphabetischer Reihenfolge

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Wilhelm Bredt: Das Corps Hansea zu Bonn: fünfzig Jahre seiner Geschichte, Bonn 1899.
  • Friedrich Dettweiler: Die Geschichte des Korps Hansea zu Bonn 1849–1929, Heidelberg 1929.
  • Robert Paschke: Corps Hansea I Bonn 1838–1844/45. Einst und Jetzt, Bd. 23 (1978), S. 335–336.
  • Wilhelm Spuhn: Mitglieder-Verzeichniss des Corps Hansea zu Bonn, 1849–1892. Kramer & Baum, Crefeld 1892 Digitalisat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Corps Hansea Bonn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. G. G. Winkel: Kösener SC-Kalender. Leipzig 1920
  2. E. H. Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 23.
  3. R. Paschke (1978)
  4. Edzard Schmidt-Jortzig: Der Ursprung unserer lieben Hansea – oder: Müssen wir nicht 2018 eigentlich ein großes Jubiläum feiern? Bonner Hanseaten Corpszeitung, Neue Folge Nr. 116, Ausgabe April 2018, S. 76–80
  5. P. Hanstein Hanseae Bonn, Guestfaliae EM: Kösener Korpslisten 1910, 22, 23; 91, 82
  6. J. Stockmann: KCL 1960, 11, 479
  7. a b c Paulgerhard Gladen: Die Kösener und Weinheimer Corps. Ihre Darstellung in Einzelchroniken. WJK-Verlag, Hilden 2007, S. 73 f.