Eduard von Oppenheim

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Eduard von Oppenheim (1889). Ölgemälde von Fred. Tezin
Das Oppenheimpalais aus dem Jahre 1870
Die verfallene Villa Oppenheim in Köln-Fühlingen (2011)

Eduard Salomon von Oppenheim (* 3. August 1831 in Köln; † 15. Januar 1909 ebenda[1]) war ein deutscher Bankier und Gestütsbesitzer. Seiner Familie gehörte die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim, und er begründete das Gestüt Schlenderhan.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eduard Freiherr von Oppenheim war der ältere von zwei Söhnen des Kölner Bankiers Simon Oppenheim. Im August 1859 heiratete er die Kölnerin Amalie Heuser (1835–1903); das Ehepaar bekam einen Sohn, Simon Alfred (1864–1932), und drei Töchter, Emmy (1869–1957), Viktoria (1871–1938) und Henriette (1872–1913). Im Herbst 1849 machte er das Abitur am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium. 1859 trat er vom jüdischen zum protestantischen Glauben seiner Frau über.

In den Jahrzehnten bis zum Tod von Simon Oppenheim und dessen Bruder Abraham hatten es Eduard von Oppenheim und sein jüngerer Bruder Albert schwer, sich gegen die ältere Generation durchzusetzen, da sie „fortwährende Zurücksetzung“ und „unüberwindliches Mißtrauen“ erfuhren.[2] Zwar wurden sie in den Gesellschaftsverträgen von 1867, 1870 und 1876 mit steigenden Anteilen an Gewinn und Verlust beteiligt, bekamen aber nur kaum Verantwortung übertragen. Als die Brüder 1880 Chefs des Bankhauses wurden, war Eduard 49 und Albert 46 Jahre alt.ref name="oppenhei-Oppenhei">

Von 1880 bis 1904 war Eduard von Oppenheim Teilhaber der Familienbank und engagierte sein Bankhaus erfolgreich in den damals aufstrebenden Geschäftszweigen wie Eisenbahn, Kabelgesellschaften und im Kolonialhandel; ein Engagement in der Elektrizitätsbranche endete jedoch mit erheblichen finanziellen Verlusten. Von 1898 bis 1909 war von Oppenheim Vorstandsvorsitzender des Eschweiler Bergwerks-Vereins; der Eduardschacht der Grube Anna wurde nach ihm benannt. Am 1. Oktober 1881 führte Eduard von Oppenheim das erste Telefonat in Köln, mit der Colonia-Feuerversicherungsgesellschaft. In der Stadt Köln engagierte sich von Oppenheim für die Gründung des Kölner Zoos (1859) sowie für die Anlage der Flora (1863).

1858 fungierte Eduard von Oppenheim als Prinz Eduard im Kölner Dreigestirn. Der Rosenmontagszug unter seiner Regentschaft hatte das Motto Train de Plaisir und feierte den Bau des Kölner Hauptbahnhofs.[3][4]

Von Oppenheim trug sich mit Plänen zur Gründung eines Gestüts. Dafür erwarb er in der Nähe von Fühlingen ein Areal, auf dem er auch eine Pferderennbahn für das Training anlegen sowie ein vierflügliges Gestütsgebäude mit integriertem villenartigen Herrenhaus errichten ließ. Durch den Grundstücksverkauf konnte die Gemeinde Fühlingen 1887 endlich eine eigene Kirche sowie ein neues Schulgebäude bauen lassen. Es zeigte sich allerdings, dass die Bodenbeschaffenheit des Areals, das Oppenheim gekauft hatte, nicht für die Haltung von Pferden geeignet war. Deshalb ersteigerte von Oppenheim 1869 Schloss Schlenderhan bei Quadrath-Ichendorf und gründete das Gestüt Schlenderhan, das sich bis heute im Familienbesitz befindet. Es war das erste private Gestüt Deutschlands; für den Aufbau erwarb von Oppenheim hochklassige Vollblüter in England. 1908, ein Jahr vor seinem Tod, erlebte Eduard von Oppenheim den ersten Derby-Sieg seines Gestüts durch den Hengst Sieger beim Deutschen Derby in Hamburg.[5]

1870 ließ von Oppenheim Unter Sachsenhausen 37 von dem Architekten Wilhelm Hoffmann ein prachtvolles Stadtpalais errichten.

Ein Enkel von Eduard von Oppenheim war Anton Graf von Arco auf Valley, Sohn seiner Tochter Emmy, der am 21. Februar 1919 den bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner ermordete.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eduard Salomon Freiherr von Oppenheim, auf Schlenderhan auf stammreihen.de
  2. Oppenheim – Geschichte. In: geschichte.oppenheim.de. Abgerufen am 1. August 2017.
  3. Chronik des Kölner Karnevals von 1823 bis 1938 auf koelner-karneval.info
  4. 1858 auf karneval.de
  5. Wilhelm Treue: Das Schicksal des Bankhauses Sal.Oppenheim jr. & Cie. und seiner Inhaber im Dritten Reich. Steiner, Wiesbaden 1983, ISBN 3-515-03882-5, S. 71.