Edwin Klebs

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Theodor Albrecht Edwin Klebs

Theodor Albrecht Edwin Klebs (* 6. Februar 1834 in Königsberg i. Pr.; † 23. Oktober 1913 in Bern) war ein deutsch-schweizerischer Pathologe. Nach ihm benannt ist die Bakteriengattung Klebsiella.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edwin Klebs wurde 1834 als Sohn des Land- und Stadtgerichtsrats Friedrich Heinrich Klebs und dessen Frau Sophie geb. Reich geboren.

Klebs studierte ab 1852 an der Albertus-Universität Königsberg, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, der Universität Jena und der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin Medizin. 1854 wurde er – wie schon sein Bruder Oskar – Mitglied der Burschenschaft Germania Königsberg. 1856 wurde er in Berlin zum Dr. med. promoviert.[1]

Er war zunächst als praktischer Arzt in Königsberg tätig, wurde dann 1859 Privatdozent an der Königsberger Universität. Ab 1861 war er Assistent bei Rudolf Virchow in Berlin. 1866 wurde er außerordentlicher Professor für pathologische Anatomie in Bern. 1867 wurde er o. Professor. Er heiratete die Schweizerin Marie Rosetta Grossenbacher und erwarb die Schweizer Staatsbürgerschaft. Sein Sohn war der Medizinhistoriker Arnold C. Klebs.

Im Deutsch-Französischen Krieg meldete er sich zum freiwilligen Dienst als Militärarzt der Preußischen Armee.

1871 gründete Klebs das Correspondenz-Blatt für Schweizer Aerzte. 1872/73 war er für einige Monate Ordinarius an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg gewesen, ab 1873 an der Karls-Universität Prag. Bei der Teilung der Universität ging er 1882 erneut in die Schweiz und wurde Ordinarius in Zürich. Mit Friedrich Loeffler entdeckte 1884 er das Bakterium Corynebacterium diphtheriae, den Erreger der Diphtherie. 1893 wurde er unter anderem wegen seines Eintretens für eine bessere Wasserversorgung während der Typhusepidemie in Zürich zum Rücktritt gezwungen.

Er ging daraufhin in die USA und wurde 1896 Professor am Rush Medical College in Chicago. 1900 kehrte er nach Deutschland zurück und war ab 1905 Privatgelehrter in Berlin. Er setzte sich 1910 zur Ruhe und kehrte in die Schweiz zurück, wo er mit seinem ältesten Sohn lebte.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Handbuch der pathologischen Anatomie, 2 Bde., Berlin 1868–1876
  • Der Bacillus des Abdominaltyphus und der typhöse Process. Archiv für experimentelle Pathologie und Pharmakologie 13, 1881, S. 381–460

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arnold C. Klebs: „Die wissenschaftlichen Arbeiten von Edwin Klebs“, in: Verhandlungen der Deutschen Pathologischen Gesellschaft. 17, 1914, S. 590–597, (Werkverzeichnis)
  • Julius Pagel: Klebs, Edwin, in: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Berlin und Wien 1901, Sp. 863 f.
  • Manfred Stürzbecher: Klebs, Edwin. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 719 f. (Digitalisat).
  • Axel Bauer: Historia magistra - Historia ministra pathologiae? Zur Rolle der Historiographie in der Pathologie: Entwicklungen und Tendenzen. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen, Band 11, 1993, S. 59–76; hier: S. 64 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dissertation: De mutationibus, quae in intestino inveniuntur, tuberculosis.