Ralf Vollmuth

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Ralf Vollmuth (* 4. Mai 1963 in Würzburg) ist ein deutscher Sanitätsoffizier (Oberfeldarzt) und Medizinhistoriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vollmuth trat nach dem Abitur 1982 als Sanitätsoffizieranwärter in die Bundeswehr ein. Von 1982 bis 1988 studierte er Zahnmedizin an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Zusätzlich besuchte er ab 1986 Vorlesungen in den Fächern Geschichte und Germanistik. Danach war er Leiter von Zahnarztgruppen. 1991 wurde er Lehrbeauftragter am Institut für Geschichte der Medizin Würzburg. 1991 wurde er mit der Dissertation Die sanitätsdienstliche Versorgung in den Landsknechtsheeren des ausgehenden Mittelalters und der frühen Neuzeit. Probleme und Lösungsansätze zum Dr. med. dent. promoviert.

Danach wurde er im Wehrbereichskommando VI/1 in München und im Stab des Luftwaffenversorgungsregiments 1 in Erding verwendet. 2000 habilitierte er sich im Fach Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg mit der Arbeit Traumatologie und Feldchirurgie an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Exemplarisch dargestellt anhand der ‚Großen Chirurgie‘ des Walther Hermann Ryff und übernahm eine Privatdozentur. 2006 erhielt er eine außerordentliche Professur. Sein Forschungsschwerpunkt ist Anatomie- und Chirurgiegeschichte des Mittelalters und der Frühneuzeit.

2001 wurde er Dezernent im Sanitätsamt der Bundeswehr (SanABw) in München und 2010 Leiter der Zahnarztgruppe in Hammelburg. Seit 2013 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich „Militärgeschichte seit 1945“ am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) in Potsdam.

Er ist Mitglied u. a. der Würzburger medizinhistorischen Gesellschaft (Vorsitzender), der Gesellschaft für Geschichte der Wehrmedizin (stellvertretender Vorsitzender), der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik, der Görres-Gesellschaft, der Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte und des Mediävistenverbandes.

Vollmuth veröffentlichte mehrere Bücher, Beiträge in Fachzeitschriften (u. a. Schiff & Zeit, Zahnärztliche Mitteilungen, Wehrmedizin und Wehrpharmazie) und Sammelbänden und Artikel im Pschyrembel Wörterbuch Medizingeschichte. Außerdem war er ab 2001 Mitherausgeber der Würzburger medizinhistorischen Mitteilungen (gemeinsam mit Gundolf Keil und Dominik Groß).

Er ist verheiratet und Vater eines Kindes. Seit 1982 ist er Mitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Markomannia Würzburg.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die sanitätsdienstliche Versorgung in den Landsknechtheeren des ausgehenden Mittelalters und der frühen Neuzeit: Probleme und Lösungsansätze. (Medizinische Dissertation Würzburg 1990) Königshausen & Neumann, Würzburg 1991 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen, Band 51), ISBN 3-88479-800-6.
  • „Von den geschosszenen Wunden“. Die Behandlung von Schußwunden in deutschsprachigen chirurgischen Werken des 15. Jahrhunderts. In: Orvostörténeti közlemények. Communicationes des historia artis medicinae 145–146, Band 40, 1994, Nr. 1 f., S. 5–28.
  • Hrsg. mit Thomas Sauer: Geschichte der Katholischen Deutschen Studentenverbindung Markomannia. Im Auftrag des Altherrenverbandes der KDStV Markomannia Würzburg, SH-Verlag, Vierow 1996, ISBN 3-89498-028-1.
  • Traumatologie und Feldchirurgie an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Exemplarisch dargestellt anhand der "Großen Chirurgie" des Walther Hermann Ryff (= Sudhoffs Archiv, Beiheft. Heft 45). Steiner, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-07742-1.
  • Das anatomische Zeitalter. Die Anatomie der Renaissance von Leonardo da Vinci bis Andreas Vesal. Verlag Neuer Merkur, München 2004, ISBN 3-929360-70-5.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]