Ein Offizier und Gentleman

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Filmdaten
Deutscher Titel Ein Offizier und Gentleman
Originaltitel An Officer and a Gentleman
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1982
Länge 125 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Taylor Hackford
Drehbuch Douglas Day Stewart
Produktion Douglas Day Stewart
Martin Elfand
Musik Jack Nitzsche
Kamera Donald E. Thorin
Schnitt Peter Zinner
Besetzung

Ein Offizier und Gentleman ist ein US-amerikanisches Filmdrama des Regisseurs Taylor Hackford aus dem Jahr 1982. Inspiriert von seinen eigenen Erfahrungen bei der United States Navy schrieb der Drehbuchautor Douglas Day Stewart über die emotionalen Konflikte bei der Militärausbildung. Hauptdarsteller sind Richard Gere und Debra Winger.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Selbstmord seiner Mutter kommt der Junge Zack Mayo zu seinem Vater, einem alkoholkranken Matrosen der US Navy, der sich im Rotlichtviertel Manilas auf den Philippinen herumtreibt. Als Amerikaner wird er von gleichaltrigen Jungen auf der Straße zusammengeschlagen und ausgeraubt, doch lernt bald sich zu verteidigen. Als Erwachsener beschließt er sein Leben in den Griff zu bekommen. Er meldet sich als einer von vielen jungen Anwärtern, die an der Fliegerschule der US Navy ihr Offizierspatent machen wollen. Im Leben bereits gescheitert, ist eine militärische Laufbahn seine einzige Chance.

Mit seinem egoistischen Benehmen und seiner aalglatten Art legt er sich jedoch selbst Steine in den Weg. Zudem handelt er illegal mit Gegenständen des täglichen Militärbedarfs. Es dauert nicht lange, bis er mit seinem Ausbilder, Gunnery Sergeant Emil Foley, aneinandergerät. Während dieser Unteroffizier auf seine ganz eigene Art versucht, ihn zum verantwortungsbewussten Offizier zu formen, muss Mayo sich auch mit seinen Gefühlen auseinandersetzen, da er sich in die Papierfabrikarbeiterin Paula verliebt, die davon träumt, als Ehefrau eines Offiziers ihrer trostlosen Lage zu entkommen. Paula ist selbst Tochter eines Offiziersanwärters, der ihre Mutter schwängerte und nach seiner Ausbildung dann sitzenließ. Sein bester Freund im Korps, Sid, verliebt sich schließlich in eine Arbeiterin der Papierfabrik, Lynette. Diese ist allerdings nicht an ihm selbst, sondern nur an einem Leben als Offiziersgattin in Übersee interessiert und lässt Sid, der ihretwegen seine Ausbildung aufgibt, fallen. Sid bringt sich daraufhin um. Foley hat bereits zuvor Zack bei seinen Gaunereien ertappt und will ihn durch Schinderei zum Verlassen der Ausbildungseinheit zwingen. Als Mayo schließlich zusammenbricht und gesteht, dass er nicht freiwillig quittiert, weil er keine andere Perspektive im Leben hat, lässt Foley ihn in der Ausbildung.

Mayo ändert sich und hilft seinen Kameraden. Am Ende verzichtet er sogar darauf, den Rekord beim Hindernislauf zu brechen, um einer Kameradin, Seeger, während des Rennens zu helfen. Nach der Ausbildung gesteht sich Zack auch seine Liebe für Paula ein und marschiert in seiner weißen Galauniform durch die Papierfabrik, um Paula schließlich unter dem Beifall der Arbeiterinnen auf Händen aus der Werkshalle zu tragen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Das Lied ist nicht gut. Es ist kein Hit.“ Mit diesen Worten plädierte der Produzent Don Simpson energisch dafür, den Song Up Where We Belong aus dem Film zu streichen. Das Lied stieg später auf Platz Eins in den US-Charts und gewann einen Golden Globe und einen Oscar.
  • John Denver und John Travolta waren für die Hauptrolle im Gespräch, lehnten sie aber beide ab.
  • Der Schauspieler Lee Ermey, selbst ehemaliger Armeeausbilder und später legendär in seiner Rolle des rücksichtslosen Sergeant Hartman in Full Metal Jacket, brachte Louis Gossett Jr. alles Nötige für die Rolle des Sergeant Foley bei.
  • In der deutschen Übersetzung sind die Bezeichnungen der militärischen Dienstgrade unbeholfen und teilweise fehlerhaft. So wird Foleys Dienstgrad mit „Artillerie-Sergeant“ übersetzt, was aufgrund der Einmaligkeit des US-amerikanischen Begriffs „Gunnery Sergeant“ unsinnig ist. Ins Deutsche übertragen hätte es, technisch gesehen, mit Hauptfeldwebel übersetzt werden können (entsprechend dem NATO-Code OR-7). Ebenso ist die Bezeichnung „Lieutenant“ für die frisch graduierten Kadetten unglücklich gewählt, da der Ensign zwar dem deutschen Leutnant gem. NATO-Code gleichgestellt ist, dies aber sprachlich als falscher Freund betrachtet werden könnte, da der Lieutenant der US-Navy entweder dem deutschen Oberleutnant zur See oder dem Kapitänleutnant entspricht. In der wörtlichen Übersetzung hingegen wäre Fähnrich die richtige Wahl gewesen, was aber der abgeschlossenen Ausbildung im damaligen US-amerikanischen Ausbildungssystem inhaltlich nicht gerecht werden würde.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes
Kritiker [1]
Publikum [1]
Metacritic
Kritiker [2]
Publikum [2]
IMDb [3]

„Mischung aus Melodram und Militärromanze, deren verlogene Ideologie das Militär als Erziehungsinstrument preist. Sehr geschickt auf die emotionale Wirkung hin inszeniert; gute Darstellerleistungen.“

„Mit subtiler, grausamer Dressur schleift ein Navy-Ausbilder einen charakterlosen Nobody in drei Monaten Grundausbildung zum echten Elite-US-Amerikaner. […] Weil "Ein Offizier und Gentleman" ohne Blut, Pornographie, Bankraub und scheinbar ohne Politik auskommt, stuft ihn die Kritik meist als harmlosen, leicht ideologisch angehauchten Unterhaltungsfilm ein. Das saubere Wirtschaftskrisenprodukt erweist sich jedoch als besonders perfider Träger nationaler Erziehung zur seelischen Mobilmachung. […] Kathartisch soll die unterhaltsame Navy-Werbung auch auf die Zuschauer wirken.“

Der Spiegel (15/1983)[5]

„„Ein Offizier und Gentleman“ ist der beste Film über Liebe, den ich seit langer Zeit gesehen habe. Vielleicht, weil es nicht um „Liebe“ als ein Hollywood-Konzept geht, sondern um Liebe als Wachsen, als Bereitschaft, andere Menschen um ihretwillen und das, was sie sind, zu akzeptieren.“

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Film wurde für insgesamt sechs Oscars nominiert. Louis Gossett Jr. konnte die Trophäe als Bester Nebendarsteller in Empfang nehmen, eine weitere gab es für den Titelsong Up Where We Belong. Er war von Will Jennings geschrieben und von Joe Cocker und Jennifer Warnes gesungen worden.
    • Nominierung – Beste Nebendarstellerin Debra Winger
    • Nominierung – Beste Filmmusik
    • Nominierung – Bester Schnitt
    • Nominierung – Bestes Drehbuch
  • Von den acht Golden Globe-Nominierungen waren dieselben zwei erfolgreich wie beim Oscar: Gossett als Bester Nebendarsteller, Will Jennings für den Besten Filmsong.
    • Nominierung – Bester Film (Drama)
    • Nominierung – Bester Hauptdarsteller Richard Gere
    • Nominierung – Beste Darstellerin (Drama) Debra Winger
    • Nominierung – Bester Nebendarsteller David Keith
    • Nominierung – Bester männl. Newcomer David Keith
    • Nominierung – Beste weibliche Newcomerin Lisa Blount
  • BAFTA Film Award Bester Original Song – "Up Where We Belong"
  • 1984: Japanischer Akademiepreis für den besten Film in ausländischer Sprache

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Kinostart am 30. Juli 1982 konnte der Film allein in den USA über 129 Mio. US-Dollar einspielen.[7] In der Bundesrepublik startete der Film am 16. September 1983 und wurde von 1.122.930 Kinobesuchern gesehen.[8] Seit dem 5. April 2001 ist der Film auf DVD erhältlich.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b [1] bei Rotten Tomatoes, abgerufen am 12. Februar 2015
  2. a b [2] bei Metacritic, abgerufen am 12. Februar 2015
  3. Ein Offizier und Gentleman in der Internet Movie Database (englisch)
  4. Ein Offizier und Gentleman. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  5. Ein rechter Film zur rechten Zeit auf Spiegel Online vom , abgerufen am 18. Januar 2012
  6. Roger Ebert: An Officer and a Gentleman auf suntimes.com vom 1. Januar 1982 (englisch), abgerufen am 18. Januar 2012
  7. An Officer and a Gentleman (1982) auf boxofficemojo.com (englisch), abgerufen am 18. Januar 2021
  8. TOP 100 DEUTSCHLAND 1983 auf insidekino.de, abgerufen am 18. Januar 2012