Einzahlungsschein mit Referenznummer

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Oranger Einzahlungsschein mit Referenznummer (ESR)
Im Unterschied dazu: Roter Einzahlungsschein (ohne Referenznummer).

Der Einzahlungsschein mit Referenznummer (kurz: ESR, auch als Oranger Einzahlungsschein bezeichnet) ist ein in der Schweiz gebräuchlicher Zahlschein, der es ermöglicht, offene Rechnungen in Schweizer Franken und Euro zu fakturieren und Zahlungseingänge rasch zu verbuchen. Es wird von allen Banken und der Schweizer PostFinance[1] angeboten. Weiter gibt es noch den sogenannten Roten Zahlschein; im Gegensatz zum ESR enthält dieser keine Referenznummer.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu Deutschland und Österreich wird in der der Schweiz zur Begleichung von Forderungen noch fast ausschliesslich der Zahlschein benutzt, da (mit Stand 2010) die meisten Schweizer das in Deutschland übliche Lastschriftverfahren ablehnen.[2] Zahlscheine können vom Rechnungsersteller entweder mit der Rechnung ausgedruckt werden oder als Datei, zumeist als PDF, dem Schuldner übermittelt werden. Wird ein elektronisches Format gewählt, so muss vom Rechnungsersteller sichergestellt werden, dass der Schuldner die Rechnung nicht ausdruckt und bei einer PostFinance-Filiale zur Zahlung einreicht. Wenn diese Vorgaben nicht eingehalten werden, kann dies zu Rückweisungen der Zahlungen oder zu Belastung von Gebühren führen, da die OCR-Software der PostFinance nur bei Einhaltung der vorgegebenen Richtlinien ordnungsgemäss funktioniert. Bei Ausdruck eines PDF auf dem Drucker des Schuldners ist dies nicht gewährleistet.[3]

Bei Zahlscheinen wird zwischen Scheinen mit vorgedrucktem Betrag und Zahlscheinen ohne Betrag unterschieden. Scheine ohne vorgedruckten Betrag werden auch ESR+ genannt. Das ESR-Verfahren ist für Rechnungssteller geeignet, die eine grosse Anzahl von Rechnungen erstellen müssen. Durch die Vorgabe einer Referenznummer ist die Zuordnung von Rechnungen mit Zahlungen automatisch möglich. In einer Datenbank wird die Referenznummer mit den anderen Informationen der Forderung gespeichert. Diese Daten können dann mit dem von der Postfinance zur Verfügung gestellten Zahlungen abgeglichen und automatisch ausgebucht werden. Der Schuldner kann die Forderung entweder per Online-Banking überweisen oder an jedem Schalter der Schweizer Post bar einzahlen. Letzteres war in der Schweiz lange Zeit die Standardlösung und wird auch heute (Stand 2017) noch viel benutzt.[2] Es ist jedoch zu beachten, dass bei diesen Schaltereinzahlungen Postgebühren anfallen, die die PostFinance dem Empfänger belastet, der dadurch nur einen verminderten Betrag erhält.[4]

Bereitstellung der Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die PostFinance AG stellt den Nutzern von ESR die täglichen Zahlungseingänge in mehreren Formaten zur Verfügung. Daneben stellt sie einen Auszug in Form eines PDF-Dokuments zur Verfügung. Primär werden die Daten im Format MT940 von den Kunden angefordert. MT940 ist ein SWIFT-Standard (Banking Communication Standard).[5][6] Auch kann ein Kontoauszug im Format ISO-20022 camt.053 oder als camt.054 angefordert werden.[7][8]

Erweiterung für Euro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Schaffung des einheitlichen Euro-Zahlungsraum SEPA soll das ESR-Verfahren durch ein kompatibles Verfahren ersetzt werden, einem Verfahren nach der Norm ISO 20022. Der zukünftige Zahlschein soll den Datencode EPC-QR-Code verwenden und den Einzahlungsschein mit Referenznummer am 30. Juni 2020 ersetzen.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Handbuch ESR der PostFinance AG, abgerufen am 29. Januar 2017
  2. a b Lastschriftverfahren: Die ungeliebte Zahlungsart, Beitrag vom 5. Mai 2010 der Sendung Kassensturz des Schweizer Radio und Fernsehens
  3. Handbuch Seite 7 (Memento des Originals vom 28. Januar 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.postfinance.ch. Wenn ESR als PDF versendet werden, gelten folgende Bestimmungen: es muss eindeutig erkennbar sein, dass es sich um einen elektronischen ESR handelt. Der Schuldner muss darauf hingewiesen werden, dass der Beleg nicht ausgedruckt und an einer Poststelle oder per Zahlungsauftrag bezahlt werden darf.
  4. Zahlungsverkehr Inland, PostFinance AG, abgerufen am 29. Januar 2017
  5. Handbuch Seite 10 (Memento des Originals vom 28. Januar 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.postfinance.ch
  6. Kreissparkasse Köln Formatbeschreibung MT 940 (SWIFT)
  7. www.postfinance.ch (Memento des Originals vom 29. Januar 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.postfinance.ch Umstellung elektronische Kontodokumente auf ISO 20022
  8. www.six-interbank-clearing.comISO 20022 Cash Management Schweizer Implementation Guidelines für Kunde-Bank-Meldungen (Reports)
  9. QR-Rechnung. In: six-group.com. Abgerufen am 24. Dezember 2018.