Winterbaden

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Eisbaden im Saarland (Januar 2006)
Winterschwimmen "Avantouinti" in Vaasa, Finnland (März 2007)

Eisbaden oder Winterbaden ist das Baden in freien Gewässern bei Wassertemperaturen von bis nahe 0 °C. Die Bezeichnung Winterbaden ist präziser als Eisbaden, da dieser Sport sinnvollerweise im Herbst begonnen und das ganze Winterhalbjahr bis zum Frühjahr fortgesetzt wird, also nur teilweise mit Eis in Verbindung zu bringen ist. Die Bezeichnung Eisbaden ist aber geläufiger.

Das Eisbaden im engeren Sinne schließt ein, dass die Beteiligten ein ausreichend großes Loch ins Eis des Gewässers hacken, um dann beispielsweise über Leitern oder einen Steg in das Wasser zu steigen.

Eisschwimmen oder Winterschwimmen unterscheidet sich vom Baden vor allem dadurch, dass hier die Aktivität Schwimmen – in der Regel Freiwasserschwimmen – dazukommt. Winterschwimmer nutzen oft Kanäle oder Flüsse, die im Winter nicht so schnell zufrieren. Beim Winterschwimmen tragen sie häufig Neopren-Anzüge, um nicht zu stark auszukühlen. Es gibt populäre Winterschwimmer-Veranstaltungen, wie das Donau-Schwimmen in Neuburg, an denen Tausende Sportler teilnehmen. Am 6. Januar findet mancherorts ein nach dem Feiertag benanntes Dreikönigsschwimmen statt.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winterbaden oder -schwimmen wird seit Jahrhunderten als Volkssport in vielen Ländern mit natürlich zufrierenden Gewässern betrieben. Bereits von Johann Wolfgang von Goethe ist bekannt, dass er das Eis der Ilm aufgehackt hat, um im kalten Wasser zu baden.

In der DDR wurden ab etwa 1970 Vereine und Organisationen zugelassen, die entsprechende Veranstaltungen organisierten wie den Seehundpokal-Wettbewerb von der Jugendzeitschrift Die Trommel. Ebenso wurde und wird in der Bundesrepublik (alt und neu) diese Wintersportart gepflegt, teils individuell, teils in Vereinen. Im Jahr 2003 wurde von rund 1000 deutschen Eisbadern aus Vereinen berichtet.[3] Die Sportgemeinschaften, die es in der ganzen Welt für die Winterbader oder -schwimmer gibt, nennen sich Seehunde, Pinguine, Eiszapfen, Bernauer Eisheilige,[4] Merchweiler Seelöwen oder ähnlich und treten meist medienwirksam auf.

Gesundheitlicher Nutzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Praxis werden die Begriffe Winterbaden, Eisbaden und Winterschwimmen (gelegentlich auch Eisschwimmen) oft synonym gebraucht. Die Gemeinsamkeit besteht darin, dass durch den Kältereiz eine Stärkung des Immunsystems herbeigeführt wird.

So wie andere Sportler, z. B. Sprinter oder Gewichtheber, ihren Organismus trainiert haben, in wenigen Sekunden sehr viel Energie in Bewegung umzusetzen, so ist der Organismus des Winterbaders darauf trainiert, bei aktuellem Kältereiz seine Energiereserven reflexartig in Körperwärme umzusetzen, so dass eine Unterkühlung gar nicht erst eintritt. Der Winterbader bleibt nur wenige Minuten im kalten Wasser, so dass er danach die sich im Körper ausbreitende Wärme gut nutzt. Auf Grund von Blutuntersuchungen unmittelbar vor und nach einem 150 m Winterschwimmen (6 Grad Celsius) zeigte es sich, dass die Leukozyten im Blut durch die Kälte signifikant zunehmen, so dass ein besserer Schutz vor Entzündungen gegeben ist.[5]

Eisbaden, zu therapeutischen Zwecken als Kryotherapie bezeichnet, soll bei Leistungssportlern auch vorbeugend gegen Muskelkater helfen[6] und auch der Testosteronspiegel war signifikant erhöht und die Creatin-Kinase-Werte waren signifikant niedriger, so dass die Leistungsfähigkeit insgesamt gesteigert ist.[7] Es gibt Hinweise, dass es Ängste und Panikattacken abbauen hilft[8] und schließlich auch für einen besseren Schlaf sorgen kann.[9] Allerdings scheint es zwei verschiedene Arten der Reaktionen im Körper zu geben, da es Personen gibt, die sehr schnell an Körpertemperatur verlieren (isolierende hypothermische Reaktion), und andere, die sie sehr langsam verlieren (metabolisch-isolierende Reaktion).[10]

Untrainierten kann nicht empfohlen werden, mitten im Winter ins kalte Wasser zu steigen. Als Vorbereitung sollte vom Sommer an wöchentlich (möglichst mehrmals) im Freien gebadet werden. Auch regelmäßiges Wechselduschen ist zum Training sehr gut geeignet.

Im Allgemeinen wird davon abgeraten, den Kopf (und damit die Haare) unterzutauchen. Da die Hände und Füße besonders schnell auskühlen, sollten die Hände beim Baden in die Luft gehalten und dünne schützende Schuhe an den Füßen getragen werden. Wenn Badesachen benutzt wurden, ist eine Auskühlung nach dem Baden unbedingt zu vermeiden.

Winterschwimmen als Massensport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veranstaltungen in Deutschland (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Spreeschwimmen, das an der Schiffs-Anlegestelle Zenner in Berlin im Februar 2000 erstmals stattfand; bei 3 Grad Wassertemperatur mussten 300 m zur Insel der Jugend und zurück geschwommen werden.
  • Seit 1985 findet im Berliner Orankesee regelmäßig im Januar der eisige Spaß statt. Mutige aus vielen deutschen Eisschwimm-Klubs sowie Gesundheitsbewusste aus anderen Ländern nehmen teil, z. B. kamen im Januar 2003 120 Teilnehmer und 500 Schaulustige! Die Veranstaltung erhält den Charakter eines Eisfaschings und ein Motto, z. B. 2003 Neptun und sein Gefolge.[3] oder 2016 beim 31. WiB „Das Leben ist bunt“.[11]
  • 2006 richtete der Sponsor Jägermeister einen WildBadeTag in einem Berliner Freibad aus: auf einer 25-m-Bahn war eine Freistil-Staffel zu absolvieren. Außer diesen Schwimm-Wettbewerben gab es für die rund 1000 Zuschauer auch allerlei lustigen Unfug zu sehen.[12][13]
  • Am Helenesee fand im Januar 2006 die erste Eisbadeveranstaltung der Region statt.[14]
  • In der Elbe fand am 7. Januar 2007, organisiert durch Eisbader aus Radebeul, ein Neujahrsschwimmen statt.[15]
  • Im Wöhrsee fand vom 9. bis 11. Januar 2015 die erste Ice Swimming German Open statt, bei der über 100 Starterinnen und Starter aus 10 Ländern angereist sind. Organisiert wird dieses Extremschwimm-Event von Oliver Halder und Christof Wandratsch. Wandratsch holte mehrere Weltrekorde und ist mehrfacher Weltmeister über 1000 m und weitere Distanzen im Eiswasser.[16]
  • Seit 2015 finden jährlich diese internationalen Wettkämpfe im Rahmen der Ice Swimming German Open statt, die von 2015 bis 2017 im Wöhrsee in Burghausen und seit 2018 in Veitsbronn gastieren. Eisschwimmer aus über 20 Nationen reisen dazu mittlerweile in den kleinen Ort bei Nürnberg, um im dortigen Veitsbad bei den Rennen teilzunehmen.[17]

Veranstaltungen in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Pertisau am Achensee findet seit 2001 am Silvesternachmittag ein für alle tauglicher Bewerb mit paarweisem Start und 40 bis 50 Teilnehmern statt: Eine Kübel-Dusche kaltes Wasser zum Akklimatisieren, 3-m-Sprung vom Steg ins Wasser, 25 m Schwimmstrecke zum aufgeblasenen Eisberg, 8 m raufklettern, eine Glocke läuten, runter (eventuell springen) und zurückschwimmen. Seit einigen Jahren wird nicht der schnellste, sondern das Erreichen der Durchschnittszeit aller Teilnehmer gewertet. Zusätzlich Gaudiwertung für Verkleidung.
  • Ebenfalls am Silvesternachmittag wurde etwa 4 Jahre lang bis 2007 von Oberlandshaag donauüberquerend nach Aschach geschwommen. Gestartet wurde am linken Ufer mit einem flachen, steinigen Einstieg etwa 300 m oberhalb des Ziels am Marktplatz des rechtsufrigen Aschach. Der Fluss ist hier 250 m breit, doch wirkt sich die unmittelbar oberhalb liegende 45°-Rechts-Biegung des Flusses erschwerend aus, indem oberflächlich eine Strömungskomponente in Richtung linkes Ufer und damit gegen die Schwimmrichtung auftritt. Neoprenhülle von Kopf bis Zehe ist für diese Distanz nötig, Manche wählten alternativ mehrere Lagen Latexhandschuhe, Schwimmbrille oder Tauchmaske wärmen ebenfalls. Einzelne beugten dem Eindringen von kaltem Wasser vor, indem sie vor dem Start warmes Wasser in den Anzug schütteten. Sportlich halbwegs anspruchsvoll, mit Massenstart auf schnellste Zeit.
  • In Graz findet alljährlich ein Dreikönigsschwimmen der Wasserrettung in der Mur von der Murinsel flussab zum Augarten statt, in Neopren, mit den Füßen voran und am Rücken liegend, um zu vermeiden, mit dem Steißbein an einen Stein anzustoßen.
  • Seit 2014 findet in Altenwörth, NÖ im Altarm der Donau ein Silvesterschwimmen des Freizeitvereins als sportliche Gaudi statt.[18] Silvester 2018 nahmen am zusätzlich eingeführten 1. Altenwörther Eisschwimmcup über 50 und 100 m Freistil 4 Damen und 10 Herren im Alter von 16 bis 68 Jahren teil, die Zeiten betrugen 34–182 Sekunden. 90 Teilnehmer schwammen 2018 zur Gaudi vom Ufer zum Kopf des Stegs.[19] Am 16. Februar 2019 fanden hier die 4. Österreichischen Meisterschaften im Eisschwimmen statt, mit Distanzen von 25 und 50 m jeweils Brust oder Kraul und 100, 200 und 1000 m im Freistil in einem Schwimmbecken und der internationale ICE CUP in denselben Kategorien statt.[20]
  • In Obertraun am Hallstättersee fand am 3. März 2018 das 1. Hallstättersee Eisschwimmen statt. Verantwortlicher Veranstalter ist Bernhard Höll aus Bad Goisern, der neben diesem Event auch für den Hallstättersee-Schwimm-Marathon[21] verantwortlich und auch Co-Organisator der Salzkammergut-Mountainbike-Trophy[22] ist. Das 2. Hallstättersee-Eisschwimmen fand am 1. Dezember 2018 statt. Die 3. Auflage steigt am 14. Dezember 2019. Im kühlen Nass des Hallstättersees sind vier 50-m-Bahnen angelegt und stehen insgesamt 7 verschiedene Bewerbe am Programm (Brust: 50 m, Kraul: 50 m, 100 m, 200 m, 500 m, 1000 m, Staffel 4+50 m).

Veranstaltung in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Genf findet seit 1934 jährlich das Weihnachtsschwimmen Coupe de Noël im Genfersee statt mit zuletzt knapp 2500 Teilnehmern statt, von denen sich viele kostümieren. Teams von bis zu 20 Personen schwimmen die 125 m Distanz, danach steht ein warmer Whirlpool zur Verfügung.[23][24]
  • Immer an einem Sonntag um den 6. Dezember wird in Zürich das so genannte Samichlausschwimmen organisiert. Bei diesem seit 1999 existierenden Anlass wird auf einer Strecke von 111 m die Limmat im Bereich der Frauenbadi überquert.[25]

Veranstaltungen in anderen Ländern (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polar Bear Plunge – Eisbaden am Bradford Beach, Milwaukee, Wisconsin, USA im Lake Michigan – hier Brauch seit 1916 (Neujahr 2009)
Eisbaden zum Epiphanie-Fest (Erscheinung des Herrn) der Russisch-Orthodoxen Kirche in Nowosibirsk, Sibirien (Januar 2008)
  • Aus Großbritannien wurde berichtet, dass es in der Nähe von London seit ca. 1940 einen Damenclub der Ganzjahres-Schwimmerinnen gibt, deren älteste Aktive im Jahr 2004 82 Jahre alt war.[26]
  • In Tschechien wird seit den 1950er-Jahren jährlich am 2. Weihnachtsfeiertag das Moldauschwimmen organisiert, dabei müssen mindestens 100 m geschwommen werden. Das Event wird als Memorial-Schwimmen zu Ehren des tschechischen Sportlers Alfred Nikodém durchgeführt.[27]
  • In Russland ist das Eisbaden bei oft dafür geeigneten Wetterbedingungen weit verbreitet. Russisch-orthodoxe Christen betreiben es in Anlehnung an die Taufe Christi als Reinwaschungsritual zu Epiphanias am 19. Januar. Dazu werden kreuzförmige Löcher im Eis von Flüssen angeboten, samt einer Treppe und Plattform unter Wasser.[28]
  • In Peking, China gibt es die großen Houhai-Seen, in denen auch im Winter neben Eis geschwommen wird.[29]
  • In Kanada und den USA gibt es zahlreiche Winterschwimmveranstaltungen für jedermann. Häufig werden diese als Benefizveranstaltung durchgeführt, einige davon haben tausende Teilnehmer ins kalte Wasser gebracht. Der Coney Island Polar Bear Club wurde 1903 als älteste Winterbadeverein der USA gegründet und schwimmt regelmäßig an Wintersonntagen und zu Neujahr im Atlantikstrand von Coney Island, New York. Vom Verein L Street Brownies, gegründet 1902, in South Boston, Massachusetts ist ein Neujahrsschwimmen im Atlantik aus 1904 dokumentiert. Winterschwimmen reicht in South Boston jedoch nach einigen Quellen bis 1865 zurück, wahrscheinlich von europäischen Immigranten eingeführt.
  • Auf der von Neuseeland betriebenen Scott Base auf Ross Island, Antarktika wird zur Mittsommernacht um den 21. Dezember als langjähriger Brauch für Mitarbeiter und Touristen seit zumindest 1997 in einem Eisloch gebadet, das mithilfe Lochschmelzer und Kettensäge hergestellt wird.[30]

Eisschwimmen als Sport und als Extremsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Winter 1999/2000 gibt es auch in dieser Sportart Weltmeisterschaften (Winter Swimming World Championships), die Ersten fanden im finnischen Jyväskylä statt. Bei Lufttemperaturen von minus 10 °C wurde aus einem zugefrorenen See ein Schwimmbecken von 25 m Länge und 12 m Breite aus dem 40 cm dicken Eis herausgesägt. Im folgenden Winter wurde an gleicher Stelle bereits mit 700 Teilnehmern, von denen die Meisten aus Finnland und Russland kamen, die zweite Weltmeisterschaft durchgeführt. Im Jahr 2003 nahmen schon 13 Länder an diesen internationalen Wettkämpfen teil.[31]

Für die offiziellen Wettkämpfe müssen die Teilnehmer Badesachen (Hose oder Anzug aus nicht durchsichtigem Material) und können Mützen und Schwimmbrillen tragen. Ein wärmehaltendes Hautpflegemittel ist nicht erlaubt.

Weitere Weltmeisterschaften fanden 2006 (in Oulu), 2008 (in London) und 2010 (im slowenischen Bled)[32] statt.[33] Die Teilnehmer des Jahres 2006 kamen aus Australien, Belgien, Deutschland,[34] Estland, Finnland, Großbritannien, Kasachstan, Lettland, Libanon, Niederlande, Norwegen, Russland und Schweden. Außer den 25-m-Einzelstrecken wurde nun auch eine Team-Performance für Jedermann eingeführt (pro Team wurden zwischen 3 und 20 Schwimmer zugelassen, keiner durfte länger als fünf Minuten im Wasser sein). Kinderwettbewerbe und etliche Fun-Schwimmen wie auch eine Fackelschwimmstaffel wurden ausgeschrieben. Dem Sieger des Einzelschwimmens winkte ein Preisgeld von 1000 Euro; alle Teilnehmer bekamen eine Medaille.[35] Die achte Weltmeisterschaft wurde vom 20. bis 22. Januar 2012 in Jūrmala, Lettland, ausgetragen. Die Disziplinen und Regeln entsprachen jenen der vorangegangenen Veranstaltungen.[36]

Die neunte Weltmeisterschaft fand 2014 in der finnischen Stadt Rovaniemi statt, die am Polarkreis gelegene Hauptstadt Lapplands. Die zehnte Weltmeisterschaft wurde 2016 in Tjumen ausgetragen.

Im Februar 2020 wurden die 12. Winter Swimming World Championships nach 2010 erneut in Bled (Slowenien) ausgetragen.

Austragungsmodus der Eisschwimm-Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wettkämpfe werden keine offiziellen Disziplinen unterschieden; die zurückzulegenden Strecken werden in den Austragungsorten festgelegt und sind unterschiedlich lang; es zählt die erreichte Zeit. Vergleiche in den Schwimmstilen Freistil und Brust sind jedenfalls schon durchgeführt worden. Bewährt hat sich inzwischen eine Streckenlänge von 25 m. Gestartet wird stehend von einer Leiter, wobei die Schultern bereits im Wasser sein müssen. Die Teilnehmer werden nach Altersgruppen und Geschlecht eingeteilt. Im Jahr 2010 wurden Vergleiche in den Disziplinen Brustschwimmen 50 m, Freistil 25 m und Freistil 50 m durchgeführt.[33]

Extrem-Eisschwimmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schwimmen in eiskaltem Wasser wird auch als Extremsport betrieben. Dabei werden bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt Strecken von mehr als einem Kilometer schwimmend zurückgelegt. Bekannte Eisschwimmer sind Lynne Cox und Lewis Pugh. Es wird auch ein Eisschwimm-Rekord notiert, den der Kanadier Pugh mit einer Strecke von 1,2 km in 23 Minuten in einem norwegischen See aufgestellt hat. Der See wird von dem Gletscher Nigards Glaciers gespeist. Die längste, je in Eiswasser unter 5 °C zurückgelegte Distanz von 3450 Metern wurde im Februar 2018 vom Extremschwimmer Hamza Bakircioglu aufgestellt.[37] In Lyon werden bei einer jährlichen Veranstaltung im Januar 8 km durch die Rhône geschwommen, allerdings mit Flossen und Schwimmanzügen.[38]

International Ice Swimming Association[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die International Ice Swimming Association (IISA) wurde am 1. Juli 2009 vom Eisschwimmer Ram Barkai in Kapstadt, Südafrika gegründet, der zuvor am 31. Januar 2009 in Zürich 1,43 Meilen (2,30 km) in 43 Minuten bei 4 °C Wassertemperatur begleitet von einem Boot geschwommen war. Die "Ice Mile" wird in Wasser von maximal 5 °C mit Schwimmbrille, -kappe und Badekleidung geschwommen. 2014 wurde daneben die 1-km-Distanz eingeführt.[39]

Die IISA listet Schwimmergebnisse über 1 km und mehr im Bereich der Antarktis – definiert als Orte mit mehr 60° südlicher Breite gesondert. 26 Einträge stammen von 23 Sportlern aus den Jahren 2002 bis 2018. Die Wassertemperaturen reichen von –1,2 bis +2,0 °C, die Strecken in einem Fall bis zu 2,25 km, die der Inder Bhakti Sharma in 41:14 Minuten in Paradise Harbour 2018 geschwommen ist. Die Kilometer-Distanz in kürzester Zeit (11:08) schaffte der Bulgare Petar Stoychev im selben Jahr.[40]

Das Salzwasser des Meeres kann Temperaturen unter 0 °C, dem Gefrierpunkt von reinem Wasser annehmen, die höhere Dichte des Salzwassers liefert dem menschlichen Körper mehr Auftrieb, wodurch sich der Schwimmer Kraftaufwand zum Auftauchen zum Atmen spart oder anders gesehen bei gleichem Aufwand der Kopf etwas weiter aus dem Wasser ragt und dadurch vom Wasser weniger gekühlt wird.

Die IISA hat die Vision Eisschwimmen als Disziplin bei den Olympischen Winterspielen 2022 einzuführen.[41]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ice swimming – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dreikönigsschwimmen. wuerzburgwiki.de, 6. Januar 2018, abgerufen am 6. Januar 2018.
  2. Mit Sekt und Schnaps ins Eiswasser. www.merkur.de, 4. Januar 2011, abgerufen am 6. Januar 2018.
  3. a b Lichtenberger Rathausnachrichten vom 18. Januar 2003
  4. Heidekraut Journal vom Dezember 2006; S. 8
  5. Lombardi, G., Ricci, C et al. (2011): Effect of winter swimming on haematological parameters. In: Biochemica Medica 21(1), 71–78
  6. Stimmt’s, dass ein Eisbad gegen Muskelkater hilft?@1@2Vorlage:Toter Link/www.radioeins.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: RBB Radio Eins, 30. Januar 2006, abgerufen am 2. März 2012
  7. Arnd Krüger: Ganzkörperkältetherapie. In: Leistungssport (Zeitschrift) 44(2014), 5, 25–26
  8. Ice Bath Treatment for Anxiety. (Memento des Originals vom 13. Januar 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.articlesnatch.com In: articlesnatch.com
  9. Ice Bath Benefits. In: icebath.org, 2011
  10. Brazaitis M et al. (2014): Two strategies for response to 14 Grad C cold-water immersion: is there a difference in the response of motor, cognitive, immune and stress markers? In: PLoS One 9(10) e109020
  11. 31. Winterbaden im Orankesee
  12. Volle Kanne – Bericht im ZDF vom 23. Dezember 2006
  13. Boulevardmagazin Blitz auf SAT1: Jägermeister Wildbadetag; 2007
  14. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven:@1@2Vorlage:Toter Link/www4.moz.de Abtauchen im letzten freien Wasserloch.@1@2Vorlage:Toter Link/www4.moz.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: MOZ, 30. Januar 2006, abgerufen am 23. November 2010
  15. Private Website der Radebeuler Eisbader; abgerufen am 23. November 2010 (Memento vom 21. Dezember 2010 im Internet Archive)
  16. Website der Ice-Swimming German Open
  17. Michael Fischer Nürnberger Nachrichten: Bei 3,8 Grad: Eisschwimmer treffen sich in Veitsbronn. In: Nürnberger Nachrichten. Nürnberger Nachrichten, 1. Juli 2018, abgerufen am 17. Dezember 2019.
  18. Silvesterschwimmen Altenwörth 2016 Silvesterschwimmen Altenwörth, youtube.com, 18. Jänner 2017, abgerufen 14. August 2019. – 48 TeilnehmerInnen. Video (2:23)
  19. Günther Rapp: Altenwörth : Silvesterschwimmen für guten Zweck noen.at, 2. Jänner 2019, abgerufen 14. August 2019. – Bilder.
  20. 4. Österreichische Meisterschaft im Eisschwimmen & Ice Cup silvester-schwimmen.at, abgerufen 14. August 2019.
  21. https://www.bernhardhoell.at/schwimmmarathon
  22. https://www.salzkammergut-trophy.at/
  23. 1500 Menschen springen am Weihnachtsschwimmen in den Genfersee. In: aargauerzeitung.ch, 20. Dezember 2015, abgerufen 21. Dezember 2015.
  24. https://www.tdg.ch/geneve/2500-courageux-coupe-noel/story/17378954
  25. Samichlaus-Schwimmen. Abgerufen am 26. November 2018 (Schweizer Hochdeutsch).
  26. Website von Weltbilder; gefunden im Jahr 2007
  27. Foto vom Moldauschwimmen des Jahres 2009
  28. Russen reinigen sich bei rituellem Eisbad von Sünden. In: religion.orf.at, 19. Januar 2015
  29. Die Highlights von Peking : Die Houhai-Seen - Tischtennis und Eisbaden focus.de, abgerufen 14. August 2019.
  30. Anna Pearson: Antarctic plunge like 'Waiheke in winter'. 29. Dezember 2012. Abgerufen am 14. August 2019.
  31. Berliner Zeitung vom Februar 2001
  32. Fernsehausschnitt (Video 2:32 Minuten) über die Vorbereitung auf die Eisschwimm-WM 2010@1@2Vorlage:Toter Link/www.clipfish.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  33. a b Merchweiler Seelöwen zurück von der Eisschwimm-WM in Slowenien. In: Wochenspiegelonline, abgerufen am 26. November 2010@1@2Vorlage:Toter Link/www.wochenspiegelonline.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  34. Kurzinfo zur WM in Bled@1@2Vorlage:Toter Link/winterschwimmen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  35. Website über die Eisschwimm-WM 2006 in Oulu (Memento des Originals vom 13. Januar 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ouka.fi; abgerufen am 23. November 2010
  36. Winter Swimming World Championships 2012 in Jūrmala, Lettland (Memento des Originals vom 14. Februar 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.winterswimming2012.com
  37. Sonthofer Eisschwimmer Hamza Bakircioglu: "So knackte ich den Weltrekord!" Abgerufen am 17. Dezember 2019.
  38. Mathilde Régis: Lyon : 300 nageurs s'apprêtent à s'élancer dans le Rhône. 20. Januar 2019, abgerufen am 14. Januar 2020 (fr-FR).
  39. Welcome to the International Ice Swimming Association (IISA) internationaliceswimming.com, 2014, abgerufen 14. August 2019.
  40. Antarctica Swims Records internationaliceswimming.com, abgerufen 14. August 2019.
  41. Ice Swimming for Winter Olympic Games (Ice Swimming - The New Frontier) International Ice Swimming Association, youtube.com, veröffentlicht 17. September 2014, abgerufen 14. August 2019. Video (1:08)