Elkerhausen

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Elkerhausen
Gemeinde Weinbach
Wappen von Elkerhausen
Koordinaten: 50° 25′ 1″ N, 8° 16′ 57″ O
Höhe: 209 m ü. NHN
Fläche: 5,16 km²[1]
Einwohner: 691 (31. Dez. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 134 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35796
Vorwahl: 06474

Elkerhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Weinbach im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg mit etwa 700 Einwohner.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elkerhausen liegt im östlichen Hintertaunus im Naturpark Taunus. Nachbarorte sind Blessenbach (südöstlich), und Weinbach (nördlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1974 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbstständige Gemeinde Elkerhausen durch Landesgesetz in die 1970 neu gebildete Gemeinde Weinbach eingegliedert.[3][4]

Schloss Elkerhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen derer von El(c)ker(s)hausen genannt Klüppel, um 1707
Luthmer III-000n-Wappen Elkershausen.jpg

1191 werden die Herren von Elkerhausen erstmals urkundlich erwähnt. Die aus einer Turmburg hervorgegangene und im 14. Jahrhundert für uneinnehmbar geltende Burg Elkerhausen mit Vorburg wird im 16. Jahrhundert zu einem Wasserschloss mit fünftürmigem, polygonalen Bering und Wirtschaftshof umgestaltet. Das einflussreiche, mit viel Streubesitz in zahlreichen Bundesländern begüterte Geschlecht der Ritter und späteren Freiherren von Elkerhausen legte sich ab 1420 den Beinamen genannt Klüppel zu. Der Letzte des Geschlechtes, Philipp Franz Damian Freiherr von Elkerhausen genannt Klüppel, verkaufte 1718 den Stammsitz Elkerhausen mit allem Zubehör und Rechten an die Grafen von Nassau-Weilburg. Das Renaissanceschloss Elkerhausen befindet sich seit 1979 in Privatbesitz und beherbergte u. a. das 1980 gegründete private Kunstmuseum Dr. Krupp mit einer Sammlung internationaler Kunst der Gegenwart sowie das Atelier des akademischen Kunstmalers Hermann Krupp (1926–2019).[5]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unweit ihres Anwesens haben die Herren von Elkerhausen eine Eigenkirche errichtet. 1278 erteilte ihnen der Erzbischof von Trier die Erlaubnis, auf ihrem eigenen Grund und ihre eigenen Kosten eine neue Kirche zu erbauen. Nachdem der Vorgängerbau aus dem 17. Jahrhundert im April 1911 wegen Baufälligkeit niedergelegt worden war, wurde im Juni 1911 der Grundstein für das heutige Kirchengebäude gelegt. Im Oktober 1912 wurde schließlich die evangelische Pfarrkirche feierlich ihrer Bestimmung übergeben.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Elkerhausen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elkerhausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1970
Jahr  Einwohner
1834
  
378
1840
  
406
1846
  
455
1852
  
482
1858
  
520
1864
  
528
1871
  
528
1875
  
547
1885
  
570
1895
  
562
1905
  
567
1910
  
596
1925
  
597
1939
  
564
1946
  
805
1950
  
815
1956
  
776
1961
  
741
1967
  
810
1970
  
823
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: 560 evangelische (= 98,25 %), 10 katholische (= 1,75 %) Einwohner
• 1961: 617 evangelische (= 83,27 %), 115 katholische (= 15,52 %) Einwohner

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der im Jahr 1934 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Elkerhausen e.V. (einschließlich Jugendfeuerwehr seit 2. August 1975 und Kinderfeuerwehr seit 11. März 2011) existieren in Elkerhausen noch mehrere Sport-, Freizeit- und Kulturvereine.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1934 sorgt die Freiwillige Feuerwehr Elkerhausen (ab 2. August 1975 mit Jugendfeuerwehr und seit 11. März 2011 mit Kinderfeuerwehr) für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe im Ort. Es bestehen in Elkerhausen ein Dorfgemeinschaftshaus in der Pfarrstraße, ein Rasensportplatz am Lindig, Kinderspielplätze und Wanderwege.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Margit Bach (* 1951), Journalistin und ehemalige Sportlerin, lebt seit 1989 auf einem Bauernhof in Elkerhausen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingrid Krupp, Auskauf pro Immedietät. Klüppel contra Nassau. Mitteilungen aus Reichskammergerichts- und Reichshofratsakten des 16. bis 18. Jahrhunderts. Elkerhäuser Schriften Band 3, (Selbstverlag Dr. Ingrid Krupp M.A.) Weinbach-Elkerhausen 2010 ISBN 978-3-00-032570-0 mit Quellenanhang, Register und Bibliographie u. a. zu denen von Elkerhausen
  • Ingrid Krupp, Schloss Elkerhausen. Schloss- und Museumsführer. Elkerhäuser Schriften Band 1, (Selbstverlag Dr. Ingrid Krupp M.A.) Weinbach-Elkerhausen 2005
  • Ingrid Krupp: Elkerhausen 1191–1991. Eine historische Einführung in die 800-jährige Geschichte von Elkerhausen. in: Elkerhausen 800 Jahre. Gestern und Heute. Weinbach 1991, S. 13–31
  • Ingrid Krupp, Burgen und Schlösser in Nassau. Würzburg 1987 (Elkerhausen S. 86–97)
  • Ingrid Krupp, Die Geschichte der Herren von Elkerhausen und ihrer Burgen. in: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins Gießen. Bd. 67 Gießen 1982, S. 9–94
  • Ingrid Krupp, Burg Elkerhausen. in: Nassauische Annalen 93, 1982, S. 213–224
  • Ingrid Krupp, Burg Elkerhausen, in: Jahrbuch für Hausforschung, Bd. 32, Detmold 1982, S. 321 ff
  • Ingrid Krupp, Die Geschichte der Herren von Elkerhausen und ihrer Burgen, in: das münster, Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft, Heft 3, München/ Zürich, 1982, S. 250 ff
  • Ingrid Krupp, Die Stammburg der Herren von Elkerhausen genannt Klüppel, in: Burgen und Schlösser, Heft II, Braubach am Rhein, 1982, S. 111 ff
  • F. A. Schmidt, Geschichte der Elkerhäuser Burgen. In: Nassauische Annalen 46/1, 1920/25, S. 57–80.
  • Literatur über Elkerhausen in der Hessischen Bibliographie
  • Suche nach Elkerhausen im Portal SPK digital der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Elkerhausen, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Zahlen, Daten - Fakten auf der Gemeindeseite, abgerufen im Februar 2017
  3. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Limburg und des Oberlahnkreises. (GVBl. II 330-25) vom 12. März 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 5, S. 101, § 12 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 809 kB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 373.
  5. Kulturamt Stadt Frankfurt am Main: Krupp, Hermann (Abgerufen am 28. April 2019.)
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).