Endstation Schafott

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Filmdaten
Deutscher TitelEndstation Schafott
OriginaltitelDeux hommes dans la ville
Endstation schafott.svg
ProduktionslandFrankreich
OriginalspracheFranzösisch
Erscheinungsjahr1973
Länge110 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieJosé Giovanni
DrehbuchDaniel Boulanger
ProduktionAlain Delon
MusikPhilippe Sarde
KameraJean-Jacques Tarbès
SchnittFrançoise Javet
Besetzung

Endstation Schafott (Originaltitel: Deux hommes dans la ville) ist ein französisches Filmdrama aus dem Jahr 1973. Die Alternativtitel lauten Zwei Männer in der Stadt und Der tödliche Kreis.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Germain Cazeneuve ist ein alter, erfahrener Bewährungshelfer kurz vor der Pensionierung. Er kümmert sich um den frisch entlassenen Gino Strabliggi. Dieser hatte zehn Jahre wegen Bankraubs im Gefängnis gesessen. Germains Familie nimmt Gino herzlich auf. Der Strafentlassene ist eingeschränkt durch diverse Aufenthaltsverbote - unter anderem für Paris - und muss sich regelmäßig bei der Polizei melden. Strabliggi versucht, wieder Fuß zu fassen und eine Arbeit zu finden. Mit dem Tod seiner Frau bei einem Verkehrsunfall muss er zunächst einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen. Er widersteht auch dem Drängen seiner ehemaligen Komplizen, wieder ins Verbrecherleben einzusteigen. Cazeneuve vermittelt ihm eine Arbeitsstelle in einer Druckerei in Montpellier, wo er nun selbst wohnt. Gino kommt langsam wieder auf die Beine und beginnt auch eine neue Liebesbeziehung mit der Bankangestellten Lucie. Doch dann trifft er eines Tages auf dem Polizeirevier, wo er sich regelmäßig melden muss, Inspektor Goitreau wieder, der ihn einst verhaftete und nun nach Montpellier versetzt wurde. Goitreau glaubt nicht an Strabliggis Resozialisierung. Er lädt ihn vor, sperrt ihn zwei Tage ein und beschafft sich bei einer Hausdurchsuchung die Adresse von Bandenchef Marcel, die dieser Gino bei einem Zusammentreffen, das Goitreau beobachtete, zugesteckt hat. Goitreau will Strabliggi die Mittäterschaft an einem "großen Ding" der Bande anhängen - sie wird observiert und geht der Polizei prompt in die Falle. Marcel wird bei der Verhaftung schwer angeschossen. Goitreau suggeriert ihm, Gino habe den Coup verraten. Außerdem setzt er Lucie unter Druck.

Immer enger zieht Goitreau die Schlinge um Ginos Hals, wobei er auch Provokationen, Verleumdung und Beleidigung als Mittel einsetzt. Als Goitreau Lucie sexuell belästigt, dreht Gino durch und tötet Goitreau in einem Wutanfall. Cazeneuve kann Gino nicht mehr helfen: Er wird für diesen Mord in einem Strafprozess zum Tode verurteilt. Berufung und Gnadengesuche scheitern und Gino wird mit dem Fallbeil hingerichtet. Seine Strafverteidigerin und Cazeneuve begleiten ihn bis zum Schluss und werden Zeugen der Hinrichtung. Ein desillusionierter Cazeneuve geht vom Gefängnis, wo die Hinrichtung stattfand, nach Hause und sagt, dass er nicht mehr an die Gerechtigkeit glaube.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giovanni versteht seinen Film als Plädoyer gegen die Todesstrafe, die in Frankreich zum letzten Mal 1977 durch die Guillotine vollstreckt wurde – 1981 wurde sie in Frankreich ganz abgeschafft.[2] Der Regisseur selbst war in seiner Jugend mit einer Bande an Raubfällen beteiligt, bei denen drei Menschen ermordet wurden. Giovanni wurde zum Tod verurteilt und nur durch das Engagement seines Vaters begnadigt. Anschließend saß er wie die Hauptfigur des Filmes zehn Jahre Haft ab. Viele von Giovannis Filmen sind von seinen eigenen Erfahrungen geprägt und enden mit einer Hinrichtung.[3][4][5] In einer Nebenrolle tritt der junge Gérard Depardieu auf.

2014 erschien unter dem Titel La voie de l’ennemi eine Neuverfilmung mit Forest Whitaker und Harvey Keitel.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Giovannis starbestückter Film bietet effektvolle Unterhaltung, läßt es aber in der engagierten Kritik an Strafvollzug, Polizeimentalität, Rechtsprechung und Todesstrafe an Gründlichkeit und Präzision fehlen.“

„Ein beklemmender und packender Mix aus Sozialkrimi und Gangsterfilm, der als minutiös beobachtete Fallstudie angelegt ist. Durch genaue Figurenzeichnung wird die Spannung langsam aber stetig gesteigert.“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Endstation Schafott - Langfassung (teilweise Originalfassung mit deutschen Untertiteln). Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Februar 2014 (PDF; Prüf­nummer: 46 311 V).
  2. 20min.ch
  3. Literatur-Couch Medien GmbH & Co. KG: José Giovanni. In: Krimi-Couch.de. (krimi-couch.de [abgerufen am 24. März 2018]).
  4. Ronald Bergan: Obituary: José Giovanni. 17. Mai 2004, abgerufen am 24. März 2018 (englisch).
  5. Hanns-Georg Rodek: Direkt aus der Unterwelt: José Giovanni ist tot. In: DIE WELT. 25. April 2004 (welt.de [abgerufen am 24. März 2018]).
  6. Endstation Schafott. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  7. Endstation Schafott - Trailer, Kritik, Bilder und Infos zum Film. Abgerufen am 24. März 2018 (deutsch).